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Sonntag, 18. Januar 2026

Er ist mir voraus, weil er vor mir war

 

Kathedrale von Breslau zum hl. Johannes dem Täufer
 

In jener Zeit
29 sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen
und sagte: Seht, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
30Er ist es,
von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann,
der mir voraus ist, weil er vor mir war.

(aus dem Johannesevangelium Kapitel 1 vom Sonntag der 2. Woche im Jahreskreis, Lesejahr A)
 

Johannes der Täufer, Breslau

Dienstag, 26. August 2025

Teresa von Jesus Jornet Ibars

 

Teresa Jornet, Museum der Kathedrale von Oviedo

Unsere Gesellschaft wird immer älter, regelmäßig ist in den Medien vom "Pflegenotstand" die Rede. Höchste Zeit also, sich mit der Patronin des hohen Alters zu beschäftigen: Teresa von Jesus (1843-1897). Die Katalanin war die älteste Tochter einer tiefreligiösen Bauernfamilie – zwei ihrer Schwestern wurden Ordensfrauen und einer ihrer Onkel war Karmeliter. 1872 trat Teresa in ein Klarissinenkloster ein und nahm den Namen Teresa von Jesus an. Weil ihr die politische Situation jedoch nicht die Ablegung der Gelübde erlaubte, konnte sie "nur" Tertiarin der Karmelitinnen werden. Gemeinsam mit einer Gruppe von Priester engagierte sich Teresa in der Pflege bedürftiger Senioren und rief noch im Jahr ihres Klostereintritts die "Kongregation der kleinen Schwestern für die verlassenen Alten" ins Leben. Für ihre Gemeinschaft wählte Teresa die Regel der Franziskaner-Klarissinnen. Als Generaloberin widmete sie sich bis zu ihrem Tod am 26. August 1897 aufopferungsvoll um die ihr Anvertrauten. Papst Paul VI. sprach sie 1974 heilig.
(katholischde)

Mittwoch, 5. März 2025

Reinige uns von Sünden

Herr, unser Gott,
zu Beginn der heiligen vierzig Tage
bringen wir dieses Opfer dar und bitten dich:
Hilf uns, umzukehren
und Taten der Buße und der Liebe zu vollbringen,
damit wir unseren bösen Neigungen nicht nachgeben.
Reinige uns von Sünden und mache uns fähig,
das Gedächtnis des Leidens
unseres Herrn Jesus Christus
mit ganzer Hingabe zu begehen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

(Gabengebet zum Aschermittwoch)


 

Freitag, 1. November 2024

Die Rettung kommt von unserem Gott und vom dem Lamm

 


Lesung aus der Offenbarung des Johannes 7

2 Ich, Johannes,
sah vom Aufgang der Sonne her
einen anderen Engel emporsteigen;
er hatte das Siegel des lebendigen Gottes
und rief den vier Engeln,
denen die Macht gegeben war,
dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,
mit lauter Stimme zu und sprach:
3 Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu,
bis wir den Knechten unseres Gottes
das Siegel auf die Stirn gedrückt haben!
4 Und ich erfuhr die Zahl derer,
die mit dem Siegel gekennzeichnet waren.
Es waren hundertvierundvierzigtausend
aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen:
9 Danach sah ich und siehe, eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
10 Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen:
Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt,
und von dem Lamm.
11Und alle Engel standen rings um den Thron,
um die Ältesten und die vier Lebewesen.
Sie warfen sich vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder,
beteten Gott an
12 und sprachen:
Amen, Lob und Herrlichkeit,
Weisheit und Dank,
Ehre und Macht und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen
13 Da nahm einer der Ältesten das Wort und sagte zu mir:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen,
und woher sind sie gekommen?
14 Ich erwiderte ihm: Mein Herr, du weißt das.
Und er sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.

 

Amen, Lob und Herrlichkeit, Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke
unserem Gott in Ewigkeit

Romano Guardini († 1968)

Aus dem Buch "Vorschule des Betens".

