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Freitag, 7. November 2025

Die Ausrottung des Heidentums (Willibrord)

1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

3. Anfang der Missionstätigkeit

4. Verkündigung und Kirchengründung

5. Willibrord wird Bischof 

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach

 

Sämtliche Bilder dieses Fensters von Gust Zander beziehen sich auf die Insel Walcheren, die vor der niederländischen Küste liegt und heute mit dem Festland verbunden ist.

Willibrord ist aus Rom zurückgekehrt und soll auf Wunsch Pippins weiter an der Ausrottung des Heidentums im fränkischen Reich arbeiten. Seinen Bischofssitz hat er, ebenfalls gemäß einer Weisung des Hausmeiers, in Utrecht aufgeschlagen.
Auf der Insel Walcheren trifft der Missionar auf ein altes Götzenbild, das er mit einem Hammer zerstört. Der Hüter des Heiligtums schlägt mit dem Schwert nach dem Heiligen, kann ihn aber nicht verletzen. So berichtet Alkuin.

Willibrord zerstört das Götzenbild, Echternacher Basilika
 

In den drei mittleren Feldern darunter steht Willibrord an der Meeresküste und zeichnet mit seinem Stab eine Linie, die das Wasser begrenzt und zurückdrängt. Dadurch werden die Ufer befestigt und das Land wird nicht mehr wie bisher überflutet. Diese Begebenheit schildert Thiofrid im 13. Kapitel seiner Willibrord-Vita.

Willibrord setzt die Grenze von Wasser und Land, Basilika Echternach


Die seitlichen Lanzetten beziehen sich auf historische Ereignisse, die lange nach Willibrords Tod stattfanden.
1103 streiten die Inselbewohner untereinander. Als Vermittler rufen sie den Vorsteher der Abtei Echternach herbei, die vermutlich über bedeutenden Grundbesitz auf Walcheren verfügt. Die rechte Lanzette zeigt den Abt bei der Fahrt übers Meer. Es gelingt ihm, die Verhältnisse zu ordnen und Ruhe zu schaffen. Klugerweise lässt er sich bei seiner Mission von dem Echternacher Mönch Ekehard beraten, der einer angesehen Familie aus Walcheren entstammt. Die Vermittlerrolle des Echternacher Prälaten zeigt, wie eng die Beziehungen zwischen der Insel und den Nachfolgern des heiligen Willibrord an der der Spitze seines Klosters geblieben sind. Bis zur Reformation gibt es in Westkapelle eine Pfarrkirche, die den Namen Willibrords trägt.

Der Abt unterwegs zur Streitschlichtung
 

Im Jahre  1067 kommt es zu einer Schlacht zwischen den Einwohnern der Insel Walcheren und dem späteren flämischen Grafen Robrecht. Die Inselbewohner befestigen Willibrordreliquien an ihrer Standarte und siegen. Oben flieht der Graf mit seinen Truppen. Auf der Insel kehrt Friede ein, dargestellt in Form einer weißen Taube.
(Das Leben und Wirken des hl. Willibrord dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika)

Sieg durch die Fürsprache des hl. Willibrod

Dienstag, 7. November 2023

Willibrord wird Bischof

 1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

3. Anfang der Missionstätigkeit

4. Verkündigung und Kirchengründung

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach


Bischofsweihe von Willibrord, Jean Barillet

 

Reise nach Rom

Engel bereitet Papst Sergius I. auf das Kommen Willibrords vor

Heiliger Willibrord, bitte für uns!

Bischofsweihe


Montag, 7. November 2022

Willibrord - Verkündigung und Kirchengründung (4)

 Das 4. Fenster befindet sich in der ersten, d. h. westlich gelegenen Seitenkapelle des Südschiffes. Gleich rechts im Bild greift der Luxemburger Künstler Gust Zanter (1916-2001) die ablehnende Haltung, ja das Zerstörungswerk des Friesenkönigs Radbod noch einmal auf, das erst mit seinem Tod 719 enden wird.

Das Feuer, das er über die unten erkennbare Kirche ausgießt, könnte jedoch auch Hinweis auf die mehrmaligen Zerstörungen gedeutet werden, denen die Hauptgründung des Heiligen, nämlich die Echternacher Klosteranlage, mehrmals ausgesetzt sein wird. Das dargestellte Gotteshaus erinnert effektiv sehr stark an die Basilika.


Der mit erhobenem Kreuz in der Mitte oben dargestellte Willibrord beherrscht jedoch klar die gesamte Komposition. Beidseitig erblicken wir die Menschen, die sich vertrauensvoll nähern, um das Evangelium zu hören.

