Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Frankreich werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. September 2026

Am Grab der heiligen Bischöfe Agricola von Avignon und dessen Vater Magnus von Avignon

Agricol (etwa 628-700) war der Sohn des Bischofs == Magnus von Avignon (wurde als Witwer Bischof) und der Gandaltruda / Austadlala. Er wurde im Kloster auf der Lérins-Insel Saint-Honorat erzogen, wo er Mönch wurde, der durch seine Tugenden und seinen heiligmäßigen Lebenswandel auffiel. Nach 16 Jahren im Kloster wurde er um 658 Archidiakon in Avignon und 660 nach dem Tod seines Vaters dessen Nachfolger als Bischof der Stadt. Gedenktag: 2. September.

(heiligenlexikon) 

Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Nonnosus  

Saint Agricol, Avignon


Hochaltar der Aufnahme Mariens mit den Reliquien der Heiligen Agricola und Magnus




Das wichtigste ikonografische Attribut des heiligen Agricol von Avignon (auch Agricola genannt) ist der Storch. In Darstellungen wird er häufig als Bischof mit einem Storch gezeigt, der teilweise eine Schlange im Schnabel hält.

Dieses Attribut geht auf eine Legende zurück: Nach einer schweren Überschwemmung der Rhône wurde die Stadt von einer Schlangenplage (oder einer Invasion von Ungeziefer) heimgesucht. Durch das Gebet und den Segen des heiligen Agricol erschien eine Schar von Störchen, welche die Plage beseitigte.

Aufgrund dieser Überlieferung gilt er nicht nur als Schutzpatron von Avignon, sondern auch als Schutzheiliger der Störche sowie als Helfer für gutes Wetter und gegen Missernten.

Agricola mit Storch und Schlange hält Fürbitte, Saint Agricol, Avignon


Mittwoch, 19. August 2026

Sich verlieren im Herz Jesu, dem Abgrund der Liebe (Johannes Eudes)

Johannes Eudes im Gebet, Saint Etienne, Caen

BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 19. August 2009

 Liebe Brüder und Schwestern!

Heute begehen wir den liturgischen Gedenktag des hl. Johannes Eudes, des unermüdlichen Apostels der Verehrung der Heiligsten Herzen Jesu und Mariä. Er lebte in Frankreich im 17. Jahrhundert, einem Jahrhundert, das von gegensätzlichen religiösen Phänomenen und auch von schweren politischen Problemen gezeichnet war. Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der nicht nur einen großen Teil Mitteleuropas verwüstet, sondern auch den Seelen großen Schaden zugefügt hat. Während sich die Verachtung des christlichen Glaubens von seiten einiger der damals vorherrschenden Denkströmungen ausbreitete, rief der Heilige Geist eine von Eifer erfüllte geistliche Erneuerung hervor, durch Persönlichkeiten von hoher Bedeutung wie Pierre de Bérulle, den hl. Vinzenz von Paul, den hl. Ludwig Maria Grignon de Montfort und den hl. Johannes Eudes. Zu den Früchten dieser großen »französischen Schule« der Heiligkeit gehört auch der hl. Johannes Maria Vianney. Durch einen geheimnisvollen Plan der Vorsehung hat mein verehrter Vorgänger Pius XI. am 31. Mai 1925 Johannes Eudes und den Pfarrer von Ars gemeinsam heiliggesprochen und so der Kirche und der ganzen Welt zwei außerordentliche Vorbilder priesterlicher Heiligkeit geschenkt.

