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Montag, 9. November 2015

Das Baptisterium im Lateran

Taufkapelle des Lateran, San Giovanni in Fonte


Im Tambour sieht man Kopien der aus dem 17. Jh. stammenden Gemälde von Andrea Sacchi, die das Leben von
Johannes dem Täufer veranschaulichen

antike Wanne aus grünem Basalt, gekrönt vom Bronzeaufbau aus dem 17. Jahrhundert


„Durch die Güte Gottes dürfen wir heute den Weihetag dieses Gotteshauses mit Freude und Jubel begehen. Der wirkliche und lebendige Tempel jedoch müssen wir selber sein.
Dennoch feiern die christlichen Völker mit Recht das Fest der Mutterkirche. weil sie wissen, dass sie durch diese Kirche im Geist wiedergeboren wurden. (...) Die erste Geburt gebar uns für den Tod, die zweite rief uns zum Leben zurück.
Vor der Taufe, meine Lieben, waren wir alle Tempel des Teufels, nach der Taufe wurden wir Tempel Christi.
Wenn wir aufmerksamer über das Heil unserer Seele nachdenken, erkennen wir auch, dass der eigentliche und lebendige Tempel Gottes wir selber sind.
Gott wohnt nicht bloß in dem, was von Menschenhand gemacht ist, und nicht in einem Haus aus Holz und Stein, sondern vor allem in der Seele, die nach dem Bild Gottes geschaffen und von der Hand des Künstlers selbst gebildet ist. Der heilige Apostel Paulus sagt: Gottes Tempel ist heilig, und der seid ihr.
Christus kam und warf den Teufel aus unserem Herzen hinaus, um in uns für sich einen Tempel zu schaffen. Nach Kräften wollen wir darum mit seiner Hilfe daran arbeiten, dass ihm in uns nicht durch böse Taten Unrecht geschieht. (...)
Wenn wir daher, meine Lieben, mit Freuden den Gedächtnistag des Gotteshauses feiern wollen, dürfen wir den lebendigen Tempel Gottes nicht in uns durch böse Werke zerstören. Wie wir die Kirche vorfinden wollen, wenn wir zu ihr kommen, geradeso müssen wir unsere Seele bereiten.“
(Caesarius von Arles)



Samstag, 14. September 2013

Die Kreuzesreliquie in S. Croce in Gerusalemme


S. Croce in Gerusalemme, Rom

Santa Croce in Gerusalemme (Heiliges Kreuz) in Jerusalem gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms. Sie werden bei der Siebenkirchenwallfahrt an einem einzigen Tag aufgesucht. Ähnlich wie S. Lorenzo fuori le Mura spielt sie im Bewußtsein der Rompilger eine untergeordnete Rolle.

Kaiser Konstantin der Große und seine Mutter Helena (306-337) haben wahrscheinlich auf dem Palast Sessoriano, der als Wohnsitz der Kaiser diente, eine Kirche errichtet. Darin sollten jene Reliquien aufbewahrt werden, die Helena in Jerusalem gefunden und nach Rom zurückgebracht hatte. Die Kirche wurde Basilica Heleniana bzw. Sessoriana genannt, offiziell hieß sie "Hierusalem".

Helena mit dem Kreuz, Fassada S. Croce in Gerusalemme

vlnr: Helena, Evangelisten Lukas, Matthäus, Johannes, Markus, Kaiser Konstantin

Fassadenkrönung von S. Croce in Gerusalemme:
Evangelist Markus u. Kaiser Konstantin

Das Portal führt in ein Atrium mit Kuppelgewölbe



Kosmatenfußboden aus dem 12. Jahrhundert

Das Apsisfresko erzählt die Geschichte von der Auffindung des Kreuzes, in einer
Basalturne unter dem Altar befinden sich Reliquien der Hll. Caesarius u. Anastasius


Segnender Christus in einer Mandorla von Engel (1492)
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben

Im Jahre 1570 wurden die Reliquien aus der unterirdischen Kapelle der hl. Helena entfernt und in einen darüberliegenden Raum gebracht, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Später entschloss man sich zum Bau einer Reliquienkapelle, die 1952 fertiggestellt wurde. In ihr werden Fragmente des Kreuzes, der Titulus mit einem Teil der Aufschrift "Jesus von Nazareth, der König der Juden" (INRI), ein Kreuznagel und zwei Dornen der Krone Jesu zur Verehrung aufbewahrt.



Reliquienkapelle, S. Croce in Gerusalemme


Reliquiar für das Kreuz




Die hl. Helena wird in den Himmel aufgenommen (1744)

Großschrift: Sei gegrüßt, o Kreuz, du einzige Hoffnung, Hl. Bernard, Kirchenlehrer,
Fasciculus myrrhae dilectus meus mihi (ein Myrrenbündel ist mir mein Geliebter (Hoheslied 1,13);
ab 1049 betreuen Benediktiner das Kloster, 1561 übernehmen es Zisterzienser

Der Sohn Gottes ist in die Welt gekommen, Mensch geworden, hat die Passion erlitten, 
uns aus der Gefangenschaft errettet und hat die Menschennatur verherrlicht,
weil Gott uns liebt, nicht nur die Gerechten, sondern auch die Sünder,
und weil er seinen Sohn für uns in den Tod geschickt hat,
auf dass wir in mitreissender Liebe für ihn entflammen.

Wir müssen Gott dafür lieben, dass er uns erschaffen hat,
aber umso mehr dafür, dass er uns erlöst hat.
Wir müssen ihn lieben, weil er uns das Leben geschenkt hat,
weil er uns durch den Tod seines Sohnes errettet hat, so dass uns auf ewig das Paradies offen steht.

Wir lieben Gott, weil er uns liebt.

(Bernhard von Clairvaux)

hl. Benedikt von Nursia und hl. Bernard von Clairvaux, Glasmalerei