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Samstag, 31. März 2018

Retter der Welt, errette uns!

Du hast uns erlöst durch dein Kreuz und dein Blut.
Hilf uns, Herr, unser Gott!


Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen.
Er wurde mißhandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Jesaja 54,-6-7


Pieta, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau


Sie klagen um ihn, wie man klagt um den einzigen Sohn;
denn er wurde getötet - und war doch ohne Schuld.



Christus spricht:
Ich war tot, doch ich lebe in Ewigkeit.
Ich habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.

Adam und Eva und alle anderen:
Kommt, wir kehren zum Herrn zurück!
Denn er hat (Wunden)gerissen, er wird uns auch heilen;
er hat verwundet, er wird auch verbinden.
Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück,
am dritten Tag richtet er uns wieder auf,
und wir werden leben vor seinem Angesicht. 
(Hosea 6)


Christus holt Adam und Eva aus der Unterwelt, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau



V: Jesus ruht im Grabe. Kommt, wir beten ihn an!

A: Er starb den Tod, den alle Menschen sterben.
V: Im Tod hat er den Tod vernichtet, das Leben neu geschaffen.
A: Er starb unseren Tod und schenkt uns sein Leben.
V: Lasst uns ihn besingen als Schöpfer und Herrn.
A: Jesus ruht im Grabe. Kommt wir beten ihn an!
V: Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser. A: wiederholen 2x
 


Als du hinab stiegst ins Totenreich, du unsterbliches Leben, da hast du den Tod getötet durch die Macht deiner Gottheit. Als du aber auch die Verstorbenen aus der Unterwelt auferweckt hast, da riefen alle himmlischen Mächte dir zu: Lebensspender, Christus, unser Gott, Ehre sei dir!

Totenklage um Jesus Herr, mein Erlöser, eine Totenhymne will ich dir singen, dir, der durch sein Grab mir den Zugang zum Leben eröffnet und durch den Tod den Tod getötet hat.

Erster Teil

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben.
Des Todes Reich vernichtest du, die Toten richtest du auf.

Wir preisen dich, Jesus, o König. Wir verehren dein Grab,
deine Leiden, durch die du uns vom Verderben errettet hast.

Einst hast du der Erde ihre Weite gegeben, heute wohnst du in der Enge des Grabes,
Jesus, Allherrscher, und erweckst aus den Grüften die Toten.

Christus, das Leben, wird dem Grab übergeben. Durch deinen Tod
hast du den Tod vernichtet und der Welt geöffnet die Quelle des Lebens.

Mit den Verbrechern wurdest du, Christus, für einen Verbrecher gehalten,
du, der uns alle von der alten Bosheit des Feindes zur Gerechtigkeit trug.

Der du freiwillig starbst und dich in die Erde legen ließest, mein Jesus,
Lebensspender, neu erwarbst du mir das Leben, mir, der an bitterer Sünde starb.

Als Sterblicher stirbst du freiwillig, o Heiland, als Gott hast du die Toten
erweckt aus den Grüften, aus dem Abgrund der Sünden.

Christus, das Leben, hat den Tod gekostet und die Sterblichen vom Tod
befreit und schenkt jetzt allen das Leben.

Wir besingen in Hymnen, Jesus, dich den Gott aller, mit dem Vater und
dem Geist und preisen dein heiliges Grab.

Wir preisen glückselig dich, heilige Gottesmutter;  und das Grab,
aus dem dein Sohn, unser Gott, am dritten Tage erstanden, verehren wir gläubig.

Zweiter Teil

Würdig ist es, dich den Spender des Lebens zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.

Würdig ist es, dich, den Schöpfer aller, zu preisen.
Denn durch dein Leiden sind wir von Leidenschaften befreit,
erlöst vom Verderben.

Im Grabe vernichtest du das Reich des Todes, Christus.
Im Tode tötest du den Tod, befreist vom Verderben die Menschen.

Es weint um dich, Jesus, deine Mutter Ströme von Tränen.
Da dein Leib ins Grab gelegt wurde, rief sie dir zu:
Wie du verheißen, mein Sohn, stehe auf!

Ein großes Geheimnis schauen wir jetzt.
Er, der das Leben ist, nahm willig den Tod auf sich
und erweckte zum Leben die Menschen, die aus Erde gebildet.

Mit Hymnen, Christus, verherrlichen wir alle jetzt dein Kreuz und dein Grab,
denn dadurch sind wir vom Tode befreit.

Würdig ist es, dich, den Spender des Lebens, zu preisen,
der am Kreuz die Hände ausstreckte und die Macht des Feindes zermalmte.


