Cyprian von Karthago, St Cyprian´s Clarence Gate, London
Die Gebote des Evangeliums sind nichts anderes als göttliche Lehren, Grundlagen zur Erbauung der Hoffnung, Stützen zur Festigung des Glaubens, Speisen zur Erquickung des Herzens, ein Steuerruder auf dem richtigen Weg und ein Hilfsmittel zur Behauptung des Heils, und indem sie den gelehrigen Sinn der gläubigen auf Erden unterweisen, führen sie zum himmlichen Reich.
Vieles wollte Gott auch schon durch den Mund seiner Diener, der Propheten, verkündigen und uns vernehmen lassen; doch wieviel erhabener ist, was der Sohn spricht, was das Wort Gottes, das in den Propheten wohnte, mit eigener Stimme bezeugt. Denn es befiehlt nicht mehr, dem Kommenden den Weg zu bereiten, sondern es kommt selbst und eröffnet und zeigt uns den Weg, damit wir, die wir in der Finsternis des Todes umherirrten und zuvor unachtsam und blind waren, erleuchtet durch das Licht der Gnade, unter der Führung und Leitung des Herrn, den Weg des Lebens wandeln.
(Cyprian, über das Gebet des Herrn, Texte der Kirchenväter 3, Kösel)
Lebensdaten: geboren um 210 in Karthago beim heutigen Tunis, gestorben am 14. September 258 ebendort
Lebensgeschichte: Thascius Caecilius Cyprianus
stammte aus einer begüterten berberischen Familie mit römischem
Bürgerrecht und führte nach eigenem Bekunden in seiner Jugend ein
ausschweifendes Leben. Er wurde zum Rhetor ausgebildet und betätigte
sich als rechtskundiger Redner, bis er sich unter dem Einfluss eines
alten Priesters, dessen Namen Caecilius er aus Dankbarkeit annahm, zum
Christentum bekehrte und 245 taufen ließ. Er gab einen Teil seines
Vermögens an die Armen von Karthago und wurde bald nach seiner Taufe zum
Diakon und zum Priester geweiht.
248 wurde er zum Bischof von Karthago gewählt – zur Freude der Armen,
aber zum Unmut vieler bewährter Kleriker seiner Heimatstadt. Als 250
eine Christenverfolgung unter Kaiser Decius wütete, versteckte sich
Cyprian und leitete die karthagische Gemeinde von ferne durch Briefe,
was ihm angesichts der zahlreichen Märtyrer als Abfall vom Glauben
angelastet wurde. Mit Bischof Cornelius
von Rom, dem ähnliches widerfuhr, verlangte Cyprian statt des sicheren
Martyriums für alle Buße und Vergebung unter der Aufsicht des Bischofs
für die, die während der Verfolgung dem Glauben abgeschworen hatten.
Später, während einer großen Pestepidemie, ermahnte er die Christen zu
brüderlicher Hilfe auch an ihren nichtgläubigen Mitbürgern.
Nach Abebben der Verfolgung sah sich Cyprian schismatischen
Bewegungen gegenübergestellt. Die Frage nach der Gültigkeit gespendeter
Taufen durch „Lapsi – Abgefallene“ weitete sich ab 255 zum sogenannten
„Ketzertaufstreit“ aus, in dessen Zuge Cyprian die Kirche Nordafrikas
auf drei Synoden zu einer strengen Haltung verpflichtete: Die Taufen der
Häretiker und Schismatiker seien ungültig, weil diese Sünder nicht zur
kirchlichen Heilsgemeinschaft unter dem rechtmäßigen Ortsbischof gehören
und keine Gnade weitergeben können. Deswegen müssen Anhänger von
Irrlehren bei ihrer Versöhnung mit der Kirche wiedergetauft werden. In
diesem Zusammenhang prägte Cyprian die berüchtigte Formulierung „Extra
Ecclesiam salus non est – Außerhalb der Kirche kein Heil“.
Mit Bischof Stephan I. von Rom geriet er über diese Frage in einen
erbitterten Streit, der nur durch seinen Tod nicht weiter eskalierte.
