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Donnerstag, 2. Oktober 2025

An meinen Schutzengel - Therese von Lisieux

 

bei der Wiege von Therese: die Zukunft, wie sie ihr Schutzengel vorhersah

Du hehrer Hüter meiner Seele,
Von Glanz und Schönheit ist dein Kleid.
Gleich einer Flamme ohne Fehle
Stehst du am Thron der Ewigkeit.
Für mich kamst du herab auf Erden,
Umgibst mich mit dem Lichte dein,
Ein treuer Bruder mir zu werden,
Mir Freund und Führer stets zu sein.

Du zeigst mir Schwachen viel Erbarmen,
Führst mich an deiner Hand den Weg.
Voll Liebe räumest du mir Armen
Die Steine fort von manchem Steg.
„Den Blick zum Himmel froh erhebe!“
Stets deine milde Stimme spricht.
Je mehr ich still bescheiden lebe,
Je heller strahlt dein Angesicht.

Du, der durchwandelt, o so schnelle,
Den Weltenraum wie Blitz und Wind,
O fliege oft an meiner Stelle
Zu denen, die mir teuer sind.
Beschütze sie und still‘ ihr Wehe,
Von meines Jesu Güte sprich,
Dass jede Seele Wonne sehe
Im Leid, – und leise nenne mich.

Zu sprengen vieler Sünder Bande,
Sei meines kurzen Lebens Werk.
Du, Bote aus dem Vaterlande,
Mit deiner Liebesglut mich stärk‘!
Nimm meine Opfer zum Geschenke
Und meiner Armut hohen Wert,
Mit deinem Glück die Gabe tränke,
Dass sie den dreimal Heil’gen ehrt.

Dir, Engel, Preis im Himmelssaale,
Des Höchsten Königs Schatz sei dein!
Mir mag das Brot der heil’gen Schale,
Des Kreuzes Schmuck beschieden sein;
Mit Kreuz und Hostie will ich wallen.
In deinem Schutz, aufwärts den Blick,
Erwart‘ ich friedlich jene Hallen,
Wo ewig herrscht das höchste Glück.

Februar 1897

Quelle: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 422 f.


das Geburtszimmer von Therese, Elternhaus in Alençon

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Sehnsucht nach dem Himmel

 

Theresia läuft trotz des Regens zur Kirche, Kapelle im Elternhaus in Alençon 

Doch ich komme auf meinen Sonntag zurück. Dieser frohe Tag, der so schnell verflog, hatte doch seine Spur von Schwermut. Ich erinnere mich, daß mein Glück ungetrübt war bis zur Komplet; während dieses Gottesdienstes dachte ich daran, daß der Ruhetag seinem Ende zuging... daß man am morgigen Tag das Alltagsleben wieder beginnen müsse, arbeiten, Aufgaben machen, und mein Herz empfand die Verbannung auf Erden... ich seufzte nach der ewigen Ruhe des Himmels, nach dem Sonntag ohne Abend in der Heimat!...
(...) Was könnte ich von den Winterabenden erzählen, besonders den sonntäglichen? Ach, wie gut fand ich es, nach der Partie Damenbrett mich mit Celine auf Papas Knie zu setzen... Mit seiner schönen Stimme sang er Lieder, die die Seele mit tiefen Gedanken erfüllten...  oder er wiegte uns leise und sagte Gedichte voll der ewigen Wahrheiten auf...
Zuletzt gingen wir hinauf zum gemeinsamen Abendgebet, und die kleine Königin war ganz allein neben ihrem König und brauchte ihn zur anzusehen, um zu wissen, wie Heilige beten...
Dann kamen wir alle dem Alter nach, um Papa Gutenacht zu sagen und einen Kuß zu empfangen. Die Königin kam natürlich als letzte, und der König hob sie an den Ellbogen hoch, um sie zu küssen, und diese rief dann recht laut: "Guten Abend, Papa, gute Nacht, schlaf gut", jeden Abend wiederholte sich das...
Dann nahm mich mein Mütterchen auf den Arm und brachte mich in Celines Bett.
Ich frage dann: "Pauline, bin ich heute recht lieb gewesen?... Werden die Engelein mich umschweben?"
Stets lautete die Antwort ja, sonst hätte ich die ganze Nacht hindurch geweint...
Selbstbiographie, Johannesverlag, 38f

