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Donnerstag, 12. Dezember 2024

Unsere Liebe Frau von Guadalupe

 

San Felipe Neri, Palma de Mallorca
Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns

Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)

Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo) 

Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes 

Unsere Liebe Frau von Guadalupe in der Dormitio-Abtei in Jerusalem

Heilige Maria, die Du mit dem Namen »Unsere Liebe Frau von Guadalupe« als Mutter der Männer und Frauen des mexikanischen Volkes und von ganz Lateinamerika angerufen wirst, in Deine mütterlichen Hände legen wir – ermutigt von der Liebe, die Du ausstrahlst – erneut unser Leben.

Du, die Du anwesend bist in den Vatikanischen Gärten, Königin der Herzen aller Mütter der Welt und unseres Herzens. Mit großer Hoffnung wenden wir uns an Dich und vertrauen uns Dir an.

Gegrüßet seist du, Maria,
voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes: Jesus. 
Heilige Maria,
Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Unsere Liebe Frau von Guadalupe
bitte für uns.

(Benedikt XVI., 11.5.2005)

Samstag, 9. Dezember 2023

Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns

 

Juan Diega, während der Erscheinung links, rechts vor dem Bischof, Votivkirche

Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)

Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo) 

Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes 

Unsere Liebe Frau von Guadalupe in der Dormitio-Abtei in Jerusalem

Montag, 12. Dezember 2022

Unsere Liebe Frau von Guadalupe - ein Bild bekehrt Millionen

 

Altar der Jungfrau von Guadalupe in der Wiener Votivkirche,

Bild
Quelle für Text und Bild

Warum dieses Bild Millionen bekehrte

Durch dieses Bild wandten sich innerhalb kürzester Zeit Millionen von Indigenen dem Glauben der katholischen Kirche zu. Aber warum? Hernand Cortéz und seine Soldaten hatten keinen Erfolg mit dem vergeblichen Versuch, den Samen des Glaubens mit Ihren Waffen in die Herzen der Ureinwohner zu säen.

Sie sahen die schrecklichen Menschenopfer der Azteken und wie den Menschen bei lebendigem Leib das Herz aus der Brust gerissen wurde, um so die Götter der Azteken zu beschwichtigen. Sie wollten diesem Treiben ein Ende setzen und versuchten es mit Feuer und Schwert, ja mit Gewalt.

Sie hatten keinen Erfolg. Im Gegenteil, das Volk der Azteken war dadurch ganz und gar verletzt, es fühlte sich seiner Kultur beraubt, verwirrt, verzweifelt. Die Kluft zwischen Cortéz´ Soldaten und den Indigenen wurde immer größer, die Gräben und Wunden immer einschneidender.

Missionare suchten Zugang über Sprache und Kultur

Neben den Soldaten des Cortéz versuchte auch eine Gruppe von Franziskanermissionaren den Glauben an den wahren Gott zu verbreiten. Sie hatten nichts gemein mit den Gewalttaten der Soldaten und deren Gier nach Gold – das es in Mexiko im Überfluss gab – sondern versuchten, durch das mühselige Erlernen der Nahuatl-Sprache und des Studiums ihrer Kultur, einen Zugang zu den Azteken zu finden. Es war ein sehr friedliches Miteinander, das jedoch anfangs sehr wenig Früchte hervorbrachte. Allerdings gab es schon damals einige erste Konvertiten, zu denen auch Juan Diego zählte.

In diese furchtbare und leidvolle Stille hinein kam nun die Wärme der Mutter. Dieses Bild sprach seine eigene Sprache zu den Azteken: Es holte sie in ihrer Kultur ab.

War es das Bild des 12. Kapitels der Offenbarung des Johannes in der Heiligen Schrift, wie es die Eroberer, die Soldaten von Hernand Cortéz, interpretierten? Es war diesem so ähnlich: "Und es erschien am Himmel ein großes Zeichen: eine Frau, umkleidet mit der Sonne, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen; und sie ist schwanger und schreit in Wehen und Geburtswehen."

Die Azteken hingegen konnten in diesem Bild "wie in einem Bilderbuch lesen, es hatte mit ihrer Kultur, mit ihrem Glauben, mit ihrer Sprache, mit ihrer Bildersprache zu tun."

