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Dienstag, 16. Juni 2026

Erinnerung an das ursprüngliche Hochgrab des hl. Benno

 Die Silberbüste mit dem Reliquienschrein des hl. Benno in der Münchener Liebfrauenkirche

Meißner Dom

Bischof Benno wurde im Meißner Dom bestattet. Um 1270 wurden seine Gebeine durch Bischof Withego I. erhoben. Seitdem gab es im Dom ein Heiligenmonument in Form eines Schreins für die Gebeine, das 1370/90 um einen Baldachin ergänzt wurde. Im Rahmen der am 31. Mai 1523 erfolgten Heiligsprechung von Bischof Benno entstand ein Pilgerweg von Böhmen nach Meißen.

Mit Beginn der Reformation in Sachsen wurden die Gebeine aus dem Dom entfernt. Laut einem evangelischen Bericht sollen sie am 15. Juli 1539 in die Elbe geworfen worden sein. Aus katholischer Sicht wurden die Gebeine jedoch gerettet und zunächst nach Bayern überführt. Im Jahr 1580 wurden sie schließlich in der Münchner Liebfrauenkirche beigesetzt. Das Heiligenmonument im Meißner Dom wurde kurz nach der Entnahme der Gebeine im Jahr 1539 zerstört. Heute erinnert nur noch eine Sandsteinplatte im Dom an das Monument. (Quelle)

 

 

Eine wichtige Person sächsischer Kirchengeschichte ist der Bischof Benno, der vermutlich 1106 starb. Um ihn entwickelte sich im 13. Jahrhundert eine lokale Heiligenverehrung. 1523 wurde Benno von Papst Hadrian VI. zu Sachsens erstem Heiligen erhoben. An Benno machte Martin Luther allerdings seine Kritik an der Heiligenverehrung der römisch-katholischen Kirche fest. 1539, mit Einführung der Reformation, wurde daher das Hochgrab des Bischofs Benno im Meißner Dom zerstört. Die Reliquien gelangten 1576 nach München. Dort avancierte Benno zum Patron Bayerns, Münchens und des Erzbistums München und Freising. In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens war lange jede Beschäftigung mit Benno verpönt. Erst in den letzten 20 Jahren erfolgte eine Annäherung.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung „Ein Schatz nicht von Gold. Benno von Meißen – Sachsens erster Heiliger“, die 2017 in der Albrechtsburg Meißen zu sehen ist, wurde die Stelle im Meißner Dom, an der Benno einst begraben war, mit einer dezenten Kennzeichnung versehen. Somit gibt es erstmals seit fast 500 Jahren wieder einen Erinnerungsort für Benno im Meißner Dom.

(Dombauverein Meissen)

Kennzeichnung des ursprünglichen Grabes im Mittelgang des Doms

 

Montag, 16. Juni 2014

Benno von Meißen

Benno von Meißen, Erzbischof. Benno entstammte einem sächsischen Grafengeschlecht, war Stiftsherr in Goslar und wurde 1066 Bischof von Meißen. In dem Streit zwischen Heinrich IV. und dem Papsttum nahm Benno eine schwankende Haltung ein, er stand zeitweise auf der Seite Gregors VII, zeitweise auf der Seite des Kaisers. Dieser setzte ihn 1085 als Bischof ab, er konnte erst 1088 nach Meißen zurückkehren. Benno machte sich verdient um das geistliche und wirtschaftliche Gedeihen seines Bistums, nach späteren Quellen auch um die Bekehrung der Wenden. Benno starb nach der Überlieferung am 16. Juni 1106. Bennos Gebeine wurden 1524 erhoben; Martin Luther verfasste aus diesem Anlass seine Schrift „Wider den neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meißen soll erhoben werden“. In der Reformation wurde Bennos Grab aufgebrochen, seine Gebeine sollten in die Elbe geworfen werden; doch man hatte sie bereits 1576 aus dem Sarg entfernt und nach Bayern in Sicherheit überführt. Die Reliquien wurden 1580 feierlich in der Frauenkirche in München beigesetzt. Dort wird der Benno-Tag bis heute festlich begangen.
(Martyrologium Sancrucense)
 
Treuer Gott,
du hast dem heiligen Bischof Benno
den Mut gegeben, in den Wirren seiner Zeit
unbeirrt den Weg des Glaubens zu gehen.
Zeige auch uns deine Wege
und stärke unser Vertrauen auf deine Hilfe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Silberbüste d. hl. Benno, die auf einem Ebenholzschrein mit den Reliquien
d. Heiligen steht, Liebfrauendom, München