Heiliger Willibrord, bitte für uns!

Die entsprechenden unteren Register zeigen eine historisch bedeutende Szene: die Schenkung einer Kirche mit Dependenzien in der Burg Antwerpen ("in Antwerpo castello") durch Herzog Rohing und seine Gemahlin. Es handelt sich dabei um den ersten urkundlich belegten Immobilienbesitz, der dem Glaubensboten übertragen wird. Die Stift geht vermutlich auf das Jahr 692 oder 693 zurück. Willibrord war damals noch nicht Bischof, auch wenn er hier bereits in Pontifikalkleidung in Erscheinung tritt.

 


Die Kirche in Antwerpen, die dem Heiligen nun gehört, steht am Anfang einer langen Liste von Gotteshäusern, die ihm in der Folge geschenkt oder auch von ihm selbst gegründet werden.
Dieser Tatsache führt die monumentale Darstellung außen links vor Augen, die Willibrord mit einer Stiftungsurkunde in der Hand und einer monumentalen, teilweise noch eingerüsteten Kirche zu Füßen zeigt.
(Das Leben und Wirken des hl. Willibrord  dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 25)


 

1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

3. Anfang der Missionstätigkeit

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach

Kirchengründung durch Willibrord, Echternach

 

Samstag, 7. November 2020

Willibrord - Anfang der Missionstätigkeit (3)

Das dritte Fenster, ebenfalls von Jean Barillet entworfen, ist dem Anfang der Missionstätigkeit Willibords auf dem Kontinent gewidmet. Selbstverständlich gab es bei der Ankunft des Glaubensboten bereits zahlreiche Christen.

Die Landbevölkerung war jedoch zum Teil heidnisch geblieben oder hing wenigstens noch zahlreichen abergläubischen Vorstellungen und Praktiken an, die mit der kirchlichen Lehre nicht in Einklang standen. Der lateinische Ausdruck für Heiden "pagani" (französisch "paiens") bezeichnet übrigens in erster Linie Menschen, die außerhalb der Städte wohnten. Um den Erfolg seiner Verkündigung zu sichern und zu festigen, setzt Willibrord sich in Verbindung mit den weltlichen Machthabern. Erster Ansprechpartner ist Pippin II., auch noch genannt der Mittlere oder von Heristal (* um 635/40, +714), der Hausmeier der nerowingischen Könige.

 1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

2. Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach

 


Der Glaubensbote erscheint oben in der mittleren Lanzette in Mönchkleidung vor dem Hintergrund einer Burg oder befestigten Stadt. Links von ihm erkennen wir einige seiner Gefährten mit ihren Wanderstäben, die darauf hindeuten, dass sie "peregrini" - Wandermönche sind, die sich bewusst für die Missionsarbeit außerhalb der Heimat in der Fremde entschieden haben. Rechts steht Pippin, die Linke auf sein Schwert gestützt. Er ist jedoch nicht in einer Rüstung dargestellt, sondern in einem Herrschergewand. Der Rock ist purpurfarben, ein unverkennbarer Hinweis auf seine herausragende Stellung. Auf dem Haupt trägt er die Krone des "dux et princeps Francorum" - "Herzog und Anführer der Franken", als der er seit 687 unumstritten gilt.


Wandermönche, Willibrord, Pippin

 

Bekanntlich sagt der Hausmeier dem Missionar seine Unterstützung zu und sendet ihn nach Rom, wo er sich die kirchliche Einwilligung für seine Pläne einholen soll. Die unteren drei Mittelfelder machen deutlich, dass Willibrord jedoch nicht überall wohlwollend aufgenommen wird. Der friesische König Radbod, begleitet von seinen Kriegern, tritt dem wehrlosen Mönch mit erhobenen Schwert entgegen und vertreibt ihn aus seinem Land.


König Radbod vertreibt die Mönche

 

Noch schlimmer ergeht es zwei Gefährten des Angelsachsen, die mit ihm aus Irland gekommen sind. Sie sind in den beiden äußeren Lanzetten zu erkennen, links Ewald der Weiße, rechts Ewald der Schwarze.

Die Bezeichnungen erklären sich durch die Haarfarbe. Sie missionieren bei den heidnischen Sachsen und sterben beide als Märtyrer, vermutlich am 3. Oktober 695. Der Tag ist in Willibrords eigenem Kalender verzeichnet. Pippin lässt ihre Reliquien nach Köln überführen, wo sie in der Kirche Sankt Kunibert verehrt werden.