die Eltern Zelie und Louis Martin

die Schwestern Marie, Pauline und Celine

Das Vorbild des Vaters - Theresia von Lisieux

  

Kapelle beim Elternhaus in Alençon
 

Die Feste! Oh! Wenn die hohen auch selten waren, jede Woche brachte doch eines, das meinem Herzen gar teuer war: "Den Sonntag!" Welch ein Tag war doch der Sonntag!.... Es war der Festtag des Lieben Gottes, der Festtag der Ruhe.
Erstens blieb ich länger im Bettchen als an den übrigen Tagen, und dann verwöhnte Mama Pauline ihr Töchterchen und brachte ihm Schokolade ans Bett; hernach kleidete sie es an wie eine kleine Königin... die Patin kam um das Patenkind zu frisieren, das sich nicht immer artig benahm, wenn man es dabei an den Haaren riß, dann aber war es froh, wenn es seinen König bei der Hand fassen konnte, der es an diesem Tage noch zärtlicher küßte als sonst, und nun ging die ganze Familie zur Messe.

Auf dem ganzen Weg und selbst in der Kirche gab "Papas kleine Königin" ihm die Hand, ihr Platz war neben dem seinen, und mußten wir zur Predigt hinuntergehen, so galt es auch noch zwei Stühle nebeneinander zu finden. Das war nicht schwer, jedermann schien es so nett zu finden, einen so schönen alten Herrn mit einem so kleinen Mädchen zu sehen, daß die Leute sich stören ließen, um uns ihre Plätze zu geben. Mein Onkel, der in den Bänken der Kirchenvorsteher saß, freute sich, wenn er uns kommen sah, er sagte, ich sei sein kleiner Sonnenstrahl....

Mich kümmerte es wenig, beachtet zu werden, denn ich hörte den Predigten aufmerksam zu, obwohl ich nicht eben viel davon verstand; die erste, die ich begriff und die mich tief bewegte, war eine Predigt von Abbe Ducellier über das Leiden, und von da an verstand ich alle anderen Predigten.
Wenn der Prediger von der heiligen Theresia sprach, neigte sich Papa herab und sagte mir ganz leise:-"Hör gut zu, kleine Königin, man spricht von deiner heiligen Namenspatronin."
Ich hörte wohl aufmerksam zu, aber noch öfter als auf den Prediger schaute ich auf Papa, sein schönes Antlitz verriet mir so viele Dinge!...
Manchmal füllten sich seine Augen mit Tränen, die er vergeblich zurückzuhalten suchte, er schien bereits nicht mehr der Erde anzugehören, so sehr liebte es seine Seele, sich in den ewigen Wahrheiten zu versenken...
Und doch war sein irdischer Lauf bei weitem nicht zu Ende, lange Jahre sollten noch dahingehen, ehe der schöne Himmel sich seinen entzückten Augen erschloß, und der Herr die Tränen seines guten und getreuen Dieners trocknete.
(Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes Verlag, 37f)

Glasfenster der hl. Theresia und drei Aussprüche 

Die Taufkapelle der hl. Theresia in Alencon

Sich opfern für die Priester - Bild in der Wiener Peterskirche

Aus Liebe leben - Statue in der St Salvator Kathedrale in Brügge

Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu


Dienstag, 1. Oktober 2024

3 x Therese

 


Nichts ist wohltuender, als gut über seinen Nächsten zu denken.

Das Vertrauen mag alles, es bewirkt Wunder. 

