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Dienstag, 10. September 2024

Nikolaus von Tolentino

 

Christus umarmt den hl. Nikolaus

Der hl. Nikolaus wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts zu Sant'Angelo in Pontano (Italien) geboren. Er kam aus einfachen Verhältnissen und trat sehr jung in unseren Orden ein. Er wird als schlichter Ordenspriester beschrieben. Seinen Mitbrüdern und Mitmenschen war er in Liebe zugetan, die Verpflichtungen seiner Ordensprofess hielt er gewissenhaft und treu. Die Kranken und Notleidenden besuchte er regelmäßig und unterstützte sie nach Kräften. Als Prediger wirkte er mit erstaunlichem Erfolg, denn seine Predigt besaß eine seltene Überzeugungskraft. Er predigte auf den Straßen, in den Spitälern und im Gefängnis. Er war ein gesuchter Seelsorger; er feierte die Eucharistie so andächtig, dass auch die Anwesenden tief ergriffen waren.

Im Spätmittelalter galt Nikolaus als einer der großen Nothelfer der abendländischen Christenheit und als Patron der kirchlichen Einheit. Die letzten 30 Jahre seines Lebens verbrachte er in Tolentino, wo er am 10. September 1305 gestorben ist. Sein Leib ruht in der dortigen Augustinerkirche. Die Cappelone (große Kapelle) ist der Mittelpunkt der Verehrung des hl. Nikolaus. Sie ist mit beeindruckenden Fresken ausgeschmückt, die Szenen aus dem Leben des hl. Nikolaus, Ereignisse aus dem Leben Christi und in der Kuppel die Kirchenlehrer darstellen. (augustinerat)

Allmächtiger Gott,
du hast durch das Wirken des heiligen Nikolaus von Tolentino
deine Kirche auf Erden verherrlicht.
Sieh gnädig auf uns und schenke uns auf seine Fürsprache
in deiner Kirche Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Decke der Basilika di San Nicola, Tolentino

Donnerstag, 10. September 2020

Hab Glauben - Nikolaus von Tolentino

 

Christus umarmt Nikolaus v. Tolentino, Hochaltarbild in der Basilika des hl. Nikolaus,
links Augustinus, rechts Nikolaus von Bari


 
Ordenspriester, Volksprediger
Namensdeutung: Sieger des Volkes (griech.)
Namenstage: Nikolaus, Nicolas, Niklaus, Niklas, Nicki, Niko, Niels, Nikolai, Nicolo, Klaus, Collin, Miklós, Mikołaj, Kai, Kolja, weibl.: Nikola, Nicole, Nicki
Gedenktag: 10. September

Lebensdaten: geboren um 1245 in Sant’Angelo in Pontano (Marken), gestorben am 10. September 1305 in Tolentino

Lebensgeschichte und Legende: Nicola Gurrutti kam nach einer Wallfahrt seiner lange kinderlosen Eltern zum Grab des heiligen Nikolaus von Myra in Bari zur Welt, weshalb er auch dessen Namen trug. Mit 16 Jahren wurde er Augustinereremit und 1270 zum Priester geweiht. 1275 zog Nikolaus ins moralisch und religiös heruntergekommene Städtchen Tolentino, wo er unter anderem auch an der Klosterpforte Essen an die Armen ausgab. Er soll so freigebig gewesen sein, dass ihn die Ordensoberen misstrauisch überwachten, und von ihm wird ein Rosenwunder wie das der heiligen Elisabeth von Thüringen berichtet.
Auf eine seiner Visionen geht der Brauch der Augustiner zurück, Nikolausbrot zu verteilen: Die Jungfrau Maria und der heilige Augustinus hatten ihm gegen seine Schwäche infolge des vielen Fastens eingegeben, Brot mit einem Kreuz zu bezeichnen und in Wasser eingeweicht zu verzehren. Im Traum erschien ihm ein verstorbener Mitbruder aus dem Fegefeuer, der ihn um eine heilige Messe für sich und andere Arme Seelen bat und nach sieben solchen Messen wieder erschien, um ihm zu danken. Zwei gebratene Rebhühner, die seine Oberen ihm zu essen befohlen hatten, flogen lebendig davon.
Nikolaus war ein begnadeter Prediger und Seelsorger, der die zwischen päpstlichen Guelfen und kaiserlichen Ghibellinen zerrissene Stadt befriedete, Bedürftigen half und Gefangene besuchte. Von ganz Tolentino als wundertätiger Heiliger verehrt, führte er auch in seinen von Krankheit gezeichneten letzten Lebensjahren ein Leben der Buße und Entsagung. 

