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Dienstag, 8. Januar 2019

Gudula / Gundula von Nivelles / Brüssel

Kopfreliquie der hl. Gudula in St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen


Namenstage: Gudula, Gudrun, Gudila

Gedenktag: 8. Januar, Patronin von Brüssel


Gudula wurde in der Nähe von Brüssel als Tochter des Herzogs von Lothringen und Gaugrafen von Brabant, Witgar (Heiliger), und seiner Gemahlin Amalberga von Maubeuge (Heilige) geboren und war die Schwester von Emebertus (Bischof von Cambrai; Heiliger) und Reineldis von Saintes (Heiliger). Sie wurde von ihrer Patin Gertrud, der Äbtissin von Nivelles (626–653/59; Heilige), erzogen. Nach deren Tod legte sie das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und nahm im Benediktinerinnenkloster Maubeuge (Nordfrankreich) den Schleier. Später richtete sie sich im Dorf Moorsel (Südbelgien) bei der Kirche St. Salvator eine Zelle ein, in der sie bis zu ihrem Tod (der Überlieferung nach am 8. Januar 712) ein sehr strenges Büßerinnenleben führte.
978 wurden Gudulas Gebeine nach Brüssel überführt. 1047 kamen sie in die dortige Michaelskirche, die in Ste. Gudule umbenannt wurde. Ihre Kopfreliquie wurde Hildegard von Bingen geschenkt, sie wird in der Hildegardkirche in Eibingen aufbewahrt.

Gudula wird als Nonne dargestellt, ihr Attribute sind Kerze oder Laterne, Teufel, Engel (der Legende nach blies ihr der Teufel auf einem nächtlichen Gang zur Kirche mehrmals die Laterne aus, die auf ihr Gebet hin von einem Engel wieder angezündet wurde)


Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Erhard von Regensburg


St. Hildegard in Eibingen mit dem Hildegardis-Schrein (Mitte) und dem Haupt der Gudula (links)
Reliquien von St. Hildegard, Eibingen

Montag, 20. November 2017

Heute gedenkt die Kirche

hl. Korbinian, Freisinger Dom


des hl. Korbinian von Freising (hier an seinem Grab),

des hl. Edmund von England

und der hl. Mechthild von Hackeborn (Katechese von Papst Benedikt XVI.)


Spruchband der hl. Mechthild: Besser ist Kinderlosigkeit mit Tugend (Weisheit 4) St. Hildegard, Eibingen

Freisinger Dom

Freitag, 17. November 2017

Gertrud von Helfta (Gertrud die Große)

Spruchband: in corde gertrudis invenietis me - im Herzen Gertruds werdet ihr mich finden, St. Hildegard, Rüdesheim

Gertrud die Große, Zisterzienserin in Helfta. Gertrud wurde am 6. Jänner 1256 geboren, über Heimat und Elternhaus wissen wir nichts, vielleicht war sie ein Waisenkind. Sie kam mit fünf Jahren nach Helfta, das damals von Gertrud von Hackeborn als Äbtissin geleitet wurde. Die Äbtissin wurde der kleinen Gertrud eine liebevolle Mutter und Förderin, sie ließ das hochbegabte Mädchen in allen sieben freien Künsten unterrichten, später sogar in theologischen Fächern. So wurde Gertrud eine berühmte „Theologa“, die von vielen Gelehrten zu Rate gezogen wurde. Eine Zeitlang verhängte Gott über Gertrud den Zustand geistiger Finsternis und Trockenheit, der sich jedoch als Gnade erwies, denn so wurde sie von den geschaffenen Dingen immer mehr losgelöst.

1281 wurde ihr vom Herrn in einer Vision prophezeit, dass er sie „mit dem Strom seiner göttlichen Lust berauschen werde“. Das war der Anfang einer mystischen Liebes- und Lebensgemeinschaft mit Jesus. 1289 begann Gertrud ihre Visionen niederzuschreiben, ihre beiden Hauptwerke heißen „Gesandter der göttlichen Liebe“ und „Geistliche Übungen“. In Helfta befanden sich damals nicht weniger als vier bedeutende Mystikerinnen: neben Gertrud der Großen noch Gertrud von Hackeborn und deren Schwester Mechtildis von Hackeborn, schließlich als vierte Mechtildis von Magdeburg.