Das Bild erschloss den Ureinwohnern den Glauben

Mit dieser Frage hat sich Pater Maria Rojas Sanchéz, einer der bekanntesten Guadalupeforscher Mexikos und unserer Zeit, auseinandergesetzt. Er spricht nicht nur die alte mexikanische Nahuatl-Sprache, sondern hat sich auch intensiv mit der Kultur der Azteken befasst.

Er beschreibt die Bekehrung der Indigenen durch die Marienerscheinung als Erklärungsmuster, dass den Ureinwohnern nun alles in diesem Bild erschließen konnte. Das Abbild einer  Mutter und Frau, die vor der Sonne stand, die stärker war als ihr Sonnengott Huitzlipochtli.

Die Religion der Azteken hatte einen primitiven Opferkult zum Mittelpunkt: Lebendigen Leibes wurde den Opfern das Herz herausgerissen. Ihr Blut sollte helfen, die Herrschaft des Kriegsgottes Huitzlipochtli aufrechtzuerhalten. Nach ihrem Glauben standen die Götter im Kampf miteinander und bedurften der Beschwichtigung durch Menschenopfer. Auf vielen Bildern in der Aztekenwelt wurde ein Kolibri abgebildet, der Herz und Blut der Opfer zu den Göttern gen Himmel trug. Nun jedoch deutete diese erhabene Frau darauf hin, dass sie diesen blutrünstigen Gott besiegt hatte.

Pater Mario Rojas Sanchéz, der Jahrzehnte seiner Forschung diesem Bild widmete, erwähnt, dass dem Glauben der Ureinwohner zufolge Huitzlipochtli den vorherigen Herrscher Quetzalcóatl, den gefiederten Schlangengott, aus dem Land vertrieben hatte.

Damit war für die Azteken das Zeitalter "der dritten Sonne" zu Ende. Für die Azteken war der wachsende Mond ein Symbol für Quetzalcóatl, die gefiederte Schlange, die unter anderem auch mit dem "weißen Gott" in Verbindung gebracht wurde, über den eine Legende existierte.

Prophetien, die es schon lange vor der Ankunft der Spanier gab, wiesen darauf hin, dass auch die Zeit der "vierten Sonne" bald zu Ende sein würde, und ein "weißer Gott” kommen werde.

Die schöne Frau auf dem Bild steht auf der Sichel des Mondes. Diese Mondsichel hatte für die Ureinwohner mehrere Bedeutungen. Sie verkörperte unter anderem ihren gefiederten Schlangengott. Diese Dame war also stärker als Ihr Schlangengott, diese “Mestiza", also “Mischling”, die mit dem Sternenhimmel bekleidet war. Ja, der ganze Kosmos und die Sternenwelt dienten ihr als Mantel, alles diente ihr.

Nicht nur war diese tief türkis-grüne Farbe die Farbe der Fürsten, der Könige, Prinzen und Prinzessinnen, sonder auch die Farbe der Jungfräulichkeit. Sie war für sie eine noble Dame, eine "Cihuapilli". Sie wussten also, dass es sich bei dieser schönen "Mestiza" um eine Jungfrau handelte. Die türkise Farbe und die Strahlenmandorla wies auch auf das kostbarste des "Himmels und der Erde" hin.  

Aber wer war dann diese Frau? War sie für die Azteken eine Göttin?

Nein, sie stand geneigten Hauptes auf der Sichel des Mondes. Nicht nur das, sie betete mit ihren in aller Andacht gefalteten Händen an! Aber wen? Wen betete sie denn an? Für die Azteken, die in diesem Bild wie in einem Bilderbuch lesen konnten war es eindeutig.

Diese Dame trägt eine Brosche, auf der ein Kreuz abgebildet ist. Es war wiederum das gleiche Kreuz, das die Spanier, als sie in Veracruz Anker legten, auf der Flagge trugen und das sie auf den wahren Gott hinwies, von dem sie schon durch die Prophetie hörten: die Rückkehr des weißen Gottes Quetzalcóatls.  

Nahui Ollin ist die einzige vierblättrige Blume in diesem Bild, die sich auf Ihrem Kleid, unter den schwarzen Bändern finden lässt. Diese Blume deutete auf den unbekannten Gott hin, auf den einen wahren Gott, der kommen wird. Sie hatte in der Aztekensprache mehr als 80 Bedeutungen wie: der Gott über alle vier Himmelsrichtungen, er, der das Nahe und Nächste beherrscht, den Himmel und die Erde, Schöpfer der Personen.

