Posts mit dem Label Schlüssel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schlüssel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 23. August 2026

Die Schlüssel des Himmelreiches

 Heute gedenkt die Kirche der hl. Rosa von Lima.

Pfarrkirche Ybbsitz

links Petrus: Du bist Christus, rechts Christus: Du bist Petrus, Eingangstür zur Pfarrkirche

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 16

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18 Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst,
das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst,
das wird im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern,
niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.
(Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)


Pfarrkirche Johannes der Täufer, Ybbsitz

Donnerstag, 22. Februar 2024

Papst Benedikt XVI in weiser Voraussicht - was Berufung und Schlüsselübergabe meinen

 

St. Pierre, Chartres, Berufung und Schlüsselübergabe, frühes 14. Jh.

 
Die von Christus dem Petrus und seinen Nachfolgern übertragene Macht ist, absolut verstanden, ein Auftrag zum Dienen. Die Lehrvollmacht in der Kirche schließt eine Verpflichtung zum Dienst am Glaubensgehorsam ein.
 
Der Papst ist kein absoluter Herrscher, dessen Denken und Willen Gesetz sind. Im Gegenteil: Sein Dienst garantiert Gehorsam gegenüber Christus und seinem Wort.
Er darf nicht seine eigenen Ideen verkünden, sondern muß – entgegen allen Versuchen von Anpassung und Verwässerung sowie jeder Form von Opportunismus – sich und die Kirche immer zum Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes verpflichten.
(....)
Der Papst ist sich bewußt, daß er in seinen wichtigen Entscheidungen an die große Gemeinschaft des Glaubens aller Zeiten, an die verpflichtenden, auf dem Pilgerweg der Kirche entstandenen Interpretationen gebunden ist.
So steht seine Macht nicht über dem Wort Gottes, sondern in dessen Dienst; und ihm obliegt die Verantwortung dafür, daß dieses Wort in seiner Größe erhalten bleibt und in seiner Reinheit erklingt, auf daß es nicht von den ständig wechselnden Moden zerrissen werde.

(Papst Benedikt in der Predigt zur Inbesitznahme der Kathedra Petri in der Lateranbasilika am 7. Mai 2005)
 

 

Donnerstag, 8. Februar 2024

Ein schwieriges Kind, dem die Mutter Gottes hilft

 

im rechten Seitenschiff das Grab  des hl. Hieronymus

Verherrlichung des hl. Hieronymus Ämiliani, Somasca-Vercurago

Die Familie hieß Ämiliani. Da der Name aber den bequemen Leuten zu Venedig viel zu lang war, sagten sie kurzweg Miani.

Der Vater Miani war ein hoher Staatsbeamter, angesehen und einflussreich. Ebenso ehrenwert wie der Vater waren auch die Mutter und die Kinder bis auf den Jüngsten, der Hieronymus hieß und der ein Schlingel war, wie er im Buch steht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder er rollt. Dass sich unter den artigen und anständigen Kindern einer Familie ein schwieriges Kind befindet, ist gar nicht so selten. Bei den Miani zu Venedig war es Hieronymus, der weit vom Stamm weg den Berg hinunterrollte.

Sehr oft schwänzte Hieronymus die Schule. Wegen seines Jähzorns lag er mit den Geschwistern ständig im Streit. Deshalb fühlte er sich zu Hause auch nie wohl, aber auf der Straße war er der Held, der anerkannte Anführer bei unzähligen Streichen. Die Mutter konnte froh sein, wenn ihr Jüngster abends einmal mit heilen Sachen heimkam. Mahnungen und Warnungen schlug Hieronymus in den Wind, Strafen waren sofort wieder vergessen, die Bitten des Vaters und die Tränen der Mutter ließen ihn kalt, und immer weiter und immer schneller rollte der Apfel den Berg hinunter.