Im Rahmen des Priester-Jahres möchte ich gern den apostolischen Eifer des hl. Johannes Eudes hervorheben, der besonders auf die Ausbildung des Diözesanklerus ausgerichtet war. Die Heiligen sind die wahre Auslegung der Heiligen Schrift. In ihrer Lebenserfahrung haben die Heiligen die Wahrheit des Evangeliums bestätigt; so führen sie uns dahin, das Evangelium kennenzulernen und zu verstehen. Im Jahr 1563 hatte das Konzil von Trient Normen für die Errichtung der Diözesanseminare und für die Ausbildung der Priester erlassen, weil das Konzil sehr gut wußte, daß die ganze Krise der Reformation auch durch eine unzureichende Ausbildung der Priester bedingt war, die nicht richtig – intellektuell und spirituell, im Herzen und in der Seele – auf das Priesteramt vorbereitet wurden. Das war 1563. Die Anwendung und Umsetzung der Normen verzögerte sich jedoch sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, und so erlebte der hl. Johannes Eudes die Folgen dieses Versäumnisses. Getrieben von dem klaren Bewußtsein um die große Not an geistlichem Beistand, in der sich die Seelen aufgrund der Unzulänglichkeit eines großen Teils des Klerus befanden, gründete der Heilige, der als Pfarrer tätig war, eine Kongregation, die sich besonders der Priesterausbildung widmete. In der Universitätsstadt Caen gründete er sein erstes Seminar – eine Erfahrung, die äußerst großen Zuspruch bekam und sich schon bald auf andere Diözesen ausweitete.
Der Weg der Heiligkeit, den er ging und seinen Schülern vorschlug, hatte als Grundlage ein festes Vertrauen auf die Liebe, die Gott im priesterlichen Herzen Jesu und im mütterlichen Herzen Mariä der Menschheit offenbart hat. In jener Zeit der Grausamkeit, des Verlustes der Innerlichkeit, wandte er sich an das Herz, um dem Herzen ein Psalmwort zu übermitteln, das der hl. Augustinus sehr gut ausgelegt hatte. Er wollte die Personen, die Menschen und vor allem die zukünftigen Priester an das Herz erinnern, indem er ihnen das priesterliche Herz Jesu und das mütterliche Herz Mariä zeigte. Von dieser Liebe der Herzen Christi und Mariä muß jeder Priester Zeuge und Apostel sein. Und hier kommen wir zu unserer Zeit.

Auch heute spürt man, wie notwendig es ist, daß die Priester die unendliche Barmherzigkeit Gottes bezeugen durch ein Leben, das ganz von Christus »erobert« ist, und daß sie dies von den Jahren ihrer Ausbildung im Seminar an lernen. Papst Johannes Paul II. hat nach der Synode von 1990 das Apostolische Schreiben Pastores dabo vobis veröffentlicht, in dem er die Normen des Konzils von Trient wieder aufgreift und aktualisiert und vor allem die notwendige Kontinuität zwischen der anfänglichen Ausbildung und der ständigen Weiterbildung hervorhebt. Das ist für ihn, für uns ein wahrer Ausgangspunkt für eine echte Reform des Lebens und des Apostolats der Priester, und es ist auch der entscheidende Punkt, damit die »Neuevangelisierung« nicht einfach nur ein attraktiver Slogan bleibt, sondern Wirklichkeit wird. Die Grundlagen, die in der Ausbildung im Seminar gelegt werden, sind der unersetzliche »geistliche Nährboden«, auf dem man »Christus lernt«, indem man sich ihm, dem einzigen Hohenpriester und Guten Hirten, nach und nach gleichgestalten läßt. Die Zeit im Seminar muß daher als Verwirklichung des Augenblicks betrachtet werden, in dem der Herr Jesus die Apostel – nachdem er sie eingesetzt hat und bevor er sie aussendet, damit sie predigen – bittet, bei ihm zu sein (vgl. Mk 3,14). In seinem Bericht über die Einsetzung der zwölf Apostel sagt uns der hl. Markus, daß Jesus ein zweifaches Ziel hatte: Erstens sollten sie bei ihm sein, und zweitens sollten sie ausgesandt werden, damit sie predigen. Indem sie jedoch stets mit ihm gehen, verkündigen sie wirklich Christus und bringen der Welt die Wirklichkeit des Evangeliums.

Liebe Brüder und Schwestern, im derzeitigen Priester-Jahr lade ich euch ein, für die Priester zu beten und für alle, die sich darauf vorbereiten, das außerordentliche Geschenk des Priesteramtes zu empfangen. Zum Abschluß richte ich an alle die Worte, mit denen sich der hl. Johannes Eudes an die Priester wandte: »Schenkt euch Jesus hin, um einzugehen in die Unermeßlichkeit seines großen Herzens, das das Herz seiner heiligen Mutter und aller Heiligen enthält, und euch zu verlieren in diesem Abgrund der Liebe, der Güte, der Barmherzigkeit, der Demut, der Reinheit, der Geduld, der Fügsamkeit und der Heiligkeit« (Coeur admirable, III, 2).

