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Donnerstag, 3. September 2026

Gregor der Große über die Sünde der Hirten (aus der Pastoralregel)

 

Reliquienbüste von Papst Gregor, Schatzkammer Maastricht

 

II. Kapitel: Keiner soll das Hirtenamt übernehmen, der in seinem Leben das nicht in die Tat umsetzt, was er in der Betrachtung erkannt hat

Es gibt solche, die sorgfältig und emsig die Gesetze des geistlichen Lebens erforschen, aber durch ihr Leben das mit Füßen treten, was sie mit dem Verstande erfassen. Schnell lehren sie, was sie nicht durch eigene Übung, sondern nur durch Nachdenken erlernt haben; und was sie dann mit Worten predigen, das bekämpfen sie durch ihr Verhalten.
So geht der Hirt den jähen Weg abwärts, und die Herde stürzt ihm nach. Darum klagt der Herr über diese bejammernswerte Wissenschaft der Hirten durch den Propheten: „Nachdem ihr das reinste Wasser getrunken, habt ihr, was übrig blieb, mit eueren
 Füßen getrübt. So hatten meine Schafe zur Weide, was euere Füße zertraten; und was euere Füße trübten, das tranken sie.“
Das ganz reine Wasser trinken die Hirten, wenn sie die Ströme der Wahrheit in richtigem Verständnis in sich aufnehmen. Aber es heißt dieses Wasser mit den Füßen trüben, wenn man die Erkenntnisse heiliger Betrachtung durch ein schlechtes Leben zunichte macht. Die Schafe trinken dann das mit den Füßen getrübte Wasser, wenn die Untergebenen nicht nach den Worten handeln, die sie hören, sondern nur dem schlimmen Beispiel folgen, das sie sehen. Nach Worten dürstend, durch Werke aber irregeführt, trinken sie gleichsam Schmutz aus verdorbenen Quellen. Deshalb steht beim Propheten geschrieben: „Ein Fallstrick meines Volkes seid ihr, schlechte Priester!“ Darum sagt wiederum der Herr von den Priestern: „Sie sind dem Hause Israel ein Ärgernis zur Sünde geworden.“

Denn niemand richtet in der Kirche größeren Schaden an, als wer ein sündhaftes Leben führt und dabei Namen und Stand der Heiligkeit inne hat. Niemand wagt es, ihn wegen seiner Sünde zurechtzuweisen; und zugleich wird die Sünde zum mächtigen Vorbild, wenn der Sünder wegen der Würde seines Amtes geehrt wird. Die Unwürdigen würden aber alle die Last einer so großen Schuld fliehen, wenn sie ernstlich den Ausspruch der ewigen Wahrheit bedächten: „Wer eines aus diesen Kleinen, die an mich glauben, ärgert, dem wäre es besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“
Der Mühlstein bedeutet nämlich die mühevolle Last des weltlichen Lebens, und die Tiefe des Meeres bezeichnet die tiefste Verdammnis. Wer also seinem Amte gemäß als heilig erscheinen sollte, durch sein Wort und Beispiel aber die andern zugrunderichtet, dem wäre es sicher besser, daß ihn in einem weltlichen Stande irdische Verfehlungen dem Tode überlieferten, als daß sein heiliges Amt ihn andern als Vorbild der Sünde vor Augen stellte; denn es würde ihn immerhin eine noch erträglichere Strafe im Jenseits treffen, wenn er allein für sich gefallen wäre.
(Quelle)


Zugang zur Schatzkammer der Servatiusbasilika

Remaklus von Maastricht/Stavelot

 

Remklus von Maastricht, Schatzkammer Maastricht

Gedächtnis: 3. September und 25. Juni (Übertragung der Gebeine)

Der hl. Remaclus wurde um 600 in Aquitanien (Südwestfrankreich) geboren. Er wurde im Jahre 624 Mönch in Luxeuil und gründete zusammen mit Eligius das Kloster Solignac in Mittelfrankreich, wo er im Jahre 632 erster Abt wurde. Im Jahre 650 gründete er im Gebiet des heutigen Belgien auf Einladung von König Sigebert III. das Doppelkloster Stablo und Malmedy. Zudem wurde Remaclus zum Bischof von Maastricht ernannt. Er entschlief um das Jahr 670. Seine Reliquien befinden sich heute in einem kostbaren Schrein in der Pfarrkirche zu Stablo. Quelle

Troparion (7. Ton)

Jünger des heiligen Sulpicius und des heiligen Eligius,
du gründetest die Abteien von Malmedy und Stablo,
welche du bevölkertest mit deinen Mönchen,
darauf bestiegst du die Kathedra von Maastricht
und leitetest die Kirche mit Weisheit und Frömmigkeit.
Heiliger Remaklus, bitte Gott, dass Er unsere Seelen errette!




Der Legende nach hatte Remaclus einen Esel, der ihm beim Bau des Klosters half und Steine transportierte. Ein Wolf griff den Esel an und tötete ihn. Daraufhin zwang Remaclus den Wolf, fortan die Lasten des Esels zu tragen – insbesondere Körbe mit Steinen für den Klosterbau. Deshalb wird Remaclus häufig mit einem Wolf dargestellt, manchmal mit einem Korb oder seiner Last auf dem Rücken.