Verehrung: Schon bald nach Nikolaus’ Tod baute man über seinem Grab eine Basilika. Auf seine Fürsprache sollen sich innerhalb von 20 Jahren um die 300 Wunderheilungen ereignet haben. 1446 heiliggesprochen, ruht er heute in der Krypta der Basilika S. Nicola in einem Glasschrein. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert war Nikolaus einer der meistverehrten Heiligen in Europa und Amerika und besonders auf den Philippinen. 1884 erklärte ihn Papst Leo XIII. zum Patron der Armen Seelen im Fegefeuer.

Darstellung: im schwarzen Ordenshabit mit Stern, Lilie, Buch, mit gebratenen Vögeln, Kelch, Kreuz, Geißel oder Teufel

Patron: von Rom, Tolentino, Venedig, Genua, Antwerpen, Córdoba, Lima, Mitpatron von Bayern, der Armen Seelen, der Schiffbrüchigen, für das tägliche Brot und Freiheit

(Bistum Augsburg)


Basilca di San Nicola da Tolentino

Der Heilige pflegte denen, die sich seinen Gebeten empfahlen, zu sagen:

Hab Glauben, denn der Glaube rettet den Menschen.



Gebet zum hl. Nikolaus von Tolentino

Aus dem Leben des hl. Nikolaus von Tolentino

Die Kapelle des hl. Nikolaus von Tolentino

Nikolaus und die Rebhühner 

Maria hilft Nikolaus in schwerer Krankheit

Geburt und Sterben des hl. Nikolaus

Nikolaus und die Armen Seelen 

Montag, 10. September 2018

Gebet zum hl. Nikolaus von Tolentino

Nikolaus von Tolentino, Basilica di San Nicola da Tolentino, Tolentino



Erhöre, Herr, unser Gebet auf die Fürsprache Deines Dieners Nikolaus,
dessem Schutz wir uns anvertrauen.
Da er in seinem Leben auf Erden für Dich Zeugnis gegeben hat,
nimmst Du auch seine Bitten im Himmel gnädig an.

Wir kennen unsere Schwäche und unsere Sünden.
Jedoch vertrauen wir auf die brüderliche Hilfe des hl. Nikolaus,
den Du, Herr, als Zeichen und Werkzeug Deiner Vorsehung in unserer Mitte leben liessest.

Unterstütze uns mit deinem Gebet, hl. Nikolaus, und verlass uns nicht.
Wir, die wir dich als unseren Beschützer anrufen, wissen,
dass wir in dir ein machtvolles Beispiel christlichen Lebens
und einen mitreissenden Ansporn zum Guten finden.

Wir möchten, hl. Nikolaus,  deinen Glauben haben, deine Hoffnung und deine Liebe,
auf dass wir unserem Gott dankbarer seien und würdiger, erhört zu werden.
Da wir aber so klein im Glauben sind,
werfen wir unser Vertrauen auf Gottes unendliche Güte und Barmherzigkeit,
die wir durch deine mächtige Fürsprache zu erlangen hoffen. Amen.
(Gebetsblatt)


Aus dem Leben des hl. Nikolaus von Tolentino

Die Kapelle des hl. Nikolaus von Tolentino

Nikolaus und die Rebhühner 

Maria hilft Nikolaus in schwerer Krankheit



Deckenrelieffiguren von Filippo da Firenze, 1628

Samstag, 10. September 2016

Heute gedenkt die Kirche

des hl. Nikolaus von Tolentino.