In den Heiligen strahlt die Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes
 
Die im Namen Christi sterben, gehen nicht ins Wesenlose, sondern in die Fülle heiliger Wirklichkeit ein. Das unwillkürliche Gefühl meint, die Toten würden schattenhaft, wendet sich von ihnen ab und sucht das warme Licht der irdischen Sonne; oder es glaubt, sie bekämen eine unheimliche, zerstörende Macht, und sucht sich davor zu schützen. Diese Empfindungen werden aber im Glauben überwunden. Er sagt uns, dass die in der Gnade Heimgegangenen zur "Herrlichkeit der Kinder Gottes" und zur reinen Vollendung ihres Wesens im ewigen Lichte gelangen. Liegt es da nicht nahe, jene Menschen, die schon auf Erden Zeugen göttlicher Liebe und Macht gewesen sind, auch in ihrer Erfüllung aufzusuchen? So ist es denn auch geschehen, und wir finden von den frühesten christlichen Zeiten an eine lebendige Beziehung der Glaubenden zu jenen, die sich auf Erden in besonderer Weise als Freunde Gottes erwiesen haben, den Heiligen. Und zwar ist diese Beziehung sehr mannigfaltig.
Auf den ersten Blick scheint sie ganz in der Bitte um Hilfe zu bestehen, und diese Bitte hat recht, denn die Not des Daseins ist groß. In ihr die Liebe derer zu suchen, die ganz in Gottes Gemeinschaft eingegangen, mit seinem Willen eins und seiner Gnade voll sind, bedeutet nichts anderes als die Verbundenheit des gläubigen Daseins.
Neben der Bitte tritt aber auch das Lob hervor: die Freude an dem frommen und edlen Leben der Heiligen; an der göttlichen Führung, die darin deutlich wird, an ihren Überwindungen und Taten. Sie sind Zeugen der Erlösung.
Die neue Schöpfung, die immerfort aus Christi Tat hervorgeht, ist verhüllt; alles widerspricht ihr, und der Glaube hat Mühe, sich der einstigen Vollendung gewiss zu halten. In den Heiligen strahlt "die Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes" (Röm 8,21) auf und hilft der Hoffnung.
Die Heiligen können auch eine besondere Bedeutung für die Weise erhalten, wie der einzelne sein Leben führt. Sie öffnen den Reichtum Christi. Dieser ist "das Licht", einfach und alleinbegreifend zugleich; die Heiligen aber sind wie Prismen, welche seine Unbegreiflichkeit aufbrechen und bald diese, bald jene Farbe daraus erstrahlen lassen. So können sie dem Glaubenden helfen, sich selber besser aus Christus heraus zu verstehen und den Weg zu finden, den er gehen soll. Was aber im Tiefsten zu den Heiligen treibt, ist doch wohl einfach der Wunsch, bei ihnen zu sein, mit ihnen umzugehen, Anteil an ihnen zu haben. Es ist die Liebe, welche die Gemeinschaft derer sucht, die ganz in der Liebe gelebt haben und nun in ihr vollendet sind.

Donnerstag, 23. Juni 2022

Christus feiern mit Johannes dem Täufer

Seht, das Lamm Gottes

Liebe Brüder und Schwestern!

Am heutigen 24. Juni lädt uns die Liturgie zur Feier des Hochfests der Geburt des heiligen Johannes des Täufers ein, dessen Leben – genauso wie das von Maria, der Mutter Jesu – ganz auf Christus ausgerichtet war. Johannes der Täufer ist der Vorläufer gewesen, die „Stimme“, die entsandt wurde, um das Mensch gewordene Wort anzukündigen. Deshalb bedeutet das festliche Gedenken an seine Geburt in Wirklichkeit, Christus zu feiern, die Erfüllung der Verheißungen aller Propheten, unter denen der Täufer der größte gewesen ist – er, der dazu berufen war, für den Messias „den Weg zu bahnen“ (vgl. Mt 11,9-10).