Wenn immer ich kann, tue ich mein Bestes,
um froh zu sein, damit ich Freude machen kann.

 

Die Taufkapelle der hl. Theresia in Alencon

Sich opfern für die Priester - Bild in der Wiener Peterskirche

Aus Liebe leben - Statue in der St Salvator Kathedrale in Brügge

Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu

Freitag, 1. Oktober 2021

Die Taufkapelle der hl. Theresia von Lisieux

 

Basilika Notre Dame d´Alencon

Taufurkunde der hl. Theresia

Taufkleid, hier wurde am Samstag, 4. Jänner 1873 Marie Francoise
Therese Martin getauft

Reliquien der hl. Theresia und ihrer Eltern Louis und Zelie Martin
Heilige Theresia, bitte für uns!
 

Jesus, mein göttlicher Bräutigam!
Laß mich nie das zweite Kleid meiner Taufe (das Ordensgewand) verlieren.
Nimm mich eher hinweg, als daß ich freiwillig
auch nur den kleinsten Fehler begehe.
Hilf mir, daß ich immer nur dich allein
suche und finde,
daß mir die Geschöpfe nichts bedeuten
und ich ihnen nichts;
du, Jesus sollst alles sein!

Mögen die Dinge dieser Welt
mich niemals beunruhigen,
möge nichts meinen Frieden stören.

Jesus, ich bitte dich um den Frieden,
und auch um die Liebe, die unendliche Liebe,
die keine andere Grenze kennt außer dir,
die Liebe, die nicht mehr meine ist,
sondern die du bist, mein Jesus.

Laß mich für dich als Märtyrerin sterben;
das Martyrium des Herzens oder des Leibes;
oder am besten alle beide.
Hilf mir, daß ich meine Gelübde
in aller Vollkommenheit erfülle,
laß mich verstehen, was es heißt,
deine Braut zu sein.
Laß mich nie eine Last sein für die Gemeinschaft,
niemand soll sich um mich kümmern,
man möge mich mit Füßen treten,
nicht beachten wie ein kleines Sandkorn.

Deinen Willen will ich vollkommen erfüllen,
damit ich an den Platz komme,
den du mir bereitet hast...

Jesus, verzeih mir,
wenn ich dir unpassende Dinge sage,
ich möchte nichts anderes,
als dir Freude und Trost bereiten.

(Gebet am Tag der Profess, 8. September 1890)




Taufe der hl. Theresia

Taufkapelle der hl. Theresia von Lisieux


Christus liebt die Kinder/das Kindsein



In dieser Kirche haben Louis und Zelie Martin geheiratet,
ist Therese getauft worden und hat das Requiem von Zelie Martin stattgefunden

Kathedrale von Alençon

Sich opfern für die Priester - Bild in der Wiener Peterskirche

Aus Liebe leben - Statue in der St Salvator Kathedrale in Brügge

Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Therese von Lisieux - sich aus Liebe opfern für die Priester

Therese von Lisieux, Peterskirche, Wien

 

Aus Liebe leben heißt, o Herr, gedenken
Der Priester dein in innigem Gebet.
 
Wollst deine Glut in ihre Seelen senken,
Daß vor dir engelrein ein jeder steht.
 
Beschütze deine Kirche bis zum Ende!
An jedem Tag soll dies mein Bitten sein,
 
Für sie als Opfer mich, ihr Kind, verwende,
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.
 
(aus dem Gedicht "Aus Liebe leben", Quelle hier)

Dienstag, 1. Oktober 2019

Aus Liebe leben - Theresia von Lisieux

 Theresia von Lisieux, St Salvator Kathedrale, Brügge


Theresia, Patronin der Missionen (Basilika Sainte Therese, Lisieux)

Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin

Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu



Am Abend der Liebe, ohne Gleichnis redend, sprach Jesus: 'Wenn jemand mich lieben will Sein ganzes Leben lang, so daß er mein Wort bewahrt, werden mein Vater und ich kommen, ihn zu besuchen. Und wenn er sein Herz zu unserer Bleibe macht, werden wir, wenn wir zu ihm kommen, ihn immer lieben!...'
Wir wollen, daß er von Freude erfüllt bleibe in unserer Liebe!...'


