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Montag, 23. Februar 2026

Weggehen zur ewigen Strafe, die Gerechten aber zum ewigen Leben

 

Jüngstes Gericht, Alte Kathedrale von Salamanca

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 25

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
31 Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt
und alle Engel mit ihm,
dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
32 Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden
und er wird sie voneinander scheiden,
wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
33 Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen,
die Böcke aber zur Linken.
34 Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen:
Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid,
empfangt das Reich als Erbe,
das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist!
35 Denn ich war hungrig
und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig
und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd
und ihr habt mich aufgenommen;
36 ich war nackt
und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank
und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis
und ihr seid zu mir gekommen.
37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen
und dir zu essen gegeben
oder durstig
und dir zu trinken gegeben?
38 Und wann haben wir dich fremd gesehen
und aufgenommen
oder nackt
und dir Kleidung gegeben?
39 Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen
und sind zu dir gekommen?
40 Darauf wird der König ihnen antworten:
Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.
41 Dann wird er zu denen auf der Linken sagen:
Geht weg von mir, ihr Verfluchten,
in das ewige Feuer,
das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
42 Denn ich war hungrig
und ihr habt mir nichts zu essen gegeben;
ich war durstig
und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
43 ich war fremd
und ihr habt mich nicht aufgenommen;
ich war nackt
und ihr habt mir keine Kleidung gegeben;
ich war krank und im Gefängnis
und ihr habt mich nicht besucht.
44 Dann werden auch sie antworten:
Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig
oder fremd oder nackt
oder krank oder im Gefängnis gesehen
und haben dir nicht geholfen?
45 Darauf wird er ihnen antworten:
Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt,
das habt ihr auch mir nicht getan.
46 Und diese werden weggehen
zur ewigen Strafe,
die Gerechten aber
zum ewigen Leben.

Heute gedenkt die Kirche des hl. Polycarp. 

Sonntag, 16. April 2023

Die Lauheit des Glaubens bei Thomas

 

 

Bringe deine Finger hierher und sie meine Hände, und bringe deine Hand her und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. (Johannes 20,27)

Nun wendet sich der Herr an Thomas und fordert ihn auf, seine Wunden nicht nur zu beschauen, sondern nach seinem eigenen Wunsch zu berühren. So fügt sich der Herr dem, was Thomas begehrte. Er stellt ihm genau die Möglichkeiten der Prüfung zur Verfügung, von denen Thomas seinen Glauben abhängig machte: die Prüfung durch die Augen, durch den Finger und durch die Hand.
Thomas hat den Herrn sogleich bei seinem Erscheinen erkannt; er hat keinen Augenblick an seiner Identität gezweifelt.  

Jetzt aber soll er das, was er sich gewünscht hat, tun. Und doch bietet der Herr ihm, indem er seinen Wunsch erfüllt, unendlich mehr, als was Thomas erwartet hatte oder was in seiner Forderung überhaupt enthalten war. Der Herr paßt sich zwar der Forderung des Jüngers an und begrenzt damit scheinbar sein Angebot. Aber gerade in seiner Anpassung liegt das viel Größere dessen, was er anbietet.

Was er im tiefsten anbietet, ist, daß er sich Thomas unterordnet, sich ihm vollkommen zur Verfügung stellt. Er gibt ihm seine Hände und seine Seite dahin und damit seine ganze Person. Und indem Gott der Sohn sich dem Menschen Thomas zur Verfügung stellt, beweist er, daß in seiner Sohnschaft das vollkommene Menschsein inbegriffen ist: ein Menschsein, das an keinerlei Rangordnung gebunden ist, sondern frei ist, auch als Objekt zu dienen, der Schau und der Betastung sich auszusetzen.