Dritter Teil:
Alle Geschlechter bringen ein Lied deinem Grabe, mein Christus!

Vom Kreuz nimmt Joseph von Arimathäa dich herab und bestattet dich in einem neuen Grab.

Auf, alle Schöpfung, lasst Totenhymnen uns bringen dem Schöpfer!
Lebensspender, Erretter, Preis sei deiner Macht.
Denn du hast den Tod vernichtet.

Es stimmte an eine Klage ob deines Todes, o Wort, deine allreine Mutter.
O Licht meiner Augen, mein süßestes Kind,
wie wirst du von einem Grabe bedeckt?

Weine nicht, Mutter!
Adam und Eva, den Menschen, zu befreien,
dulde ich dies.

Ich preise, mein Sohn, dein großes Erbarmen,
mit dem du das alles geschehen lässt!

Erstehe, Spender des Lebens,
so spricht unter Strömen von Tränen, die Mutter, die dich geboren.

Erstehe eilends, nimm von ihr die Trauer und schenke denen,
die in Ehrfurcht deine Leiden verehren, die Vergebung ihrer Fehler.

Frieden schenk der Kirche und Heil deinem Volke durch deine Auferstehung.

O Dreiheit, Vater, Sohn und heiliger Geist, erbarm dich der Welt!
Alle Geschlechter bringen ein Lied, deinem Grabe, mein Christus!

Segen Der du die Enden der Erde zusammenhältst, du ließest dich einengen im Grab, um uns aus dem Tod zu retten und neues, unsterbliches Leben zu schenken. Durch dein unvorstellbares Hinabsteigen mit uns in den Tod, Christus unser Gott, erbarme dich unser und rette uns! 
(Quelle: domverlag)

Sonntag, 8. Januar 2017

Taufe, Tod und Auferstehung des Herrn


Taufe des Herrn, Exeter College, Oxford

Das eigentlich Neue ist, dass er - Jesus - sich taufen lassen will, dass er in die graue Menge der Sünder eintritt, die da an den Ufern des Jordans warten. Zur Taufe gehört ein Sündenbekenntnis. Sie war selbst ein Sündenbekenntnis und der Versuch, ein altes, missratenes Leben abzulegen und ein neues zu empfangen.
Konnte Jesus das? Wie konnte er Sünden bekennen? Wie sich vom bisherigen Leben trennen auf ein neues hin?

Diese Frage mussten sich die die Christen stellen. Das Streitgespräch zwischen dem Täufer und Jesus, vom dem uns Matthäus erzäühlt, drückt auch ihre eigene Frage an Jesus aus: "Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?" (Mt 3,13). Matthäus berichtet uns dazu: "Jesus antwortete ihm: Lass es jetzt zu: Denn so geziemt es sich, dass die ganze Gerechtigkeit erfüllt werde. Da gab Johannes nach" (3,15).

Der Sinn dieser rätselhaft klingenden Antwort ist nicht leicht zu entschlüsseln. Jedenfalls steckt in dem Wörtchen arti - für jetzt - ein gewisser Vorbehalt: In einer bestimmten, vorläufigen Situation gilt eine bestimmte Weise des Handelns. Entscheidend für die Deutung der Antwort Jesu ist die Sinngebung des Wortes "Gerechtigkeit": Die ganze "Gerechtigkeit" muss erfüllt werden. Gerechtigkeit ist in der Welt, in der Jesus steht, die Antwort des Menschen auf die Tore, das Annehmen von Gottes ganzem Willen, das Tragen des "Joches von Gottes Reich", wie formuliert wurde. Die Johannes-Taufe ist von der Tora nicht vorgesehen, aber jesus anerkennt sie mit deisem Wort als Ausdruck für das uneingeschränkte Ja zu Gottes Willen, als gehorsame Aufnahme seines Jochs.
Weil im Hinabsteigen in diese Taufe ein Bekenntnis der Schuld und Bitte um Vergebung zu neuem Anfang enthalten ist, liegt in diesem ja zum ganzen Willen Gottes in einer von der Sünde gezeichneten Welt auch ein Ausdruck der Solidarität mit den Menschen, die schuldig geworden sind, sich aber nach der Gerechtigkeit ausstrecken. Erst von Kreuz und Auferstehung her ist die ganze Bedeutung dieses Vorgangs erkennbar gewordne. Die Täuflinge bekennen im Hinabsteigen in das Wasser ihre Sünde und suchen dieser Last ihrer Schuldverfallenheit ledig zu werden.