Nikolaus von Tolentino, Basilica di S. Nicola da Tolentino

Als Nikolaus schwer erkrankt war, wurde er von Maria getröstet und mittels eines in Wasser getauchtes Stück Brot geheilt

Eine schwere Krankheit hatte P. Nikolaus gegen Ende seines Lebens in seine Grenzen verwiesen und die Ärzte urteilten, daß sein Tod nahen würde, als ihm auf einmal Jesus, die heiligste Maria und der hl. Augustinus erschienen.
"Ich bin - sagte die liebenswürdige Frau - die Mutter deines Erlösers, die Jungfrau Maria, die du angerufen hast. Ich selbst gebe dir dieses heilsame Rezept". Dann fuhr sie fort, indem sie die rechte Hand zum öffentlichen Platz des Ortes ausstreckte. "Schicke deinen Krankenpfleger zu jener Frau (der Nikolaus Gutes erwiesen hatte), um von ihr ein frisches Brot im Namen meines Sohnes Jesus zu erbitten. Wenn sie es dir gebracht hat, tauche es ins Wasser und iß es und du wirst gesund".
Der hl. Nikolaus gehorchte und wurde sofort gesund.
(G. Giuli OSA, Der heilige Nikolaus von Tolentin, 45f)

Basilica di S. Nicola da Tolentino



Allmächtiger Gott,
du hast durch das Wirken des heiligen Nikolaus von Tolentino
deine Kirche auf Erden verherrlicht.
Sieh gnädig auf uns und schenke uns auf seine Fürsprache
in deiner Kirche Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Donnerstag, 10. September 2015

Wie war das noch mit dem heiligen Nikolaus von Tolentino?



Zwei gebratene Vögel wollte er auch in schwerer Krankheit, wegen der gelobten Kasteiung, nicht genießen; als er sich auf das Gebot des Priors gehorsam fügte, einen Bissen zu nehmen, flogen die Rebhühner - lebendig geworden - davon.




Nikolaus von Tolentino

Nikolaus von Tolentino

Nikolaus von Tolentino, Augustiner-Eremit. Nikolaus wurde 1245 in der Mark Ancona geboren. Er trat um 1256 in den Orden der Augustinereremiten ein. Über 30 Jahre wirkte er in Tolentino als Prediger, Beichtvater und Krankenseelsorger. Er übte strengste Askese und war von aufopfernder Liebe zum Nächsten erfüllt. Sein Leben ist mit den erstaunlichsten Wundern und Charismen erfüllt. So wollte Nikolaus auch in schwerer Krankheit, wegen der gelobten Kasteiung, zwei gebratene Vögel nicht genießen; als er sich aber dem Befehl des Priors fügte und doch einen Bissen nahm, flogen die Rebhühner lebendig geworden davon.
Eine besondere Liebe hegte Nikolaus für die Armen Seelen. Nikolaus starb am 10. September 1305 zu Tolentino. Die amtlichen Aufzeichnungen über 1325 außergewöhnliche Heilungen, die sich in den ersten 20 Jahren nach seinem Tod an seinem Grab ereigneten, sind noch erhalten. 1446 wurde er heilig gesprochen. Seine Gebeine waren zeitweise verschollen, wurden aber 1926 bei Grabungen in der Basilika von Tolentino wieder aufgefunden.
Dargestellt im Habit der Augustinereremiten mit Lilien, Stern auf der Brust oder zwei gebratenen
Vögeln.
(Martyrologium Sancrucense)



Die Basilika des hl. Nikolaus von Tolentino wurde bald nach dem Tod des Heiligen errichtet und am 31. Oktober 1465 eingeweiht.