Der Sohn erniedrigt sich in seiner Menschheit soweit, daß er zu seinem von Thomas selbst festgesetzten Beweis für dessen Glaube wird. Er sinkt herab zu einem Anschauungsmaterial, das der Mensch verlangt, um zum göttlichen Glauben  zu kommen. Er macht sich zum Beweis des Beweises, zum Beweisenden innerhalb des Beweises. Und er verkleinert sich rein menschlich so, als wäre er nichts weiter mehr als diese Wundmale, das, was dem Auge, dem Finger, der Hand des Thomas entspricht. Er zeigt damit dem Apostel die Kleinheit dessen, was er verlangt hat. Thomas hat den Herrn auf etwas reduziert, was man mit zwei kleinen Bewegungen seines Fingers und seiner Hand umfassen kann. Er hat die ganze Möglichkeit des Glaubens eingeschränkt auf das, was seiner Fingerspitze, seinem Handgefühl entspricht.
Er läßt, um seinen Glauben zu erhärten, vom Herrn nur bestehen, was ihm vor dem Kreuz gar nicht gehörte: die Narben der Passion. Diese Zeichen eines äußern Geschehnisses sind alles, worin für Thomas der Herr Platz hat.
Und indem dieser bereit ist, für Thomas nur noch die Wundmale zu sein, offenbart er in überwältigender Weise dem Jünger, wie tief sein Glaube gesunken wäre, wenn wirklich nur diese Zeichen seinen Glauben enthielten. Durch die Erniedrigung des Herrn, durch seine Demut, solche Erniedrigung anzunehmen, trifft er den Jünger dort, wo er am tiefsten getroffen werden kann: in seinem lebendigen Glauben der Zeit vor dem Kreuz. Jählings wird für Thomas sichtbar, wie groß der Abstand geworden ist. Das wird ihm zunächst am Herrn ersichtlich.
Denn die Verkleinerung des Herrn in seiner Demut offenbart, wie groß die Lauheit des Glaubens in Thomas geworden ist.

(Adrienne von Speyr, Johannes, Geburt der Kirche, 295f)

Thomas will die Wunden des Herrn berühren

Hochaltarbild Unterpremstätten/Stmk (B16, 12.4.2010)

St. Pierre, Chartres, Glasfenster (Hans U. von Balthasar)

Statue des hl. Thomas in der Lateranbasilika

Malerei von Pietro Paolo Bonzi im Pantheon

Herz-Jesu Altar, Reliefs, Farm Street Church, London (Benedikt XVI. zum Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit, 2005)

Fresko in der Taufkirche von Johannes Paul II. in Wadowice

Notre Dame de Paris (Generalaudienz von Benedikt XVI. über den Apostel Thomas)

Domingo de Silos (Wandrelief)

Jesus College - Cambridge (Glasfenster)

Kunsthistorisches Museum-Wien (Gemälde)

 

Erscheinungen des Auferstandenen: Maria Magdalena, Emmausjünger, Thomas
Hochaltar in der alten Kathedrale v. Salamanca

Thomas, Zeuge der Auferstehung

Zu Maria Magdalena hatte der Herr gesagt: »Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen« (Joh 20,17).
Ein Wort, das uns überrascht, vor allem wenn wir es mit dem vergleichen, was mit dem ungläubigen Thomas geschieht. Dort im Abendmahlssaal zeigt der Auferstandene selbst dem Apostel die Hände und die Seite, damit er sie berührte und daraus die Gewißheit gewann, daß es tatsächlich Er war (vgl. Joh 20,27). In Wirklichkeit besteht zwischen den beiden Episoden kein Widerspruch; im Gegenteil, die eine hilft uns, die andere zu verstehen. Maria Magdalena möchte ihren Meister so wiederhaben wie vorher und hält das Kreuz für eine dramatische Erinnerung, die man vergessen kann. Doch für eine rein menschliche Beziehung mit dem Auferstandenen ist jetzt kein Platz mehr. Um ihm zu begegnen, muß man nicht zurückkehren, sondern auf neue Weise zu ihm in Beziehung treten: Man muß weitergehen! Das unterstreicht der hl. Bernhard: Jesus »lädt uns alle zu diesem neuen Leben, zu diesem Übergang ein … Wir werden Christus nicht sehen, wenn wir uns nach rückwärts wenden« (Predigt über Ostern; PL 183). Und genau das ist bei Thomas geschehen.