(Das Leben und Wirken des hl. Willibrord dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 24f)

Ewald der Schwarze

Ewald der Weiße

Mission des Willibrord, Echternacher Basilika

Donnerstag, 7. November 2019

Willibrord - Priesterweihe und Aufbruch zur Mission

Wegen politischer Auseinandersetzungen mit König Egfried, muss Wilfrid sein Kloster Ripon und sein Bistum York um 678 verlassen. Zur gleichen Zeit empfindet Willibrord den Wunsch zur "preregrinatio" oder "perpetua" aufzubrechen, um sich dem Ideal der Vollkommenheit zu nähern.

Die Pilgerschaft ist ein Charakteristikum des insularen Mönchtums, das in ungezählten Lebensbeschreibungen jener Zeit auftritt. Auch der spätere Aufbruch Willibrords von den britischen Inseln zum Kontinent ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Da die irischen Klöster eine besondere Anziehungskraft ausüben, entscheidet er sich für die Abtei von Rathmelsigi oder Melifont in Irland. Sie wird geleitet von dem romtreuen Ecbert, der nun die Verantwortung für Willibrords weitere Ausbildung unternimmt.
"Nun hatte er (Willibrord) aber gehört, dass in Irland die christliche Lehre ein besonders hohes Niveau erreicht habe, auch wurde er angestachelt durch den Lebenswandel gewisser Heiliger ... die beide aus Liebe zur himmlischen Heimat Haus, Vaterland und Verwandtschaft verlassen hatten..." (Alkuin)

1. Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern von Echternach (Geburt, Erziehung, Klostereintritt)

Am Grab des hl. Willibrord von Friesland in Echternach


Priesterweihe und Aufbruch zur Mission, um 1950, Echternach

Rechts im Bild ist der Klostervorsteher Ecbert in Bischofstracht dargestellt. Wie Willibrord stammt er aus Northumbrien und hat aus religiösen Gründen die Heimat verlassen, die er nicht mehr aufsuchen will. Er stirbt 729 im Alter von 90 Jahren als Abt von Jona.

Egbert

Als Pendant erscheint der Missionar Wicbert, der in dem gleichen Kloster lebt. Ecbert hatte ihn als Glaubensboten nach Friesland geschickt, von wo er jedoch nach zwei Jahren erfolglos zurückgekehrt war. Zu seinen Füßen liegt ein zertrümmertes Götzenbild.

Wigbert

Im unteren Mittelfeld erblicken wir den hl. Willibrord bei der ersten Messe, die er nach der Priesterweihe inmitten der Klostergemeinschaft feiert. Dargestellt ist der Augenblick der Wandlung: der Zelebrant beugt sich über Hoste und Kelch, zu beiden Seiten kniet je ein Ministrant.

Willibrords erste heilige Messe, Echternach

Im oberen Bereich wird der Aufbruch zur Mission auf dem europäischen Festland dargestellt.
"Im Alter von 33 Jahren wuchs dem außergewöhnlichen Mann ein immer stärkeres Glaubensfeuer im Inneren, so dass es ihm unbefriedigend erschien, nur für seine eigene Person in der Heiligung sich abgemüht zu haben, wenn er nicht auch anderen durch die Verkündigung der Wahrheit von Nutzen wäre." (Alkuin)
Im Jahre 690 verläßt Willibrord zusammen mit elf Gefährten sein irisches Kloster, um das Evangelium zu den stammesverwandten Friesen zu bringen. Dabei kann er sich ohne Zweifel auf die Erfahrungen des älteren Wicbert stützen, der sicherlich an der Vorbereitung des Unternehmens beteiligt war. Die Gruppe der insgesamt zwölf Missionare erinnert selbstverständlich an die zwölf Apostel, die mit dem gleichen Anliegen in die Welt hinausgezogen sind.

Willibrord liegt in Gebetshaltung am Boden, um den göttlichen Segen für die Verkündigung zu erflehen. Hinter ihm stehen die Gefährten, von denen einige den Märtyrertod sterben werden. Sie tragen ein Buch mit sich, vermutlich ein Evangeliar, das heute in Paris aufbewahrt wird und nach Willibrord bezeichnet wird. In Wirklichkeit wurden bei solchen Riesen jedoch handlichere und weniger aufwändige Kopien der Schrift mitgenommen.
Eine Kerze weist auf den Licht des Glaubens hin, das den heidnischen Friesen gebracht werden soll. Auch Reliquiare werden mitgeführt. Ihr Inhalt soll bei der Weihe neuer Kirchen und Altäre zur Verwendung kommen.