Gertrud nennt als die drei größten Gnaden ihres Lebens
„erstens die fühlbare Gegenwart Christi in ihrem Herzen,
zweitens die Einprägung der fünf Wunden in dasselbe und 
drittens den Herzenstausch zwischen dem göttlichen Bräutigam und ihr.“

Gertrud von Helfta blieb nach außen hin unauffällig, lebte als schlichte Nonne mitten unter den Ihren. Sie starb am 17. November 1302 in ihrem Kloster Helfta.
(Martyrologium Sancrucensis)

Gertrud von Helfta (Braut des Lammes)



Besonders zwei Gnaden stehen über allen anderen, wie Gertrud selber schreibt: „Die Stigmata deiner heilbringenden Wunden, die du mir aufgedrückt hast, und die, wie edle Schmuckstücke, in meinem Herzen die tiefe Wunde der Liebe hinterlassen, mit denen Du Dich gezeichnet hast. Du hast mich mit diesen, deinen seligen Gaben beschenkt, so dass, auch wenn ich tausend Jahre ohne innerlichen oder äußerlichen Trost leben müsste, mir nur die Erinnerung reicht, mich zu erleuchten und mich mit Dankbarkeit zu erfüllen.
Wolltest du mich nochmals in die Tiefe deiner Freundschaft hineinführen und mich auf die verschiedenen Arten in deine erhebendste, heiligste Göttlichkeit hinein nehmen, die Dein göttliches Herz ist (...). Dieser reichen Sammlung von Gütern fügst du noch unsere Fürsprecherin, die heilige Jungfrau Maria hinzu, deine Mutter, und ihrer Fürsprache habe ich mich empfohlen, wie sich die treueste aller Bräute der eigenen Mutter als Braut ihrer Wahl empfehlen könnte"(ebd., II, 23.S. 145).
 
Die ewige Kommunion erwartend, vollendete sie ihr irdisches Leben am 17. November des Jahres 1301 oder 1302, im Alter von 46 Jahren. In der siebten Übung zur Vorbereitung des Todes schrieb die hl. Gertrud:
„O Jesus, Du, der Du mir so unendlich lieb bist,
mögest du immer bei mir sein,
weil mein Herz bei Dir bleibt
und bewahre deine Liebe für mich,
ohne die Möglichkeit der Trennung.
Mein Scheiden sei von Dir gesegnet,
sodass mein Geist, befreit von den Fesseln des Fleisches,
sofort in Dir seine Ruhe findet. Amen
(Exerzitien, Mailand 2006, S. 148).

(Benedikt XVI., Generalaudienz am 6. Oktober 2010)


St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen, ganz rechts die hl. Gertrud

Sonntag, 17. September 2017

Hildegard von Bingen

Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen

Hildegard von Bingen, Mystikerin. Hildegard wurde um 1098 wahrscheinlich in Bermersheim geboren, sie wurde von der hl. Jutta auf dem Disibodenberg erzogen und nach deren Tod 1136 Leiterin der dortigen Frauengemeinschaft. Zwischen 1147 und 1150 gründete Hildegard ein Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen, 1165 ein weiteres in Eibingen bei Rüdesheim. Von Kindheit an hatte Hildegard Visionen. Ihre dauernde Kränklichkeit hielt sie nicht ab, große Reisen nach Köln, Trier und Süddeutschland zu unternehmen und dort Bußpredigten zu halten. Sie scheute sich nicht, sich durch einen umfangreichen Briefwechsel als Ratgeberin von Päpsten, Fürsten und Bischöfen zu betätigen. Ihre Briefe an den hl. Bernhard sind erhalten. In ihrem Buch „Sci vias“ („Wisse die Wege“) beschreibt sie den mystischen Aufstieg der Seele zu Gott durch Beschauung und Leiden. Hildegard besaß für ihre Zeit erstaunliche Kenntnisse in Medizin und Naturwissenschaft, deren Wiederentdeckung nicht unwesentlich zu ihrer Popularität Ende des 20. Jahrhunderts beitrugen. Hildegard von Bingen starb im hohen Alter von über 80 Jahren am 17. September 1179 auf dem Rupertsberg. Ihre Reliquien befinden sich in der Pfarrkirche zu Eibingen. Hildegard wird als Äbtissin vor einem Pult mit Buch und Schreibfeder dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Lehre mich, Gott im Heiligen Geist
deine Wege zu geh´n,
zu empfangen die Speise des Lebens,
di du den Gläubigen reichst
zur Erwählung und Heiligung.