Aus Liebe leben, das heißt, Dich selbst bewahren, Unerschaffenes Wort, Wort meines Gottes.
Ach, Du weißt es, göttlicher Jesus, ich liebe Dich. Der Geist der Liebe entflamme mich mit Seinem - Feuer! Indem ich Dich liebe, ziehe ich den Vater an; Mein schwaches Herz bewahrt Ihn für immer. O Dreifaltigkeit, Du bist die Gefangene Meiner Liebe!....

Aus Liebe leben, das heißt, von Deinem Leben leben, Glorreicher König, Wonne der Auserwählten. Du lebst für mich, verborgen in einer Hostie. Ich möchte mich für Dich verbergen, o Jesus!

Für Liebende ist Einsamkeit nötig, Ein Herz-zu-Herz, das Nacht und Tag dauert. Allein Dein Blick macht meine Seligkeit aus. Ich lebe aus Liebe! Aus Liebe leben, heißt auf Erden nicht, Sein Zelt auf dem Gipfel des Tabor aufschlagen; Es heißt, mit Jesus Kalvaria besteigen; Es heißt, das Kreuz als  einen Schatz ansehen!... Im Himmel muß ich im Genuß leben; Dann wird die Prüfung für immer entflohen sein, Doch in der Verbannung will ich im Leiden Leben aus Liebe.

Aus Liebe leben, das heißt, geben ohne Maß, ohne hienieden Lohn zu beanspruchen. Ach, ohne zu zählen, gebe ich und bin sicher, daß man nicht rechnet, solange man liebt !... Dem göttlichen Herzen, das von Zärtlichkeit überströmt, habe ich alles geschenkt... ich eile unbeschwert; Ich habe nichts mehr als meinen einzigen Reichtum: Leben aus Liebe.

Aus Liebe leben, das heißt, alle Furcht bannen, jede Erinnerung an die Fehler der Vergangenheit. Von meinen Sünden sehe ich keinerlei Spur. In einem Augenblick hat die Liebe alles verbrannt. Göttliche Ramme, du sehr süßer Schmelzofen! In deinem Feuer nehme ich meinen Aufenthalt, in deinen Gluten singe ich in Herzenslust: "Ich lebe aus Liebe !"
  
Aus Liebe leben, das heißt, unaufhörlich weiterfahren, den Frieden, die Freude in alle Herzen säend. Geliebter Steuermann, die Liebe drängt mich, Denn ich sehe Dich in den Seelen meiner Schwester.
Sieh, die Liebe ist mein einziger Stern. In seiner Klarheit fahre ich dahin ohne Umweg. Ich habe meinen Wahlspruch auf mein Segel geschrieben: "Leben aus Liebe."

Aus Liebe leben, solange Jesus schlummert, das schenkt die Ruhe auf den stürmischen Wellen.  O fürchte nicht, Herr, daß ich Dich wecke. Ich erwarte im Frieden das Ufer des Himmels...
Bald wird der Glaube seinen Schleier zerreißen. Meine Hoffnung ist, Dich eines Tages zu schauen. Die Liebe schwellt und treibt mein Segel. Ich lebe aus Liebe!... 

Aus Liebe leben, das heißt, o mein göttlicher Meister, Dich anzuflehen. Dein Feuer auszubreiten in die heilige und geweihte Seele Deines Priesters, Auf daß er reiner sei als ein Seraph des Himmels! Ach, verherrliche Deine unsterbliche Kirche, Jesus, sei nicht taub für meine Seufzer! Ich, ihr Kind, ich opfere mich für sie. Ich lebe aus Liebe.