In diesem Sinne singen wir jetzt gemeinsam das Vaterunser auf lateinisch.



Glasfenster im Sacre-Coeur, Paris, das Leben und das Königreich Jesu in den christlichen Seelen

Statue des hl. Johannes Eudes im Petersdom, Rom, Gebet aus J. Hektor: Apostel Jeus und Mariens


Bild des hl. Johannes Eudes in der Kapelle der Jeanne d´Arc, Saint Etienne, Caen

In diesem Jahr, 1639, hielt ich in Caen in der Abtei Saint Etienne
zwischen dem Advent und der Fastenzeit eine Volksmission ab,
deren Früchte weit größer waren, als man sie ausdrücken könnte
Jean Eudes


Abbaye aux Hommes, ehem. Benediktinerabtei, Abtei des hl. Stephanus in Caen

Mittwoch, 12. August 2026

Radegund von Thüringen in Poitiers

Der Gedenktag der Heiligen wird in Erfurt und Fulda am 12. August, gesamtkirchlich am 13. August, begangen.


Heilige Radegund, bitte für uns!
Fresko in Sainte Radegonde - Poitiers

Radegund von Thüringen, Königin der Franken. Radegund wurde 518 als Tochter des Thüringerkönigs Berthachar geboren. Sie wurde im Alter von 13 Jahren als Geisel nach Frankreich gebracht, dort erfolgte die Zwangsheirat mit dem Frankenkönig Chlotar I. im Jahre 536. Nachdem Chlotar den Bruder Radegunds hatte ermorden lassen, floh sie nach 20-jähriger Ehe vor ihrem tyrannischen Mann zu Bischof Medard von Noyon, der ihr den Nonnenschleier verlieh.
Später gründete Radegund in Poitiers ein Kloster, das später Sainte-Croix genannt wurde. Äbtissin des Kloster war Agnes, Radegunds Pflegetochter. 
Radegund führte in Sainte-Croix, wo man die Regel des Caesarius von Arles befolgte, ein Leben des Gebetes und der Nächstenliebe bis zu ihrem Tod am 13. August 587. Ihr Grab in der Krypta von Sainte-Radegonde zu Poitiers ist eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte.
(Martyrologium Sancrucense)

Unter dem Altar ist in der Krypta Radegund begraben, eine gute Fürsprecherin für Eheleute


Sainte Radegonde, Poitiers

Freitag, 3. Juli 2026

Der Nutzen für unseren Glauben

 „Der Unglaube des Thomas hat unserem Glauben mehr genützt als der Glaube der glaubenden Jünger.
Denn während er durch Berührung zum Glauben zurückgeführt wird, wird unser Geist von jedem Zweifel befreit und im Glauben gefestigt.“

Gregor der Große, Homilien zu den Evangelien, Homilie 26

Jesus erscheint dem Thomas, Kathedrale von Bordeaux

Montag, 29. Juni 2026

Peter und Paul, im Dienst des Glaubens

Nicht der Todestag der beiden Apostel wird heute gefeiert, sondern die vermutliche Übertragung ihrer Reliquien in die Katakombe an der Via Appia, nahe bei der heutigen Kirche San Sebastiano. Das heutige Fest wird zum ersten Mal im römischen Staatskalender von 354 erwähnt. Simon, Bruder des Andreas, stammte aus Betsaida in Galiläa, war verheiratet, von Beruf Fischer. Jesus gab ihm den Namen Kephas = „Fels“ (woraus lat. Petrus wurde). Petrus wird in allen Apostelverzeichnissen als Erster genannt. Nach dem Weggang Jesu übernahm er die Führung der Gemeinde in Jerusalem. Er nahm auch den ersten Heiden in die Kirche auf (Apg 10, 11). Sein Aufenthalt in Rom und sein Märtyrertod unter Kaiser Nero (zw. 64 und 67) können als historisch gesichert gelten.
Als Todesjahr des Paulus wird 67 genannt. Früher gab es am 30. Juni noch einen besonderen Gedenktag des heiligen Paulus; er steht seit 1970 nicht mehr im römischen Kalender; stattdessen hat das Fest der Bekehrung des heiligen Paulus (25. Januar) einen höheren Rang erhalten. (erzabteibeuron)

