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Montag, 22. Januar 2018

Vinzenz und Ladislaus

Martyrium des hl. Vinzenz v. Saragossa, Kathedrale von Burgos; Leon Picardo, 1524
 
Vinzenz von Saragossa (4 Posts)

Und in Österreich begehen wir den Gedenktag des sel. Ladislaus Batthyany Strattmann:

Ihr Heiligen Gottes,
bittet für uns!
Grab des sel. Ladislaus Batthyany-Strattmann, Franziskanerkirche Güssing

Ladislaus Batthyany-Strattmann, Franziskanerkirche Güssing

Freitag, 29. Dezember 2017

Der verschwundene Schrein (Thomas von Canterbury)


Kathedrale von Canterbury


„Ein christliches Martyrium ist kein Zufall; Heilige werden nicht durch Zufall: Noch weniger ist ein christliches Martyrium das Ziel eines menschlichen Willens, der sich vorgenommen hat, ein Heiliger zu werden - so wenig als ein Mensch durch Wille und Vorhaben Beherrscher der Menschen werden kann.
Ein Martyrium liegt stets im Plan Gottes, der in seiner Liebe die Menschen warnen und auf den rechten Weg zurückführen will. Der wahre Märtyrer ist jener, der Gottes Werkzeug geworden ist, jener, der seinen eigenen Willen im Willen Gottes verloren hat, jener, der nichts mehr für sich selbst begehrt, nicht einmal den Glorienschein des Martyriums.“
(Thomas Becket, Predigt an Weihnachten 1170)


Kapelle für die Reliquien des hl. Thomas v. Canterbury, Kathedrale von Canterbury

Die brennende Kerze markiert die Stelle, an der sich von 1220 bis 1538 der Schrein des hl. Thomas Becket befand. Thomas Becket wurde am 29. Dezember 1170 im nördlichen Querschiff der Kathedrale von Canterbury umgebracht. Vier Jahre später vernichtete ein verheerendes Feuer den östlichen Teil der Kirche. Für die Aufbewahrung der Reliquien wurde eine gewaltige Kapelle errichtet, in die die Reliquien um 1220 kamen. Der Jahrestag dieses Ereignisses wurde jedes Jahr als Fest der Übertragung des hl. Thomas begangen.
1538 forderte Heinrich VIII. den toten Heiligen auf, wegen Landesverrats vor Gericht zu erscheinen. Nachdem dieser innerhalb von 30 Tagen nicht erschienen war, wurde er in Abwesenheit verurteilt. Seine sterblichen Überreste wurden verbrannt und die Kleinode des Schreins wurden konfisziert und weggeschafft.

Das Martryrium des hl. Thomas von Canterbury


Allmächtiger Gott,
du hast dem heiligen Thomas Becket Starkmut und Tapferkeit geschenkt,
so dass er sein Leben für Recht und Gerechtigkeit hingab.
Gib auch uns die Bereitschaft,
unser Leben in dieser Welt um Christi willen zu verlieren,
damit wir es wieder finden im Himmel.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.



Donnerstag, 21. September 2017

Die Matthäusbilder von Caravaggio

S. Luigi dei Francesi, Rom


Die 1518 begonnene französische Nationalkirche S. Luigi dei Francesi ist berühmt wegen der Contarelli-Kapelle mit drei von Caravaggio geschaffenen Gemälden mit Szenen aus dem Leben des hl. Evangelisten Matthäus.
Diese zeigen von links die Berufung, die Inspiration durch den Engel und das Martyrium.
Sie waren der erste öffentliche Auftrag an den Künstler, der durch seinen Realismus, die Betonung von Licht und Schatten und die Einführung einer neuen Farbskala mit der herkömmlichen Historienmalerei brach und so der Malerei des 17. Jh. neue Wege wies, zu seinen Lebzeiten aber viel Kritik und Diskussionen auslöste.
(Gatz, Roma Christiana, 277)

3schiffige Pfeilerbasilika mit Kapellenreihen ohne Querhaus, S. Luigi dei Francesi, Rom

Hochaltarbild Aufnahme Maria, F. Bassano

Die Capella Contarelli, die 5. am linken Seitenschiff, ist die Grabstätte eines
Mäzens des Kirchenbaus, des Kardinals Mathieu Cointrel (+1585). Caravaggio
hat den Raum 1599 bis 1602 mit Bildern aus dem Leben des Namenspatrons
Contarellis, des Apostels Matthäus, ausgestattet.