Aus Liebe leben, das heißt, Dein Antlitz trocknen. Das heißt, den Sündern die Verzeihung erlangen. O Gott der Liebe! Daß sie in Deine Gnade zurückkehren.
Und Deinen Namen für immer preisen.... Bis zu meinem Herzen erschallt die Gotteslästerung.
Um sie zu tilgen, möchte ich immer singen: "Deinen heiligen Namen, ich bete ihn an und ich liebe ihn."  Ich lebe aus Liebe.

(Theresia von Lisieux)


Kathedrale von Brügge

Montag, 1. Oktober 2018

Theresia von Lisieux, Patronin der Missionen

Ich werde den Missionaren helfen

Am 14. Dezember 1927 ernennt Pius XI. die kleine Therese zur Patronin der Mission, ganz rechts

Katechese von Christoph Kardinal Schönborn über Theresia von Lisieux, der Patronin der Weltmission, 2003:
Dieses Freiwerden von sich selber und sich Zuwenden zu Christus, seiner Leidenschaft, seiner Liebe zu den Menschen, das ist das Geheimnis ihrer Missionskarriere. Das sieht man gleich in der zweiten Schlüsselerfahrung, die unmittelbar anschließt:
"Als ich eines Sonntags die Photographie unseres Herrn am Kreuz betrachtete, ward ich betroffen vom Blute, das aus einer seiner Göttlichen Hände floss. Ich empfand tiefen Schmerz beim Gedanken, dass dies Blut zur Erde fiel, ohne dass jemand herzueilte, es aufzufangen. Ich beschloss, im Geiste meinen Standort am Fuße des Kreuzes zu nehmen, um den ihm entfließenden Göttlichen Tau aufzufangen, und begriff, dass ich ihn nachher über die Seelen ausgießen müsse... Der Schrei Jesu am Kreuz widerhallte ununterbrochen in meiner Seele: «Mich dürstet!» (Joh 19,28).
Diese Worte entfachten in mir ein unbekanntes, heftiges Feuer... Ich wollte meinem Viel-Geliebten zu trinken geben und ich fühlte mich selbst vom Durst nach Seelen verzehrt..."
(Selbstbiographische Schriften 97).

Es ist wirklich ein erstaunlicher Text, machtvoll. Thérèse ist ganz wach geworden, ihr Herz kann mitleiden, sie sieht den Herrn am Kreuz. Sie sieht das Blut aus seinen Wunden. Aber es ist nicht nur Mitleid mit seinem physischen, körperlichen Leid, es ist die Erschütterung darüber, dass das für uns vergossene Blut so unbeachtet bleibt, dass, wie Franziskus sagt, die Liebe nicht geliebt wird. Dieser Schmerz trifft sie. Das ist das tiefste Mitleid mit dem Heilswillen Jesu. Warum wird Jesu Liebe nicht mehr angenommen? Da beschließt Thérèse, wieder unglaublich gewagt, sich beim Kreuz aufzuhalten, "de me tenir en esprit au pied de la Croix" - "im Geist mich am Fuß des Kreuzes aufzuhalten", dort meinen Platz zu finden, dort, wo Maria, Johannes und Maria von Magdala standen, aber nicht passiv, sondern aktiv, um das göttliche Blut aufzufangen. Mich fasziniert immer wieder an Thérèse dieses Gewagte, dieses unglaublich eigentlich alle ängstlichen Maße Sprengende: "Ich begriff, dass ich es nachher über die Seelen ausgießen müsse." Sie hat eine Heilsaufgabe. - Ich erwähne nur in Klammer, man müsste es sich näher anschauen, die erstaunliche Parallele zum so genannten dritten Geheimnis von Fatima, wo es eine ganz ähnliche Passage gibt.
 - Es ist eine direkte, mit Christus verbundene Mission, die schon damals im Grunde grenzenlos ist. Wenn Christus sein Blut für alle vergossen hat, so will Thérèse immer entschiedener das Heil aller, weil es Jesu Wille ist. Sie will deshalb Jesu Durst stillen, ihr Mitleid mit ihm wird zum Durst, an seinem Werk teilzunehmen. Ihr Durst wird sein Durst nach Seelen. Sie zeichnet dann ein kleines Bild, ein Kreuzesbild, auf das sie diese beiden Worte zusammen schreibt: "Mich dürstet", Jesu Wort am Kreuz (Joh 19,28), und daneben das andere Wort, das Jesus zur Samariterin sagt: "Gib mir zu trinken" (Joh 4,7). Sie deutet es in diesem Sinn.