 

Flucht des Paulus aus Damaskus, Apg 9,23ff
Glasfenster des hl. Paulus in Corbigny la Seine

Die Begebenheit wird an zwei Stellen im Neuen Testament erwähnt:

  1. Apostelgeschichte 9,23–25

    „Als aber viele Tage vergangen waren, beschlossen die Juden, ihn zu töten. Doch ihr Anschlag wurde dem Saulus bekannt. Sie bewachten sogar Tag und Nacht die Tore, um ihn umzubringen. Da nahmen ihn seine Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb durch eine Öffnung in der Mauer hinab.“

  2. 2. Korinther 11,32–33

    „In Damaskus ließ der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener bewachen, um mich festzunehmen. Und ich wurde in einem Korb durch ein Fenster in der Mauer hinabgelassen und entkam seinen Händen.“ 

    In Apostelgeschichte 9 schildert Lukas die Flucht des damals noch Saulus genannten Paulus aus Damaskus.In 2. Korinther 11 erwähnt Paulus dieselbe Flucht selbst als Beispiel für seine Schwachheit und dafür, wie Gott ihn bewahrt hat. Dort erfahren wir zusätzlich, dass die Stadt unter der Bewachung eines Statthalters des Königs Aretas IV stand.

    Heilung eines Gelähmten durch Petrus an der schönen Pforte
    Corbigny la Seine

In Apostelgeschichte 3,6ff begegnen Petrus und Johannes einem Mann, der von Geburt an gelähmt ist und an der Tempelpforte sitzt, die „die Schöne“ genannt wird.

„Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, steh auf und geh umher! Und er ergriff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich wurden seine Füße und Knöchel fest; er sprang auf, konnte stehen und ging umher und trat mit ihnen in den Tempel, ging umher, sprang und lobte Gott.“

Diese Heilung führte anschließend zu einer Predigt des Petrus im Tempel (Apostelgeschichte 3,11–26) und trug wesentlich zur Ausbreitung der jungen Gemeinde bei.

Corbigny la Seine, Frankreich

Herr, unser Gott,
durch die Apostel Petrus und Paulus
hast du in der Kirche den Grund des Glaubens gelegt.
Auf ihre Fürsprache hin
erhalte und vollende diesen Glauben,
der uns zum ewigen Heil führt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Samstag, 30. Mai 2026

Johanna von Orleans - sie bricht zum König auf (2/10)

 

Aufbruch v. Jeanne d´Arc nach Chinon, Kathedrale von Orleans
 

Aus tiefem Mitgefühl für das Königreich Frankreich fühlte sie sich berufen, den König aufzusuchen.Im Februar 1429 erklärte Jeanne:

„Ich muss zum edlen Dauphin gehen. So will es der König des Himmels. Selbst wenn ich den ganzen Weg auf den Knien zurücklegen müsste, werde ich gehen.

In Vaucouleurs erklärte sich Robert de Baudricourt schließlich bereit, ihr die Reise zu ermöglichen. Nach einem zehntägigen Ritt durch das von den burgundischen Verbündeten Englands beherrschte Gebiet erreichte sie Chinon, wo sie dem Dauphin begegnete, dem späteren König Karl VII.

 

Jeanne d´Arc

Johanna hört himmlische Stimmen (Fenster in Orleans), vita,  1/10 

Statue in Notre Dame de Paris 

Statue im Haus der hl. Therese Les Buissonnets, Lisieux 

an ihrem Hinrichtungsort in Rouen

Heute gedenkt die Kirche auch des Königs Ferdinand III. von Kastilien und des
Priesters und Märtyrers Otto Neururer

in der Pfarrkirche Peter und Paul, wo seine Asche aufbewahrt wird,

Gedenkstätte im Innsbrucker Dom

Sainte-Croix d’Orléans, Kathedrale

Freitag, 1. Mai 2026

Aus dem Arbeitspensum des hl. Josef

 