Inspiration durch den Engel und Martyrium des Mätthäus

Nach dem Tode des Herrn wirkte er (Matthäus) zunächst in der Umgebung Judäas und verfasste sein Evangelium in der damaligen Volkssprache der Juden, dem Aramäischen. Als sich dann die Apostel für die Verkündigung den Erdkreis aufteilten, fiel dem M. Äthiopien zu, welches er in 33 Jahren Mission bekehrte.
Auch König Egippus ließ sich samt Familie und Gefolge taufen. Iphigenie, die Tochter des Königs sollte zusammen mit 200 anderen Jungfrauen ein Kloster gründen. Plötzlich jedoch starb Egippus und den Thron bestieg Hirtacus. Der begehrte Iphigenie in rasender Leidenschaft und versprach M. die Hälfte des Reichs, wenn er sie zur Ehe zu bewegen vermöge. M. lud ihn zur nächsten Sonntagsmesse ein, bei der Iphigenie und ihre Jungfrauen bereit wären, einen Ehebund zu schließen. Der König dachte, M. wolle sie zu seinen Gunsten überreden, und fand sich erwartungsvoll in der Kirche ein. Da sprach der Apostel: "Weil die Ehe so rein ist, hätte jeder den Tod verdient, der die Braut des Köngs rauben würde. Doch auch für dich gilt dies, König. Wie kannst du wagen, dem die Braut zu rauben, der mächtiger ist als du?"
Der Herrscher verließ wutschnaubend die Kirche und befahl einem Schergen, Matthäus zu töten. Dieser stürmte zum Altar und erschlug den Apostel von hinten mit dem Beil.
An das Gebäude, in dem Iphigenie und die 200 Jungfrauen wohnten, ließ Hirtacus Feuer legen. Doch die Flammen verschonten das Haus und sprangen auf den Königspalast über. Nur der Herrscher selbst und sein Sohn entrannen dem Brand. In den Sohn aber fuhr der Teufel und zwang ihn, am Grab des Apostels die Missetat zu gestehen. Der Vater, von unheilbarem Aussatz befallen, stürzte sich ins eigene Schwert. Daraufhin wählte das Volk Iphigenies Bruder zum Herrscher, der Jahre regierte und die Kirche Äthiopiens stark machte.
(Sellner, Rebellen Gottes, 424f)


Berufung des Matthäus und Inspiration durch den Engel



Caravaggio teilte die Beteiligten im Geschehen in zwei Gruppen auf: die beiden Personen rechts, der Matthäus mit einer Geste berufende Jesus und Simon Petrus, und die Gruppe links, der Matthäus selbst angehört, der mit dem Finger fragend vor Erstaunen auf sich zeigt, und seine Begleitfiguren.
In einer neueren Interpretation sieht die Kunsthistorikerin Sara Magister jedoch in dem jungen Mann ganz links Matthäus. Die seltsam kraftlose Geste, mit der Jesus auf Matthäus hinweist, ist der Geste des Adams von Michelangelo nachgebildet. Obwohl Jesus eigentlich die zentral handelnde Figur ist, stellte ihn Caravaggio dennoch nicht in das Zentrum des Bildes, sondern, um die Dramatik zu steigern, an den rechten Rand und ließ ihn dazu noch von Simon Petrus halb verdecken.
Die Petrusfigur fügte Caravaggio erst nachträglich ein, wie nach einer Untersuchung festgestellt wurde. (wikipedia)


Berufung des Matthäus, S. Luiggi dei Francesi




Katechese von Papst Benedikt XVI. über den Apostel und Evangelisten Matthäus

Donnerstag, 10. August 2017

Laurentius


Königin der Märtyrer, bitte für alle,
die um deines Sohnes willen ihr Blut vergießen

Die Diakone Stephanus und Laurentius, Notre Dame de Luxembourg

Auf dem Rost habe ich Dich,
Gott, nicht verleugnet,
und aufs Feuer gelegt,
habe ich Dich, Christus, bekannt.
Du hast mein Herz erprobt
und in der Nacht mich heimgesucht,
Du hast mich im Feuer geprüft
und an mir wurde kein Unrecht gefunden.
(Benediktusantiphon, Diurnale Romanum)

Das Martyrium des hl. Laurentius nach dem Zeugnis des hl. Ambrosius
Am Grab der hll. Laurentius und Stephanus

Notre Dame de Luxembourg, Kathedrale ULF von Luxembourg

Mittwoch, 18. November 2015

Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul

Heute ist der Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom. Die Kirche ehrt die beiden Apostelfürsten, über deren Gräber Kirchen erbaut wurden.