Jesus zeigt ihm seine Wundmale nicht, um das Kreuz zu vergessen, sondern um es auch in Zukunft unvergeßlich zu machen. Denn der Blick ist nunmehr in die Zukunft gerichtet. Aufgabe des Jüngers ist es, Zeugnis zu geben vom Tod und von der Auferstehung seines Meisters und von seinem neuen Leben. Darum fordert Jesus seinen ungläubigen Freund dazu auf, »ihn zu berühren«: Er will ihn zum direkten Zeugen seiner Auferstehung machen. 

Thomas und der Auferstandene, Alte Kathedrale in Salamanca

 

Liebe Brüder und Schwestern, wie Maria Magdalena, Thomas und die anderen Apostel, sind auch wir gerufen, Zeugen des Todes und der Auferstehung Christi zu sein. Wir können die großartige Nachricht nicht für uns behalten. Wir müssen sie der ganzen Welt überbringen: »Wir haben den Herrn gesehen!« (Joh 20,25). Die Jungfrau Maria helfe uns, die österliche Freude voll auszukosten, auf daß wir, gestärkt durch die Kraft des Heiligen Geistes, dazu fähig werden, überall, wo wir leben und wirken, sie unsererseits zu verbreiten. Nochmals Frohe Ostern euch allen!
(B16, 11. April 2007)

Sonntag, 21. Februar 2021

Und die Engel dienten IHM

 

Und die Engel dienten ihm - Kathedrale von Salamanca

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 1,12-15

In jener Zeit
12 trieb der Geist Jesus in die Wüste.
13Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste
und wurde vom Satan in Versuchung geführt.
Er lebte bei den wilden Tieren
und die Engel dienten ihm.
14Nachdem Johannes ausgeliefert worden war,
ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes
15und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um
und glaubt an das Evangelium!

Evangelium vom 1. Sonntag der Fastenzeit, B

Samstag, 11. April 2020

Ich habe den Tod vernichtet und über den den Feind triumphiert

Christi Gang in die Untwelt, Alte Kathedrale von Salamanca, Hochaltar


Höllenfahrt Christi
Rijksmuseum, Amsterdam
Glasfenster im Limburger Dom
Relief im All souls College, Oxford (Predigt Christi in der Unterwelt)
Johannes Paul II. Heiligtum Krakau, Mosaik von Rupnik





Meliton von Sardes (vor 190)
Aus der ältesten bekannten Osterpredigt.

Die österliche Verkündigung Christi

Der Herr hat den Menschen (d.h. Menschengestalt) angezogen (1) und hat gelitten wegen des Leidenden und wurde gefesselt wegen des Gefangenen und gerichtet wegen des Verurteilten und begraben wegen des im Grabe Liegenden, er erstand von den Toten und ließ so seine Stimme ertönen: „Wer ist es, der mit mir rechtet? Er soll gegen mich auftreten!
Ich habe den Verurteilten befreit.
Ich habe den Toten lebendig gemacht.
Ich wecke den Begrabenen auf.
Wer will mir widersprechen?

Ich bin der Christus, sagt er,
ich habe den Tod vernichtet und über den Feind triumphiert.
Ich habe die Unterwelt mit Füßen getreten,
den Starken gefesselt (1)
und den Menschen entrissen zur Höhe des Himmels.
Ich, so sagt er, ich selbst, der Christus.
Kommt also, alle Stämme der Menschen,
die ihr in Sünde seid, und empfangt die Vergebung.

Ich bin eure Vergebung,
ich bin das Pascha des Heils.
Ich bin das Lamm, das für euch geschlachtet wurde,
ich bin euer Lösegeld,
euer Leben,
eure Auferstehung,
ich bin euer Licht und euer Heil,
ich bin euer König (2).