Alle Evangelien beginnen die Erzählung des öffentlichen Lebens Jesu mit dem Bericht über seine Taufe am Fluss Jordan durch Johannes. Der heilige Lukas fügt den Auftritt des Täufers in einen feierlichen historischen Rahmen ein. Auch mein Buch Jesus von Nazareth hebt mit der Taufe Jesu am Jordan an, einem Ereignis, das zu seiner Zeit ein großes Echo hatte. Von Jerusalem und aus allen Teilen Judäas strömten die Menschen herbei, um Johannes den Täufer zu hören, sich von ihm im Fluss taufen zu lassen und dabei ihre Sünden zu bekennen (vgl. Mk 1,5). Der Ruf des Propheten und Täufers wuchs in einem Maß an, dass viele sich fragten, ob er der Messias sei. Er aber – so hebt der Evangelist hervor – leugnete dies entschieden: „Ich bin nicht der Messias“ (Joh 1,20). Er bleibt auf jeden Fall der ersten „Zeuge“ Jesu, da er den Hinweis auf ihn vom Himmel erhalten hat: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ (Joh 1,33). Genau dies geschah, als Jesus nach dem Empfang der Taufe aus dem Wasser stieg: Johannes sah den Geist wie eine Taube auf ihn herabkommen. Da „erkannte“ er die volle Wirklichkeit des Jesus von Nazareth und begann, „Israel mit ihm bekannt zu machen“ (Joh 1,31); er wies ihn als Sohn Gottes und Erlöser der Menschen aus: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt“ (Joh 1,29).

Als echter Prophet gab Johannes ohne Kompromisse Zeugnis von der Wahrheit. Er klagte die Überschreitungen der Gebote Gottes auch dann an, wenn die Betroffenen die Mächtigen waren. So bezahlte er mit dem Leben, als er Herodes und Herodias des Ehebruchs anklagte, und mit dem Martyrium besiegelte er seinen Dienst an Christus, der die Wahrheit in Person ist. Wir wollen ihn und die allerseligste Jungfrau Maria um ihre Fürsprache bitten, damit es die Kirche auch in unseren Tagen verstehen möge, Christus immer treu zu bleiben und voller Mut seine Wahrheit und seine Liebe für alle zu bezeugen. (B16, Angelus, 24.6.2007)

und die Heuschrecken

Johannes der Täufer, bitte für uns!
St Peter in St Albans, England

 

Montag, 1. November 2021

Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm

 

Anbetung des Lammes, Kathedrale von Brüssel

Lesung aus der Offenbarung des Johannes.

2Ich, Johannes,
sah vom Aufgang der Sonne her
einen anderen Engel emporsteigen;
er hatte das Siegel des lebendigen Gottes
und rief den vier Engeln,
denen die Macht gegeben war,
dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,
mit lauter Stimme zu und sprach:
3Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu,
bis wir den Knechten unseres Gottes
das Siegel auf die Stirn gedrückt haben!
4Und ich erfuhr die Zahl derer,
die mit dem Siegel gekennzeichnet waren.
Es waren hundertvierundvierzigtausend
aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen:
9Danach sah ich und siehe, eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
10Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen:
Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt,
und von dem Lamm.
11Und alle Engel standen rings um den Thron,
um die Ältesten und die vier Lebewesen.
Sie warfen sich vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder,
beteten Gott an
12 und sprachen:
Amen, Lob und Herrlichkeit,
Weisheit und Dank,
Ehre und Macht und Stärke
unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen
13Da nahm einer der Ältesten das Wort und sagte zu mir:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen,
und woher sind sie gekommen?
14Ich erwiderte ihm: Mein Herr, du weißt das.
Und er sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.
(1. Lesung von Allerheiligen)

Mosaik in der Dreifaltigkeitskirche in Fatima, Anbetung des Lammes

kroatisches Allerheiligen, Benedikt 16, 1.11.2006)

Der Thron Gottes, Marylebone, London (Offenbarung)

 Das Allerheiligenfenster im Kölner Dom

Glasfenster, Anbetung des Lammes, Allsaints, Margaret Street, London, Offb 7 

Maria, Königin der Heiligen, Kathedrale von Reims, Romanus der Melode

Hauskirche zu Allerheiligen 

Prozession der Heiligen zum thronenden Christus, Sant`Apollinare Nuove, Ravenna

Kathedrale von Brüssel

 

Sonntag, 25. April 2021

Der gute Hirt ist das geopferte Lamm

 



Jesus, Du bist der gute Hirt.
Du gibst Dein Leben für die Herde Gottes,
damit sie das ewige Leben hat.
Du wolltest auch ein Schaf werden,
ein makelloses Lamm
das Opferlamm, das Lamm Gottes,
hingegeben für die Sünden der Welt.
Durch Dein kostbares Blut hast Du uns erlöst.
Jesus wir danken Dir.

