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Freitag, 25. November 2022

Katharinenaltar in der Wiener Dominikanerkirche

 

Heilige Katharina, bitte für uns
schmerzensvolle Mutter, bitte für uns

Herr, unser Gott,

du offenbarst uns in der Bedrängnis

die Macht deines Erbarmens.

Von dir empfing

die heilige Katharina die Gnade,

das Martyrium zu bestehen.

Von dir komme auch uns die Kraft,

in aller Not auf deine Hilfe zu vertrauen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

 

Glasfenster in Notre Dame du Sablon, Brüssel

Katharina auf einem Marterl und in der Wiener Dominikanerkirche (2011)

auf der Festenburg in der Steiermark (2015), Vita

in der Stiftskirche Heiligenkreuz (2016)

das Katharinafenster im Balliol College in Oxford (2017)

Glasfenster in der Christ Church Cathedral in Oxford (2018)

Statue in der Dominikanerkirche in Ödenburg (Litanei zur hl. Katharina) - 2019

 

Katharinenaltar, Martyrium und Verherrlichung der hl. Katharina,
Dominikanerkirche Wien

Freitag, 7. Oktober 2022

Mit Maria auf Jesus schauen (Rosenkranz)

den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast


Aber um Apostel des Rosenkranzes zu sein, muß man die Schönheit und die Tiefe dieses einfachen und jedem Menschen zugänglichen Gebets persönlich erfahren.
Vor allem muß man sich von der Jungfrau Maria an der Hand führen lassen, um das Antlitz Christi zu betrachten: ein freudenreiches, lichtreiches, schmerzhaftes und glorreiches Antlitz. Wer wie Maria und gemeinsam mit ihr die Geheimnisse Jesu bewahrt und sie unermüdlich betrachtet, der macht sich seine Empfindungen immer mehr zu eigen und wird ihm ähnlich.

Ich möchte in diesem Zusammenhang einen schönen Gedanken des sel. Bartolo Longo zitieren. Er schreibt: »Wie zwei Freunde, die sich öfters besuchen, sich in ihren Gewohnheiten anzugleichen pflegen, so können auch wir, die wir in familiärer Vertrautheit mit Jesus und der Jungfrau in der Betrachtung der Rosenkranzgeheimnisse sprechen und gemeinsam ein und dasselbe Leben in der Kommunion vollziehen, ihnen gleich werden, soweit dies unsere Begrenztheit erlaubt: Von diesen höchsten Beispielen können wir das demütige, arme, verborgene, geduldige und vollkommene Leben erlernen«

(B16, 19.10.2008)


Biblische Fresken über dem Hochaltar thematisieren den freuenreichen Rosenkranz
v. Carpoforo Tencala, Dominikanerkirche Wien

den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast

den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast

den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast

den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast

Einsetzung und Feier des Rosenkranzfestes

 

Einsetzung Rosenkranzfest durch Papst Pius V., im Hintergrund die Schlacht
von Lepanto, rechts empfängt der hl. Dominikus den Rosenkranz von Jesus
Engel zeigen drei Rosenkranzgeheimnisse

Der barocke Hochaltar wurde durch einen in spanischem Stil gehaltenen Altar von Carl Rösner (1840) ersetzt (Altarblatt „Maria als Königin des Rosenkranzes" [Einsetzung des Rosenkranzfestes durch Papst Gregor XIII. (Korr. Papst Pius V.)] von Leopold Kupelwieser, 1839).
Beiderseits des Altars befinden sich Freskobilder von Carpoforo Tencala (1676), die die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes zeigen. Darunter befindet sich eine Darstellung der Seeschlacht von Lepanto 1571.
Mit dem von Papst Pius V. 1572 angeordneten Rosenkranzfest, das in der Folge am ersten Sonntag im Oktober gefeiert wurde, sollte an den Sieg der Heiligen Liga über die Türken in der "Seeschlacht von Lepanto" am 7. Oktober 1571 erinnert werden.
Nach dem Sieg Prinz Eugens über die Türken im Jahr 1718 in der Schlacht von Peterwardein wurde dieser Gedenktag auf die ganze Kirche ausgedehnt und in den römischen Kalender aufgenommen. Im Jahre 1913 wurde das Marienfest wieder auf den 7. Oktober, den Tag des Sieges von Lepanto, verlegt. Das Fest wird heute noch an diesem Tag gefeiert. (Quelle)

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz, bitte für uns!

