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Donnerstag, 23. November 2023

Glaube an die Wiederkunft des Herrn (Klemens von Rom)

 

Martyrium des hl. Klemens, S. Clemente, Rom

1, Der in allem barmherzige und gütige Vater hat ein Herz für die, die ihn fürchten, gerne und freudig gibt er seine Gnadenerweisungen denen, die einfältigen Herzens zu ihm kommen.
2. Deshalb sollen wir nicht zweifeln, und unsere Seele soll sich nicht aufblähen ob seiner überreichen und herrlichen Gnadengaben.
3. Nimmer passe auf uns dieser Schrifttext, wo es heißt: „Unglücklich sind die Zweifler, die geteilten Herzens sind und sagen: Dies haben wir gehört auch schon zur Zeit unserer Väter, und siehe, wir sind alt geworden, und nichts davon ist uns zugekommen. 4. O ihr Toren, vergleichet euch mit einem Baum; nehmet einen Weinstock: zuerst verliert er die (alten) Blätter, dann wächst eine Knospe, dann ein Blatt, dann eine Blüte, hernach eine saure Traube, und dann erst ist die reife Traube da".
Ihr sehet, dass in kurzer Zeit die Frucht des Baumes zur Reife gelangt.
5. Wahrhaftig, schnell und plötzlich wird sein Wille Vollendung finden, da ja auch die Schrift selbst hierfür Zeugnis gibt: „Schnell wird er kommen und nicht zögern, und plötzlich wird einziehen der Herr in seinen Tempel und der Heilige, den ihr erwartet".

(Brief des Klemens von Rom an die Korinther, 23. Kapitel

Apsismosaik, S. Clemente, Rom

Dienstag, 14. September 2021

Es leuchtet das heilige Kreuz

 

San Clemente, Rom

Preise, Zunge, und verkünde
den erhabnen Waffengang;
auf das Kreuz, das Siegeszeichen,
singe den Triumphgesang.
Singe, wie der Welt Erlöser
starb und dennoch Sieg errang.

Denn verblendet aß sich Adam
einst vom Baume das Gericht;
doch der Schöpfer voll Erbarmen
wollte sein Verderben nicht
und hat selbst den Baum erkoren,
der den Fluch des Baumes bricht.


Gottes Plan, uns zu erlösen,
hat verlangt die Opfertat,
und des Vaters ew´ge Weisheit
macht´zuschanden den Verrat
und verlieh barmherzig Heilung,
wo der Feind verwundet hat.

So ward in der Zeiten Fülle
uns gesandt des Vaters Sohn,
er, der Schöpfer aller Welten,
stieg herab vom Himmelsthron
und ward Fleisch und ward geboren
und ward einer Jungfrau Sohn.

Als nach dreißig Erdenjahren
für den Herrn die Stunde kam,
daß er unsres Heiles wegen
Tod und Leiden auf sich nahm,
wurde er erhöht am Kreuze,
dargebracht als Gotteslamm.

Seht den Essig, seht die Galle.
Dornen, Nägel, Speer voll Wut
seinen zarten Leib durchbohren,
Wasser strömt hervor und Blut;
Erde, Meere, Sterne, Welten
werden rein durch solche Flut.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
und dem Geist der Heiligkeit.
Einen Gott in drei Personen
lobe alle Welt und Zeit. Amen.

(Hymnus Lesehore Kreuzerhöhung)

 

Es leuchtet das heilige Kreuz, an dem der Herr im Fleische hing
und unsere Sünden wusch in Seinem Blut.

Mittwoch, 23. November 2016

Am Grab des hl. Klemens von Rom

Portikus mit vier antiken Säulen, Atrium aus dem 12. Jh.

