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Dienstag, 1. September 2026

Ägidius

 

St. Ägidii, Münster, ehemals Kapuzinerkirche zu den Engeln

Links Ägidiusaltar u. rechts Marienaltar von Vincenz Statz, 1858-60,
Mitte: Christus von den Nothelfern angebetet,

pokalförmiger Taufstein mit sechseckigem Becken aus Baumberger Sandstein, 
557
dat., von Albert Reining, mit z. T. beschädigten Reliefs (Taufsakrament, Kirchenpatron)

Vom Eremiten zum Abt

Das Grab des Heiligen wird in einer Abtei in der Region von Nîmes in Frankreich verehrt. Es stammt wahrscheinlich aus merowingischer Zeit, auch wenn die Inschrift nicht vor dem 10. Jahrhundert angebracht worden ist. Zu der Zeit wurde auch die Lebensgeschichte von Ägidius verschriftlicht, sie ist durchwoben von wunderbaren Ereignissen.

Eine der wahrscheinlichsten Rekonstruktionen des Lebens von Ägidius (oder St. Gilles, wie er in Frankreich genannt wird), besagt, dass er aus reicher Familie in Athen stammte und in einem Wald im Süden Frankreichs, nahe des Ortes, an dem die Rhône ins Mittelmeer mündet, das Leben eines Eremiten gewählt hatte, um Gott auf diese Weise besser zu dienen. Er verbrachte den Großteil seiner Zeit im Gebet, in Schlichtheit und mit Fasten. Er ernährte sich von Gräsern, Wurzeln und Wildfrüchten und schlief auf der nackten Erde, mit einem Stein als Kopfkissen.

Durch die Opferbereitschaft des Eremiten gerührt, soll Gott ihm eine Hirschkuh geschickt haben, die ihn täglich mit ihrer Milch nährte. Doch eines Tages wurde er durch den Gotenkönig Flavius, der im Wald jagte, entdeckt. Dieser war auf der Spur der Hirschkuh, die sich zu Ägidius geflüchtet hatte; ein Pfeil, den Flavius abgeschossen hatte, traf statt des Tieres den Heiligen. Zwischen dem Herrscher und dem Emeriten entwickelte sich eine Freundschaft; Flavius bot in der Folge dem Ägidius ein Stück Land an, um dort eine Abtei zu errichten. Dieser nahm das Angebot an und tauschte das Leben in Einsamkeit gegen ein Leben in einer Gemeinschaft von Mönchen, die rasch anwuchs und über ihre Mauern hinaus bekannt wurde. Bis zu seinem Tod, am 1. September 720, stand Ägidius dem Kloster, das den Namen „Saint-Gilles“ erhielt, als Abt vor. (Fortsetzung hier)

Ägidiusposts 



Spätgotische Steinfigur des hl. Ägidius, französisch, 2. H. 15. Jh.

Freitag, 1. September 2023

Gerührt durch Opferbereitschaft

 

Unter der Kreuzigungsszene der hl. Ägidius

Dominikanerkirche Prag

Vom Eremiten zum Abt

Das Grab des Heiligen wird in einer Abtei in der Region von Nîmes in Frankreich verehrt. Es stammt wahrscheinlich aus merowingischer Zeit, auch wenn die Inschrift nicht vor dem 10. Jahrhundert angebracht worden ist. Zu der Zeit wurde auch die Lebensgeschichte von Ägidius verschriftlicht, sie ist durchwoben von wunderbaren Ereignissen.

Eine der wahrscheinlichsten Rekonstruktionen des Lebens von Ägidius (oder St. Gilles, wie er in Frankreich genannt wird), besagt, dass er aus reicher Familie in Athen stammte und in einem Wald im Süden Frankreichs, nahe der Rheinquelle, das Leben eines Eremiten gewählt hatte, um Gott auf diese Weise besser zu dienen. Er verbrachte den Großteil seiner Zeit im Gebet, in Schlichtheit und mit Fasten. Er ernährte sich von Gräsern, Wurzeln und Wildfrüchten und schlief auf der nackten Erde, mit einem Stein als Kopfkissen.