 

Gott, du Schöpfer der Welt,
du hast den Menschen

zum Schaffen und Wirken bestimmt.
Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons,
des heiligen Josef,
der mit seiner Hände Arbeit
die Heilige Familie ernährte,
gib uns Kraft und Ausdauer,
damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen
und so den verheißenen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Flucht nach Ägypten, Antoine Herault zugeschrieben, um 1660

Musee Beaux Arts in Lille

Sonntag, 15. Februar 2026

Euch kommt es zugute, dass ich der Gefangene Christi Jesu bin (Epheser 3,1)

Heute gedenkt die Kirche der Stadtpatrone Brescias, Faustinus und Jovita

und des hl. Claude de la Colombiere, der Beichtvater der hl. Margaretha Maria Alacoque war.

Claude de la Colombiere im englischen Gefängnis,
Chapelle al Colombiere, Paray le Monial

am Grab des hl. Claude de la Colombiere 

Statue vor der Chapelle la Colombiere (Leben)

in der Jesuitenkirche in Malaga

Gebet zu Jesus, dem wahren Freund (La Colombiere)

chatgpt: 

Claude de la Colombière (1641–1682) war ein französischer Jesuitenpriester (*Saint-Symphorien-d’Ozon), der heute vor allem als geistlicher Begleiter von Margaret Mary Alacoque und Förderer der Herz-Jesu-Andacht bekannt ist. Er geriet jedoch auch in die politische Krise des „Popish Plot“ (Papistenkomplott), der durch Titus Oates ausgelöst wurde – einer frei erfundenen Verschwörung gegen König Karl II. von England.

Hintergrund: Der „Popish Plot“ von Titus Oates

Im Jahr 1678 behauptete Titus Oates, es gäbe eine geheime katholische Verschwörung, König Charles II. zu ermorden und die katholische Kirche wieder an die Macht zu bringen. Diese Anschuldigungen waren frei erfunden, lösten aber in England eine regelrechte antikatholische Hysterie aus, die zu Massenausweisungen, Verhaftungen und Hinrichtungen zahlreicher Katholiken führte.

Inhaftierung von Claude de la Colombière

Während seiner Zeit als Hofprediger der Herzogin von York (Mary Beatrice d’Este) in London wurde Claude de la Colombière Ende 1678 in diese Krise hineingezogen:

  • Er wurde fälschlich beschuldigt, Teil der angeblichen Verschwörung zu sein und im November 1678 verhaftet.

  • Die Anschuldigungen basierten auf der allgemeinen antikatholischen Stimmung und auf verleumderischen Aussagen eines ehemaligen Konvertiten, den Colombière geistlich betreut hatte.

  • Er wurde in das King’s Bench Prison (London) gebracht, wo er unter harten Bedingungen etwa drei Wochen festgehalten wurde.

  • Sein Gesundheitszustand, der durch eine bereits bestehende Lungenerkrankung geschwächt war, verschlechterte sich im Gefängnis deutlich.

  • Dank diplomatischer Intervention des französischen Königs Ludwig XIV., dem Colombière als französischer Untertan unterstand, entging er der Hinrichtung und wurde 1679 aus England ausgewiesen bzw. freigelassen.

  • Er kehrte nach Frankreich zurück, wo seine Gesundheit dauerhaft geschädigt war und er 1682 starb.

 _____________________________

Colombière's zeal and the English climate soon combined to weaken his health and a pulmonary condition threatened to end his work in that country. In November 1678, while awaiting a recall to France, he was suddenly arrested and thrown into prison, denounced as being a part of the Popish Plot alleged by Titus Oates against the English throne.[1] Caught up in the anti-Catholic hysteria which resulted from this alleged plot, he was confined in severe conditions at the King's Bench Prison, where his fragile health took a turn for the worse. He is quoted by the historian John Philipps Kenyon as having described the effects of the situation—in which over 20 Jesuits died—on the Society of Jesus, writing:

"The name of the Jesuit is hated above all else, even by priests both secular and regular, and by the Catholic laity as well, because it is said that the Jesuits have caused this raging storm, which is likely to overthrow the whole Catholic religion".[5]

Thanks to his position at the Royal Court and to the protection of the King of France, Louis XIV, whose subject he was, he escaped death but was expelled from England in 1679. He returned to France with his health ruined by his imprisonment. 