Was hat Jesus da getan? Lukas, der in seinem ganzen Evangelium ein waches Augenmerk auf das Beten Jesu richtet, ihn immer wieder als den Betenden - im Gespräch mit dem Vater - darstellt, sagt uns, dass Jesus betend die Taufe empfangen habe (3,21). Von Kreuz und Auferstehung her wurde der Christenheit klar, was geschehen war: Jesus hatte die Last der Schuld der ganzen Menschheit auf seine Schultern geladen; er trug sie den Jordan hinunter. Er eröffnet sein Wirken damit, dass er an den Platz der Sünder tritt. Er eröffnet es mit der Antizipation des Kreuzes. Er ist sozusagen der wahre Jona, der zu den Schiffleuten gesagt hatte: "Nehmt mich und werft mich ins Meer" (Jona 1,12).

(Ratzinger, Benedikt XVI., Jesus von Nazareth, 43ff)

Kreuzigung Jesu, Exeter College, Oxford


Die ganze Bedeutung der Taufe Jesu wird erst im Kreuz offenbar: Die Taufe ist Todesannahme für die Sünden der Menschheit, und die Taufstimme - "Dies ist mein geliebter Sohn" - ist Vorverweis auf die Auferstehung. So versteht es sich auch, dass in Jesu eigenen Reden das Wort Taufe Bezeichnung für seinen Tod ist (Mk 10,38; Lk 12,50).

Auferstehung Jesu, Exeter College, Oxford

Freitag, 17. Oktober 2014

Letzter familiensynodaler Beitrag gegen die Verharmlosung der Sünde (aus dem Heiligen Land)


Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren. (Lk 15)



Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. Er wurde mißhandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf. (Jes 53,6-7)


Den Reumütigen aber gewährt er Umkehr
und tröstet die Hoffnungslosen.
Wende dich zum Herrn, laß ab von der Sünde,
bete vor ihm, und beseitige das Ärgernis!
Kehre zu Höchsten zurück,
und wende dich ab vom Bösen,
hasse stets das Schlechte.
(...) Wie groß ist das Erbarmen des Herrn
und seine Nachsicht gegen alle,
die zu ihm umkehren.
(aus der heutigen Lesehore, Jesus Sirach 17)

Freitag, 26. September 2014

Siehe, o mein lieber und guter Jesus

vor Deinem Angesichte werfe ich mich nieder
und bitte und beschwöre Dich mit heißer Inbrunst:
Präge meinem Herzen ein
den lebendigen Geist des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe,
der wahren Reue über meine Sünden und des Vorsatzes, mich zu bessern,
indem ich mit inniger Rührung und tiefen Schmerz meiner Seele
Deine heiligen fünf Wunden betrachte und dabei beherzige,
was der Prophet David von Dir, o mein guter Jesus, geweissagt hat:
Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt,
sie haben alle meine Gebeine gezählt.
(O. Pies, Im Herrn, 178)

Freitag, 18. April 2014

Karfreitag


Kreuzigung Jesu, Limburger Dom



 Preise, Zunge, und verkünde
den erhabnen Waffengang
auf das Kreuz, das Siegeszeichen,
singe den Triumphgesang.
Singe, wie der Welt Erlöser
starb und dennoch Sieg errang.

Denn verblendet aß sich Adam
einst vom Baume das Gericht;
doch der Schöpfer voll Erbarmen
wollte sein Verderben nicht
und hat selbst den Baum erkoren,
der den Fluch des Baumes bricht.

Gottes Plan, uns zu erlösen,
hat verlangt die Opfertat,
und des Vaters ew´ge Weisheit
Macht´ zuschanden den Verrat
und verlieh barmherzig Heilung,
wo der Feind verwundet hat.

So ward in der Zeiten Fülle
uns gesandt des Vaters Sohn,
er, der Schöpfer aller Welten,
stieg herab vom Himmelsthron
und ward Fleisch und ward geboren
und ward einer Jungfrau Sohn.

Als nach dreißig Erdenjahren
für den Herrn die Stunde kam,
dass er unsres Heiles wegen
Tod und Leiden auf sich nahm,
wurde er erhöht am Kreuze,
dargebracht als Gotteslamm.

Seht den Essig, seht die Galle.
Dornen, Nägel, Speer voll Wut
seinen zarten Leib durchbohren,
Wasser strömt hervor und Blut;
Erde, Meere, Sterne, Welten
werden rein durch solche Flut.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit. Amen.

(Hymnus zur Lesehore in der Karwoche)


Maria und Johannes unter dem Kreuz, Limburger Dom