Liebe Brüder und Schwestern!

Dieser erste Sonntag im Oktober bietet uns zwei Anlässe zum Gebet und zum Nachdenken: den Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, den wir gerade heute begehen, und das missionarische Engagement, dem dieser Monat in besonderer Weise gewidmet ist. Das traditionelle Bild der Gottesmutter vom Rosenkranz stellt Maria dar, wie sie in dem einen Arm das Jesuskind hält und mit dem anderen dem hl. Dominikus den Rosenkranz reicht.

Diese bedeutsame Ikonographie zeigt, daß der Rosenkranz ein von der Jungfrau geschenktes Mittel ist, um auf Jesus zu schauen und ihn durch die Betrachtung seines Lebens zu lieben und ihm immer treuer nachzufolgen.

Das ist der Auftrag, den die Gottesmutter auch bei verschiedenen Erscheinungen hinterlassen hat. Ich denke insbesondere an die Erscheinung von Fatima, die sich vor 90 Jahren ereignet hat. Sie stellte sich den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco als die »Muttergottes vom Rosenkranz« vor und empfahl eindringlich, den Rosenkranz jeden Tag zu beten, um das Ende des Krieges zu erlangen. Auch wir wollen die mütterliche Bitte der Jungfrau aufnehmen und uns verpflichten, den Rosenkranz in gläubiger Gesinnung für den Frieden in den Familien, den Nationen und der ganzen Welt zu beten.

Wir wissen jedoch, daß der wahre Friede sich dort verbreitet, wo die Menschen und die Institutionen sich dem Evangelium öffnen. Der Monat Oktober hilft uns, diese grundlegende Wahrheit durch eine besondere Animation ins Gedächtnis zu rufen, die darauf abzielt, das missionarische Streben in jeder Gemeinde lebendig zu erhalten und die Arbeit der Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien zu unterstützen, die an den Vorposten der Mission der Kirche wirken. (B16, Angelus, 7. Oktober 2007)

Marialis Cultis 42-47, S. Maria sopra Minerva, Rom

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Pompej, Bartolo Longo

Die Lepantomonstranz in der Asamkirche

Lourdes und der Rosenkranz

Lepanto und der Rosenkranz

Eine kleine Geschichte des Rosenkranzes

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Fatima

Pius V. und der Rosenkranz

Am Rosenkranzfest den ganzen Psalter beten

Papst Benedikt ermutigt Kinder, den Rosenkranz zu beten

 

Wiener Dominikanerkirche

Donnerstag, 29. April 2021

Herr, ich empfehle Dir Dein Herz an - Katharina von Siena

Eingang zur Wiener Dominikanerkirche


Über die wunderbaren Verzückungszustände dieser gesegneten Jungfrau und über die großen Dinge, die Gott ihr offenbart hat.

Der gute Gott hatte seiner getreuen Braut nicht nur eine neue und besondere äußere Lebensweise zugedacht, sondern suchte auch ihren Geist heim mit wunderbaren Visionen und himmlischen Tröstungen. Nachdem wir von Caterinas besonderer äußerer Lebensweise gesprochen haben, wollen wir kurz über die gnadenhafte Fülle in ihrem jungfräulichen Geist reden.