Durch die Opferbereitschaft des Eremiten gerührt, soll Gott ihm eine Hirschkuh geschickt haben, die ihn täglich mit ihrer Milch nährte. Doch eines Tages wurde er durch den Gotenkönig Flavius, der im Wald jagte, entdeckt. Dieser war auf der Spur der Hirschkuh, die sich zu Ägidius geflüchtet hatte; ein Pfeil, den Flavius abgeschossen hatte, traf statt des Tieres den Heiligen. Zwischen dem Herrscher und dem Emeriten entwickelte sich eine Freundschaft; Flavius bot in der Folge dem Ägidius ein Stück Land an, um dort eine Abtei zu errichten. Dieser nahm das Angebot an und tauschte das Leben in Einsamkeit gegen ein Leben in einer Gemeinschaft von Mönchen, die rasch anwuchs und über ihre Mauern hinaus bekannt wurde. Bis zu seinem Tod, am 1. September 720, stand Ägidius dem Kloster, das den Namen „Saint-Gilles“ erhielt, als Abt vor.

Kult und Wunder über Frankreich hinaus

Gemeinsam mit seinen Mönchen unternahm der heilige Ägidius eine große Evangelisierungskampagne in der Region des heutigen Languedoc, die mit der Urbanisierung der Gegend Hand in Hand ging. Sie rodeten Felder, nutzten bis dato brachliegende Felder für den Ackerbau, und eröffneten neue Handelswege.

Vor allem aber predigte der Heilige das Evangelium und bewirkte zahlreiche Bekehrungen. Dank der vielen Wunder, die er gewirkt hatte, war er in Frankreich bald unter dem Namen „heiliger Wundertäter“ bekannt. Doch seine Verehrung überschritt auch die Grenzen nach Belgien, Holland und Italien, wie zahlreiche Zeugnisse beweisen.

Im deutschsprachigen Raum sind viele Orte nach ihm benannt, oftmals unter Verwendung des vereinfachten „Gilg“ oder „Ilg“. Auch der Gillamoos, eines der ältesten Jahrmarktfeste in Bayern, ist nach dem Heiligen benannt – es findet jedes Jahr um den ersten Septembersonntag im Ort Abensberg statt. Der heilige Ägidius ist der Schutzheilige von Städten wie Graz, Nürnberg, Osnabrück und zahlreichen anderen Orten, außerdem ist er einer der vierzehn Nothelfer, deren Fest die katholische Kirche am 8. August begeht. Weltweit bekannt ist die nach ihm benannte Gemeinschaft Sant´Egidio, die im römischen Stadtteil Trastevere entstanden ist und sich um Ökumene und Friedensstiftung bemüht.
(vaticannews)


Hochaltarbild in Grein an der Donau von Altomonte

Statue in St. Aposteln, Köln

Ägidius in St Giles, Cambridge (Steinstatue und Glasfenster)

St. Ägidius bei Vorau, Malerei

 

Heiliger Ägidius, bitte für uns!

Donnerstag, 1. September 2022

Der Nothelfer Ägidius

Pfarrkirche Grein an der Donau/OÖ

zum hl. Ägidius

Herr, unser Gott,

höre auf die Fürsprache

des heiligen Einsiedlers Ägidius,

der aus Liebe zu dir alles verlassen

und ein erfülltes Leben in der

Einsamkeit geführt hat.

Sein Beispiel mache uns bereit,

dich aus ganzem Herzen zu suchen

und dir in den Notleidenden zu dienen.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

 

Hl. Ägidius, bitte für uns
mit Hirschkuh, Hochaltarbild von Bartolomeo Altomonte, 1749

 

Dienstag, 1. September 2020

Ägidius (Tugend durch Leiden)

St. Aposteln, Köln
 
Einsiedler, Abt, Nothelfer
Namensdeutung: der Schildhalter (griech.)
Namenstage: Aegidius, Egid, Egidio, Giles, Gilles, Gil, Gilg, Idzi
Gedenktag: 1. September