Hinzu kommt, dass die Azteken erkannten, dass die "Morenita" (die kleine Braungebrannte) ein Kind unterm Herzen trägt. Denn jede Aztekenfrau trug, wenn sie schwanger war, solch ein schwarzes Band, wie auf dem Bild sichtbar.

Also war es klar: sie war schwanger! Es ist auch unverkennbar auf dem Bild zu sehen, dass das schwarze Band etwas hinaufgerutscht ist und sich eine Wölbung in der Bauchgegend abzeichnet. Sie trug also den Erlöser, den wahren Gott in sich. Sie selber war also keine Göttin, sie betete IHN an.

Sie erkannten in ihr also nicht nur eine Jungfrau, sondern sie war auch Mutter und Mutter des bis dahin unbekannten, einen, wahren Gottes.

Pater Mario Rojas Sanchéz fügt hinzu: "Die weißen Hermelinärmel, Teil des Unterkleides der Morenita, deuteten auf den Erlöser hin. Immer wenn die Franziskaner die Messe feierten, sprachen sie von dem "Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt", indem sie die weiße Hostie hoch erhoben. Die Azteken konnten sich darunter gar nichts vorstellen, da sie keine Lämmer kannten. Erst als die Spanier die Lämmer aus Europa mitbrachten, wussten Sie, was gemeint war. Es war für Sie eine ganz neue Erfahrung und sie verglichen die Lämmer mit Baumwolle, nannten die Lämmer die "hüpfende Baumwolle". Die weiße Hostie, das Lamm Gottes erinnerte sie an die weißen Ärmel Mariens. Diese Frau also trug also das Lamm Gottes in Ihrem Schoß und ihre anbetenden Hände deuteten darauf hin."

Dass in diesem Bild sehr viele wunderbare Entdeckungen gemacht wurden, würde viele Kapitel eines Buches füllen.

Angefangen vom bärtigen Mann, der in den Pupillen der Augen der Jungfrau von Guadalupe sichtbar ist und mittels modernster  Technologie wissenschaftlich erforscht wurde. Dann die Sternenwelt auf dem Mantel, die identisch ist mit dem Sternenhimmel des 12. Dezembers 1531, dem Zeitpunkt der Erscheinung. Die Farben, die nicht aus dieser Welt stammen, die Tilma auf der das Bild wie eingebrannt ist, besteht aus Kakteenfasern, einem groben Stoff, der spätestens innerhalb 25 Jahren verwesen müsste.

Diese Tilma ist jedoch heute noch so intakt, als ob das Wunder sich erst ereignet hätte. Die perfekte Symmetrie, die man im Bild im Blick auf den Goldenen Schnitt bewundern kann, selbst die Blumen haben ihre tiefere Bedeutung, abgesehen von den unzähligen übernatürlichen Wundern, die dieses Bild und die Erscheinungen von Guadalupe begleiteten. Pater Sanchez erklärt:

Als Maria das erste Mal Juan Diego erschien, "rief sie (Maria) ihn an, dass er sich ihr nähere. Als er ihr näherkam, ward er zutiefst ergriffen über ihre Würde. Ihr Gewand strahlte wie die Sonne, löste sich wie in Strahlen auf. Der Stein, der Vorsprung auf dem sie stand, strahlte nur so. Ihr Glanz war wie Edelstein, wie der schönste Smaragd. Die Erde strahlte aus dem Nebel in allen Farben des Regenbogens. Die Disteln und Nopalkakteen und das andere Gewächs, das dort vorkommt, schienen von Smaragd und ihre Blätter von Türkis zu sein. Ihr Stamm aber und ihre Stacheln leuchteten wie Gold.

Er neigte sich zu Boden vor ihrer Gegenwart, horchte auf ihren Hauch, ihr Wort, das strahlte vor Herrlichkeit und doch zugleich liebenswürdig war, ihn anzog und erhob. Und sie sagte: "Höre, kleinster meiner Söhne, lieber Juan, wo gehst du denn hin?" Und er antwortete: "Meine Herrin, Königin, meine Schönste, ich gehe hin in Dein Haus nach Tlatilolco, um den Unterricht zu empfangen von denen, die das Bild unseres Herrn Jesus Christus sind, den Priestern. "

Dann spricht sie mit Juan, übersetzt Pater Sanchez aus dem Nican Mopohua, dem aztekischen Text.