Zu allem Unglück starb im Jahre 1496 der Vater. Damit verlor der Fünfzehnjährige den letzten Halt. Wenige Tage nach dem Begräbnis brannte er durch und ging zu den Soldaten. Da war er allerdings am richtigen Platz. Als er bald darauf das erste Pulver gerochen und sich einen Orden verdient hatte, war er mit Haar und Haut dem Militär verfallen. Da jeder weiß, dass es in einer Kaserne anders zugeht als in einem Kloster, kann man sich ausmahlen, dass der Apfel noch weiter und schneller den Berg hinunterrollte. Vielleicht wäre er sogar in den ewigen Abgrund gerollt, wenn ihn die liebe Mutter Gottes nicht aufgefangen hätte.

Wie ging das zu?

Hieronymus Miani, fünfundzwanzig Jahren bereits Festungskommandant, musste nach langer ruhmreicher Verteidigung, von Hunger gezwungen, kapitulieren. Die Sieger, die wegen der schweren Verluste, die sie bei der Belagerung erlitten hatten, aufs äußerste erbost waren, schmiedeten den gefangenen Kommandanten in Ketten und kerkerten ihn ein mit dem Bemerken, dass er am nächsten Tag als Kriegsverbrecher hingerichtet werde.

Wenn sich ein gesunder und starker junger Mensch plötzlich nur noch zwölf Stunden weit vom Tod entfernt sieht, so ist diese Lage sicher dazu geeignet, heilsame Gedanken in ihm wachzurufen. So erging es auch dem leichtsinnigen Hieronymus Miani. Es war nicht der Tod, den er fürchtete, denn so leicht fürchtet ein Soldat den Tod gerade nicht. Was Miani vielmehr in Schrecken setzte, war der Ausblick auf das Gericht der Ewigkeit, das er am nächsten Tag zu bestehen hatte. Denn bei allem Leichtsinn war der junge Mann zum Glück ein gläubiger Christ geblieben. Wie Schuppen fiel es ihm in dieser Nacht von den Augen, und er erkannte, wie schlecht und sündhaft er gelebt hatte. Bohrende Zweifel ängstigten ihn, ob er das Gericht der Ewigkeit, das über Himmel und Hölle entscheidet, wohl bestehen werde.

In dieser größten Gefahr ließ die Gnade den reuigen Sünder den richtigen Weg aus der Not finden, denn auf einmal kam ihm der Gedanke, die liebe Mutter Gottes zu bitten, ihn aus den Ketten und aus dem Gefängnis zu befreien. Zum Dank für die Errettung wolle er dann ein besserer Mensch werden.

Hieronymus Miani begann zu beten. Mühsam war es erst, denn Wort für Wort musste er sich das Vaterunser und das Ave-Maria wieder zusammensuchen. Aber dann ging es besser. Stunde um Stunde betete der Todgeweihte heiß und innig, bis die liebe Mutter Gottes dem stürmischen Drängen nicht mehr widerstehen konnte. Die Himmelskönigin kam in eigener Person in den Kerker, löste dem Gefangenen die Fesseln und führte ihn ungesehen und unbehindert durch die Wachen in die Freiheit.

Hieronymus Miani hat dann auch seinerseits Wort gehalten. Von Stund an ist er ein besserer Mensch geworden. Später empfing er die Priesterweihe und hat an vielen Orten Waisenhäuser eingerichtet. Für die Betreuung der Waisenhäuser hat er einen eigenen Orden gegründet. So wurde Hieronymus Miani zu einem Segen für viele.

Was uns im Leben des heiligen Hieronymus Miani wohl am meisten Freude machen muss, ist die Tatsache, dass die liebe Mutter Gottes den rollenden Apfel aufgefangen und ihn den armen Waisenkindern zum Heil und Segen geschenkt hat.
heiligenlegendede

 

 

Am Grab des hl. Hieronymus Ämiliani

Die Somasker auf dem Aventin

Hieronymus Ämiliani, der Anwalt der Waisen

 

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Josefine Bakhita.