Aufbruch zur Mission, Bitte um den göttlichen Segen

Wo Willibrord mit seinen Gefährten an Land gegangen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Alkuin nennt die Gegend der Rheinmündung, Theofrid spricht sich aus für Gravelines. Vom Landungsplatz aus führt die Reise weiter nach Traiectum, das wir als Utrecht bezeichnen.
(Das Leben und Wirken des hl. Willibrord dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 21f)

Mittwoch, 7. November 2018

Leben und Wirken des hl. Willibrord in den Fenstern der Echternacher Basilika (1)

Traumgesicht der Mutter des hl. Willibrord

Das erste Fenster  ist im rechten Seitenschiff gleich beim Eingang.
Die Komposition befasst sich mit Willibrords Geburt und Erziehung. Im unterne Teil der drei mittleren Lanzetten, erkennen wir, auf ihrem Nachtlager ausgestreckt, Willibrords Mutter, deren Name nicht überliefert ist. Die geschlossenen Augen machen deutlich, dass sie schläft. Ihre ausgebreiteten Arme und erhobenen Hände drücken wohl die Bereitschaft zur Befolgung des göttlichen Willens aus. Am Fußende wacht ein Hund, Symbol der ehelichen Treue. Am Himmel erscheinen mehrere Gestirne und der Vollmond. Von diesem gehen Strahlen aus und berühren den Mund der Schlafenden.
Das ganze Bild zeigt ein Traumgesicht, das die Frau sich von einem frommen Priester deuten lässt. Dieser teilt ihr mit, dass sie soeben einen Sohn empfangen hat, der laut Alkuin "mit dem Licht der Wahrheit die Irrtümer der Finsternis zersprengen" wird. Thiofrid deutet: "Die Mondkugel... ist dein strahlender Sohn, den du Segensreiche empfangen hast... Dieser wird durch den strahlenden Glanz seiner Lauterkeit helles Licht ergießen auf die Geister der fleischlich Gesinnten... Durch den Glanz seines wunderbaren Werkes wird er wie durch die Sonne, wenn sie im Zenit ihre Strahlen aussendet, durch das Licht seines lobenswerten Rufs wie durch den Mund, der dem Licht folgt, in dieser nächtlichen Dämmerung des irdischen Daseins einen glanzvollen Namen besitzen. ...Er wird.... glänzender strahlen als die geheimnisvollen Gestirne des Firmaments."

(..) Das historische Ereignis tritt ein im Jahr 658 an einem nicht näher bekannten Ort des Königreiches Northumbrien, einem jener sieben Staaten, in die England damals aufgeteilt ist. Willibrords Vater heißt Wilgis (Wilgils, Willigis) und ist sächsischer Herkunft. Er gehört also zu einem jener germanischen Stämme, die sich im Zuge der Völkerwanderungen auf der Insel Britannien niedergelassen haben. Diese Sachsen waren Heiden, deren Bekehrung zum christlichen Glauben erst am Anfang des 7. Jahrhunderts erfolgte. Nach der Geburt erhält der Knabe den Namen Willibrord, was bedeutet "starke Schwertspitze".

Willibrod wird im Kloster aufgenommen, Echternach

Willibrords Eltern waren zweifellos tiefgläubige, fromme Menschen, denn sie bringen ihr Kind schon früh, etwa im Alter von sechs Jahren, als Oblaten in das Kloster von Ripon. Die Übergabe an das Kloster bedeutete auch Zugang zu Bildung und Wissen, wie sie nur in solchen Kreisen zu finden waren. (..) Da die Einrichtung der Oblation zu zahlreichen Missbräuchen führte, wurde sie übrigens im 10./11. Jahrhundert im Rahmen der cluniazensischen Reform abgeschafft.

In der mittleren Lanzette steht oben der Klostervorsteher, der berühmte Wilfrid von York, die Rechte zum Segen erhoben, in der Linken die Oblationsurkunde haltend. Links neben ihm steht ein Krieger mit Lanze, vielleicht auch als Allegorie der Tapferkeit und Stärke zu deuten, davor zwei Mönche, der eine mit dem Abtstab, der andere mit einem aufgeschlagenen Buch, in dem die Worte "Te igitur" zu lesen sind. Es handelt sich dabei um den Anfang des römischen Kanongebetes, das vermutlich den Opfercharakter der Szene unterstreichen soll.
Rechts kniet schließlich der Knabe Willibrord, seine Mutter hat eine Hand auf seinen Arm gelegt, die andere streckt sie dem Abt entgegen, der im Namen Gottes das Kind aufnimmt. Der Vater steht in Ritterrüstung dahinter. Die Kleidung deutet die vornehme Herkunft und die Tätigkeit im Dienst bzw. in der Umgebung des Königs an.


