![]() |
| Unbefleckte Empfängnis, Francisco de Zurbaran, (Fuente de Cantos, 1598-Madrid, 1664) Museum National Art de Catalunya - Barcelona |
![]() |
| Unbefleckte Empfängnis, Francisco de Zurbaran, (Fuente de Cantos, 1598-Madrid, 1664) Museum National Art de Catalunya - Barcelona |
![]() |
| Verkündigung, Francisco de Solis (Madrid, 1620-1684) Museum National Art de Catalunya, Barcelona |
Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! / Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, / Tochter Jerusalem! (Zefanja 3,14-17) | ||
![]() |
| Laurentiuskirche, Vittoriosa |
Sei gegrüßt, du Himmelstür,
Stern, der leuchtet für uns für,
Heiligste im Himmelsheer,
o Maria, Gottes Mutter, hoch und hehr,
die des höchsten Königs Sinn
als die einzige im Chor
huldvoll sich zur Magd erkor
schon vor aller Zeiten erstem Anbeginn.
Sünde hat mit böser Macht
nie dein Innerstes betört,
da du Gottes Wort gehört,
hast du Erd´und Himmel Fröhlichkeit gebracht.
Preis den Vater und dem Sohn
und dem Geist auf gleichem Thron,
deren Ruhm und Herrlichkeit
machtvoll währt durch alle Zeit und Ewigkeit.
Amen.
Hymnus zur Lesehore
![]() |
| Verkündigung des Dogmas der Unbfleckten Empfängnis, darüber das Paradies, Vatikanmuseum |
Nach der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis durch Pius IX. am 8. Dezember 1854 beschloss der Pontifex, dieses Ereignis mit einem Freskenzyklus zu feiern.
Die Wahl fiel auf den großen Saal neben den Raffaelsälen, und die Aufgabe wurde Francis Podesti (1800-1895) übertragen, einem Maler, der ursprünglich aus Ancona stammte, aber in der römischen Kunst- und Akademielandschaft verwurzelt war. Der Künstler und sein Team arbeiteten von 1856 bis 1865 an dem Auftrag, planten ihn und verfolgten seine Ausführung in allen Aspekten: die hölzernen Türen und Fensterrahmen, die Marmorintarsien sowie die Verlegung des römischen Mosaiks aus Ostia Antica, das eigens für diesen Raum erworben wurde.
Die malerische Dekoration beginnt an der Decke mit allegorischen Szenen, die auf die Tugenden der Jungfrau anspielen; sie setzt sich an der Nordwand mit der Huldigung der Kontinente an die thronende Kirche fort; sie setzt sich an der Westwand fort, die der Diskussion der Dogmen im Petersdom gewidmet ist, und endet an der Ostwand mit der Krönung des Marienbildes, einem Ereignis, das auf die Proklamation folgt, die im Petersdom stattfand. Podesti, der anwesend war, hat hier ein Selbstporträt aufgenommen.
![]() |
| Krönung und Beweihräucherung des Marienbildes |
![]() |
| Diskussion der Theologen |
![]() |
| Papst Pius IX. verkündet das Dogma |
Aus der Bulle Ineffabilis Deus von Papst Pius IX. zur Erklärung des
Dogmas der Unbefleckten Empfängnis 8. Dezember 1854
Nachdem Wir also ohne Unterlass in Demut und mit Fasten Unsere persönlichen und auch die gemeinsamen Gebete der Kirche Gott dem Vater durch seinen Sohn dargebracht haben, auf dass er durch den Heiligen Geist Unseren Sinn leite und stärke, nachdem Wir auch den ganzen himmlischen Hof um seine Hilfe angefleht und inständigst den Heiligen Geist angerufen haben, erklären, verkünden und entscheiden Wir nun unter dem Beistand des Heiligen Geistes zur Ehre der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, zum Ruhme und zur Verherrlichung der jungfräulichen Gottesmutter, zur Auszeichnung des katholischen Glaubens und zur Förderung der christlichen Religion, kraft der Autorität Unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und Unserer eigenen:
Die Lehre, dass die allerseligste Jungfrau Maria im ersten
Augenblick ihrer Empfängnis auf Grund einer besonderen Gnade und
Auszeichnung von seiten des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die
Verdienste Jesu Christi, des Erlösers der ganzen Menschheit, von jeder
Makel der Erbsünde bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und muss
deshalb von allen Gläubigen fest und unabänderlich geglaubt werden.