Als eine neuerliche Verfolgung unter Kaiser Valerian ausbrach, entzog
sich Cyprian nicht wieder dem Zugriff, sondern bekannte sich vor dem
römischen Statthalter zum Glauben und wurde Ende August 257 interniert
und anschließend unter Hausarrest gestellt. Ein Jahr später ließ ihn der
nachfolgende Prokonsul zum Tod verurteilen und öffentlich enthaupten.
Verehrung: Cyprian, der mit Cornelius im Ersten
Eucharistischen Hochgebet genannt wird, wurde in der privaten Krypta des
Prokurators Macrobius Candidianus bestattet, über der eine Basilika mit
einer mensa Cypriani zu seinem Gedenken entstand. Nach der
Zerstörung durch die Vandaleneinfälle im 5. Jahrhundert gerieten seine
Reliquien nach Compiègne und nach Aachen ins Kornelimünster.
Darstellung: als Bischof mit Schwert und Schriftrolle oder Buch
Patron: gegen die Pest
der Auferstandene in den drei Mittelfelder links mit Thomas und den Aposteln, rechts mit den Frauen beim Grab. links Bischof Cyprian, rechts Papst Kornelius
Cornelius, Papst
Namensdeutung:aus dem Geschlecht der Cornelier (lat.), stark wie ein Horn (volkstüml.)
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben im Juni 253 in Civitavecchia
Lebensgeschichte:
Der römische Priester Cornelius wurde 251 zum Bischof von Rom gewählt,
als die aussichtsreicheren Kandidaten nach der Christenverfolgung des
Kaisers Decius im Kerker saßen. Sein Konkurrent Novatian warf ihm vor,
sich eine heidnische Opferbescheinigung erschlichen zu haben und
deswegen unwürdig zu sein, und ließ sich zum Gegenbischof weihen – das
erste Papstschisma war ausgebrochen.
Die Entscheidung brachte die
Frage, wie mit denjenigen umgegangen werden sollte, die während der
Christenverfolgung öffentlich vom Glauben abgefallen waren. Novatian
verfolgte mit einigen nordafrikanischen Bischöfen einen unnachgiebigen
Kurs, während Cornelius und sein Unterstützer Cyprian von Karthago
statt des sicheren Martyriums für alle lieber Buße und Vergebung
forderten. Auf einer Synode in Rom mit 60 Bischöfen wurden Novatian und
seine Anhänger aus der Kirche ausgeschlossen.
Briefe, mit denen
sich Cornelius die Unterstützung wichtiger Bischofssitze sicherte, geben
detaillierten Aufschluss über die Zusammensetzung der römischen Kirche
zur damaligen Zeit. In der Millionenstadt lebten damals etwa 30.000 bis
50.000 Christen. Neben 46 Priestern waren sieben Diakone und über 100
Träger niederer Weihen liturgisch und seelsorgerisch tätig.
Als
unter Kaiser Gallus die Christenverfolgungen wieder einsetzten, wurde
Cornelius nach Centumcellae, dem heutigen Civitavecchia, verbannt, wo er
im Juni 253 eines natürlichen Todes starb.
Verehrung/Brauchtum:
Cornelius, der mit Cyprian im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt
wird, wurde in der Calixtus-Katakombe bestattet und ab dem 9.
Jahrhundert besonders im Rheinland verehrt, wo ihn eine hübsche Legende
zum Patron der Liebenden stilisiert: Als in Neuss ein junger Künstler
eine Corneliuskapelle ausschmückte und sich in die Tochter des Hauses
verliebte, wollte der Vater nur dann in die Hochzeit einwilligen, wenn
der abgebildete Papst selbst dem zustimme, was die Statue alsbald tat.
Wichtige
Reliquien befinden sich im Aachener Kornelimünster sowie in der Kölner
Severinskirche. Cornelius gehört zusammen mit den heiligen Quirinus, Hubertus und Antonius
zu den Vier Heiligen Marschällen. Sein Gedenktag am 16. September hängt
mit der Niederlegung seiner Gebeine zusammen. Zum Viehpatron wurde
Papst Cornelius wegen des lateinischen „cornu – Horn“, Epilepsie hieß
nach ihm die „Kornelkrankheit“.
