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Montag, 27. April 2026

Petrus Canisius über die Auferstehung des Herrn

 

St Aloysius´RC, Jesuitenkirche, Glasgow


V. Hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten.

Was legt uns der fünfte Artikel zu glauben vor?

Er lehrt, dass Christus, nachdem er am Kreuz gestorben war, der Seele nach zwar bis zur Unterwelt vorgedrungen ist, um sich als Sieger über Tod und Satan und als Befreier der im Limbus (Vorhölle) sitzenden Väter zu erweisen; dem Leibe nach aber am dritten Tage, da er als Siegesfürst aus der Unterwelt zurückkehren wollte, aus eigener Kraft aus dem Grab als derselbe, der für uns am Holz gehangen und unsterblich und glorreich als Erstgeborener von den Toten (Kol 1,18) auferstanden ist.

Mit diesem wunderbaren Werk tröstet und lehrt er, dass die Auserwählten befreit werden aus der Macht der Satans, des Todes und, der Unterwelt. Diese Gnade der Auferstehung bietet er allen an und gewährt, dass die wahrhaft an Christus Glaubenden aus Lastern zu Tugenden, vom Tod der Sünde zum Leben der Gnade und am Ende aller Zeiten vom Tod des Leibes zum unsterblichen Leben auferstehen.

Denn wenn Christus auferstanden ist, werden auch wir auferstehen (vgl. 1 Kor 15,16)

(Petrus Canisius, Der Große Katechismus, 85f)


Heiliger Petrus Canisius, bitte für uns!
St Aloysius´RC, Jesuitenkirche, Glasgow

Glasfenster in der Wiener Servatiuskirche (Vita), über die Auferstehung

Fahne des hl. Petrus Canisius in der Wiener Canisiuskirche (Benedikt XVI. über Petrus Canisius)

Jesuitenkirche in Malaga, Gebet des hl. Petrus Canisius anlässlich seiner Herz Jesu Vision

Jesuitenkirche in Wien, P. Canisius über die Ehescheidung


Canisiuskirche in Wien, P. Canisius als Katechet


aus einem Brief von Ignatius von Loyola an Petrus Canisius


Petrus Canisius in Innsbruck, Dom St. Jakob

Samstag, 21. März 2026

Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist

 Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 11

In jener Zeit
1 war ein Mann krank,
Lázarus aus Betánien,
dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
2 Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt
und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte;
deren Bruder Lázarus war krank.
3 Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
4 Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
5 Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus.
6 Als er hörte, dass Lázarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
7 Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
8 Die Jünger sagten zu ihm:
Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen
und du gehst wieder dorthin?
9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden?
Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an,
weil er das Licht dieser Welt sieht;
10 wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,
weil das Licht nicht in ihm ist.
11 So sprach er.
Dann sagte er zu ihnen:
Lázarus, unser Freund, schläft;
aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.
12 Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
13 Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen,
während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.
14 Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt:
Lázarus ist gestorben.
15 Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war;
denn ich will, dass ihr glaubt.
Doch wir wollen zu ihm gehen.
16 Da sagte Thomas, genannt Dídymus – Zwilling –,
zu den anderen Jüngern:
Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!
17 Als Jesus ankam,
fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
18 Betánien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
20 Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
21 Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22 Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24 Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
25 Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
26 und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
27 Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
28 Nach diesen Worten ging sie weg,
rief heimlich ihre Schwester Maria
und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
29 Als Maria das hörte,
stand sie sofort auf und ging zu ihm.
30  Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen;
er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,
sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging.
Da folgten sie ihr,
weil sie meinten, sie gehe zum Grab,
um dort zu weinen.
32 Als Maria dorthin kam, wo Jesus war,
und ihn sah,
fiel sie ihm zu Füßen
und sagte zu ihm:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
33 Als Jesus sah, wie sie weinte
und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren,
war er im Innersten erregt und erschüttert.
34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
35 Da weinte Jesus.
36 Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
37 Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
40 Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
43 Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus!
44 Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.

(Evangelium vom 5. Fastensonntag, Lesejahr A) 

Mosaik der Auferweckung des Lazarus, St Alysius RC, Glasgow

 

Die Auferweckung des Lazarus ist Jesu letztes Zeichen vor seiner Passion, und sie wird auch zum unmittelbaren Anlaß seiner Gefangennahme (Joh 11,47-56).
Der dem Tod Entgegengehende will vorweg dem Tod in die Augen sehen. Darum läßt er den Lazarus ausdrücklich sterben, unbeschadet der Bitten seiner Freundinnen. Er will vor dem durch einen Stein verschlossenen Grab des Freundes stehen und weinen, "verstört, bestürzt, ergrimmt", wie immer man das Wort übersetzen mag ob der furchtbaren Macht dieses letztes Feindes (1 Kor 15,26), der nur von zuinnerst her überwunden werden kann.
Ohne diese Tränen am Grab wäre er nicht der Mensch, der er ist.
Und dann überstürzt sich alles: erst kommt der Befehl, den Stein (gegen jeden Einspruch) wegzuwälzen, dann das Gebet zum Vater - denn noch erfleht der Sohn jedes Wunder, das er wirkt, von oben, nie ist es Magie, sondern geschenkte Kraft -, dann der Befehl: "Lazarus, komm heraus"!