Basilika des hl. Nikolaus von Tolentino


Den künstlerisch wertvollsten Teil des Heiligtums bildet die große Kapelle. Sie war das Oratorium, welches nach dem  hl. Augustinus benannt war und später als Cappellone bekannt wurde. Der hl. Nikolaus wurde 1305 in ihr beigesetzt. Die Großartigkeit dieses Baus zeigt wie umfangreich bereits 30 Jahre nach dem Tod des Augustinermönchs die religiöse Verehrung für ihn war, denn vermutlich wurde der Bau zwischen 1330 und 1340 errichtet. Die Fresken stammen aus der Schule von Giotto in Rimini.
Der untere Zyklus erzählt die Lebensgeschichte des Heiligen Nikolaus.
In der Mitte der Kapelle steht der von der Familie Mellini aus Rom gestiftete Steinsarg mit einer Statue des Heiligen. Diese wurde aus schwarzem Stein durch den Künstler Giorgio Orsini aus Sebenice angefertigt. Die sterblichen Überreste des hl. Nikolaus werden unter der Kapelle in einer Krypta verehrt.




Im Jahre 1245 knieten zwei rechtschaffene, christliche Eheleute am Grabe des heiligen Bischofs Nikolaus zu Bari, im Königreich Neapel. Sie waren weit hergekommen und beteten mit innigster Andacht. Ihre Ehe war zwar glücklich, auch hatten sie ihr Auskommen, aber sie hatten kein Kind. Deshalb verlobten sie sich zur Wallfahrt nach Bari, um durch Fürbitte des heiligen Bischofs Nikolaus, der so viele Betrübte schon getröstet, von Gott das Geschenk eines Kindes zu erhalten. Ihr Gebet fand Erhörung; Amota, so hieß das fromme Eheweib, gebar einen Knaben, dem die Eltern in der heiligen Taufe aus Dankbarkeit den Namen des heiligen Nikolaus geben ließen. — Den Knaben als ein wunderbares Geschenk des Himmels betrachtend, erzogen ihn die frommen Eltern auch für den Himmel. 


Vorhersage der Geburt des Heiligen an die Eltern auf der Wallfahrt zum
hl. Nikolaus von Bari


Sie hatten aber dabei wenig Mühe; denn der heilige Nikolaus war immer stille, freute sich, wenn die Mutter mit ihm betete, floh den Umgang mit anderen Kindern, begab sich gerne in die Kirche, hörte den Reden erfahrener, christlicher Männer aufmerksam zu und verwandte seine Zeit auf die Erlernung der Wissenschaften. Geistliche Bücher zu lesen war seine Freude, und den Armen wohl zutun, sein Vergnügen. Er teilte mit ihnen, was er hatte, und tröstete sie mit liebevollen Worten. Wer ihn sah, gewann ihn lieb. Besonders leuchtete aus seinen Augen eine wunderbare Unschuld und Reinheit des Herzens. Aber er floh auch alles, was nur im Geringsten die Schamhaftigkeit verletzen konnte, weibliche Personen sah er nicht an und wöchentlich fastete er dreimal, um die Triebe seines Fleisches zu bändigen.

der hl. Nikolaus in der Schule

Berufung des hl. Nikolaus, Nikolaus hört eine Predigt, die ihn zu den Augustinern führt


Noch hatte er seine Studien nicht vollendet, als er in seiner Vaterstadt St. Angelo zum Chorherrn ernannt wurde. Sein Streben nach Vollkommenheit wurde jetzt noch größer; aber sein Verlangen, sich ganz dem Herrn hinzuopfern, konnte er in dieser neuen Stelle nicht erfüllen. Immer mit dem Gedanken beschäftigt, der Welt gänzlich abzusterben, hörte er einst einen Augustinermönch über die Betrachtung der Welt, die verderbt sei und zum Verderben führt, mit den eindringlichsten Worten predigen. Die Worte des Predigers bestärkten Nikolaus in seinem Entschlusse und kaum war die Predigt geendet, nahte er sich dem frommen Ordensmanne, öffnete ihm sein Herz und bat ihn um seine Fürsprache, damit er in den Orden der Augustinereinsiedler aufgenommen werde. Derselbe gewährt ihm die Bitte, und Nikolaus erhielt die Erlaubnis, in das Augustinerkloster zu Tolentino einzutreten.