Darstellung: als Papst mit Tiara und Horn
Patron: der Bauern, der Liebenden, des Hornviehs, gegen Krämpfe, Ohren- und Nervenleiden sowie Epilepsie
Heute, am 9. Juni, ist das Fest des hl. Kolumban. Er wurde in Gartan in der Grafschaft Donegal geboren (Irland) und war königlicher Abstammung. Er gründete Klöster in Derry, Durrow und möglicherweise in Kells, bevor er Irland als Missionar verließ, um nach Schottland zu gehen.
Die wichtigste Gründung war Iona, von wo aus er vielen Menschen in Westschottland das Evangelium brachte, seine Anhänger kamen bis nach Nordengland. 597 starb er in Iona.
In Irland ist er als Heiliger bekannt mit großer Liebe zu Menschen und Tieren.
Athanasius der Große, by Sir Ninian Comper, St Cyprian´s Clarence Gate, London
Liebe
Brüder und Schwestern!
Wir fahren mit unserem Gang durch die großen Meister der Alten Kirche fort und
richten heute unsere Aufmerksamkeit auf den heiligen Athanasius von Alexandrien.
Diese echte Hauptfigur der christlichen Tradition wurde schon wenige Jahre nach
seinem Tod vom großen Theologen und Bischof von Konstantinopel, Gregor von
Nazianz, als „die Säule der Kirche“ gefeiert (Reden 21,26), und immer
wurde er als Vorbild der Orthodoxie angesehen, sowohl im Osten als auch im
Westen. Es ist also kein Zufall, dass Gian Lorenzo Bernini seine Statue unter
jene der vier heiligen Kirchenlehrer aus dem Osten und dem Westen stellen
wollte – zusammen mit Ambrosius, Johannes Chrysostomus und Augustinus –, die in
der wunderbaren Apsis der vatikanischen Basilika die Kathedra des heiligen
Petrus umgeben.
Athanasius ist zweifellos einer der bedeutendsten und am meisten verehrten
alten Kirchenväter gewesen. Vor allem aber ist dieser große Heilige der
leidenschaftliche Theologe der Menschwerdung des Logos, des Wortes
Gottes, das – wie es im Prolog des Johannesevangeliums heißt – „Fleisch
geworden (ist) und unter uns gewohnt (hat)“ (Joh 1,14). Gerade aus diesem Grund
war Athanasius auch der bedeutendste und hartnäckigste Gegner der arianischen
Häresie, die damals den Glauben an Christus bedrohte, der zu einem
„Zwischen“-Geschöpf zwischen Gott und dem Menschen herabgemindert wurde – ganz
wie es einem Trend entspricht, der im Lauf der Geschichte immer wieder
aufgetreten ist und den wir in verschiedenen Formen auch heute wahrnehmen
können. Athanasius wurde wahrscheinlich um das Jahr 300 herum in Alexandrien in
Ägypten geboren. Ihm wurde eine gute Erziehung zuteil, ehe er Diakon und
Sekretär des Alexander wurde, dem Bischof der ägyptischen Metropole. Als enger
Mitarbeiter seines Bischofs nahm der junge Kirchenmann mit ihm am Konzil von
Nizäa teil, dem ersten Konzil, das einen ökumenischen Charakter hatte und von
Kaiser Konstantin im Mai des Jahres 325 einberufen worden war, um die Einheit
der Kirche sicherzustellen. Die Väter von Nizäa konnten sich so mit
verschiedenen Fragestellungen auseinandersetzen, und dabei in erster Linie mit
dem ernsten Problem, das einige Jahre früher durch die Predigt des
alexandrinischen Priesters Arius verursacht worden war.