Wenn also jemand, was Gott verhüten wolle, anders, als von Uns entschieden ist, im Herzen zu denken wagt, der soll wissen und wohl bedenken, dass er sich selbst das Urteil gesprochen hat, dass er im Glauben Schiffbruch erlitten hat und von der Einheit der Kirche abgefallen ist.
Alle diese verfallen außerdem durch ihre Tat schon den vom kirchlichen Rechte bestimmten Strafen, wenn sie das, was sie im Herzen sinnen, mündlich oder schriftlich oder auf was immer für eine Weise nach außen hin zur Kenntnis zu geben wagen.
34 So ist denn von Freude Unser Herz erfüllt und voll von
Jubel Unsere Zunge. Wir sagen jetzt und immerdar Unserem Herrn Jesus
Christus den demütigsten und höchsten Dank, dass er entgegen Unseren
Verdiensten Uns die Gnade verliehen hat, diese Ehre, diesen Ruhm und
diesen Lobpreis seiner heiligsten Mutter darzubringen und zu
beschließen.
Auf sie setzen wir Unsere ganze Hoffnung und Unser vollstes
Vertrauen.
Ist sie doch ganz schön und ohne Makel;
sie hat das giftige
Haupt der grausamen Schlange zertreten und der Welt das Heil gebracht;
sie ist der Ruhm der Propheten und Apostel, die Ehre der Blutzeugen,
die
Freude und Krone der Heiligen, die sicherste Zuflucht und treue
Helferin aller Gefährdeten des ganzen Erdkreises, die mächtige Mittlerin
und Versöhnerin bei ihrem eingeborenen Sohne,
der herrlichste Schmuck,
die Zierde der heiligen Kirche und ihre unüberwindliche Schutzwehr;
sie
hat stets alle Irrlehren vernichtet
und die gläubigen Völker und
Nationen den größten Drangsalen entrissen
und Uns selbst aus so manchen
drohenden Gefahren befreit.
Und so erwarten Wir denn von ihr, sie werde
durch ihre mächtige Fürbitte bewirken, dass unsere heilige Mutter, die
Kirche, nach Beseitigung aller Hindernisse, nach Überwindung aller
Irrtümer unter allen Völkern und an allen Orten von Tag zu Tag an Kraft
gewinne, blühe und herrsche von Meer zu Meer, vom großen Strom bis zu
den Grenzen des Erdenrundes, dass sie des Friedens, der Ruhe und der Freiheit
sich erfreue. Wir erwarten, dass sie den Schuldigen Verzeihung, den
Kranken Heil, den Kleinmütigen Starkmut, den Betrübten Trost, den
Gefährdeten Hilfe bringe und alle Irrenden nach Aufhellung der
Finsternis des Geistes auf den Pfad der Wahrheit und Gerechtigkeit
zurückführe, auf dass ein Hirt und eine Herde werde.
GEBET VOR DER MARIENSÄULE AUF DEM SPANISCHEN PLATZ
GEBET VON JOHANNES PAUL II.
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
Montag, 8. Dezember 2003
1. Königin des Friedens, bitte für uns!
Am Fest Deiner Unbefleckten Empfängnis
knie ich wieder vor Dir, Maria,
um Dich zu verehren zu Füßen dieses Bildes,
das vom Spanischen Platz aus Deinen mütterlichen Blick
über diese alte, mir so teure Stadt Rom schweifen läßt.
Ich bin heute abend gekommen,
um Dir zu huldigen und meine aufrichtige Hingabe zu bezeigen.
In dieser Geste schließen sich mir auf diesem Platz unzählige Römer an,
deren Zuneigung mich immer begleitet hat
in all den Jahren meines Dienstes auf dem Stuhl Petri.
Mit ihnen bin ich hier, um den Weg anzutreten
zum 150. Jahrestag des Dogmas,
das wir heute mit kindlicher Freude feiern.
2. Königin des Friedens, bitte für uns!
Auf Dich schauen wir mit immer tieferer Sorge,
zu Dir kommen wir mit noch größerem Vertrauen
in dieser Zeit, die von nicht wenigen Unsicherheiten und Befürchtungen gekennzeichnet ist,
aufgrund der gegenwärtigen und zukünftigen Geschicke unseres Planeten.