Einkleidung mit dem Mönchsgewand



Niemand im Kloster wußte, welch` ein gottseliger Diener Gottes unter ihnen wandle. Als aber Nikolaus anfing, die schwersten Bußwerke zu üben, als sie sahen, wie er den Gehorsam, die Verachtung seiner selbst, die brüderliche Liebe, die Geduld und Sanftmut im höchsten Grade besaß und mit allen Kräften dem lieben Heiland Jesus nach wandelte, da wurden sie von Bewunderung ergriffen und zu gleichen Eifer entflammt. Alle seine Mitbrüder sah er für seine Herren an, jedem diente er wie ein Knecht; das Mühsamste, das Verächtlichste tat er am liebsten. Niemals sah man ihn mürrisch, verdrißlich oder gar zornig. Gegen Lob und Tadel war er ganz gleichgültig, immer leuchtete aus seinem Gesichte Freundlichkeit und kindlicher Sinn. Sein Fasten war erstaunlich. Das ganze Jahr hindurch aß er kein Fleisch, noch Fische, Eier, Obst, auch wenn er krank war. Viermal in der Woche nahm er nur Brot und Wasser zu sich und dies sehr wenig. Einst von einer tödlichen Krankheit ergriffen, sollte er aus Gehorsam Fleisch zu sich nehmen. Er kostete ein wenig davon und bat dann demütig den Obern, er möge mit seinem Gehorsame zufrieden sein und ihn nicht zwingen, seinen Vorsatz, kein Fleisch zu essen, zu brechen, denn Gott könne ihm ja auch ohne Fleisch und Arzt die Krankheit hinweg nehmen, was auch geschah.
Um die jungfräuliche Reinigkeit unversehrt vor Gottes Thron zu bringen, hielt er seinen Leib in strengster Zucht. Nachts schlief er auf bloßer Erde, ein Stein war sein Kopfkissen, um seinen Leib trug er eine eiserne Kette. Er geißelte sich bis auf`s Blut und quälte seinen Leib auch sonst noch wie seinen ärgsten Feind. Fast die ganze Nacht brachte er im Gebete zu, und da der Satan das Gebet überhaupt, absonderlich aber das Gebet der heiligen Diener Gottes über Alles haßt, und deshalb zu hindern versucht, so verursachte er dem Heiligen in diesem gottgefälligen Geschäfte Störungen aller Art. In einer Nacht kniete der Heilige, seiner Gewohnheit nach, in der Kirche am Altare und betete. Da warf Satan die brennende Lampe auf die Erde, daß sie zerschmetterte, und vom Dache der Kirche die Ziegel herab schleudernd, erregte er einen solchen Lärm, daß man glaubte, die Kirche falle zusammen. Der Heilige ließ sich durch diese und ähnliche Erscheinungen des bösen Geistes nicht irre machen; ja auch dann, als Satan ihn einige Tage nachher so schlug, daß sein Körper voller Striemen war, ließ er sich vom Gebete nicht abhalten. In einer Nacht mißhandelte der Satan den Heiligen so stark, daß man ihn wie tot liegend fand, und er Zeit seines Lebens hinkte. (....)

inbrünstiges Gebet


Durch sein Gebet kam er besonders den armen Seelen im Fegefeuer zu Hilfe und er sah öfters viele dieser Seelen nach Darbringung des heiligen Meßopfers und während er betete, aus den Flammen zum Himmel emporsteigen und hörte sie Dank sagen. Wenn er die heilige Messe las, erglühte sein Antlitz, aus seinen Augen flossen reichliche Tränen und von allen Seiten drängte sich das Volk herbei, um ihn am Altare zu sehen, und an seiner glühenden Andacht sich zu erbauen und seines Gebetes teilhaftig zu werden. Die Kranken und Betrübten zu trösten, und Feinde zu versöhnen, hatte er die wunderbarste Gabe. Dreißig Jahre lang lebte er in Tolentino. In dieser Zeit verkündete er beinahe jeden Tag das Wort Gottes und unzählbar sind die Sünder, die sich auf seine Predigten bekehrten, und die er dann im Beichtstuhle mit Gott versöhnte.