Ich führe euch empor zu den Höhen des Himmels;
ich werde euch erwecken durch meine Rechte,
ich werde euch den Vater im Himmel zeigen.
Dieser ist es, der Himmel und Erde geschaffen
und am Anfang den Menschen gebildet hat,
der durch Gesetz und Propheten verkündigt wird;
der in der Jungfrau Fleisch geworden,
der ans Holz Gehängte,
der in die Erde Begrabene,
der von den Toten Auferstandene
und zu den Höhen der Himmel Zurückgekehrte,
der zur Rechten des Vaters Sitzende.
Ihm gebührt die Ehre und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.
1. Vgl. Mk 3,27. 2. Vgl. Joh.11,25; 8,12; 18,37.



Donnerstag, 9. April 2020

Die Nacht des Verrats

Jesus am Ölberg, Alte Kathedrale in Salamanca

Bei der Prozession am Gründonnerstag begleitet die Kirche Jesus zum Ölberg:
Es ist der inständige Wunsch der betenden Kirche, mit Jesus zu wachen,
ihn nicht allein zu lassen in der Nacht der Welt, in der Nacht des Verrats,
in der Nacht der Gleichgültigkeit so vieler.


(Benedikt XVI., Fronleichnam 2005) 


Ölberg
 
Das Letzte Abendmahl
Steinrelief, Santo Sepulcro, Estella, Spanien 



Andacht von der Todesangst Jesu am Ölberg

Lied

P Herr Jesus Christus, du bist in unserer Mitte, wenn wir uns in deinem Namen versammeln; du erneuerst an uns die Werke deiner Liebe, wenn wir ihrer gedenken. Wir sind ge­kommen, dein Leiden am Ölberg in Glauben und Liebe, in Dankbarkeit und Sühne zu verehren.
A Gib, dass unser Herz in dieser Stunde bei dir ist. / Lass uns ergriffen werden von deiner Not, / stärke uns durch dein Gebet. / Durch deine Todesangst und deinen Gehorsam / rette uns alle aus der Stunde der Finsternis. / Richte uns auf an deinem Beispiel, / damit wir wie du den Willen Gottes tun.

Lied

l     ER BEGANN ZU ZITTERN UND ZU ZAGEN

V Im Markus-Evangelium lesen wir über die Todesangst des Herrn:
L Nach dem Lobgesang ging Jesus mit seinen Jüngern zum Ölberg hinaus. Sie kamen zu einem Garten, der Getsemani heißt. Und er sagte zu seinen Jüngern: Wartet hier, während ich bete. Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da ergriff ihn Furcht und Angst, und er sagte zu ihnen: Ich bin zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht. (Aus Mk 14)

STILLE

V Jesus, du hast unsere Leiden getragen und unsere Schmer­zen auf dich geladen, wie von dir beim Propheten geschrie­ben steht: Er hatte keine schöne und edle Gestalt, und nie­mand von uns blickte ihn an. Er sah nicht so aus, dass er unser Gefallen erregte.
A Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, / ein Mann voller Schmerzen, mit der Krankheit vertraut. / Wie ein Mensch, vor dem man das Gesicht verhüllt, / war er bei uns verfemt und verachtet.
V  Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen. Wir meinten, er sei vom    Unheil getroffen, von Gott gebeugt und geschlagen.

A   Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, / wegen unserer Sünden misshandelt. / Weil die Strafe auf ihm lag, sind wir gerettet, / durch seine Wunden sind wir geheilt. (Jes 53,2b-5)