Zu dir, Erstlingsfrucht der von Christus erlösten Menschheit,
die von der Knechtschaft des Bösen und der Sünde endlich befreit ist,
erheben wir gemeinsam eine eindringliche und vertrauensvolle Bitte:
Höre den Schmerzensschrei der Opfer
der Kriege und der vielen Formen von Gewalt,
die die Erde mit Blut beflecken.
Vertreibe die Finsternis der Traurigkeit und der Vereinsamung,
des Hasses und der Rachsucht.
Öffne den Sinn und das Herz aller für die Zuversicht und Vergebung!
3. Königin des Friedens, bitte für uns!
Mutter der Barmherzigkeit und Hoffnung,
erwirke für die Menschen des dritten Jahrtausends
das wertvolle Geschenk des Friedens:
Frieden in den Herzen und in den Familien, in den Gemeinschaften und unter den Völkern;
Frieden besonders für jene Nationen,
in denen Tag für Tag weiter gekämpft und gestorben wird.
Gib, daß die Menschen aller Rassen und Kulturen
Jesus begegnen und Ihn aufnehmen,
der im Weihnachtsgeheimnis auf die Erde gekommen ist,
um uns »seinen« Frieden zu schenken.
Maria, Königin des Friedens,
schenke uns Christus, den wahren Frieden der Welt!
| Optionen : Geschichte : Feedback : Donate | Schließen |
![]() |
| Statue Mariens in der Rue du Bac, Paris |
Am Vorabend des ersten Adventsonntags, dem 27.11.1830, erscheint ihr um 17:30 h während der gemeinschaftlichen Betrachtung in der Kapelle im Beisein der anderen Barmherzigen Schwestern Maria erneut und vertraut ihr eine besondere Botschaft an. Maria zeigt Katharina eine Medaille, welche die Inschrift trägt:
"O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen"
Auch die Rückseite der Medaille wird Katharina genau gezeigt mit der Bitte, nach diesem Muster Medaillen prägen zu lassen und sie den Menschen als Geschenk des Himmels zu geben. "Große Gnaden werden davon ausgehen", sagt die Gottesmutter und "die Gnaden werden überreich sein für jene, die diese Medaille mit Vertrauen tragen!". Katharina vertraut sich ihrem Beichtvater, dem Lazaristen Herrn Aladel an. Nach anfänglichem langen Zögern von rund drei Jahren werden schließlich die ersten Medaillen geprägt und bald nennt man sie im Volk nur mehr "Wunderbare Medaille" bzw. "Wundertätige Medaille".
Katharina Labouré erfüllt Zeit ihres Lebens einfache Aufgaben, sie ist die "Schwester vom Hühnerhof", sie arbeitet in einem Altenheim für kranke Männer, die nicht immer sehr einfach sind und sie versorgt die Wäsche. Arme Familien werden von ihr immer besonders unterstützt. Nichts unterscheidet sie von den anderen Schwestern, sie arbeitet, sie betet, aber vor allem wahrt sie die Stille über ihr großes Geheimnis. Nur ihr Beichtvater Aladel weiß über die Erscheinungen Bescheid. Kurz vor ihrem Tod mit 70 Jahren eröffnet sie ihrer völlig erstaunten Oberin, dass sie die Seherin der Gottesmutter von der Wunderbaren Medaille ist. Am 31.12.1876 legt sie ihr Leben in die Hände Gottes zurück. Ihre letzten Worte sind:
"Warum sollte ich denn Angst haben? Ich werde unseren Herrn, die heilige Jungfrau, den Heiligen Vinzenz sehen."
Ihr Begräbnis in Paris wird zu einem Großereignis für ganz Frankreich. Nun ist die Seherin bekannt! Drei Tage lang ziehen die Menschen in einer nie enden wollenden Schar vor dem Leib jener Seherin vorbei, die die Gottesmutter geschaut hat. Dieser Strom von Pilgern in die Rue du Bac reißt bis heute nicht ab. Auf wunderbare Weise ist der Leib von Katharina Labouré bis zum heutigen Tag unversehrt geblieben.
1933 wurde Katharina Labouré selig gesprochen und am 27. Juli 1947, nach den Wirren des 2. Weltkrieges, als leuchtendes Zeichen der Hoffnung von der Kirche heilig gesprochen.
www.lazaristen.at
Die erste Erscheinung der Katharina Laboure
Am Grab des hl. Katharina Laboure in der Rue du Bac
Vor zwei Jahren am 27.11.