(wiki) 

_________________________________

The intense pace of his work and the poor climate combined to undermine his health, and evidence of a serious pulmonary disease began to appear. Claude, however, made no changes in his work or life style.

Of a sudden, at the end of 1678, he was calumniously accused and arrested in connection with the Titus Oates "papist plot". After two days he was transferred to the severe King's Bench Prison where he remained for three weeks in extremely poor conditions until his expulsion from England by royal decree. This suffering further weakened Claude's health which, with ups and downs, deteriorated rapidly on his return to France.

During the summer of 1681 he returned to Paray, in very poor condition. On 15th February 1682, the first Sunday of Lent, towards evening Claude suffered the severe hemorrhage which ended his life.

vaticanva 


Links das Grab des hl. Claude de la Colombiere, chapelle la Colombiere

Samstag, 13. Dezember 2025

Öffne uns auf ihre Fürsprache die Augen

 

Altar der hl. Odilie

Die Tochter des elsässischen Herzogs Attich war Stifterin und erste Äbtissin des Klosters Odilienberg (Elsass) und gründete auch Niedermünster am Fuß des Odilienbergs. Nach der Legende war sie blind geboren und wurde durch die Taufe geheilt (Darstellung mit zwei auf einem Buch liegenden Augen). Gestorben um 720, Grab in der Johanneskapelle auf dem Odilienberg.

Gott, du wahres Licht,
du hast den Blinden und Augenkranken

in der heiligen Odilia
eine himmlische Patronin gegeben.
Öffne uns auf ihre Fürsprache die Augen,
damit wir in der geschaffenen Schönheit
deine Größe erahnen
und dich einst schauen in deinem himmlischen Licht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Steinstatue der hl. Ottilia auf dem Odilienberg 

Figurenrelief in der Erzabtei St. Ottilien 

Heute gedenkt die Kirche auch der hl. Lucia von Syrakus

Glasfenster und Kathedrale von Syrakus 

Steinfigur an der Kathedrale von Syrakus 

Die Legende der hl. Lucia (Glasfenster in der Kathedrale von Metz)

Biographie (Stift Vorau) 

Glasfenster im All Souls College, Oxford

Kirche auf dem Odilienberg, Monte Sainte-Odile

Sonntag, 30. November 2025

Freudig umfange ich dich (Andreas)

Du Kreuz Christi, du wahres Heil der Welt,
freudig umfange ich dich,
denn lange habe ich nach dir verlangt.
Stärke mich, dem Herrn treu zu sein bis zum Ende.

Christus in der Herrlichkeit inzensiert von Engeln, darunter li ein Heiliger vor dem Richter,
Mitte: Andreas stirbt, seine Seele wird zu Gott getragen, re: der Prokonsul Ägeas wird von einem Dämon bestraft,
Andreasfenster, Notre Dame de Chartres

1. Ankunft des Apostels in Patras

Andreas wirkt als Missionar in Achaia (Griechenland) und bekehrt viele Menschen durch Predigt und Heilungen. Zu seinen wichtigsten Bekehrten gehören Vertreter der lokalen Oberschicht, darunter die Frau des Prokonsuls Ägeas.
Diese Bekehrungen stören die gesellschaftliche Ordnung und erregen den Unmut der Behörden.

2. Konflikt mit dem Prokonsul Ägeas

Der römische Statthalter Ägeas hält Andreas’ Predigt gegen Götterbilder und Opferkult für staatsfeindlich.
Er fordert ihn auf, dem römischen Kult zu opfern, was Andreas ablehnt.
Es folgt ein theologischer Streit: Andreas argumentiert für den Gottessohn Christus, während Ägeas auf die Autorität Roms verweist und droht, ihn hinrichten zu lassen.

3. Verhaftung und Verurteilung

Andreas wird festgenommen und vor Gericht gestellt.
Trotz Drohungen bekennt er Christus und verweigert das Opfer.
Ägeas verurteilt ihn zum Kreuzestod – eigentlich als gezielte Demütigung, da diese Strafe Sklaven und Aufständischen vorbehalten ist.