Eine zweiflügelige Bronzetür, die der Florentiner Bildhauer Filarete 1433-45 für die alte Peterskirche geschaffen hatte, schließt das Hauptportal des Petersdoms. Zuoberst zeigen die Bildfelder Christus und die Mutter Gottes, in der Mitte Petrus und Paulus, darunter deren Martyrien.

Christus und Maria

links Paulus, rechts Petrus, der Papst Eugen IV. seine Schlüssel übergibt
 

Kreuzigung Petri

Wir glauben und vertrauen, daß uns das Gebet dieser Schutzpatrone stets in allen Mühen des Lebens helfen muß, die Huld Gottes zu erlangen; wenn die eigenen Sünden uns niederdrücken, wollen wir uns durch das Wirken der Apostel aufrichten lassen.
(Leo der Große, aus eine Predigt, Lesehore)

Enthauptung des Paulus, rechts unten



Dienstag, 24. September 2013

Rupert und Virgil


Rupert, Bischof und Glaubensbote. Rupert entstammte dem rheinfränkischen Grafengeschlecht der Rupertiner. Er war wohl schon in Worms Bischof gewesen, um 700 kam er nach Bayern. In den Ruinen der alten Römerstadt Juvavum an der Salzach gründete er das Kloster Sankt Peter sowie ein Frauenkloster auf dem Nonnberg, das seine Nichte Erentrud als Äbtissin leitete. Von Sankt Peter aus entfaltete Rupert als Abtbischof ohne festen Diözesanbereich eine segensreiche Tätigkeit als Glaubensbote. Er gründete Seekirchen am Wallersee und die Maximilianszelle in Bischofshofen im Pongau. Rupert starb am 27. März um 720. Am 24. September 774 wurden seine Gebeine in den von Bischof Virgil erbauten Dom überführt. Der hl. Rupert wird dargestellt in bischöflichen Gewändern mit Salzkübel und Buch.

Virgil, Bischof und Glaubensbote. Virgil stammte aus Irland und kam auf Empfehlung Pippins des Jüngeren 743 zu Herzog Odilo von Bayern, der ihm die Verwaltung des Bistums Salzburg übertrug. Virgil leitete seine Diözese als Abt von Sankt Peter, die Weihehandlungen ließ er durch einen irischen Mönchbischof vornehmen. Durch seine Lehren von der Kugelgestalt der Erde sowie durch die unkanonische Bistumsverwaltung geriet Virgil in Gegensatz zu Bonifatius, konnte sich aber trotz eines päpstlichen Entscheids im Amt halten.
Nach dem Tod des Bonifatius ließ sich Virgil um 755 zum Bischof weihen. Mit Hilfe des Chorbischofs Modestus wirkte er nun erfolgreich für die Bekehrung der Bewohner des von Herzog Tassilo eroberten Karantanien. Die Verbindung mit Irland hielt er aufrecht und trat für sein Stift Sankt Peter in Gebetsverbrüderung mit dem Kloster Iona. Virgil starb am 27. November 784 und wurde in dem von ihm erbauten Salzburger Dom beigesetzt. Virgil wird dargestellt in bischöflicher Pontifikalkleidung mit Kirchenmodell, auch mit Geldschlüssel und Erdkugel. Rupert und Virgil sind die Landes-, Diözesan- und Stadtpatrone von Salzburg.

(aus dem Martyrologium Sancrucense)

Petrusaltar des Gurker Doms, links der hl. Virgil, rechts der hl. Rupert

Vor die seitlichen zwei Muschelnischen sind die Statuen der Hll. Virgil und Rupert gestellt, darüber tragen zwei Kopfkonsolen über einem Kämpfer den Sprenggiebelteil, auf dem Statuen der Apostel Petrus und Paulus aufruhen. Über dem Altarbild halten zwei Putten das Schweißtuch der Veronika. Im Altarbild ist das Martyrium des Apostels Petrus dargestellt, darüber ein Fresko (Bild unten) mit der Schlüsselübergabe an Petrus (aus dem Kirchenführer)

Hl. Virgil, Gurker Dom

Inschrift: Petrus, liebst du mich? Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe. Weide meine Schafe!