In die höchste Glückseligkeit
nimm mich dann gütig auf,
lass mich ruhen in deinem Schoß.

W. Storch, Gebete der hl. Hildegard, 106


Hildegard v. Bingen, Abtei St. Hildegard, Rüdesheim

Stutue des hl. Hildegard vor der Klosterkirche St. Hildegard, Rüdingen, Eibingen

Samstag, 25. Februar 2017

Walburga von Eichstätt

Hl. Walburga, Abtei St. Hildegard

Walburga (Walpurga) von Eichstätt war eine Tochter des angelsächsischen Fürsten Richard und eine Schwester des heiligen Willibald, des ersten Bischofs von Eichstätt. Der heilige Bonifatius berief sie zusammen mit der hl. Lioba in die deutsche Mission. Anfangs wirkte sie in Mainfranken, in Tauberbischofsheim. 761 wurde sie Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Heidenheim, wo sie 779 starb. Ihre Reliquien ruhen seit 871 in einer ihr geweihten Kirche in Eichstätt, aus dem Schrein fließt eine wasserhelle Flüssigkeit, der wunderbare Heilkraft zugeschrieben wird.
Dargestellt wird die Heilige als Äbtissin mit Stab und Buch, auf dem Buch ein Ölfläschchen (Walpurgisöl), 3 Ähren in der Hand. Sie ist Patronin der Bauern und Landarbeiter, der Haustiere und Feldfrüchte, wird gegen Tollwut, Pest, Augenleiden und Husten angerufen.
(Gefolge des Lammes I, 230)

Die Statue der hl. Walpurga in St. Peter (München)


Walburga und Lioba, Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen


.... Walpurga war auch Vorsteherin des Männerklosters und von dessen Insassen weiß uns der einstige Herriedener Mönch weniger Erfreuliches zu berichten. Als sich Walpurga eines Abends nach Vollendung der kirchlichen Tagzeiten mit ihren Nonnen vom Chor in das Konventgebäude zurückbegab, bat sie, da die Dunkelheit hereingebrochen war, den Kirchendiener um eine Laterne. Doch der mürrische Mönch schlug seiner Äbtissin die Bitte rundweg ab. Wortlos nahm Walburga das Unbill hin und begab sich ohne Licht in ihre Zelle, während sie die Nonnen zur Einnahme der Abendmahlzeit im Speisesaale sich versammeln ließ.
Als sich jedoch die Nonnen zur Ruhe begeben hatten, erstrahlte mit einemmal das ganze Dormitorium von einem starken überirdischen Lichte, das bis zum Schall der Matutinglocke anhielt. Da eilten die Nonnen voll Staunen und Freude zu ihrer Äbtissin, die unter Tränen Gott für die erwiesene Gnade dankte, die sie der Fürbitte ihres Bruders Wunibald zuschrieb.
(w.o. 212f)

Abtei St. Hildegard, Rüdesheim/Eibingen

Selig, wem Christus
auf dem Weg begegnet,
um ihn zu rufen,
alles zu verlassen,
sein Kreuz zu tragen
und in seiner Kirche
für ihn zu wirken.