Lebensdaten: geboren um 650, gestorben um 720 in Saint-Gilles-du-Gard bei Nîmes

Lebensgeschichte und Legende: Aegidius, aus dem die Legenda aurea einen athenischen Prinzen gemacht hat, lebte viele Jahre als Einsiedler an der Rhône-Mündung, wo ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch versorgte. Als der westgotische König Flavius (oder Wamba) auf der Jagd einen Pfeil auf die Hirschkuh setzte, doch versehentlich den Einsiedler traf und ihn verbinden und entschädigen wollte, lehnte Aegidius ab: Tugend wachse durch Leiden, weswegen ihm die Wunde bis zum Lebensende blieb, und der König solle ein Kloster stiften. So entstand das Kloster Saint-Gilles-du-Gard, das Aegidius der Benediktsregel unterstellte und das er als heiligmäßiger und wunderwirkender Abt bis zu seinem Tod leitete. Eine Vita aus dem 10. Jahrhundert berichtet, dass Aegidius bei einer heiligen Messe für einen Frankenherrscher – später wurde „Karl der Große“ daraus – die Vergebung einer ungebeichteten Todsünde bewirkte, als ein Engel einen Beichtzettel auf den Altar legte, dessen Aufschrift nach und nach verschwand. In Rom soll ihm der Papst ein hölzernes Kirchenportal geschenkt haben, das Aegidius unter Gebeten in den Tiber warf und bei seiner Rückkehr im heimatlichen Hafen wiederfand.

Verehrung und Brauchtum: Der Aegidiuskult verbreitete sich mit zahlreichen Kirchen- und Klostergründungen über ganz Europa und mit den Kreuzzügen bis in den Libanon. Er gehört als einziger Nichtmärtyrer zu den 14 Nothelfern und wurde besonders in Pestzeiten angerufen. 1562 versiegte die Wallfahrt zu seinem Grab, nachdem seine Reliquien nach Toulouse verbracht worden waren, um sie vor den Hugenotten in Sicherheit zu bringen. Mit ihrer Wiederkehr in die Abtei Saint-Gilles-du-Gard 1862 setzte der Pilgerstrom wieder ein. Im Zusammenhang mit einer Wallfahrt steht auch das Gillamoos-Volksfest bei Abensberg. Im römischen Stadtteil Trastevere lebt seit 1968 die Gemeinschaft Sant’Egidio in der gleichnamigen Kirche.

Darstellung: als Einsiedler mit Pfeil und Hirschkuh

Patron: von Edinburgh, Graz, Klagenfurt, Nürnberg, Osnabrück, Sankt Gilgen, Braunschweig und Wollaberg, für eine gute Beichte, gegen die Pest, Aussatz und Krebs, der stillenden Mütter und der Hirten, der Bettler und Krüppel, bei Dürre, Sturm und Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Epilepsie, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit

(Bistum Augsburg)

Ägidius in St Giles, Cambridge (Steinstatue und Glasfenster)

St. Ägidius bei Vorau, Malerei

 

Ägidius, St. Aposteln, Köln

Samstag, 9. Dezember 2017

Am Grabe des Bischofs Eucharius von Trier

Krypta der Basilika St. Eucharius-St. Matthias in Trier

Eucharius von Trier, Bischof. Eucharius ist der erste namentlich bekannte Bischof von Trier. Er lebte im 3. Jahrhundert, stand mit dem Rhônegebiet in starker Verbindung und errichtete in Trier in der Nähe der heutigen Kirche Sankt Matthias ein Oratorium, das später nach ihm „Sankt Eucharius“ benannt wurde. Über dem Grab von Bischof Eucharius errichtete sein Nachfolger Valerius eine ihm geweihte Kapelle. Erst eine spätere Legende machte Eucharius zu einem Schüler des hl. Petrus. Gregor von Tours nannte ihn den „Beschützer der Stadt Trier vor einer Pestepidemie“.
(Martyrologium Sancrucense)

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Sarkophage der Bischöfe Eucharius und Valerian sowie im Hintergrund der Schrein des Apostels Matthias