Apsismosaik in S. Clemente

der Altar birgt die Reliquien des hl. Klemens von Rom, S. Clemente



Wie selig und staunenswert sind die Gaben Gottes: Unsterblichkeit, Glanz der Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit in Freimut, Glaube in Zuversicht, Selbstbeherrschung in Heiligkeit. Das alles liegt im Bereich unserer Erkenntnis. Was haben erst die zu erwarten, die durchhalten? Der Schöpfer und Vater der Welten, der Allheilige selbst kennt die Größe und Schönheit der zu erwartenden Gnadengeschenke. Lasst uns darum ringen, dass wir zur Zahl derer gehören, die ausharren, damit wir Anteil an den verheißenen Gaben erhalten.
Wie soll das geschehen? Wenn sich unser Verstand im Glauben fest auf Gott richtet, wenn wir suchen, was ihm wohlgefällig und angenehm ist, wenn wir tun, was seinem lauteren Willen entspricht, und den Weg der Wahrheit folgen und wenn wir aller Ungerechtigkeit und Schlechtigkeit, allem Geiz und Zank, aller Bosheit und Hinterlist absagen.
Das ist der Weg, auf dem wir unser Heil finden, Jesus Christus, der Hohepriester unserer Opfergaben, unser Schützer und Helfer in der Schwachheit. Durch ihn blicken wir auf zur Höhe des Himmels, durch ihn schauen wir wie im Spiegel sein reines und erhabenes Angesicht. Durch ihn werden die Augen unseres Herzens geöffnet. Durch ihn wächst unser unverständiger und verdunkelter Geist dem Licht entgegen. Der Herr will, dass wir durch ihn von der unsterblichen Erkenntnis kosten, er, der als Abglanz seiner Herrlichkeit um so viel erhabener geworden ist als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, den ihren überragt.
Männer, Brüder, lasst uns mit aller Ausdauer unter seinen lauteren Weisungen Kriegsdienst tun? Die Großen können nicht ohne die Kleinen sein und die Kleinen nicht ohne die Großen. Bei allem gibt es so etwas wie eine Verbindung, und darin liegt die Brauchbarkeit. Nehmen wir unseren Leib als Beispiel: Der Kopf ist nichts ohne die Füße, und die Füße nichts ohne den Kopf. Die geringsten Glieder unseres Leibes sind für den ganzen Leib notwendig und gut. Alle sind wohl zusammengefügt und beugen sich einer Ordnung, damit der ganze Leib erhalten bleibt.
Möge unser ganzer Leib in Christus Jesus erhalten bleiben und ein jeder ordne sich seinen Nächsten unter, wie es seinen Gnadengaben entspricht. Der Starke sorge für den Schwachen, der Schwache ehre den Starken; der Reiche unterstütze den Armen, der Arme danke Gott, dass er dem Reichen die Mittel gab, seinem Mangel aufzuhelfen. Der Weise zeige seine Weisheit nicht in Worten, sondern in guten Taten. Der Demütige lege nicht für sich selbst Zeugnis ab, sondern überlasse es andern, sein Zeuge zu sein. Da wir also das alles von ihm haben, müssen wir ihm für alles danken. Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
(Lesehore vom Gedenktag, Klemens von Rom, aus dem Brief an die Korinther)




In San Clemente, Kurzbiographie von Clemens

Montag, 23. November 2015

Klemens von Rom in San Clemente

Auf der rechten Seite des Triumpfbogens bittet Petrus Klemens
"betrachte Klemens Christus, den ich dir versprochen habe".
(RESPICE P(ro)MISSU(m) CLEMENS A ME TIBI CH(rist)um)
  Darunter der Prophet Jeremia mit dem Spruchband:
"Das ist unser Gott, es gibt niemand, der sich mit ihm vergleichen kann".
HIC EST D(eu)S N(oste)r ET N(on) ESTIMABIT(ur) ALIUS ABSQ(ue) ILLO

Klemens I., Papst, Apostolischer Vater und Märtyrer. Klemens war Bischof von Rom von 92 bis 101, er war nach der Papstliste des Irenäus von Lyon der dritte Nachfolger des Apostels Petrus. Möglicherweise ist Klemens der Paulusschüler, der im Philipperbrief 4,3 genannt wird. Der Legende nach suchte Clemens als junger Intellektueller bei den Philosophen einen Beweis für die Unsterblichkeit der Seele. Diesen erhielt er, als er die Predigt des Apostels Barnabas über die Auferstehung Christi hörte. Klemens fand zum Glauben und wurde von Barnabas getauft und zu Petrus geführt. Petrus wollte ihn zu seinem Nachfolger bestimmen, jedoch überließ Clemens das Amt zunächst dem Linus, dem dann Kletos folgte.
Erst danach konnte man ihn bewegen, das Amt des Bischofs von Rom zu übernehmen. Klemens verfasste einen Brief an die Korinther, in dem er zu Eintracht, Friede und Ordnung mahnte. Sein Martyrium ist unsicher. Er soll von Kaiser Trajan an das Schwarze Meer verbannt worden sein und in den Steinbrüchen des heutigen Sevastopol auf der Krim als Zwangsarbeiter gearbeitet haben. Eine späte Legende berichtet, dass Klemens mit einem Anker um den Hals im Schwarzen Meer ertränkt worden sein soll. Der Slawenapostel Cyrill hat im 9. Jahrhundert seine Reliquien aufgefunden und in die Kirche San Clemente nach Rom gebracht. Die Attribute des Papstes Klemens sind der Anker, das Lamm und der Brunnen.
(Martyrologium Sancrucense)

„In Liebe hat der Herr uns angenommen.
Wegen der Liebe, die er zu uns trug,
hat unser Herr Jesus Christus für uns sein Blut hingegeben nach Gottes Willen,
sein Fleisch für unser Fleisch, sein Leben für unser Leben.“
(Klemens von Rom)
Das Kreuz als Baum des Lebens, die Hand Gottes reicht dem Gekreuzigten die Krone
des Lebens. Tauben auf dem Kreuz versinnbilden die Apostel, seitlich stehen Maria
und Johannes, San Clemente, Rom
 
Unter dem Hochaltar liegen die sterblichen Überreste des hl. Klemens von Rom begraben, San Clemente, Rom




Allmächtiger, ewiger Gott, der heilige Papst Klemens
hat als Priester und Märtyrer deines Sohnes das Wort,
das er verkündete, durch sein Tun bekräftigt
und die Geheimnisse Christi, die er feierte,
mit seinem Blut bezeugt.
An seinem Gedenktag rufen wir zu dir:
Erfülle uns mit Freude über seinen Sieg und lass uns erfahren,
dass deine Macht im Leben der Heiligen sichtbar wird.
Durch Christus unseren Herrn.