Ostern und Pfingsten

Joh 10
11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
12 Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht,
13 weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
14 Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,
15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
18 Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

(Evangelium vom 4. Sonntag in der Osterzeit, B)

Enzersfeld, Maria Geburt, NÖ

Sonntag, 13. Dezember 2020

Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt

 

Johannes der Täufer, Seht das Lamm Gottes, Odilienberg


Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 1

6Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.

7Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.

8Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

19Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?,

20bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.

21Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.

22Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?

23Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

24Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.

25Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet?

26Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt

27und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.

28Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

(Evangelium vom 3. Adventsonntag, Gaudete, Lesejahr B)



Kloster auf dem Odilienberg

Sonntag, 1. November 2020

Die Anbetung des Lammes

 

Engel und Heilige und Maria,

 

Allerheiligen – Hochfest aller Heiligen des Himmels. In den östlichen Kirchen wollte man die vielen Märtyrer der dreihundertjährigen Verfolgung nicht vergessen und feierte schon seit Anfang des 4. Jahrhunderts am Sonntag nach Pfingsten den „Herrentag aller Heiligen“.

Im Westen konsekrierte Papst Bonifatius IV. am 13. Mai 609 das Pantheon, das zuvor der Tempel aller mythologischen Götter der Antike war, zu einer Kirche um und weihte sie der Jungfrau Maria und allen Heiligen. Er ordnete auch eine jährliche Feier an, die man seit dem 9. Jahrhundert am 1. November begeht. Seit dem 11. Jahrhundert gedenkt man am nachfolgenden 2. November aller armen Seelen. In den angelsächsischen Ländern vermischte sich das christliche Allerheiligen- und Allerseelenfest mit heidnischem Brauchtum, da der 1. November der Neujahrstag der Kelten war. Unter der Vorstellung, dass die Seelen der Verstorbenen in der Nacht auf den 1. November in den Himmel fliegen, feiert man dort den „all hallow eve“ [aller Heiligen Abend], heute „Halloween“ genannt. Gruselige Kostüme, abschreckende Masken aus Kürbissen und riesige Feuer sollten die bösen Geister vertreiben und den Seelen sicheres Geleit in die Ewigkeit geben. Mit zunehmender Entchristlichung ging auch dieser Rest des christlichen Ewigkeitsglaubens verloren, sodass „Halloween“ als zunehmend kommerzialisierter Gruselrausch begangen wird.

Die Liturgie der Kirche hingegen jubelt an diesem Tag voll Freude über die große Zahl der bekannten und unbekannten Heiligen, die in Gott bereits vollendet sind.

(Martyorlogium Sancrucense)

 

kroatisches Allerheiligen, Benedikt 16, 1.11.2006)

Der Thron Gottes, Marylebone, London (Offenbarung)

 Das Allerheiligenfenster im Kölner Dom

Glasfenster, Anbetung des Lammes, Allsaints, Margaret Street, London, Offb 7 

Maria, Königin der Heiligen, Kathedrale von Reims, Romanus der Melode

Hauskirche zu Allerheiligen 

Prozession der Heiligen zum thronenden Christus, Sant`Apollinare Nuove, Ravenna

 

Du hast deinen Heiligen den Pfad zum Leben gezeigt;

vor Deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle.

 


die auf Christus, der geopferte Lamm, hinweist, Dreifaltigkeitskirche, Fatima, Mosaik, Rupnik

Dienstag, 25. Februar 2020

Walburga, mit dem guten Draht nach oben, Patronin von Eichstätt

Verherrlichung der hl. Walburga und Anbetung des Lammes Gottes, Hochaltarbild, Joachim von Sandrart, um 1664

Der Auftraggeber des riesigen Altarbildes (770x480 cm) in der Eichstätter Klosterkirche der Benediktinerinnen war Bischof Marquard II. Schenk von Castell, der sich umgeben von den Kapitelherren am linken Bildrand aufschauend zur heiligen Walpurga befindet. Im Zentrum des Bildes steht die heilige Walpurga, flankiert von ihren Brüdern Wunibald und Willibald, dem Gründer des Bistums Eichstätt. Unter den Kapitelherren links am Bildrand hat Sandrart sich selbst eingefügt und schaut als einziger aus dem Bild heraus.