Lied

2  V Jesus, du bist versucht worden wie wir; in dir haben wir einen Hohenpriester, der mit unserer Schwachheit mitfühlen kann. Wir haben ja nicht einen Hohenpriester, der nicht mit uns leiden könnte in unseren Schwächen, sondern einen, der wie wir in allem versucht worden ist, aber nicht gesündigt hat.
A Mit Zuversicht lasst uns also zum Thron der Gnade hin­treten, / damit wir Erbarmen finden und Gnade empfan­gen, / Hilfe zur rechten Zeit.
V Als er auf Erden lebte, hat er Gebete und Bittrufe mit lautem Schreien und mit Tränen vor den getragen, der ihn aus dem Tode retten konnte, und ist seiner Ehrfurcht wegen erhört worden.
A Mit Zuversicht lasst uns also zum Thron der Gnade hin­treten, / damit wir Erbarmen finden und Gnade empfan­gen, / Hilfe zur rechten Zeit.
V Jesus musste in allem den Brüdern gleich sein, um ein barmherziger und treuer Hoherpriester vor Gott zu sein und die Sünden des Volkes zu sühnen. Da er selbst Versuchung erlitten hat, kann er denen helfen, die versucht werden.
A Mit Zuversicht lasst uns also zum Thron der Gnade hin­treten, / damit wir Erbarmen finden und Gnade empfan­gen, / Hilfe zur rechten Zeit.
(Aus dem Brief an die Hebräer 4;5; 2)

Gesätz des Rosenkranzes: Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.

Lied

3   P Jesus, unser Hoherpriester, unser Bruder, in allem uns  gleich, wir rufen dich um dein Erbarmen an:
V Bei deiner Angst und Trauer am Ölberg
A Erbarme dich unser.
V Bei deinem Zittern und Zagen
V Bei deiner Betrübnis bis zum Tod
V Bei deiner tiefen Verlassenheit
V Bei deinem Schmerz um die Sünden der ganzen Welt
V Bei der Trauer deines Herzens um unsere eigenen Sünden

V Jesus am Ölberg, du hast die Not der ganzen Welt brüder­lich mitgetragen. A Erbarme dich unser.
V Jesus am Ölberg, du verstehst alles Leid.
V Jesus am Ölberg, du liebst jeden Sünder.

V Bleib bei uns in Angst und Verlassenheit.
A Wir bitten dich, erhöre uns.
V Nimm alle Angst der Welt in deine Todesangst auf.
V Steh den Sterbenden in ihrer Todesangst bei.

P Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Lied

4     WACHT UND BETET
V Im Mattäus-Evangelium lesen wir, wie Jesus seine Jünger bat, mit ihm zu wachen und zu beten:
L Im Garten Getsemani sprach er zu ihnen: Bleibt hier und wacht mit mir! Und er ging ein Stück weiter, warf sich zu Boden und betete. Und er ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Konntet ihr nicht einmal eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Dann ging er zum zweitenmal weg und betete. Als er zurückkam, fand er die Jünger wieder schlafend. Die Augen waren ihnen zugefallen.      (Aus Mt 26)

Stille

V  Jesus, du hast deine Jünger zum Wachen und Beten er­mahnt. In der Bedrängnis dieser Welt rufen wir zu deinem Vater im Himmel:
Zu dir, Herr, erheb ich meine Seele. Mein Gott, auf dich vertraue ich.
A  Lass mich nicht scheitern, lass meine Feinde nicht triumphieren!
V  Wende dich mir zu und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und gebeugt.
A  Befrei mein Herz von der Angst, führe mich heraus aus der Bedrängnis!
V  Sieh meine Not und Plage an, und vergib mir all meine Sünden!
A  Erhalte mein Leben und rette mich, /laß mich nicht scheitern!
Denn ich nehme zu dir meine Zuflucht. (Aus Ps 25)

Lied

5  V  Jesus, am Ölberg wachend und betend, lass uns hören auf  den Ruf zur Wachsamkeit: Gebt acht, dass ihr euch nicht von dem Irrtum der Gottlosen mitreißen lasst, euren Halt verliert und zu Fall kommt. Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus.
A  Die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzustehen. / Die Nacht ist vorgerückt; der Tag ist nahe. / Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis / und anlegen die Waffen des Lichts.
V  Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
A  Die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzustehen. / Die Nacht ist vorgerückt; der Tag ist nahe. / Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis / und anlegen die Waffen des Lichts.
V Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teu­fel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!
A Die Stunde ist gekommen, vom Schlaf aufzustehen. / Die Nacht ist vorgerückt; der Tag ist nahe. / Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis / und anlegen die Waffen des Lichts.