Mit seiner Theorie bedrohte Arius den wahren Glauben an Christus, denn er
erklärte, dass der logos nicht der wahre Gott wäre, sondern ein
geschaffener Gott, ein „Zwischenwesen“ zwischen Gott und dem Menschen, und so
wäre für uns der wahre Gott stets unzugänglich geblieben. Die in Nizäa
versammelten Bischöfe antworteten, indem sie das „Symbolon des Glaubens“
erstellten und festlegten, das später vom I. Konzil von Konstantinopel
vervollständigt wurde und dann in der Tradition der verschiedenen christlichen
Konfessionen und in der Liturgie als das Nizänisch-Konstantinopolitanische
Glaubensbekenntnis erhalten geblieben ist. In diesem grundlegenden Text,
der den Glauben der ungeteilten Kirche zum Ausdruck bringt und den wir auch
heute jeden Sonntag in der Eucharistiefeier aufsagen, kommt der griechische
Ausdruck homoousios vor, der auf Latein consubstantialis lautet.
Er will sagen, dass der Sohn, der logos, „gleichwesentlich“ mit dem
Vater ist; dass er Gott von Gott ist, dass er sein Wesen ist. Und auf diese
Weise wird die volle Göttlichkeit des Sohnes ins Licht gehoben, die die Arianer
geleugnet hatten.
Nach dem Tod des Bischofs Alexander wurde Athanasius im Jahr 328 dessen
Nachfolger als Bischof von Alexandrien, und sofort zeigte er sich entschlossen,
jeden Kompromiss mit der vom Konzil von Nizäa verurteilten arianischen Theorien
zurückzuweisen. Seine hartnäckige und manchmal harte, wenn auch notwendige
Unnachgiebigkeit gegenüber allen, die sich seiner Wahl zum Bischof widersetzt
hatten, und vor allem gegen die Widersacher des Symbolons von Nizäa, brachte
ihm die unerbittliche Feindseligkeit der Arianer und ihrer Anhänger ein. Trotz
des unzweideutigen Ergebnisses des Konzils, das klar ausgesagt hatte, dass der
Sohn eines Wesens mit dem Vater ist, gewannen kurz darauf wieder diese falschen
Ideen die Oberhand – in dieser Situation wurde sogar Arius rehabilitiert! –,
und aus politischen Gründen wurden sie von Kaiser Konstantin selbst und dann
von seinem Sohn Constantius II. vertreten. Er, der sich allerdings nicht so
sehr für die theologische Wahrheit als vielmehr für die Einheit des Reiches und
seine politischen Probleme interessierte, wollte den Glauben politisieren,
indem er ihn – nach seinem Gutdünken – allen seinen Untertanen im Reich
zugänglicher machte.
Die arianische Krise, die man in Nizäa bewältigt zu haben glaubte, dauerte so
Jahrzehnte fort, was mit schwierigen Wechselfällen und schmerzhaften Spaltungen
in der Kirche verbunden war. Und gut fünf Mal – während der drei Jahrzehnte
zwischen 336 und 366 – war Athanasius gezwungen, seine Stadt zu verlassen. So
verbrachte er 17 Jahre im Exil und litt für den Glauben. Während der Zeiten
seiner zwangsmäßigen Abwesenheit von Alexandrien aber bekam der Bischof die
Gelegenheit, im Westen – zuerst in Trier und dann in Rom – den nizänischen
Glauben und auch die Ideale des Mönchtums zu vertreten und zu verbreiten.
Letztere hatte in Ägypten der große Eremit Antonius angenommen, was mit einer
Lebensentscheidung verbunden war, der Athanasius immer nahe stand. Der heilige
Antonius war mit seiner geistlichen Kraft die wichtigste Person, die den
Glauben des heiligen Athanasius stützte. Nach seiner endgültigen Rückkehr zu
seinem Sitz konnte sich der Bischof von Alexandrien der religiösen Befriedung
und der Neuorganisierung der christlichen Gemeinden widmen. Er starb am 2. Mai
des Jahres 373, dem Tag, an dem wir sein liturgisches Gedächtnis begehen.