Engel gießen das Öl der hl. Walburga auf die Kranken



»… nach Stockau/ und mahlte daselbst/ unter andren/ für S. Hochfürstl. Gn. den H. Bischof zu Aichstett/ das herrliche Altar-Stuck zu S. Walburg/ in größe von 30 Schuhen. Diß Gemälde praesentiret S. Hochfürstl. Gn. auf einer Galleria im Bischoflichen Ornat und Pontifical stehend/ von allen dero und des HochStiffts Capitel-Herren umgeben/ und ganz andächtig gen Himmel sehend: als gleichsam flehentlich ansuchend um Hülfe für eine große Mänge armer/ blinder/ lahmer/ kranker und bresthafter Leute/ die vor ihme stehen und um Erledigung seufzen.
Aus dem Himmel fället ein Strahl der Glori auf S. Walburgen Begräbnis: aus welchem das daselbst für heilig und heilsam gehaltene Oel schwitzet/ welches durch etliche Engel unter die Bresthaften/ zu ihrer Genesung/ ausgetheilet wird. In dieser Schaar sind hohe und niedere Personen/ und nicht allein von Christlichen Nationen/ sondern auch Türken/ Persianer/ Mohren und andere Ausländische/ theils zu Pferd/ theils herzu gehend/ theils getragen und geführet: derer aller unterschiedliche Stellungen/ Affecten und bewegliche passiones, so kunstreich ausgebildet/ daß man diß Werk nicht genug beschauen und bewundern kan/ auch ein ganzes Buch davon zu schreiben wäre. Daher viel Fürsten und Herren/ allein um dieses WunderStucks willen/ diesen Ort besuchet/ welcher hierdurch…«
 





Äbtissin
Namensdeutung: die schützende Herrin (althochdeutsch)
Namenstage: Walburga, Walburg, Walburgis, Wally, Valpuri
Gedenktag: 25. Februar
Lebensdaten: geboren um 710 in Wessex, gestorben am 25. Februar 779 in Heidenheim
Lebensgeschichte: Walburga, der Legende nach ein Königskind wie ihre Geschwister Willibald und Wunibald, lebte von ihrem zehnten Lebensjahr an im Kloster Wimborne, wo sie 25 Jahre lang blieb und vielleicht bereits für die Entsendung als Missionarin ausgebildet wurde.
Nachdem sich ihre Brüder im Auftrag ihres Onkels Bonifatius im süddeutschen Raum niedergelassen hatten, zog auch Walburga auf den Kontinent und lebte im Kloster ihrer Verwandten Lioba in Tauberbischofsheim. Als ihr Bruder Wunibald erkrankte, pflegte sie ihn bis zu seinem Tod 761 und übernahm von ihm das Eigenkloster Heidenheim, dem sie ein Frauenkloster hinzufügte. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Doppelkloster zu einem Zentrum der Mission auf deutschem Boden.
Die bereits zu Lebzeiten als wundertätig verehrte Walburga starb am 25. Februar 779 in Heidenheim.
Verehrung/Brauchtum: Walburgas Gebeine wurden am 1. Mai 870 feierlich erhoben und nach Eichstätt verbracht, der Gründung ihres Bruders Willibald. Daher rührt auch der Name der Walpurgisnacht zum 1. Mai. Die Wallfahrt zu ihrem Grab war eine der größten des Mittelalters. In der Krypta des Benediktinerinnenklosters Sankt Walburg bildet sich an ihrem Reliquienschrein das sogenannte Walburgisöl, eine Flüssigkeit, die Pilger als Heilmittel an der Klosterpforte erhalten können.
Darstellung: als Äbtissin mit Stab, Regelbuch, Ölflasche, manchmal auch mit drei Ähren
Patronin: des Bistums Eichstätt, der Wöchnerinnen, Bauern, Haustiere, Helferin bei Husten, Hundebiss, Tollwut, in Seenot, für gutes Wachstum der Feldfrüchte und gegen Augenleiden
(Bistum Augsburg) 



hl. Walburga, bitte für uns

Abtei- und Klosterkirche St. Walburg, Eichstätt

Walburgastatue auf dem Kirchturm (mit dem guten Draht nach oben), mit Stab und Ölflasche