4. Der Weg zum Kreuz

Andreas geht freudig zum Ort der Hinrichtung und hält unterwegs eine längere Rede über:

  • die Bedeutung des Kreuzes als Zeichen des Heils,

  • die Nachfolge Christi,

  • die Notwendigkeit des Leidens für den Glauben.

Er betrachtet das Kreuz nicht als Schande, sondern als Teilnahme am Leiden Christi.

5. Die Art der Kreuzigung

In der traditionellen Fassung wird Andreas nicht genagelt, sondern gebunden, damit sein Tod langsamer verläuft.
Späteren Versionen zufolge ist das Kreuz X-förmig (das heute so genannte „Andreaskreuz“), aber ältere Texte beschreiben lediglich ein schräg gestelltes oder anders geformtes Kreuz.

6. Andreas predigt vom Kreuz herab

Am Kreuz hält Andreas eine lange, erbauliche Rede. Wichtige Motive:

  • Dank an Christus, der ihn würdig macht zu leiden

  • Betrachtung des Kreuzes als Werkzeug der Erlösung

  • Ermahnung an die Zuschauer, Gott zu suchen und nicht auf irdische Macht zu vertrauen

Viele Menschen, bewegt von seiner Rede, beginnen zu weinen und fordern die Freilassung des Apostels. Eine große Menge läuft zum Statthalter.

7. Volk fordert Freilassung – Andreas lehnt ab

Ägeas ist von der Menge eingeschüchtert und befiehlt widerwillig, Andreas abzunehmen.
Doch Andreas weigert sich, das Kreuz zu verlassen. Er bittet Gott, dass er das Martyrium vollenden dürfe.
Nach den Texten verhindert eine übernatürliche Erscheinung (helles Licht oder Engelsgestalt) die Soldaten daran, ihn zu befreien.

8. Der Tod des Apostels

Nachdem das Licht verschwindet und er sein Gebet beendet hat, stirbt Andreas friedlich.
Die Menge ist erschüttert; der Prokonsul Ägeas soll kurz darauf durch ein Unglück oder göttliches Gericht sterben (abhängig von der Fassung).

9. Nachwirkung

Die Christen von Patras bestatten Andreas ehrenvoll.
Spätere Traditionen berichten von Translationen seiner Reliquien nach Konstantinopel und später nach Amalfi, was aber nicht Teil des ursprünglichen Martyriumstextes ist.


(Zusammenfassung des Andreasmartyriums von chatgpt, ohne Gewähr)

oben links Andreas und seine Schüler mit einem Bettler, Mitte: Andreas wird ans Kreuz befestigt,
rechts: der Prokonsul mit zwei Männern und Andreas,
unten links: Andreas vor dem Prokonsul Ägeas, Mitte im Gefängnis mit den Wärtern, rechts das Gerichtsverfahren


Fenster des Apostels Andreas in Notre Dame Chartres

Und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach

 

Detail aus dem Noahfenster, Notre Dame de Chartres


Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 24

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
37 Wie es in den Tagen des Noach war,
so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.
38 Wie die Menschen in jenen Tagen vor der Flut
aßen und tranken, heirateten und sich heiraten ließen,
bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,
39 und nichts ahnten,
bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte,
so wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein.
40 Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten,
einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
41 Und von zwei Frauen, die an derselben Mühle mahlen,
wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
42 Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
43 Bedenkt dies:
Wenn der Herr des Hauses wüsste,
in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt,
würde er wach bleiben
und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
44 Darum haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.

(Evangelium vom 1. Adventsonntag, Lesejahr A, Matthäus) 


Dienstag, 11. November 2025

Frieden und Gerechtigkeit durch Teilen und Solidarität

 

links Martin übernimmt als Soldat die Waffen, rechts: Mantelteilung bei Amiens, Tour, Saint Gatien,

BENEDIKT XVI.