![]() |
| O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen |
Die 18 Marienerscheinungen von Lourdes
Alle Bilder von Lourdes (53 Posts)
ln dieser Zeit also, 1858, kam es zu den Erscheinungen. Beschäftigt mit Alltagsdingen, auf dem Weg, um Brennholz zu sammeln, begegnet Bernadette dem Mysterium. Ein Säuseln, das dem Wehen des Windes gleicht, ein Licht, eine Präsenz. Wie reagiert sie? Bernadette zeigt gesunden Menschenverstand. In der Meinung, sich zu täuschen, mobilisiert sie alle Kräfte: Sie schaut genau hin, sie reibt sich die Augen, sie versucht zu begreifen. Dann wendet sie sich ihren Gefährtinnen zu: „Habt ihr nichts gesehen?“ Sie wendet sich an Gott, sie betet den Rosenkranz. Sie wendet sich an die Kirche und holt sich Rat bei Abbé Pomian: ,,Ich habe etwas Weißes gesehen, das aussah wie eine Dame.“ lm Verhör durch Kommissar Jacomet antwortet sie, ähnlich wie die Apostel vor dem Hohen Rat (Apostelgeschichte 4,13) mit einer Sicherheit, Klugheit und Standfestigkeit, die bei einem Mädchen, das keine Schule besucht hat, überraschen: „Aquero [diese da; jene]: Ich habe nicht von der Jungfrau Maria gesprochen …. Monsieur. Sie haben mir jedes Wort verdreht.“ Überraschend gleichmütig und freimütig sagt sie, was sie gesehen hat: „Ich habe den Auftrag, es Ihnen zu sagen, nicht, Sie zum Glauben daran zu bringen.“
Präzise berichtet sie von den Erscheinungen, ohne etwas hinzuzufügen oder auszulassen. Ein einziges Mal, verängstigt durch die Schroffheit von Abbé Peyramale, fügt sie ein Wort hinzu: Herr Pfarrer, die Dame bittet immer noch um eine Kapelle… – und sei sie „ganz klein“! ln seiner schriftlichen Erklärung zu den Erscheinungen unterstreicht Bischof Laurence „die Einfachheit, die Offenheit und Bescheidenheit dieses Kindes …; sie erzählt alles ohne Affektiertheit, mit einer bewegenden Unbefangenheit… und auf die vielen Fragen, die man ihr stellt, gibt sie ohne zu zögern klare, präzise Antworten mit großer Überzeugungskraft“. Von Drohungen oder angebotenen Geschenken ließ sie sich nicht beeinflussen. „Die Aufrichtigkeit Bernadettes ist unzweifelhaft: Sie wollte nicht täuschen“. Aber hat sie sich vielleicht selbst getäuscht, hatte sie Halluzinationen, fragt sich der Bischof.
Er erinnert an ihre Ruhe, ihren gesunden Menschenverstand, das Fehlen jedes Zeichens einer Überspanntheit und an die Tatsache, dass die Erscheinungen nicht von Bernadette abhingen: Sie ereigneten sich, ais Bernadette nicht damit rechnete, und während der zwei Wochen der Erscheinungen passierte es zwei Mal, dass Bernadette zur Grotte ging und die Dame nicht erschien.
Bevor der Bischof urteilte, hatte
Bernadette Fragen über Fragen beantworten müssen: von Neugierigen und
Bewunderern, von Journalisten und anderen. Sie musste vor zivilen und
kirchlichen Untersuchungsausschüssen erscheinen. Aus einem
Schattendasein wurde sie ins grelle Licht der Öffentlichkeit gezerrt und
sah sich einem regelrechten Ansturm der Medien ausgesetzt.