Das neue Herz

Einmal betete sie, das eigene Herz möge ihr genommen werden. Mit dem Psalmisten betete sie, es möge in ihr ein reines Herz geschaffen werden. Da zeigte sich ihr Christus, öffnete ihr die linke Seite und schien ihr Herz herauszunehmen. (Im Sommer des Jahres 1370 erlebt Caterina eine Reihe ungewöhnlicher Vereinigungen mit Gott. Ihrem damaligen Beichtvater Tommaso dalla Fonte hatte sie berichtet, daß sie einige Tage ohne Herz gelebt habe. Raimund ließ sich dies später von ihr bestätigen.)
Nach einigen Tagen kam er wieder zu ihr, und in dem wunderbaren Licht, das sie umgab, stürzte sie zu Boden. Der Herr näherte sich ihr wie schon zuvor, öffnete ihr die linke Seite, setzte ihr ein rotes und leuchtendes Herz ein und sagte: "Hier Caterina, meine liebste Tochter, so wie ich dir an einem der letzten Tage dein Herz entnommen habe, so setze ich dir jetzt mein Herz ein, mit dem du das ewige Leben haben wirst."
Nachdem er das gesagt hatte, fügte er ihre Seite wieder zusammen. Zum äußeren Zeichen dieses Wunders blieb an dieser Stelle immer eine Spur, nämlich die Narbe, an der die Wunde zusammengefügt worden war. Von dieser Zeit an konnte sie nicht mehr wie vorher beten: "Ich empfehle Dir mein Herz an." Sie fühlte sich vielmehr gezwungen zu sagen: "Herr, ich empfehle Dir Dein Herz an."

Nach dieser wunderbaren Verwandlung ihres Herzens vertraute sie ihrem Beichtvater an: "Seht Ihr nicht, Vater, daß ich nicht mehr diejenige bin, die ich war, sondern in eine ganz andere Person verwandelt worden bin?" Und sie fügte hinzu: "Oh, Vater, wenn Ihr wüßtet, was ich empfinde! Ich bin mir sicher, daß niemand, der wüßte, was ich empfinde, ein so hartes Herz haben könnte, daß es nicht gleich ganz gut und weich werden würde, noch daß er so hochmütig sein könnte, daß er sich nicht sofort geringschätzen würde. Obgleich das, was ich sage, noch nichts im Vergleich zu dem ist, was ich empfinde." Doch sie erklärte es, so gut es ging und sagte: "Mein Geist ist von solch heiliger Freude, solchem Jubel und solch unerklärlichem Glück erfüllt, daß ich mich wundere, wie meine Seele überhaupt in meinem Leib bleiben kann."
Und sie fügte hinzu: "Ich spüre in meiner Seele ein heiliges Feuer und eine heilige Glut, daß ein wirkliches Feuer mir im Vergleich zu diesem inneren erfrischend statt glühend und kalt statt heiß vorkommt."
Und sie fügte hinzu: "Diese Glut schafft in meinem Geist eine erneuerte Reinheit und Demut, so daß es mir beinahe so vorkommt, als sei ich wieder vier oder fünf Jahre alt. Ich spüre eine solch glühende Nächstenliebe, daß ich für das Heil eines jeden gerne mein Leben hingäbe."

(Tommaso Caffarini, Caterina von Siena, Erinnerungen eines Zeitzeugen, die legenda minor, 132f)

Altarbild in der Kapelle der hl. Katharina,  Herzenstausch, Wiener Dominikanerkirche
v. Francois Roettiers

 

Maria übergibt Katharina und Dominikus den Rosenkranz, Chapelle de la Sagesse Saint Laurent sur Sevre (Sich durch das Gebet in Gott verankern)

Katharina von Siena, Mitpatronin Europas (Johannes Paul II., 1999), am Grab der hl. Katharina
 

Die Vermählung der hl. Katharina (S. Maria sopra Minerva, Rom)

 
Am Grab der hl. Katharina in Rom (Vita u. Tod der hl. Katharina)

 
Das Haupt der hl. Katharina in Siena (Hymnus zur Vesper)

Freitag, 3. November 2017

Martin von Porres



Martin Porres, Dominikaner in Peru. Martin Porres wurde am 9. Dezember 1569 zu Lima geboren, wurde nach dem Studium der Heilkunde Dominikaner-Laienbruder in Lima und betätigte sich besonders in der Krankenpflege. Er zeichnete sich durch aufopfernde Nächstenliebe, tiefe Demut, innige Frömmigkeit und große Bußstrenge aus. Am 3. November 1639 starb Martin Porres zu Lima. Er wird dargestellt als Mulatte im Dominikanerhabit mit Kreuz und Rosenkranz, mit einem Brotkorb voll Mäusen.
(Martyrologium Sancrucense)



Heiliger Martin, Gottesfreund,
freudig wir dich loben.
Du bist Gott im Licht vereint,
gnadenvoll erhoben.
Aus dem Kreuz der Erdenzeit
blühte deine Herrlichkeit,
heilger Bruder Martin.