Gesätz des Rosenkranzes: Jesus, der für uns gewacht und gebetet hat.

Lied

6    P Jesus am Ölberg, von allen verlassen, wir rufen dich um dein Erbarmen an:
V Bei deinem einsamen Wachen und Beten
A Erbarme dich unser.
V Bei deiner Verlassenheit inmitten deiner Jünger
V Bei deiner Enttäuschung über den Verrat des Freundes

V  Bewahre uns vor Gleichgültigkeit gegenüber deinemLeiden.
A  Wir bitten dich, erhöre uns.
V  Mach uns dankbar für deine Liebe.
V  öffne unsere Herzen für alles Leid in der Welt.
V  Bewege uns zur Reue und Sühne.
V  Lass uns wachsam sein, damit wir nicht in Versuchung fallen.

P Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

Lied


7   VATER, DEIN WILLE GESCHEHE
V Im Markus-Evangelium lesen wir, wie Jesus sich in den Willen des Vaters gefügt hat:
L Er ging ein Stück weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete, die Stunde solle, wenn es möglich wäre, an ihm vor­übergehen. Er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, son­dern was du willst, soll geschehen. (Mk 14,35-36)

Stille

V Bei seinem Eintritt in die Welt spricht Christus zum Vater: Einen Leib hast du mir bereitet; siehe, ich komme, deinen Willen, Gott, zu erfüllen.
A Vater, dein Wille geschehe, / wie im Himmel so auf Erden.
V  Am Ölberg betete Jesus zum Vater: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.
A  Vater, dein Wille geschehe, / wie im Himmel so auf Erden.
V Der Apostel mahnt: Beugt euch unter der mächtigen Hand Gottes; dann wird er euch erhöhen, wenn die Zeit ge­kommen ist. Werft alle eure Sorge auf ihn; denn er sorgt für euch.
A Vater, dein Wille geschehe, / wie im Himmel so auf Erden.

Lied

8 V  Ich erhebe meine Augen zu dir, der du hoch im Himmel thronst.
A  Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin, so schauen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig ist.
V   Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten.
A  Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, hilft denen auf, die zerknirscht sind.

V  Der Gerechte muss viel leiden, doch allem wird der Herr ihn entreißen.
A Hoffe auf den Herrn und sei stark! Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn! (Aus Ps 123,34 und 27)

Gesätz des Rosenkranzes: Jesus, der sich in den Willen des Vaters gefügt hat. – Lied

9   P   Jesus am Ölberg, dem Vater gehorsam bis in den Tod, wir rufen dich um dein Erbarmen an:
V  Bei deinem inständigen Beten in der Ölbergnacht
A  Erbarme dich unser.
V  Bei deinem blutigen Angstschweiß
V  Bei deinem dreimaligen Ja zum Willen deines Vaters
V  Bei deinem am Ölberg erkämpften Gehorsam

V Wir armen Sünder,
A wir bitten dich, erhöre uns.
V Lass uns in schweren Stunden gesinnt sein wie du.
V Sei allen Verunsicherten und Verwirrten nah.
V Führe uns durch die Teilnahme an deiner Not zur Herrlichkeit.
V Steh uns durch deine Todesangst im Sterben bei.
V Lass unsere Verstorbenen bei dir im Paradiese sein.

P   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

V Wir danken dir, göttlicher Heiland,
A dass du für unsere Sünden Todesangst gelitten und Blut geschwitzt hast. / Wir bitten dich: / Verlass uns nicht in der Stunde des Leidens und der Angst, / sondern sende uns dei­nen heiligen Engel, / dass er uns stärke und in dein himm­lisches Reich führe. / Amen.