"Seelen retten", das hat man ein wenig belächelt, hat gesagt, das sei überholt, eine altmodische Sprechweise. Aber erinnern wir uns vielleicht an die erste Katechese: Was ist denn Mission? Ist das nicht zuerst eine Rettungsaktion? Erinnern wir uns daran, wie Jesus im Abendmahlssaal inständig gebetet, den Vater angefleht hat, dass keiner verloren gehe (Joh 17,15), von denen "die du mir gegeben hast". So sagt Thérèse im Blick auf dieses Bild des Gekreuzigten: "Ich brannte vor Verlangen, die großen Sünder den ewigen Flammen zu entreißen."
(vollständige Katechese: kathnet)

Reliquienschrein der hl. Therese

Maurice Belliere (1874-1922) hatte als Seminarist an den Karmel zu Lisieux geschrieben mit der Bitte um das Gebet einer Schwester. Er wird Therese zum "geistlichen Bruder" gegeben.

Gebet für einen Theologiestudenten (Therese von Lisieux)

Jesus, ich danke dir, daß du mir einen meiner größten Wünsche erfüllt hast:
einen Bruder zu haben, einen Priester und Apostel.
Ich fühle mich unwürdig dieser Auszeichnung,
doch da es dir gefallen hat, deiner kleinen, armen Braut die Gnade zu geben,
besonders für die Heiligung eines Priesters zu leben,
opfere ich dir für ihn mit Freude alle Gebete und Leiden auf.
Ich bitte dich, mein Gott, schau nicht auf das, was ich bin,
sondern darauf, was ich sein soll und sein möchte:
eine Ordensschwester, die ganz von deiner Liebe entflammt ist.

Du weißt, Herr, daß ich nur einen Wunsch habe:
daß man dich erkenne und liebe!
Jetzt wird dieser Wunsch Wirklichkeit.
Ich kann nur beten und leiden, aber dieser Bruder,
mit dem du mich in Liebe vereinst,
wird auf der Ebene kämpfen, um Herzen für dich zu gewinnen,
und ich werde auf dem Berge Karmel zu dir flehen,
daß du ihm den Sieg schenkst (vgl. Ex 17,9-13)

Göttlicher Jesus, erhöre mein Gebet für den, der dein Missionar sein will,
bewahre ihn mitten in den Gefahren der Welt.
Laß ihn mehr und mehr die Nichtigkeit und Eitelkeit der vergänglichen Dinge erkennen,
und laß ihn das Glück erfahren, sie hintanstellen zu können aus Liebe zu dir...

Maria, König des Karmel, dir vertraue ich diesen künftigen Priester an;
dem ich eine unwürdige kleine Schwester bin...,
beschütze ihn, damit er eines Tages zum Altar schreiten
und in seinen Händen den König der Himmel halten kann.
Ich bitte darum, daß du ihn immer unter deinem jungfräulichen Mantel bewahrst,
bis zu dem glücklichen Augenblick,
wenn er das Tal der Tränen verlassen und deinen Glanz schauen darf.
Dann wird er sich ewiglich an den Früchten seines wunderbaren Apostolats freuen können.
(17.-21. Oktober 1895)


Apsis der Basilika Sainte-Therese


Das Lächeln der Himmelskönigin

Für die Priester beten! 