Es
brauchte viel Geduld, Ausgeglichenheit und auch Humor, um das eigene
Zeugnis rein und unverfälscht zu bewahren. Bernadette nahm nichts an:
„Ich will arm bleiben.“ Sie segnete nicht die Rosenkränze, die man ihr
reichte: ,,Ich trage keine Stola.“ Sie verkaufte keine Medaillons: „Ich
bin keine Händlerin.“ Und vor den Bildern von ihr, die man für zehn Sous
verkaufte, sagte sie: „Zehn Sous, mehr bin ich nicht
wert!“
Unter
diesen Gegebenheiten konnte sie nicht länger im Cachot bleiben. Um sie
vor dem Andrang zu schützen, setzten sich Abbé Peyramale und
Bürgermeister Lacadé dafür ein, Bernadette einen Platz im Hospizinternat
der Schwestern von Nevers zu verschaffen. Am 15. Juli 1860 verließ sie
ihr Cachot und traf dort ein. Nun, im Alter von 16 Jahren, lernte sie
lesen und schreiben. Noch heute kann man in der Kirche von Bartrès
Kostproben ihrer Schreibübungen sehen. Später hat sie oft an ihre
Familie geschrieben, anlässlich einer Taufe, einer Erstkommunion oder
eines Trauerfalls. Sogar an den Papst schrieb sie. Sie hielt den Kontakt
zu ihren Eltern. Sie half bei der Krankenpflege, vor allem aber war sie
auf der Suche nach ihrem Weg: Ohne besondere Fähigkeiten und ohne
Mitgift – wie sollte sie da Ordensfrau werden? Schließlich trat sie bei
den Schwestern von Nevers ein, „weil man mich dort nicht angeworben
hat“. Schon damals begriff sie: „In Lourdes ist meine Mission beendet.“
Bernadette trat in den Hintergrund, um Maria Platz zu machen.
![]() |
Basílica de la Puríssima Concepció i Assumpció de Nostra Senyora, Barcelona |
Katholiken feiern heute jene einzigartige Frau, die die Ostkirche seit Jahrtausenden die "Panagia", die "Ganz-Heilige" nennt. Auf diese Frau ist der Schatten der Schuldverstrickung, der sonst über jedes menschliche Dasein fällt und es verdüstert, nie gefallen.
Weshalb wird Maria aus dieser allmenschlichen Verstrickung ausgenommen? Weil sie das Kind empfangen, gebären und aufziehen soll, dessen göttlicher Auftrag es sein wird, die Schuld der Welt, wie die Schrift sagt, hinwegzutragen. und weil das enge Verhältnis einer Mutter zu ihrem Kind nicht erlaubt, daß von ihr irgendein Schatten auf dieses fällt. Kein Schatten von Begierlichkeit, von Egoismus und Selbstverschlossenheit irgendeiner Art.
Deshalb hat das schlichte Wort Marias an den Verkündigungsengel: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn", ein so ungeheures Gewicht; denn so selbstverständlich, so alltäglich und tonlos es klingt, von ihm hängt doch ab, daß für Israel der verheißene Messias, daß für die gesamte Welt der immer erhoffte Erlöser und Retter kommt.
H. U. von Balthasar, Du krönst das Jahr mit deiner Güte, 238)
![]() |
| O Maria, ohne Makel empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen. |
Immaculata Conceptio. Neun Monate vor dem Geburtsfest der Gottesmutter am 8. September feiert die Kirche, dass Maria vom ersten Augenblick an, da sie als menschliches Wesen empfangen wurde, von jedem Makel der Erbsünde frei war. Die Feier der Sündenreinheit Mariens, kurz „Maria immaculata“ ist bereits im 8. Jahrhundert in der Ostkirche nachzuweisen. Die Theologie erlangte aber erst durch den seligen Franziskanertheologen Duns Skotus die tiefere Sicht der Sündenfreiheit Mariens: Dass die Mutter des Herrn erst gar nicht in Kontakt mit der Erbsünde kam, sondern kraft der Erlösungstat ihres göttlichen Sohnes schon im Voraus davor bewahrt wurde. Den Glaubenssatz von der Immunität Ma-riens gegenüber der Erbsünde hat Pius IX. 1854 als von Gott geoffenbart definiert.
Die Erscheinung Mariens in Lourdes vier Jahre später ist gleichsam die übernatürliche Bestätigung dieser Ex-Kathedra-Entscheidung. Zuvor schon hatten vor allem das habsburgische Kaiserhaus und die Universität von Paris Maria als die „Immaculata Conceptio“ propagiert. Daher ist der 8. Dezember ein zutiefst österreichischer Feiertag. Am 18. Mai 1647, noch im Dreißigjährigen Krieg, ließ Kaiser Ferdinand III. die Säule der Unbefleckten am Platz „Am Hof“ in Wien errichten und weihte sich und seine Lande der Immaculata.