Vision der Armen Seelen im Fegefeuer, das Fresko ist größtenteils beim Durchbruch
einer Tür zur Sakristei in der Mitte des 17. Jahrhunderts verschwunden)

Die Erweckung der Filippa Baracca aus Fermo von den Toten im Jahre 1306

Nikolaus v. Tolentino heilt die blinde Frau von Ginesio.

Nikolaus hilft einem Bauern, dem das Vieh gestohlen wurde
 
auf die Fürsprache der Gottes Mutter Maria....

treibt der Heilige Dämonen aus

Totengottesdienst für den Heiligen



Seine überaus strengen Bußwerke, die er keinen Tag unterließ, und seine unausgesetzten Arbeiten hatten endlich seine Kraft gebrochen. Er war bis zum Gerippe abgemagert und nur sein Geist hielt den hinfälligen Körper noch aufrecht. Sechs Monate vor seinem Tode hörte er einige Nächte hindurch einen himmlischen Gesang; sein Tod wurde ihm vorausgesagt, dessen Stunde er auch seinen Brüdern verkündete. Bald darauf wurde er krank. Freudig trug er alle Schmerzen, bat seine Brüder und die Obern des Klosters um Vergebung wegen seiner Fehler, und begehrte dann die heiligen Sterbesakramente zu empfangen.
„Ich will,” sprach er, „die heilige Wegzehrung empfangen, damit ich auf der weiten Reise, die ich jetzt mache, nicht kraftlos werde. Ich will das Brot der Engel genießen, damit der Herr, wann er mich von dieser Welt hinwegnimmt und mich von der Erde erhebt, mich unterstütze und mich in den Himmel übersetze, von dem er herabgestiegen ist. Der Herr ist meine Hilfe und ich werde meine Feinde nicht achten.”
Als er die heiligen Sakramente empfangen hatte, verlangte er ein Kruzifix, in welches ein Partikel des wahren Kreuzes Christi eingeschlossen war und welches er immer hoch verehrte. — Als man ihm das Kreuz brachte, betrachtete er es mit Freude strahlenem Antlitze und flehte zu Jesus, er möge ihn durch die Kraft seines Leibes vor jeder Gefahr im letzten Kampfe bewahren. Als ihn die Brüder fragten, warum er freudig zum Himmel schaue, gab er zur Antwort

„Mein Herr Jesus erschien mir, sich auf seine Mutter und unseren heiligen Vater Augustinus stützend, und sagte: „Du guter und getreuer Knecht, gehe ein in die Freude deines Herrn,” und mit den Worten: „Vater, in deine Hände empfehle ich meine Geist,” schlummerte er sanft hinüber in die bessere Welt, am 10. September 1308.”

Christus nimmt die Seele des hl. Nikolaus in den Himmel auf, links Maria, rechts Augustinus

Nikolaus rettet Schiffbrüchige

Rettung eines unschuldig Gehängten



Er wird abgebildet mit einem Lilienstrauß in der Hand und einem Sterne auf der Brust, in schwarzer Mönchskleidung. In einer Nacht nämlich sahen die Bewohner von Tolentino einen wunderbar leuchtenden Stern aus der Gegend des Geburtsortes des Heiligen emporsteigen, gegen Tolentino wandern und dort über dem Altare, wo der Heilige die heilige Messe zu lesen pflegte, stille stehen. Auch nach seinem Tode erschien der Stern alle Jahre an dem Tage, wo der Heilige starb, über seinem Grabe zur Freude und zum Troste des Volkes, welches herbei eilte, um dort zu beten und Hilfe zu erlangen. (Text von Georg Ott, Legende von den lieben Heiligen Gottes)



Der Stern, der über dem Altar stehen blieb, wo der hl. Nikolaus die hl. Messe feierte