"Wisse und sei dessen ganz sicher, du kleinster meiner Söhne, dass ich die Heilige Jungfrau Maria bin, die Mutter des einen wahren Gottes, durch den wir das Leben empfangen, den Schöpfer der Personen, der das Nahe und das Nächste beherrscht, den Himmel und die Erde.

Mein ganz besonderer Wunsch ist, dass man IHM hier ein Heiliges Haus errichte.

Hier werde ich IHN zeigen, erhöhen und offenbaren. Ich werde IHN verschenken an die Menschen mit meiner ganz persönlichen Liebe, in meinem erbarmenden Blick, durch meine Hilfe, in der Kraft der Erlösung, die mir zuteil geworden ist.

Denn ich bin in Wahrheit eure erbarmende Mutter; deiner und aller Menschen, die ihr auf dieser Erde eins seid; ja der verschiedensten Arten von Menschen, die mich lieben, die mich anrufen, die mich suchen und mir vertrauen. Denn hier werde ich hören auf ihre Klage, ihre Traurigkeit, um ihr abzuhelfen, um alle ihre Not, Bedrängnis und ihren Schmerz zu heilen."

Das ist die Hauptbotschaft von Guadalupe. Durch Bild und Wort konnte Maria so die Herzen einer ganzen Nation gewinnen. Innerhalb weniger Jahre bekehrten sich acht bis neun Millionen Azteken. Die Franziskaner mussten Massentaufen abhalten, da sie dem großen Andrang nicht mehr stand halten konnten. Alle wollten sie Kinder des einen wahren Gottes sein. Alle wollten sie in ihrer mütterlichen Liebe geborgen sein. Bis heute ist Guadalupe der größte Wallfahrtsort der Welt.
(von Christine Hein-Moosbrugger auf CNA)

Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)

Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo) 

Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes 

Unsere Liebe Frau von Guadalupe in der Dormitio-Abtei in Jerusalem

Unsere Liebe Frau von Guadalupe, bitte für uns!

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Unsere Liebe Frau von Guadalupe (Jerusalem)

Unsere Liebe Frau von Guadalupe, Dormitio-Abtei, Jerusalem

Detaillierte Beschreibung des Wunders (Andreas Resch)

Wissenschaftlicher Befund des Bildes von Guadalupe (kathinfo) 


Gott, Vater des Erbarmens,

du hast dein Volk unter den einzigartigen Schutz
der heiligsten Mutter deines Sohnes gestellt.

Gewähre allen, die die selige Jungfrau von Guadalupe anrufen,

dass sie in immer freudigerem Glauben

den Fortschritt der Völker
auf den Wegen der Gerechtigeit suchen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Collecta übersetzt)


Die Guadalupe-Kapelle in Sevilla

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes 

Krypta der Dormitio

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Johanna Franziska von Chantal.

Donnerstag, 15. August 2019

Das Heilige Land 28 - Das Heiligtum Mariä Heimgang (Dormitio)

Dormitio-Abtei, Jersualem

Die Jerusalemer Tradition hält daran fest, dass Maria in Jerusalem heimgegangen und in Getsemani begraben worden ist (Mariengrab in Jerusalem). In der auf dem Zion errichteten Basilika wurde der Heimgang Mariens (lateinisch: Dormitio, d.h. Entschlafen) im nordwestlichen Teil der Kirche lokalisiert, während die Abendmahlskapelle im südöstlichen Teil der fünfschiffigen Kirche lag.

Als im Jahre 1898 Kaiser Wilhelm II. die längst zur Ruine gewordene Heilige Stätte auf dem Zion besuchte, ließ er sich das Grundstück von dem befreundeten Sultan Abd ul-Hamid II. schenekn und übergab es dem Erzbischöflichen Stuhl von Köln, damit dieser mit Hilfe des Deutschen Vereins vom Heiligen Land für die Katholiken eine dem Ort entsprechende repräsentative Kirche baue. Der Kölner Dombaumeister Heinrich Renard entwarf alsdann eine Rundkirche in Anlehnung an die von Karl dem Großen erbaute Pfalzkirche von Aachen. Am 7.10.1900 wurde der Grundstein gelegt, am 10. April erfolgte die Weihe. Bereits 1906 wurden die Benediktiner von Beuron für die Betreuung der Kirche gerufen, die damals in der liturgischen Kunst führend waren und der künstlerischen Ausstattung ihren Stempel aufdrückten. (...)
1998 hat die Abtei den traditionellen Namen "Hagia Maria Sion" wieder aufgenommen. Die Kirche heißt weiterhin "Dormitio".