Der Kaiser legte in die Hände von Bischof Philipp Breuner folgendes Gelübde ab: „Allmächtiger, ewiger Gott, durch den die Könige regieren, in dessen Hand alle Gewalten und Rechte der Staaten sind, ich Ferdinand, demütig niedergeworfen vor deiner göttlichen Majestät, nehme in meinem und meiner Nachfolger Namen und im Namen Österreichs die makellose Mutter deines Sohnes, Maria, allzeit Jungfrau, heute zur besonderen Herrin und Patronin dieses Erzher-zogtums und rufe sie an. Überdies gelobe und verspreche ich, das Fest der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember öffentlich als Feiertag in diesem Lande alljährlich mit vorhergehendem Vigilfasttag zu begehen.“
Diese Weihe war nicht die private Angelegenheit des Kaisers, sondern des ganzen Landes, denn sie war zuvor von den Landständen Österreichs unter der Enns beschlossen worden. Ein Jahr nach der Weihe endete der Dreißigjährige Krieg. Eine Statue der Immaculata ließ der Kaiser auch über dem Hochaltarbild des Stephansdomes anbringen. Dreihundert Jahre später, 1947, erneuerte Theodor Kardinal Innitzer vor der Immaculata-Säule diese Weihe Österreichs in feierlicher Weise. Zu der Feier in der vom Krieg noch zerstörten Stadt waren 30.000 Gläubige gekommen. Auch Christoph Kardinal Schönborn erneuerte die Weihe zum 350-Jahr-Jubiläum am 18. Mai 1998 am Platz „Am Hof“ im Beisein des Apostolischen Nuntius und tausender Gläubigen. Nachdem das nationalsozialistische Regime alle kirchlichen Feiertage abgeschafft hatte, wurde der 8. Dezember im Jahre 1955 von der ersten Bundesregierung des freien Österreichs wieder zum staatlichen Feiertag erklärt.
(Martyrologium Sancrucense)
Maria - aus priesterlichem Geschlecht, B16 Predigt, 18.12.2005 (2019)
Glasfenster in der Kathedrale von Ely, bewahrt für Jesus (B16, 18.12.2005 Angelus), 2019
Fahne, ganz schön bist du Maria, Maria Rehkogel
Unbefleckte Empfängnis, Peterskirche, Wien (2018)
ERSCHEINUNG DER UNBEFLECKTEN EMPFÄNGNIS IN PARIS
wundertätige Medaille, Glasfenster in Pfarrkirche in Lourdes
Die erste Erscheinung der Katharina Laboure
Am Grab des hl. Katharina Laboure in der Rue du Bac
Relieftafeln beim Zugang zur Rue du Bac
Lourdesgrotte in Maria Trost, Graz, L. Scheffczyk, Maria, Mutter und Gefährtin, 2017
Maria und die Schlange, Maria Trost, Graz, 2017
Altarbild im Heiligtum der hl. Katharina von Bologna, Corpus Domini
Relief, Malerei und Glasfenster der Unbefleckten in der Londoner Jesuitenkirche
Maximilian Kolbe und die Unbefleckte, S. Andrea delle Frate, Rom
Statue der UE in der Oberkirche in Lourdes (Johannes Paul, 14.8.2004)
Verkündigung der Unbefleckten Empfängnis durch Papst Pius IX., Fresko S. Andrea della Valle, Rom
Weihegebet von Johannes Paul II., Medjugorje
![]() |
| Hochaltar Peterskirche, Wien |
Großer und heiliger Gott,
im Hinblick auf den Erlösertod Christi
hast du die selige Jungfrau Maria
schon im ersten Augenblick ihres Daseins
vor jeder Sünde bewahrt,
um deinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten.
Höre auf ihre Fürsprache:
Mache uns frei von Sünden
und erhalte uns in deiner Gnade,
damit wir mit reinem Herzen zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
![]() |
| Maria und ihre Mutter Anna |
![]() |
| incarnatus est de spiritu sancto ex Maria virgine; Mensch geworden vom Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau |
![]() |
| Jesus Christus, Bischofskapelle, Kathedrale von Ely, |
![]() |
| Erscheinung der Unbefleckten Empfängnis, Pfarrkirche Lourdes |
![]() |
| Pfarrkirche Lourdes |
![]() |
| Maria, unbefleckt empfangen im Hinblick auf den Erlösertod Christi, Lourdeskapelle, Mariatrost, Graz |