Das berühmteste Lehrwerk des heiligen Bischofs von Alexandrien ist die Abhandlung
Über die Menschwerdung des Wortes (De incarnatione Verbi), des
göttlichen Logos, der Fleisch angenommen hat und so geworden ist wie
wir, zu unserem Heil. In diesem Werk sagt Athanasius mit einem zu Recht berühmt
gewordenen Ausdruck, dass das Wort Gottes „Mensch wurde, damit wir vergöttlicht
würden; er offenbarte sich im Leibe, damit wir zur Erkenntnis des unsichtbaren
Vaters gelangten, und er selbst hat die Gewalt der Menschen ertragen, damit wir
die Unsterblichkeit erbten“ (54,3). Denn mit der Auferstehung hat der Herr den
Tod verschwinden lassen, als sei er „Stroh im Feuer“ (8,4). Die grundlegende
Idee des gesamten theologischen Kampfes des heiligen Athanasius bestand gerade
darin, dass Gott zugänglich ist: Er ist kein zweitrangiger Gott; er ist der wahre
Gott, und durch unsere Gemeinschaft mit Christus können wird uns wirklich mit
Gott vereinen. Er ist wirklich „Gott mit uns“ geworden.
Unter den anderen Werken dieses großen Kirchenvaters – die zum Großteil mit der
Angelegenheit der arianischen Krise verbunden sind – erinnern wir dann an die
vier Briefe, die er an den Freund Serapion, Bischof von Thmuis, über die
Gottheit des Heiligen Geistes richtete, die dort eindeutig bekräftigt wird,
sowie an rund 30 „Fest“-Briefe, die er zu Beginn eines jeden Jahres an die
Kirchen und Klöster Ägyptens richtete, um das Datum des Osterfestes anzugeben,
vor allem aber um die Bande mit den Gläubigen zu sichern und so ihren Glauben
zu festigen und sie auf dieses große Hochfest vorzubereiten.
Schließlich ist Athanasius auch der Verfasser von Betrachtungstexten zu den
Psalmen, die dann weite Verbreitung fanden, und vor allem eines Werkes, das zum
Bestseller der alten christlichen Literatur geworden ist: das Leben
des heiligen Antonius (Vita Antonii), das heißt die Biographie des
heiligen Abtes Antonius, die er kurz nach dem Tod dieses Heiligen schrieb,
nämlich während der exilierte Bischof von Alexandrien zusammen mit den Mönchen
in der Wüste Ägyptens lebte. Athanasius war ein Freund des großen Eremiten, was
soweit ging, dass er eines der beiden Schafsfelle entgegennahm, die ihm von
Antonius als Erbe hinterlassen worden waren, zusammen mit dem Mantel, den der
Bischof von Alexandrien selbst ihm geschenkt hatte. Die beispielhafte
Biographie dieser der christlichen Tradition teuren Gestalt wurde bald sehr
populär. Fast sofort wurde sie gleich zweimal auf Latein und dann in
verschiedene orientalische Sprachen übersetzt. Sie trug im Osten wie im Westen
sehr zur Verbreitung des Mönchtums bei. Nicht zufällig steht die Lektüre dieses
Textes in Trier im Mittelpunkt eines bewegenden Bekehrungsberichts von zwei
kaiserlichen Beamten, den Augustinus in den Bekenntnissen (VIII 6,15)
als Ausgangspunkt seiner eigenen Bekehrung hernimmt.
Im Übrigen zeigt Athanasius selbst, dass er ein klares Bewusstsein vom Einfluss
hat, den die beispielhafte Gestalt des Antonius auf das christliche Volk haben
konnte. Er schreibt deshalb am Schluss dieses Werkes: „Ein Kennzeichen seiner
Tugend und mit Gott befreundeten Seele ist dies, dass er überall berühmt war
und von allen bewundert wurde, und dass sich auch die nach ihm sehnten, die ihn
nicht gesehen hatten. Denn Antonius ist bekannt weder durch seine Schriften
noch durch weltliche Weisheit oder durch irgendeine besondere Fähigkeit,
sondern allein durch seine Frömmigkeit Gott gegenüber. Und niemand könnte
leugnen, dass dies eine Gabe Gottes ist. Wie hätte man sonst von diesem Mann,
der ein zurückgezogenes Leben in den Bergen führte, in Spanien, Gallien, in Rom
und Afrika gehört, wäre es nicht Gott selbst gewesen, der ihn überall bekannt
gemacht hätte, wie er es mit denen tut, die ihm angehören und wie er es dem
Antonius auch von Anfang an verkündet hatte? Und auch wenn diese im Verborgenen
wirken und wünschen, verborgen zu bleiben, so zeigt sie der Herr doch allen wie
eine Leuchte, damit auf diese Weise alle, die von ihnen sprechen hören, wissen,
dass es möglich ist, den Geboten zu folgen, und damit sie mutig den Weg der
Tugend beschreiten“ (Vita Antonii 93,5-6).