Eucharius, Valerius und Maternus
…wirken große Wunder

Man schrieb das Jahr 50 nach Christi Geburt. - Auf dem Marktplatz von Trier hatte sich eine große Menge Volkes versammelt. Ein seltsamer Mann war da am Predigen, und er wagte es zu all seinen seltsamen Worten noch dazu, die Götter zu verspotten und zu behaupten, daß es nur einen Gott gebe, der seinen Sohn Jesus Christus auf die Welt sandte, damit die Menschen erlöst würden. Schon wollten einige Männer nach vorne stürmen, den Bischof Eucharius vom Rednerpult reißen und ihn steinigen, da geschah ein schreckliches Wunder: Den Männern erlahmten die Glieder. - Starr vor Angst blickten alle wie gebannt auf den Prediger. Dieser aber flehte vor aller Augen zu Gott, er möge den Gelähmten wieder die gesunden Glieder schenken. Kaum hatte er die Gebete emporgesandt, da konnten diese wieder gehen und sich ganz normal bewegen. - 
Darüber war das anwesende Volk so ergriffen, daß es Eucharius um die Taufe bat. Darunter war auch die Senatorswitwe Albana. Nach der Taufe bat sie den heiligen Bischof, in ihr Haus zu kommen und ihren eben gestorbenen Sohn von den Toten zu erwecken. - Eucharius ging in das Haus der Witwe Albana und erweckte ihren Sohn zum Leben, wie einst Jesus den toten Jüngling von Naim auferweckt hatte. - Kaum war der Sohn zum Leben erwacht, da pries er schon, den ihm noch unbekannten Gott der Christen. Kurz darauf ließ er sich mit seiner Mutter Albana taufen, denn diese hatte, als das Volk auf dem Marktplatz getauft worden war, die Taufe noch nicht empfangen. Aus Dankbarkeit für dieses Wunder schenkte die Witwe dem Eucharius ihr Landhaus, das südlich vor den Toren der Kaiserstadt gelegen war. Hier entstand nun der erste Versammlungsort der Christen Triers, hier feierte der heilige Bischof zum ersten Mal das heilige Meßopfer, hier unterrichtete, taufte und firmte er die Katechumenen, hier weihte er seine beiden Mitmissionare Valerius und Maternus zu Priestern und sandte sie von da aus als Glaubensboten in die Umgebung der Stadt. - Immer mehr Menschen kamen zur Taufe. Das Landhaus der Albana wurde zu klein, und so begann Eucharius, an einem Bach südöstlich der Stadt zu taufen. Das viele Öl, das bei der Spendung dieses Sakramentes verwendet wurde, verbreitete sich über den ganzen Bach, so daß sich alsbald der Name "olei via", das heißt "Oelweg", im Volke bildete. Später entwickelte sich daraus der Name "Olewig". - Nachdem Eucharius 23 Jahre die Kirche von Trier geführt hatte, erschien ihm nachts ein Engel und sprach: "Eucharius, bestelle dein Haus, denn du mußt sterben." - Am Morgen versammelte der Bischof voll Ergebenheit in Gottes Willen seine Getreuen um sich, teilte ihnen seinen bevorstehenden Tod mit, bestellte Valerius zum Nachfolger und ließ sich von ihm das Sakrament der Krankensalbung geben. Kurz darauf entschlief er sanft im Herrn. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof der Albana, neben dem Gotteshaus, das dann den Namen "Euchariuskirche" erhielt. Valerius war l5 Jahre lang Bischof von Trier, die Zahl der Christen wuchs ständig, die der Heiden sank immer mehr. Kurz vor seinem Tode ernannte er Maternus zum Nachfolger. Auch unter ihm verbreitete sich das Christentum immer mehr im Trierer Lande. In seinen letzten Jahren zog er jedoch nach Köln. Er wollte dort seinen Bischofssitz aufschlagen, weil diese Stadt weit günstiger gelegen war als Trier. Dort starb er dann auch in sehr hohem Alter. Als die Christen in Trier vom Hinscheiden des Maternus Nachricht erhalten hatten, wurden sie mit großer Trauer erfüllt und schickten eine Gesandtschaft nach Köln, den Leichnam des Heiligen nach Trier zu bringen. Aber die Kölner weigerten sich, den Leichnam des Maternus herauszugeben. Man beendete den Streit in der Weise, daß die Leute aus Trier und aus Köln den Entscheid nach der letzten Ruhestätte des Maternus Gott selbst überlassen wollten. Sie brachten also den Leichnam auf ein Schiff und ließen es ohne Ruder und ohne Steuer treiben. - Zu aller Erstaunen trieb nun das Schiff rhein- und moselaufwärts, bis es in Trier eintraf. Da begannen alle Glocken der Stadt von selbst zu läuten, und das Schiff stand still. Die Trierer brachten den toten Maternus in ihre Stadt, verehrten ihn drei Tage lang und bestatteten ihn dann in der Maternuskapelle neben St. Eucharius. - Das Andenken dieser drei Bischöfe ist erhalten durch ihre drei Statuen über dem Eingang des Friedhofs von St. Matthias. Ehemals standen sie über dem Klosterportal an der Stelle eines von Eucharius gestürzten, sehr schönen Marmorgöttinnenbildes, das man in Ketten auf dem Friedhof auf hing und später in den Brunnen des Klostergartens stürzte. Dort bewarfen es die Kinder mit Steinen und zerstörten es fast bis zur Unkenntlichkeit. Dieses Bild trug die Inschrift:
"Wollt ihr wissen, was ich bin - ich bin gewesen eine Abgöttin. Da St. Eucharius nach Trier kam, er mich zerbrach, mein Ehr abnahm: Ich war geehret als ein Gott. Jetzt steh ich hier der Welt zum Spott."
Im Jahre 50 nach Christi Geburt sind diese drei heiligen Bischöfe von Rom nach Trier gekommen, Eucharius, Valerius, Maternus."
Quelle: Aus dem Buch "Der Domstein - Legenden aus dem Trierer Land"