Den Geringen beigezählt
wurdest du auf Erden;
doch der Herr hat dich erwählt,
ihm ein Freund zu werden.
Deine Demut sah er an,
Großes hat er dir getan,
heilger Bruder Martin.

An der Armen Leid und Gram
hast du dich verschwendet.
Dem, der trostlos zu dir kam,
hast du Trost gespendet.
Wunden hast du still geheilt,
Frieden hast du ausgeteilt,
heilger Bruder Martin.

Heilger Martin, hochgestellt,
Bruder aller Armen:
bitte für die Not der Welt
um des Herrn Erbarmen.
Hilf, daß wir das Kreuz verstehen,
mit dem Kreuz zum Himmel gehn,
heilger Bruder Martin.

(Hymnus der Laudes, Dominikanisches Proprium)

Altar der Marienkrönung, Petrus Martyr und Hyzinth von Polen, Dominikanerkirche Wien

Heiliger Martin von Porres, bitte für uns!

Mittwoch, 23. August 2017

Rosa von Lima

Marienkrönung, l: Petrus Martyr, r: Hyazinth von Polen, Dominikanerkirche Wien


Isabella d´Oliva entstammte einer Familie spanischer Herkunft. Sie wurde 1586 in Lima/Peru geboren. Das kleine Mädchen, das wegen seiner Hautfarbe den Beinamen Rosa bekam, hatte sehr bald nur den einen Wunsch, der Welt zu entsagen. Zum Vorbild nahm Rosa sich Katharina von Siena, als sie mit 20 Jahren in den III. Orden des hl. Dominikus eintrat. Sie führte nunmehr ein Leben der Buße und des innigen Umgangs mit Christus, der Gottesmutter und den Heiligen.
Obwohl sie ganz zurückgezogen als Halbklausnerin im elterlichen Garten lebte, war sie von missionarischer Sorge für die Kirche erfüllt. Sie bangte um das Heil der Sünder und der Indios, für die sie gern ihr Leben hingegeben hätte. Ihren letzten Worte waren: "Jesus! Jesus! Mit mir!"
Rosa von der heiligen Maria starb am 24. August 1617. Nach der Heiligsprechung durch Papst Clemens X. am 12. April 1671 wuchs die volkstümliche Verehrung für die erste Heilige und Patronin Südamerikas.
(Proprium des Predigerordens)

Kapelle der hl. Rosa von Lima, Figur: Martin von Porres

Die Kapelle der 1671 heiliggesprochenen Dominikanerin Rosa von Lima (in der Wiener Dominikanerkirche) wurde zwischen 1671/76 ausgestaltet. Das ursprüngliche Altarbild wurde durch die Marienkrönung eines unbekannten Meisters der 2. Hälfte des 18. Jh. ersetzt.
Die Vitenbilder stellen dar: Engelerscheinung; Herzenstausch; mystische Vermählung; Geleit durch den Jesusknaben; nächtliches Gebet der Heiligen.
Den Altaraufbau flankieren die Figuren der Dominikanerheiligen Hyazinth von Polen und Petrus Martyr.
(aus dem Kirchenführer)

Engelerscheinung

Herzenstausch




Rosa von der hl. Maria fand in allen Dingen Anlass, den Schöpfer zu loben. Jeder Gedanke regte sie an, ihr Herz zu Gott zu erheben. Viele wollte sie die Geheimnisse des inneren Gebetes lehren. Wie sie deshalb ihre Seele durch Lesen guter Schriften nährte, so verbreitete sie auch geistliche Bücher und ermahnte die Priester, ihre Hörer und Beichtkinder zur Liebe zum Gebet anzuhalten. Unbeschreiblich war ihre Liebe zum Rosenkranz, bei dem sie inneres und äußeres Gebet verband. Sie glaubte, jeder Christ müsse den Rosenkranz mit dem Mund rühmen und im Herzen eingeprägt bewahren.