Ja, Brüder und Schwestern! Wir haben viele Gründe, dem heiligen Athanasius
dankbar zu sein. Sein Leben, wie jenes des Antonius und unzähliger anderer
Heiliger, zeigt uns: „Wer zu Gott geht, geht nicht weg von den Menschen,
sondern wird ihnen erst wirklich nahe“ (Deus
caritas est, 42). (Generalaudienz von Papst Benedikt XVI., 20. Juni 2007) Statue des hl. Athanasius in der Kathedrale von Oviedo
römische Märtyrin Agnes, Ninian Comper, St Cyprian´s Clarence Gate, London
Agnes stammte aus einer vornehmen römischen Adelsfamilie. Als der Sohn des Stadtpräfekten die zwölfjährige Agnes zur Frau nehmen wollte, wie sie ihn ab, da sie um Christi willen Jungfräulichkeit gelobt hatte. Darüber erzürnt, zeigte er sie als Christin an. Da der Richter sie weder durch Schmeicheleien noch durch Drohungen vom Glauben abzubringen vermochte, wollte man sie in einem Haus von Dirnen entehren, doch ihr himmlischer Bräutigam hat sie davor bewahrt.
Beim Versuch, sie auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen, wich das Feuer von ihr. Als sie schließlich zur Hinrichtung mit dem Schwert geführt wurde, sei sie - so erzählt der hl. Ambrosius - mit so frohem Mut zum Richtplatz geschritten, als gehe sie zu ihrer Hochzeit. Agnes starb gegen Ende des 3. Jahrhunderts und liegt an der nach ihr benannten Kirche an der via Nomentana in Rom begraben.
Am Fest der hl. Agnes segnet der Papst die Agneslämmer, aus deren Wolle die Pallien für die Erzdiözese hergestellt werden.
(M. Ramm, Volksmissale)
Das Licht, das in der
Weihnachtsnacht aufstrahlte und die Grotte von Bethlehem erleuchtete, wo Maria,
Josef und die Hirten schweigend anbeteten, glänzt und offenbart sich am
heutigen Tag allen Menschen. Die Erscheinung des Herrn ist ein Geheimnis des
Lichts, was symbolisch durch den Stern zum Ausdruck kommt, der den Weisen auf
ihrer Reise vorangegangen ist. Die wahre Lichtquelle, "das aufstrahlende
Licht aus der Höhe" (Lk 1,78), ist allein Christus. Im Weihnachtsmysterium
fällt der Glanz Christi auf die ganze Erde und verbreitet sich wie in
konzentrischen Kreisen. Zuallererst umstrahlt er die Heilige Familie von
Nazaret: Die Jungfrau Maria und Josef werden von der göttlichen Gegenwart des
Jesuskinds erleuchtet. Das Licht des Erlösers erscheint dann den Hirten von Bethlehem,
die aufgrund der Botschaft des Engels schnell zur Grotte eilen, wo sie das
"Zeichen" finden, das ihnen vorausgesagt wurde: ein Kind, "das,
in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt" (Lk 2,12). Zusammen mit Maria
und Josef stellen die Hirten den "Rest" des Volkes Israel dar, die
Armen, die "anawim", denen die Frohe Botschaft verkündet wird. Schließlich erreicht der Strahl Christi auch die Heiligen Drei Könige. Sie
stehen für die Heidenvölker. Nur die Paläste der Mächtigen in Jerusalem bleiben
im Schatten. Dort wird von der Geburt des Messias paradoxerweise ausgerechnet
von den Weisen berichtet, und diese Nachricht löst nicht Freude aus, sondern
Furcht und Feindseligkeit. Der Plan Gottes ist ein Geheimnis: "Das Licht
kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht,
denn ihre Taten waren böse" (Joh 3,19) (Papst Benedikt XVI., Erscheinung des Herrn 2006)
Anbetung der Weisen, Ninian Comper, St Cyprian´s Clarence Gate, London
Cyprian von Karthago, Bischof und Märtyrer. Cyprian wurde um 200 in Karthago geboren, er war ein erfolgreicher Advokat. Erst mit 46 Jahren bekehrte er sich, ließ sich taufen und wurde unmittelbar danach – trotz heftigen Sträubens – zum Bischof von Karthago gewählt. Cyprian war damit zugleich Metropolit über 150 afrikanische Suffraganbischöfe.