und nochmal: Gebet für die Priester

Gebet zum göttlichen Antlitz

Theresia lässt Rosen regnen

Die Mosaiken in der Unterkirche der Basilika St. Therese de Lixieux

In der Pfarrkirche St. Pierre erkennt Therese ihre Mission

Der pilgernde Reliquienschrein der hl. Therese

Die Eltern Zelie und Louis Martin


Am Grab der hl. Theresia vom Kinde Jesu

Basilika Sainte-Therese, Lisieux

Sonntag, 1. Oktober 2017

Das Lächeln der Himmelskönigin (Theresia von Lisieux)

Heilung Theresias durch die Mutter Gottes, Les Buissonnets

Mit viereinhalb Jahren wird Theresia von der härtesten Prüfung getroffen: ihre Mama (...) stirbt am Krebs am28. August 1877. Sie ist 46 Jahre alt. Der Kummer des Kindes, ja der ganzen Familie, ist unermeßlich und dauerhaft. Pauline wird sechzehnjährig zur zweiten Mama der kleinen Theresia.
Bald nach dem Tod seiner Gattin entschließt sich Louis Martin, sich in Lisieux niederzulassen. Isidore Guerin, sein Schwager, Apotheker in dieser Stadt, findet (...) eine schöne mit Mauern umgebene Liegenschaft, eingebettet im Grün von Laub und Rasen. Theresia wird an die elf Jahre in den Buissonnets verbringen. Sie wird mit Zärtlichkeit umhegt von ihren Schwestern und besonders von ihrem Vater, den sie ihren "geliebten König" nennt. "Papas so zärtliches Herz hatte zur Liebe, die er bereits hegte, eine wahrhaft mütterliche Liebe hinzugefügt", wird sie1895 schreiben. Sie verbringt ein paar sorglose Jahre (..)

Die Periode heiteren Glückes geht zu Ende im Oktober 1881. Theresia ist achteinhalbjährig. Als Halbpensionärin tritt sie in die Schule der Benediktinerinnenabtei ein. Sie verbringt dort fünf Jahre, "die traurigsten Jahre meines Lebens". Sie hat jedoch recht guten Erfolg bei ihren Studien; die Ordensfrauen zeigen ihr viel Zuneigung. Was dabei aber dieser hinfälligen Blüte fehlt, ist die dauerhafte Wärme ihrer Familie. Die Prüfung spitzt sich zu im Sommer 1882. Mit Bestürzung muß sie zur Kenntnis nehmen, daß Pauline, ihre zweite Mama, die Buissonnets verläßt, um sich in den Karmel zurückzuziehen. Die Gesundheit des Kindes verdirbt. Die Erschütterung war so hart, daß seine Nerven arger Belastung ausgesetzt waren. Zittern, Angstkrisen und Halluzinationen.

"Die befremdliche Krankheit" dauert fünf Wochen. Sie hört so plötzlich auf, wie sie aufgetreten ist. Am 13. Mai 1883 blickt das Kind auf die Statue der Jungfrau Maria, die immer im Herzen der Familie gestanden hat; sie sieht, wie sie lebendig wird, die Himmelskönigin lächelt ihr zu und geht auf sie zu... Die Heilung tritt unverzüglich ein.

(R. Lejeune, Der kleine Weg der Theresia von Lisieux, 9f)