ANGELUS

Petersplatz
Sonntag, 11. November 2007

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Kirche gedenkt heute, am 11. November, des hl. Martin, Bischof von Tours, eines der berühmtesten und am meisten verehrten Heiligen in Europa. Er wurde um 316 als Sohn heidnischer Eltern in Pannonien, im heutigen Ungarn, geboren und dann vom Vater für die Militärlaufbahn bestimmt.
Bereits als Jüngling begegnete Martin dem Christentum; nach Überwindung vieler Schwierigkeiten schrieb er sich als Katechumene ein, um sich auf die Taufe vorzubereiten. Er empfing das Sakrament im Alter von ungefähr zwanzig Jahren, mußte aber noch lange Zeit im Heer bleiben, wo er von seiner neuen Lebensweise Zeugnis ablegte: er war allen gegenüber respektvoll und entgegenkommend; er behandelte seinen Leibdiener wie einen Bruder und mied niedrige Vergnügungen. Nach seiner Verabschiedung aus dem Militärdienst begab er sich nach Poitiers in Frankreich zum heiligen Bischof Hilarius. Dieser weihte ihn zum Diakon und Priester; in der Folge wählte er das monastische Leben und gründete mit einigen Schülern in Ligugé das älteste bekannte Kloster in Europa. Nachdem ungefähr zehn Jahre später die Christen von Tours ohne Hirte geblieben waren, wählten sie ihn per Akklamation zu ihrem Bischof. Von da an widmete sich Martin mit brennendem Eifer der Evangelisierung der ländlichen Gegenden sowie der Ausbildung des Klerus.
Auch wenn ihm viele Wunder zugeschrieben werden, ist der hl. Martin vor allem für eine Tat der brüderlichen Nächstenliebe bekannt. Noch als junger Soldat begegnete er auf der Straße einem vor Kälte erstarrten und zitternden Armen. Da nahm er seinen Mantel, teilte ihn mit dem Schwert in zwei Teile und reichte dem Mann die eine Hälfte. In der Nacht erschien ihm im Traum Jesus, der lächelte und mit eben jenem Mantel bekleidet war.

Liebe Brüder und Schwestern, die Geste der Nächstenliebe des hl. Martin folgt derselben Logik, die Jesus dazu drängte, das Brot für die hungernde Menge zu vermehren, vor allem aber sich selbst der Menschheit in der Eucharistie als Speise zu hinterlassen, höchstes Zeichen der Liebe Gottes, »Sacramentum caritatis«. Es ist dies die Logik des Teilens, in der auf authentische Weise die Liebe zum Nächsten zum Ausdruck kommt. Der hl. Martin helfe uns zu verstehen, daß es nur durch gemeinsames Teilen möglich ist, auf die große Herausforderung unserer Zeit zu antworten: eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit zu errichten, in der ein jeder Mensch mit Würde leben kann. Dies kann geschehen, wenn ein weltweites Modell echter Solidarität vorherrscht, das in der Lage ist, allen Bewohnern des Planeten Nahrung, Wasser, notwendige medizinische Versorgung, aber auch Arbeit und Energieressourcen sowie kulturelle Güter, wissenschaftliches und technologisches Wissen sicherzustellen.

Wir wenden uns jetzt an die Jungfrau Maria, auf daß sie allen Christen helfe, wie der hl. Martin hochherzige Zeugen des Evangeliums der Liebe und unermüdliche Gestalter solidarischen Teilens zu sein.

 

rechts der Stifter, vermutlich der Benedikterabt von Cormery der sein Buntglasfenster in klein präsentiert

 

Kuppelfigur des Mönchsbischof Martin auf der Basilika Saint Martin in Tour 

Martin - die Geste der Nächstenliebe (Hochaltarfigurengruppe in Lassee)

In seinem Mund war nichts anderes als Christus (St. Martin - Bingen)

Wie Martin Bischof wurde

Im Zeichen des Kreuzes gegen heidnische Kulte (Pachamama und Co)

Mantelteilung, Glasfenster in Canterbury Cathedral, Angelus von Papst Benedikt XVI.

Martin von Tours begegnet Hilarius von Poitiers

Wo Martin seinen Mantel teilte

Warum haben wir nur so geschnattert?

Martin als bischöflicher Exorzist


Eine über 700 Jahre alte Mantelteilung

Am Geburtsort des hl. Martin

Am Grab des hl. Martin

Bonusmaterial: Grab des hl. Martin