Zwei Jahre später, 250 brach eine erste Verfolgungswelle aus, Cyprian versteckte sich und leitete die Gemeinde durch Briefe. In dieser Zeit fielen viele vom katholischen Glauben ab. Nach der Verfolgungswelle vertrat Cyprian eine strenge Bußpraxis; die Taufe durch Häretiker und Abgefallene betrachtete er als ungültig. Damit jedoch geriet er in heftigen Gegensatz zur römischen Kirche und Papst Stefan I. verurteilte den Rigorismus der afrikanischen Bischöfe. Dennoch blieb die Communio zwischen Karthago und Rom erhalten. In der Verfolgung des Kaisers Valerian wurde Cyprian in Karthago verurteilt und am 14. September 258 enthauptet. Auf dem Richtplatz gab er dem Henker fünf Goldstücke, da dieser ihm das Himmelstor öffne, er verband sich selbst die Augen und neigte seinen Kopf unter das Richtbeil. Reliquien Cyprians befinden sich in Compiègne, sein Haupt in Kornelimünster.
(Martyrologium Sancrucense)
Cyprian von Karthago, von Sir Ninian Comper, Cyprian´s Clarence Gate, London
Johannes der Täufer, St Cyprian´s Clarence Gate, London
Da sind zunächst die verwandten Geschichten der Verheißung eines Sohnes aus unfruchtbaren Eltern, der gerade so als von Gott selber geschenkt erscheint. Denken wir vor allem an die Ankündigung der Geburt Isaaks, des Erben der Verheißung, die Gott den Abraham geschenkt hat: "Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir. Dann wird deine Frau einen Sohn haben... Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen. Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt. Sara lachte daher still in sich hinein... Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara? ... Ist beim Herrn etwas unmöglich?" (Gen 18,10-14)
Eng verwandt ist auch die Geschichte von der Geburt Samuels. Hanna, seine Mutter, ist unfruchtbar. Auf ihr leidenschaftliches Gebet hin verhieß ihr der Priester Eli, Gott werde ihre Bitte erfüllen. Sie wurde schwanger und weihte ihren Sohn Samuel dem Herrn (vgl. 1 Sam 1).
Johannes steht so in der großen Reihe derer, die aus unfruchtbaren Eltern durch ein wunderbares Eingreifen des Gottes geboren wurden, dem nichts unmöglich ist. Weil er so in einer besonderen Weise von Gott kommt, gehört er ganz Gott, und wiederum deshalb ist er ganz für die Menschen da, um sie zu Gott zu führen.
Wenn von Johannes gesagt wird, dass er "Wein und Berauschendes nicht trinken" werde (vgl. Lk 1,15), wird er damit auch in die priesterliche Tradition eingewiesen. "Von den Priestern, die Gott geweiht sind, heißt es: ´Wein und Rauschtrank dürft ihr, du und deine Söhne, nicht trinken, wenn ihr in das Begegnungszelt geht, sonst müsst ihr sterben; dieses Gesetz gilt ewig, in allen euren Geschlechtern´(Lev 20,9)" (Stöger, Evangelium nach Lukas, S 31).
Johannes, der vom Mutterschoß an vom Heiligen Geist erfüllt sein wird (vgl. Lk 1,15) lebt gleichsam immer "im Begegnungszelt", ist Priester nicht nur in gewissen Augenblicken, sondern mit der Ganzheit seines Existenz, und kündigt so das neue Priestertum an, das mit Jesus erscheinen wird.
(J. Ratzinger, Benedikt XVI., Jesus von Nazaret, Prolog, 33f)
Johannes der Täufer mit seiner Mutter Elisabeth, All Saints, Cambridge