Aus der Apsis der Kirche leuchtet auf goldenem Mosaikgrund die Gottesmutter Maria mit dem Christuskind; Ich bin das Licht der Welt, steht in dem aufgeschlagenen Evangelienbuch, das Jesus dem Eintretenden entgegenhält, während unterhalb die Jesajaprophetie zu lesen ist: Seht die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.
Wie in der orientalischen Ikonenmalerei üblich, ist das Mosaik beschriftet mit der griechischen Abkürzung von Mutter Gottes. Das ganze Apsismosaik stammt von dem Maria-Laacher Benediktiner Br. Radbod Commandeur (1939). Auf  Höhe der Chorfenster sind je zwei Propheten dargestellt, die auf den Messias hinweisen: Micha und Jesaja, Jeremia und Ezechiel, Daniel und Haggai, Sacharja und Maleachi.


Kapellen der rechten Seite, vlnr: Dreikönigskapelle, Bayernkapelle, Benediktkapelle; Dormitio

Kapellen der linken Seite: vrnl: Josefskapelle mit dem Stammbaum Jesu, Kapelle des Johannes des Täufers, Bonifatiuskapelle mit Lioba und Mauritius




Die Krypta ist dem Heimgang Mariens geweiht. In der Mitte des Raumes findet sich in liegender Haltung die entschlafene Gottesmutter.


im Hintergrund zu sehen ist die Kapelle des Heiligen Geistes, das Apsisgemälde zeigt Maria betend inmitten der Apostel
bei der Herabkunft des Heiligen Geistes am Pfingstfest

Die Kuppel über der Statue zeigt im Mosaik den Herrn, der seine Mutter heimruft mit den Worten des Hohenlieds: Steh auf, meine Freundin! Meine Schöne, komm! (Hld 2,13)
Sechs Medaillons ringsum stellen Frauen aus dem Alten Testament als Vorausbilder Mariens vor: Eva, Mirjam, Jael, Rut, Judit und Ester.
(vgl. H. Fürst, Im Land des Herrn, 355ff)




Liebe Brüder und Schwestern!

In der Mitte dessen, was die Lateiner „feriae Augusti“, Augustferien nannten – daher das italienische Wort „ferragosto“ –, feiert die Kirche heute die Aufnahme der Jungfrau in den Himmel mit Leib und Seele. In der Bibel findet sich der letzte Hinweis auf ihr irdisches Leben zu Beginn des Buches der Apostelgeschichte, wo Maria zusammen mit den Jüngern im Abendmahlssaal in Erwartung des Heiligen Geistes vorgestellt wird (Apg 1,14). In der Folge bezeugt eine zweifache Überlieferung – in Jerusalem und in Ephesus – ihre „Entschlafung“, wie die Leute aus dem Orient sagen – das heißt ihr „Einschlafen“ in Gott. Dies war das Ereignis, das ihrem Übergang von der Erde in den Himmel vorausgegangen war und vom ununterbrochenen Glauben der Kirche bekannt wird. So stellte zum Beispiel Johannes von Damaskus im achten Jahrhundert eine direkte Beziehung zwischen der „Entschlafung“ Mariens und dem Tod Jesu her und bekräftigte ausdrücklich die Wahrheit ihrer leiblichen Aufnahme.

Er schreibt in einer berühmten Predigt: „Es mußte die, welche den Schöpfer als Kind in ihrem Schoß getragen hatte, in den Zelten Gottes weilen“ (Encomium in Dormitionem Dei Genitricis semperque Virginis Mariae, hom. 14; PG 96, 741 B). Wie bekannt ist, erfuhr diese beständige Überzeugung der Kirche ihre Krönung in der dogmatischen Definition der Aufnahme in den Himmel, die von meinem verehrten Vorgänger Pius XII. im Jahr 1950 verkündet wurde.

Wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, ist die allerseligste Maria immer innerhalb des Geheimnisses Christi und der Kirche zu sehen. In dieser Hinsicht gilt: „Wie die Mutter Jesu, im Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht, Bild und Anfang der in der kommenden Weltzeit zu vollendenden Kirche ist, so leuchtet sie auch hier auf Erden in der Zwischenzeit bis zur Ankunft des Tages des Herrn (vgl. 2 Petr 3,10) als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran“ (Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 68).

Vom Paradies aus fährt die Gottesmutter fort, besonders in den schwierigen Stunden der Prüfung stets über ihre Kinder zu wachen, die Jesus selbst ihr anvertraut hat, bevor er am Kreuz starb. Wie viele Zeugnisse für diese ihre mütterliche Sorge können gefunden werden, wenn man die ihr geweihten Heiligtümer besucht! (...) 

Die in den Himmel aufgenommene Maria weist uns das letzte Ziel unserer irdischen Pilgerschaft. Sie führt uns vor Augen, dass unser ganzes Sein – Geist, Seele und Leib – für die Fülle des Lebens bestimmt ist; dass der, der in der Liebe zu Gott und zum Nächsten lebt, nach dem Ebenbild des glorreichen Leibes des auferstandenen Christus verklärt werden wird; dass der Herr die Hochmütigen zerstreut und die Niedrigen erhöht (vgl. Lk 1,51-52). Das verkündet die Gottesmutter mit dem Geheimnis ihrer Aufnahme in den Himmel in Ewigkeit.


Gelobt seist du immer, o Jungfrau Maria.
Bitte beim Herrn für uns.

Papst Benedikt XVI., Generalaudienz, 15. August 2008)



Bild Unserer Lieben Frau von Guadalupe (Mexiko), die anderen Kapellen sind Stiftungen Ungarns, Österreichs, der
Elfenbeinküste, Venezuelas, Brasilien und der Vereinigten Staaten

Krypta in der Dormitio-Abtei Jerusalem, man beachte die behenden Beine:
immer bleibt zu wenig Zeit ⏰ zum Verweilen 🙏 und zum Knipsen 📷
Benediktinerabtei Dormitio, Jerusalem

Dienstag, 12. Dezember 2017

Unsere Liebe Frau von Guadalupe (Sevilla)

Altar Unserer Lieben Frau von Guadalupe, NS de la O, Sevilla


Am 9. Dezember 1531 erschien am Stadtrand von Mexiko Stadt die Jungfrau und Gottesmutter Maria dem 57 Jahre alten Indio Juan Diego. Sie erteilte ihm den Auftrag, zu Bischof Zumárraga zu gehen und ihn aufzufordern, ihr zu Ehren am Erscheinungsort, auf dem Berg Tepeyac, eine Kirche erbauen. Hier werde sie allen, die sie vertrauensvoll anrufen, ihre Hilfe erweisen.

Der Bischof verlangte ein Zeichen, dass ihm schließlichgewährt wurde: Bei der vierten Erscheinung am 12. Dezember sammelte der 1990 selig und 2002 heilig gesprochene Juan Diego kastilische Rosen in seine Tilma (ein Poncho-Umhang). Als er sie vor dem Bischof ausschüttete, erschien auf dem groben, aus Agavenfasern gewirkten Stoff das Bild, das noch heute als die Darstellung der Jungfrau von Guadalupe verehrt wird.

Eine wissenschaftliche Erklärung für das Bild ist bis heute nicht gefunden worden. Der Stoff der Tilma wurde aus Agaven gewonnen, eine Pflanze, aus der auch Tequila destilliert wird. Normalerweise zerfällt ein solcher Stoff innerhalb von 20 Jahren. Es ist zudem ein wissenschaftliches Rätsel, woraus die Farben des Bildes gemacht sind und wie diese auf der groben Agaven-Faser haften können. 1979 vergrößerte ein Wissenschaftler mittels einer NASA-Ausrüstung mikroskopisch feine Ausschnitte der Iris und der Pupille des Muttergottes-Darstellung 2.500-fach: Die Sensation war perfekt. Insgesamt 13 Personen waren in Marias Augen zu sehen: ein sitzender Indio, Bischof Zumárraga und sein Dolmetscher Gonzalez, Juan Diego mit offener Tilma, eine Frau, ein bärtiger Spanier, sowie eine Indiogruppe mit Kind.