die älteren Kirchenpatrone Valerius, Eucharius und Maternus (wer ist wer?), um 1716

St. Eucharius - St. Matthias, Pacelli-Kreuz mit Brunnenanlage

Freitag, 1. September 2017

Ägidius

Ägidius, St. Giles, Cambridge

Ägidius, Einsiedler und Nothelfer. Ägidius gehört zu den berühmten Eremiten des Frühmittelalters, er soll ein vornehmer Athener gewesen sein und lebte im 7. Jahrhundert in Südfrankreich, zunächst vermutlich als Einsiedler. Ägidius gründete um 680 möglicherweise ein Kloster, das er als Abt leitete und das später nach ihm Saint-Gilles benannt wurde.
Die Gründungslegende erzählt, dass Ägidius vom Pfeil des Westgotenkönigs Wamba verwundet wurde, als dieser versuchte, auf der Jagd eine Hirschkuh zu erleben. Der König stattete dem verletzten Mönch einen Besuch ab und versprach dem Verletzten, seine Schuld zu begleichen, indem er im Falle seiner Genesung ein Kloster gründen wolle. Ägidius stand dem Kloster bis zu seinem Tod um 720 vor. Da sein Grab an der Pilgerstraße nach Santiago di Compostela lag, wurde es im Mittelalter zu einem der berühmtesten Wallfahrtsorte. Das Kloster Saint-Gilles wurde in den Hugenottenkriegen des 16. Jahrhunderts zerstört, die Mönche wurden getötet. Die Gebeine von Ägidius liegen heute der Kirche Saint-Sernin in Toulouse. Der Ägidiustag ist noch heute vielerorts ein Tag der Volksfeste, an manchen Orten wird den Vieh geweihter Fenchel ins Futter gemischt. Sein Name ist auch in den Formen Gilg, Gilgen und Ilgen erhalten. In der Gruppe der Vierzehn Nothelfer ist Ägidius der einzige Nicht-Märtyrer. Er wird in der Gewandung eines Benediktinerabtes mit Pfeil und Hunden dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)


Hl. Ägidius, St Giles, Cambridge

Dienstag, 1. September 2015

Der Nothelfer Ägidius

Hl. Ägidius mit Hirschkuh, Marktkirche St. Ägidius bei Vorau


Ägidius, Einsiedler und Nothelfer.
Ägidius gehört zu den berühmten Eremiten des Frühmittelalters und lebte in Südfrankreich, vermutlich in der Provence. Er gründete um 680 möglicherweise mit Unterstützung des Westgotenkönigs Wamba vor der Rhonemündung ein Kloster, das er als Abt leitete und das später nach ihm Saint-Gilles benannt wurde. Ägidius starb um 720. Sein Grab, an der Pilgerstraße nach Compostela gelegen, war im Mittelalter ein berühmter Wallfahrtsort.
Der Hauptteil seiner Reliquien kam in den Reformationswirren in die Kirche Saint-Sernin in Toulouse. Ägidius ist der einzige Nicht-Märtyrer in der Gruppe der Vierzehn Nothelfer. Er wird in der Gewandung eines Benediktinerabtes mit Pfeil und Hunden dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)