Die linke Lanzette zeigt die Tonsurierung des inzwischen herangewachsenen Willibrord. Mit einer Schere werden ihm die Haupthaare abgeschnitten. Damit wird er in den Klerikerstand aufgenommen. Auffallend ist, dass der Schnitt nach der römischen Gepflogenheit erfolgt, daß heißt außer einem Kranz wird das gesamte Haar entfernt. Dieses Detail verweist auf die Romtreue des Klosters Ripon. Es gab nämlich in dieser Zeit in der englischen Kirche auch Anhänger iroschottischer Gebräuche, die eine andere Form der Tonsur, ein anderes Osterdatum und andere Riten bei der Taufe und der Eucharistie verteidigten. Die bedingungslose Ausrichtung auf Rom wird das ganze Leben Willibrords entscheidend prägen.

Wilgis, der Vater von Willibrod als Einsiedler, Echternach


Ganz rechts schließlich erscheint Willibrords Vater Wilgis als Einsiedler. Nach dem frühen Tod seiner Frau hat er sich als Einsiedler an die Mündung des Humberflusses zurückgezogen. In einem dem heiligen Apostel Andreas geweihten Gotteshaus widmet er sich der Entsagung und dem Gebet. Da sein Vorbild auf seine Zeitgenossen einen tiefen Eindruck machte, schlossen sich ihm Gleichgesinnte an und so entstand eine Klostergemeinschaft. Nach seinem Tod wurde Wilgis als Heiliger verehrt. Die Echternacher Mönche feiern sein Fest jedes Jahr am 30. Januar.
(aus: das Leben und Wirken des heiligen Willibrord dargestellt in den Seitenschifffenstern der Echternacher Basilika, 16f)

In der Basilika des hl. Willibrord in Echternach


Geburt und Erziehung des hl. Willibrord, Theodore Hanssen (1885-1957), gefertigt 1950-52, Echternach

Dienstag, 7. November 2017

Willibrord von Friesland in Echternach

Willibrord von Friesland, Echternach



Willibrord von Friesland, Erzbischof und Glaubensbote. Willibrord wurde 658 in Northumbrien in England geboren, er war Schüler Wilfrids, des späteren Bonifatius. Mit 20 Jahren wurde er Mönch im irischen Kloster Rathmelsigi unter Abt Egbert, der ihn 690 mit Swidbert und weiteren zehn Gefährten nach Friesland sandte. Willibrord ließ sich von dem fränkischen Hausmeier Pippin ein Missionsgebiet zuweisen und holte sich von Papst Sergius I. die Vollmacht zur Glaubensverkündigung. 695 sandte ihn Pippin erneut nach Rom, wo der Papst Willibrord am 21. November zum Erzbischof der Friesen weihte und ihm den neuen Missionsnamen Klemens gab. Willibrord errichtete in Utrecht seine Bischofskirche. Um 700 gründete er mit Hilfe des fränkischen Adels das Kloster Echternach als Basis für die Mission. Mit dem Tod Pippins 714 brach die fränkische Herrschaft zusammen und damit auch die Mission in Friesland. Sie konnte erst um 719 wieder aufgenommen werden. Erzbischof Willibrord starb am 7. November 739 wahrscheinlich zu Echternach, wo er auch bestattet wurde.
(Martyrologium Sancrucense)





WILLKOMMEN!!




Statue des hl. Willibrord aus Eichenholz, 17.18. Jh., Echternach


Abgang zur Willibrordskrypta

Fatimasaltar in der Krypta


Marmorsarkophag des hl. Willibord, Krypta Echternach


Willibrord segnet eine Gruppe von Pilgern bei der Springprozession

 Heiliger Willibrord, dich ehrt die Kirche
als rastlosen Verkünder des heiligen Evangeliums.
Hilf uns, den Glauben zu bekennen und zu leben.

Erflehe der Kirche Heiligkeit,
den Getauften Einheit,
allen Menschen Frieden.
Sei unser Fürsprecher im Gebet.

Mit großem Vertrauen bitte ich für mich 
und die Meinen.

Heiliger Willibrord, du Helfer der leidenden Menschheit,
du Tröster der von Kummer Bedrückten,
tritt für uns ein, damit der Kelch des Leidens
an uns verübergehe und das Übel weiche. Amen.

(Mit Willibrord zu Christus, Pilgerbüchlein)

Flügelaltar des hl. Willibord, links Sebastian, rechts Barbara, um 1604, A. Stevens