Der Freude, die die Liebe Gottes sie im Gebet verkosten ließ, stand die Bitterkeit entgegen, die aus der Erkenntnis des Bösen und der Sünde kam. Besonders wurde sie durch Schmähungen gegen die Kirche bewegt; ihr Eifer wurde dann entflammt, und sie schwieg dazu nicht. Aber ihr Tadel war meist mild und überzeugend ihr Flehen. Alle wunderten sich, dass die Jungfrau, die sonst gegenüber denen, die sie tadelten, schweigsam war, auch den geringsten Beleidigungen Gottes so schnell entgegentrat.
Die Andacht zu Jesus in der Eucharistie nahm den größten Teil ihres Lebens ein. An den Tagen, da das Altarsakrament feierlich angebetet wurde, verharrte sie unbeweglich im Gebet.

Der Gedanke an die Menschen, die sich nicht der Gnade des Glaubens erfreuten, und vor allem an jene, die in den weit ausgedehnten Gebieten Amerikas am Götzendienst festhielten, erfüllte sie mit Schmerz.  Das Mitleid mit ihnen ergriff sie, sie dachte beständig an sie, wollte alle Hindernisse beseitigen und wie mit Flügeln des Geistes herbei fliegen, um sie zu erleuchten und zu retten. Sie wollte gleichsam zu Fels und Stein werden, um für alle die Pforten zur Hölle zu verschließen.

Wenn sie mit Ordensleuten, besonders mit den Predigerbrüdern sprach, ermahnte sie diese mit leidenschaftlichem und aus dem Herzen kommenden Worten, dass sie sich mit ganzem Herzen dem Heil der Menschen widmen möchten. Sie war bekümmert, dass jene sich zu sehr spekulativen Studien hingaben und sagte, es wäre ihr lieber, sie würden den Schweiß, die Nachtwachen und Mühen, die ihnen der Erwerb der spekulativen Wissenschaft abverlangt, auf den so notwendigen Eifer verwenden, den Willen zur Gottesliebe zu entflammen.

Sie litt darunter, daß sie als Frau sich nicht so, wie es ihr sehnlichster Wunsch war, der apostolischen Aufgabe der Verkündigung des Evangeliums an die Ungläubigen widmen konnte. Um ihren Beichtvater für diesen heiligen Auftrag zu begeistern, erklärte sie sich bereit, die Hälfte all ihrer Verdienste abzutreten, um an den Früchten seines Apostolates teilzuhaben. Sie hatte auch daran gedacht und hätte es auch ausgeführt, wenn der Tod sie nicht daran gehindert hätte, einen kleinen Waisenjungen zu sich zu nehmen und ihn durch ihre Arbeit und die Almosen von anderen aufzuziehen. Denn sie hoffte, daß er mit Gottes Gnade die heiligen Weihen empfangen und sich der Verkündigung des Glaubens bei den Ungläubigen widmen könne.

(aus dem Heiligsprechungsprozeß)


mystische Vermählung

Jesus geleitet Rosa von Lima

Gebet der hl. Rosa von Lima, Dominikanerkirche Maria Rotunda, Wien

Gott, du Sehnsucht der Menschen,
du hast die heilige Rosa von Lima mit solcher Liebe an dich gezogen,
daß sie die Welt verließ und in harter Buße für dich allein lebte.
Hilf uns auf ihre Fürsprache, unseren Weg durch diese Welt so zu gehen,
daß wir dich, den unversiegbaren Quell der Freude, finden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

l: Kapelle der hl. Rosa von Lima, r: Kapelle des hl. Thomas von Aquin, Dominikanerkirche Wien