Das Bild selbst entspricht einem indianischen Kodex, das heißt, es besteht aus Zeichen: Maria steht in der Mitte des Mondes, also in Mex-iko. Sie verdeckt die Sonne und damit die althergebrachte Religion der Azteken. Durch ihre Haltung drückt sie aus, dass sie nicht selbst Göttin ist, sondern Anbetende. Das schwarze Band um ihre Hüften bedeutet, dass sie schwanger ist. Über ihrem Bauch sieht man eine kleine vierblättrige Blume, das Zeichen der Azteken für Göttlichkeit. Maria ist also schwanger mit Gott.

Der Engel unterhalb des Mondes bedeutet zweierlei: Im europäischen Verständnis ist er ein Bote Gottes, im indianischen ein „Adler-Krieger“, einer der bedeutendsten Kämpfer der Azteken. Er hält mit der einen Hand das Kleid, mit der anderen den Umhang. Dadurch wird er zum Mittler zwischen Himmel und Erde. Die Verzierungen des Kleides stellen Blumen dar und symbolisieren gleichzeitig das Tal, in dem Mexiko Stadt liegt. Die Konstellation der Sterne am Umhang entspricht nach neuesten Forschungen dem 21. Dezember 1531, der längsten Nacht, nach der die Tage wieder länger werden.

(Zenit, 11. Dezember 2006)

Die Guadalupe-Kapelle im Petersdom

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche

Die Guadalupe-Kapelle in der Basilika von Loreto

Die Guadalupe-Kapelle in Lourdes


Iglesia de Nuestra Senora de la O, Sevilla





Am 9. Dezember 1531 - damals wurde an diesem Tag das Fest der Unbefleckten Empfängnis Marias gefeiert - machte Juan Diego sich bald nach Mitternacht auf, um die 24 Kilometer nach Tenochtitlan zur Messe zu gehen. Er hatte eine tiefe Beziehung zur strahlenden Himmelskönigin, die er als seine ganz persönliche Mutter empfand. Knapp unter der Kuppe des Berges Tepeyrac, wo früher der Tempel der Schlangenkönigin gestanden war, hörte er plötzlich Musikklänge in der frühen Dämmerung, und er sah eine leuchtend weiße Wolke, umgeben von Strahlen blendenden Lichts in den Farben des Regenbogens, die dahinter hervordrangen. Dann verstummte die Musik, und er hörte jemanden in der Koseform seinen Namen rufen: "Juanito! Juan Dieguito!" Er kletterte zur Kuppe empor und stand bald vor einer Dame von überwältigender Schönheit, ihre Gewänder leuchteten wie die Sonne und die Strahlen, die von ihr ausgingen, durchdrangen die Felsen der ganzen Umgebung. Auch die Büsche glitzerten in allen Farben. Diego war hingerissen, fiel auf die Knie und hörte:



"Höre, Juanito, mein liebstes kleinstes Söhnchen, wohin gehst du? - Wisse, daß ich die makellose und immerwährende Jungfrau Maria bin, die Mutter des wahren Gottes, durch den alles lebt, des Herrn aller Dinge, welcher der Herr über Himmel und Erde ist. Es ist mein inniger Wunsch, daß mir hier ein teocalli (Gotteshaus) gebaut werde, wo ich meine ganze Liebe, mein Mitleid und Erbarmen, meine Hilfe und meinen Schutz den Menschen erweisen und schenken will. Ich bin eure erbarmungsreiche Mutter, die Mutter aller Menschen, all jener, die mich lieben, die zu mir rufen, die Vertrauen zu mir haben. Hier will ich auf ihr Weinen und auf ihre Sorgen hören und will ihre Leiden, ihre Nöte und ihr Unglück lindern und heilen.
Und damit ich meine Absichten verwirklichen kann, gehe zum Haus des Bischofs in der Stadt Mexiko und sage ihm, daß ich dich gesandt habe und daß es mein Wunsch ist, daß hier ein teocalli gebaut werde. Sage ihm, was du gesehen und gehört hast. Sei versichert, daß ich mich sehr dankbar erweisen und dir alles vergelten werde, wenn du mit Sorgfalt ausführst, worum ich dich gebeten habe. Nun, da du meine Worte gehört hast, mein Sohn gehe und tue alles, was du tun sollst."
(Hierzenberger, Nedomansky, Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, 124)