Schlüsselübergabe an Petrus, Fresko über dem Petrusaltar, Gurker Dom



Neben Handel und Kultur hat diese Stadt (Salzburg) von Anfang an noch einen dritten Pfeiler ihres eigen Lebens gehabt, den katholischen Glauben. Die Türme der Stadt, die Kapellen und Klöster auf den Höhen, die Kreuze an den Wegen, sie sind unübersehbare Zeugen dafür. Sie erinnern uns an eure Diözesanpatrone Rupert und Virgil, die beiden Gründerbischöfe, denen die heilige Äbtissin Erentrud hinzugefügt werden muß. Bekannt ist, daß von hier aus eine kraftvolle Missionierung nach Osten und Südosten gegangen ist. So ist das Salz, das eurer Stadt und ihrem Umland den Namen gegeben hat, immer auch das ”Salz der Erde“, im Sinne des Evangeliums  gewesen, das von hier weite Teile des Abendlandes durchdrungen hat. (......)

Auch die Geschichte diese Stadt bezeugt die ewige Sehnsucht des Menschen nach Wahrheit, nach dem Guten, nach dem Schönen. Zugleich aber erhoben sich auch hier immer wieder die Fragen nach dem, was aus diesem irdischen Leben für die Ewigkeit bleibt. Mit Pilatus haben sich auch eure Vorfahren zuweilen skeptisch gefragt: ”Was ist Wahrheit?“. Und damals wie heute hat die Kirche den Menschen die Antwort Jesu vermittelt, der von sich sagt: ”Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. 

So haben sich die Christen hier im Dom und in den vielen Kirchen eures Landes über ein Jahrtausend hin die Kraft zum Leben bei Christus geholt. An seinem Wort haben sie ihre Wege orientiert. An den Angelpunkten ihres Lebens haben, sie in den Sakramenten der Kirche die bergende Hand Gottes ergriffen: wenn neues Leben die Augen aufschlug; wenn zwei Menschen im Ehebund ihr Geschick zusammenfügten zu lebenslanger Treue; wenn Bischöfe und Priester geweiht wurden zu Hirten des Volkes Gottes und authentischen Zeugen der Frohen Botschaft; wenn ein Leben auf dem Sterbebett zu Ende ging. Immer dann zeigten sich eure Kirchen wahrhaft als ”Haus Gottes und Tor des Himmels“. 

Aber auch heute gehen bei euch noch viele Menschen – bewußt oder unbewußt – den Weg Christi und lassen sich von seiner Wahrheit prägen. Sie formen die eigentliche, die innere Geschichte eures Landes. Zu ihnen gehören die Heiligen, die unter uns wohnen, ohne daß wir es ahnen, die wie eine reine, klare Quelle in ihrer Umwelt wirken. Dazu gehören die vielen, die täglich zuverlässig für die Mitmenschen wirken in Familie und Nachbarschaft, in Pfarrei und Bürgergemeinde, in Krankenhäusern und Altersheimen, im privaten und im öffentlichen Leben. Ich denke auch an die Eheleute, die sich trotz vieler Widerstände, mühen, in Frieden zusammenzuleben und dem Geheimnis neuen Lebens in ihren Kindern Raum und Schutz zu geben. Gemeint sind auch all jene mit einem festen und reifen Gottesglauben, die es anderen leichter machen, über Schicksalsschläge und Versuchungen zur Verzweiflung hinwegzukommen. Durch solche Menschen und noch viele andere wächst unter uns das Reich Gottes heran, das Reich der Gerechtigkeit und der Wahrheit, das Reich der Treue und der Liebe

(aus der Predigt von Johannes Paul II. anlässlich seines Pastoralbesuchs in Salzburg am 26.6.1988)


Heiliger Rupert, du Gründer der Kirche von Salzburg, bitte für uns

Heiliger Virgil, du Hirte voll Eifer und Gelehrsamkeit, bitte für uns



Heilige Erentrud, du Erzieherin der Jugend, bitte für uns