Seine Macht über den Tod ist Teil seiner Sendung, die doch erst "Vollmacht" auch für uns sein wird, wenn er, den Heiligen Geist zu Gott und zur Kirche aushauchend, selbst sterben wird. Dieser Tod wird nicht mehr Schicksal der Kinder Adams sein, sondern Offenbarung der letzten Hingabe Gottes in Jesus Christus an die Menschen.
Nur weil er diesen Tod selbstloser Liebe stirbt, kann er sich selbst die "Auferstehung und das Leben" nennen und das den Tod überholende Wort sagen: "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt."

(Hans Urs von Balthsar, Licht des Wortes, 52f) 

 

Seitenkapelle von St Alysius` RC, Glasgow

Auferweckung des Lazarus

Bemalte Fliesen in St Paul - Knightsbridge, London, 2017

Glasfenster in Catholic Apostolic Church, London, gleicher Post

Glasfenster in der Kathedrale von Malaga, 2019

mehrere GlasbilderD im Fenster der Maria Magdalena in Unserer Lieben Frau von Chartres
(B16, Angelus, 5. Fastensonntag, 2008) 2020

Glasfenster in der Peterborough Cathedral, 2022 

Glasfenster in der Salisbury Cathedral, 2023 

Donnerstag, 31. Juli 2025

Wozu ist der Mensch geschaffen?

 

Betet für uns, heiliger Vater Ignatius und alle Heiligen der Gesellschaft Jesu

 

Der Mensch ist dazu geschaffen,
Gott unsern Herrn zu loben,
Ihn zu verehren und Ihm zu dienen,
und so seine Seele zu retten.
(Ignatius von Loyola)


Montag, 9. September 2024

Sklave der Schwarzen auf ewig

 

Kuppel von St Aloysius mit Glasfenstern von Jesuitischen Heiligen, Glasgow

 
Ordenspriester, Missionar
Namensdeutung: der Fels (lat.-griech.)
Namenstage: Petrus, Peter, Pier, Pierre, Pietro, Pedro, Pit, Pere, weibl.: Petra, Pierrette
Gedenktag: 9. September

Lebensdaten: geboren Mitte Juni 1580 in Verdú, Provinz Lérida, Katalonien, gestorben am 9. September 1654 in Cartagena, Kolumbien

Lebensgeschichte: Pere Claver Corberó war der Sohn eines Oliven- und Weinbauern und wurde als 13-jähriger, nach dem Tod seiner Mutter, in die Obhut eines Onkels und Priesters in Barcelona gegeben. Ab 1596 studierte er Philosophie am Jesuitenkolleg von Bélen und schloss sich 1602 dem Orden an. 1605 begegnete er auf der Missionsschule von Palma de Mallorca dem Klosterpförtner Alonso Rodríguez, der ihm den Gedanken eingab, sich der Missionsarbeit zu widmen.

1610 wurde Claver, den seine Ordensoberen abschätzig beurteilten und für die Indianermission empfahlen, in das neue Königreich von Granada (heutiges Kolumbien und Venezuela) entsandt und vollendete sein Theologiestudium in Santa Fé de Bogotá. Vor seiner Priesterweihe 1616 lernte er in der Hafenstadt Cartagena den Jesuitenpater Alonso de Sandoval kennen, den Pionier der Seelsorgearbeit an den schwarzafrikanischen Sklaven, die zu Hunderttausenden angeschifft wurden. Dessen Einfluss führte dahin, dass Claver 1622 seine ewigen Gelübde mit „Petrus Claver, ӕthiopum semper servus – Sklave der Schwarzen auf ewig“ unterschrieb.

Pater Claver ließ sich stets im Voraus von der Ankunft eines Sklavenschiffs in Cartagena benachrichtigen und betrat es in Begleitung geeigneter Übersetzer – später erwarb das Jesuitenkolleg dazu eigens ausgesuchte Sklaven, die zu wichtigen Mitarbeitern wurden. Claver brachte Obst, Brot, Wein, Tabak und Branntwein an Bord, sorgte für medizinische Versorgung im Kolleg und führte die Sklaven mittels Katechesen in den Glauben ein. Bis etwa 1650 soll er 150.000 die Taufe gespendet haben. Claver wirkte als Seelsorger vorrangig für die Sklaven, die er häufig besuchte und gegen ihre Herren in Schutz nahm. Regelmäßig pflegte er die Aussätzigen im Leprosenhospital – es heißt, seine Soutane habe mehrmals täglich gewaschen werden müssen. Sein geistliches Pensum verrichtete er nachts.

Pater Claver überlebte Sumpffieber und Pest, erkrankte jedoch 1650 an Parkinson und musste seine letzten vier Lebensjahre selbst gepflegt werden.

Verehrung: Petrus Claver ruht in einem Kristallsarg in der nach ihm benannten Jesuitenkirche von Cartagena, der Stadt, die ihn als ihren „Apostel“ ehrt. 1851 selig- und 1888 heiliggesprochen, wurde er 1896 von Papst Leo XIII. zum Patron der „Mission unter Schwarzen“ ernannt. In Kolumbien wird zu seinen Ehren der 9. September als Tag der Menschenrechte begangen. (bistumaugsburg)

Darstellung: als Priester mit schwarzen Sklaven

Patron: von Cartagena und der Mission unter Schwarzen

Weitere Heilige des Tages:
Jacques Laval, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin

Heiliger Petrus Claver, bitte für uns!