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Freitag, 14. Februar 2020

Valentin in S. Prassede


S. Prassede

Im Tympanon der Türnische Chritus, flankiert von Valentin links und Zeno rechts, S.Prassede, Zenokapelle



Welcher Valentin eigentlich?
Im Römischen Märtyrerverzeichnis findet sich am 14. Februar nicht nur einer, sondern gleich zwei Märtyrer mit Namen Valentin. Vom ersten heißt es, dass er in Rom wundersame Heilungen gewirkt habe und unter Kaiser Claudius enthauptet worden sei. Der zweite Valentin stammt den Angaben nach aus Terni, im Norden Roms. Von ihm wird berichtet, er sei über lange Zeit gefoltert worden und in Gefangenschaft gewesen. Da sein Widerstand aber nicht gebrochen werden konnte, sei er nachts „heimlich aus dem Kerker geschleift“ und vom Präfekten Roms, Placidus, enthauptet worden.

Der römische Presbyter
Die Geschichte des römischen Valentins datiert um 270 n. Chr., zu der Zeit, als die Christenverfolgung unter Kaiser Claudius dem Goten wütete. Dieser war durch den Ruf der Heiligkeit, der Valentin vorauseilte, auf den Presbyter aufmerksam geworden und ließ ihn zu sich in den Palast bringen. Dort forderte er ihn auf, ihm als Verbündeter zur Seite zu stehen und die Götter anzubeten. Doch Valentin entgegnete ihm mutig und standhaft, dass der Götterkult sinnlos sei und nur Christus die Hoffnung auf eine bessere Welt mit sich gebracht habe.
Der Kaiser, der durch die Leidenschaft des Gefangenen beeindruckt war, vertraute ihn einem adligen Römer namens Asterius an. Dieser sollte Valentin dazu bringen, seinem Gott abzuschwören. Asterius aber hatte eine zweijährige blinde Tochter: Valentin versammelte sich im Gebet und das Mädchen erlangte ihr Augenlicht wieder. Angesichts dieses Wunders trat Asterius mit seiner gesamten Familie zum Christentum über. Nachdem er von der Konversion erfahren hatte, verurteilte Claudius Valentin zum Tod durch Enthauptung. Am zweiten Meilenstein der Via Flaminia wurde die Hinrichtung vollstreckt; dort wurde Valentin auch begraben und eine ihm gewidmete Kirche erbaut.

Der Bischof von Terni
Die Geschichte des Bischofs von Terni hingegen spielt etwa 70 Jahre später: Valentin wurde vom Rhetor und Philosophen Craton nach Rom eingeladen; dieser hatte einen Sohn, Cheremon, der an einer Fehlstellung litt. Diese zwang ihn dazu, den Kopf beständig zwischen den Knien zu halten. Keinem Arzt war es bislang gelungen, ihn zu heilen. Craton hatte Valentin die Hälfte seines Vermögens versprochen, sollte er Erfolg mit der Heilung haben. Valentin erklärte ihm jedoch in einem langen nächtlichen Gespräch, dass es nicht die Reichtümer seien, die den Jungen heilen würden, sondern der Glaube an den einzigen und wahren Gott. Daraufhin versammelte er sich im Gebet und Cheremons Verkrüppelung verschwand.
Angesichts dieser Wunderheilung ließen sich Craton und seine Familie von dem Bischof taufen, gemeinsam mit drei griechischen Schülern Cratons, deren Namen mit Prokulus, Ephebus und Apollonius überliefert sind. Mit ihnen konvertierte noch ein weiterer junger Mann aus gutem Stand; es handelte sich um Abbundius, den Sohn des römischen Präfekten Furius Placidus. Von diesem ist bekannt, dass er in den Jahren 346 und 347 n. Ch. das Amt des Präfekten innehatte, was auch eine historische Einordung des Märtyrertods von Valentin ermöglicht. Placidus, der durch die Konversion seines eigenen Sohnes persönlich betroffen war, ließ Valentin verhaften und ihn an der Via Flaminia enthaupten. Die Hinrichtung stand nachts statt, um einen Aufstand der nunmehr zahlreichen Christen der Stadt zu vermeiden. Nach einer ersten oberflächlichen Bestattung am Ort des Martyriums trugen Prokulus, Ephebus und Apollonius den Leichnam des Märtyrers nach Terni und bestatteten ihn ein wenig außerhalb der Stadt. Doch noch in derselben Nacht wurden sie ebenfalls verhaftet und, um eine eventuelle Befreiung der drei durch die Bevölkerung zu verhindern, hingerichtet. Die Bevölkerung nahm die Dinge dann jedoch in ihre eigene Hand: Auf Aufforderung durch Abbundius begrub sie auch die drei weiteren Märtyrer neben dem Grab Valentins. 

(vaticannewsva)



 


Zenokapelle in S. Prassede

Freitag, 12. Juli 2019

Johannes Gualbertus

Sakramentskapelle v. S. Prassede, dem hl. Giovanni Gualberto geweiht, Architekt Gian Ernesto Leschiuta, 1933


Johannes Gualbertus, Ordensgründer. Johannes Gualbertus wurde um 995 in Florenz aus adeligem Geschlecht geboren. 1013 trat er 18-jährig in das Kloster der Benediktiner auf San Miniato al Monte bei Florenz ein, nachdem er dem Mörder seines Bruders am Karfreitag verziehen und auf die Blutrache verzichtet hatte.
Vier Jahre später hielt er sich eine Zeit lang in Camáldoli auf und ließ sich um 1030 in einer nahegelegenen Einöde namens Vallombrosa nieder. Hier baute Johannes für sich und seine Schüler ein Kloster auf der Grundlage der Benediktsregel, wobei Johannes aber besonders das Eremitenideal betonte. Vallombrosa sollte ein Ort völliger Abgeschiedenheit sein. Niemandem war es gestattet, das Kloster zu verlassen, alle äußere Tätigkeit war untersagt, nur die Laienbrüder besorgten die äußeren Geschäfte. Durch Gründung und Anschluss weiterer Klöster entstand daraus der Vallombrosianerorden. Johannes, der für die Reinheit der Kirche, besonders gegen die Simonie, eiferte, starb auf einer Visitationsreise am 12. Juli 1073 zu Passignano bei Siena und wurde bereits 20 Jahre nach seinem Tod heilig gesprochen.
(Martyrologium Sancrucense)

Johannes Gualbertus vergibt dem Mörder seines Bruders, S. Prassede
Inschrift: liebt eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen



Fresken Guilio Bargellini, S. Prassede