 

Kirche des hl. Hieronymus Ämiliani, Mosaik

Maria löst die Ketten des hl. Hieronymus Ämiliani


Sonntag, 27. August 2023

Petri Schlüssel

Schlüsselreliquie des hl. Petrus,

in Saint Pierre, Saint-Pé-de-Bigorre

Die sogenannte Schlüsselreliquie des Heiligen Petrus soll aus den Ketten gefertigt worden, mit denen der Gründer der katholischen Kirche gefangen gehalten worden war. Sie soll von Rom an die Mönche der Abtei und an andere Pfarren, die unter dem Patronat des hl. Petrus stehen, gesandt oder verkauft worden sein. Historisch gesehen stellte der Vatikan unter Gregor dem Großen (7. Jahrhundert) viele dieser Schlüssel her, die die Rompilger kauften, um sie als Exvoto am Grab des Heiligen anzubringen.
(Quelle)

 


 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 16

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18 Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst,
das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst,
das wird im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern,
niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

Saint-Pé-de-Bigorre


Sonntag, 23. August 2020

Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben


Der Papst übt die höchste Kirchengewalt aus


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus  16, 13–20

In jener Zeit,
13 als Jesus in das Gebiet von Cäsaréa Philíppi kam,
fragte er seine Jünger und sprach:
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für Jeremía oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete und sprach:
Du bist der Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus antwortete und sagte zu ihm:
Selig bist du, Simon Barjóna;
denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart,
sondern mein Vater im Himmel.
18 Ich aber sage dir:
Du bist Petrus – der Fels –
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen
und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben;
was du auf Erden binden wirst,
das wird im Himmel gebunden sein,
und was du auf Erden lösen wirst,
das wird im Himmel gelöst sein.
20 Dann befahl er den Jüngern,
niemandem zu sagen, dass er der Christus sei.

(Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis) 



 ... Anderseits kamm man von der objektiven Heiligkeit des Amtes, auch des päpstlichen, nicht verlangen, daß es die ganze subjektive Heiligkeit der Kirche, wie sie aus Christus und seinem Geist stammt, und wie die ecclesia immaculata (Eph 5,27), Maria sie verkörpert, den Gläubigen vorlebe.

Dies beides gleichsetzen zu wollen und die Glaubwürdigkeit des Amtes von der persönlichen Heiligkeit des jeweiligen Trägers abhängen lassen, ist die verhängnisvollste der von Augustinus bekämpften Irrlehren, der Donatismus, der im Sektentum aller Zeiten immer neu aufflackert. 

Streben soll der Amtsträger nach Glaubwürdigkeit; er soll aber in der allgemeinden kirchlichen Liebe, die auch das Amt als solches umfaßt, von denen mitgetragen werden, die ihm die Spendung des Wortes und der Sakramente und die Einigung von Gemeinde, Bistum, Gesamtkirche verdanken. So geht das Wort Jesu an Petrus: "Wenn du dich aufgefangen haben wirst, stärke deine Brüder", in entsprechender Weise alle Christen an, deren Brüder auch die Amtsträger sind, auch der Papst, der seine überschwere Last nur tragen kann, wenn er von allen mitgetragen wird.

Vielleicht muss er in der Liebe dazu erkühnt werden, sein Kreuz in Mut und Demut weiterzuschleppen, der Versuchung zu widerstehen, es unter dem Vorwand der Kollegialität auf fremde Schultern abzuwälzen.

(H. U. von Balthasar, Kleine Fibel für verunsicherte Laien, 81f)

sitzende Petrusfigur in Saint Pierre, Caen

Samstag, 22. Februar 2020

Verkünde ihnen den Namen Jesus

Petrus schickt den hl. Apollinaris zur Mission nach Ravenna,
Filippo Pasquali (1651-1697)

Das Bild geht zurück auf die Passio Sancti Apollenaris, wo sich der Apostelfürst an den ersten Bischof von Ravenna folgendermaßen wandte: "Erhebe dich und empfange den Heiligen Geist und die Bischofswürde, geh zur Stadt namens Ravenna, in der es viele Bewohner gibt. Verkünde ihnen den Namen Jesus und fürchte dich nicht. Du weißt ganz gewiß, wer der Sohn Gottes ist, der den Toten das Leben wiederschenkte und den Kranken Heilung gab."



Petrus sendet Apollinaris nach Ravenna, Kathedrale von Ravenna
darunter Johannes XXIII. und Johannes Paul II.