Wohnhaus der Familie Martin in Lisieux

Eines Tages hatte ich zu Pauline gesagt, daß ich Einsiedlerin sein, mit ihr in eine ferne Wüste ziehen möchte; sie hatte mir erwidert, dies sei auch ihr Wunsch, und sie werde warten mit dem Weggehen, bis ich groß genug sei. Gewiß war das nicht ernst gemeint, aber Thereschen hatte es ernst genommen; wie groß war daher nicht ihr Schmerz, als sie eines Tage ihre liebe Pauline mit Marie über ihren baldigen Eintritt in den Karmel reden hörte.
Ich wußte nicht, was der Karmel war, aber ich begriff, daß Pauline mich verlassen wollte, um in ein Kloster einzutreten. Ich begriff, daß sie nicht auf mich warten würde, und daß ich im Begriff war, meine zweite Mutter zu verlieren!
Ach, wie vermöchte ich meine Herzensangst zu beschreiben!
In einem Augenblick begriff ich, was das Leben ist, bin anhin war es mir nicht so traurig erschienen, aber es zeigte sich mir in meiner ganzen Wirklichkeit, ich sah, daß es nur Leid ist und beständige Trennung. Ich vergoß gar bittere Tränen, denn ich verstand noch nicht die Freude, die im Opfer liegt; ich war schwach, so schwach, daß ich es als große Gnade betrachtete, eine Prüfung überstanden zu haben, die weit über meine Kräfte zu gehen schien! ((52f)




Die Krankheit, die mich befiel, kam sicher vom bösen Geiste, voller Wut über ihren Eintritt in den Karmel, wollte er sich an mir rächen für den Schaden, den unsere Familie ihm in Zukunft noch zufügen sollte, aber er wußte nicht, daß die milde Himmelskönigin über ihr zartes Blümlein wachte, daß sie ihm von der Höhe ihres Thrones zulächelte und sich bereit hielt, dem Sturm in dem Augenblick Einhalt zu gebieten, da ihre Blume für immer zu brechen drohte.
Gegen Ende des Jahres wurde ich von einem ständigen Kopfweh befallen, das mir fast keine Beschwerden machte, ich konnte meine Schularbeit fortsetzen, und niemand war meinetwegen beunruhigt, so ging es bis zum Osterfest 1883. (56)




.... Tagsdarauf bekam ich einen Rückfall, und die Krankheit wurde so schlimm, daß ich nach menschlichem Ermessen nicht mehr genesen sollte... Ich weiß nicht, wie eine so seltsame Krankheit beschreiben soll, heute bin ich überzeugt, daß sie das Werk des bösen Geistes war, aber noch lange nach meiner Heilung glaubte ich, ich sei absichtlich krank geworden, und dieser Gedanke bedeutete für meine Seele ein wahres Martyrium. (58)

Hier wurde Theresia durch das Lächeln der Mutter Gottes geheilt, Les Buissonnets

Da sie auf Erden keinerlei Hilfe fand, hatte sich auch die arme kleine Therese ihrer himmlischen Mutter zugewandt und bat sie von ganzem Herzen, sie doch endlich ihrer zu erbarmen...
Plötzlich erschien mir die Mutter Gottes schön, so schön, daß ich nie Schöneres gesehen hatte, ihr Antlitz atmete unaussprechliche Güte und Zärtlichkeit; was mir aber bis ins Innerste der Seele drang, das war das "bezaubernde Lächeln der seligsten Jungfrau".
Da zerstoben alle meine Leiden, zwei dicke Tränen entquollen meinen Augen und sollten lautlos über meine Wangen; aber es waren Tränen ungetrübter Freude...
Oh! dachte ich, die Seligste Jungfrau hat mir zugelächelt, was bin ich glücklich... "aber nie will ich es jemanden erzählen, denn sonst würde mein Glück verschwinden. Ohne jede Anstrengung senkte ich die Augen und sah Marie, die mich mit Liebe anblickte; sie schien bewegt, schien mir etwas von der Gnade zu ahnen, die mir die Muttergottes gewährt hatte...
Ja, ihr, ihren ergreifenden Gebeten verdanke ich die Gnade des Lächelns der Himmelskönigin. Als sie meinen Blick unverwandt auf die Statue gerichtet sah, hatte sie sich gesagt: "Therese ist geheilt!"
Ja, die kleine Blume sollte neu aufleben, der leuchtende Strahl, der sie erwärmt hatte, sollte wohltuend weiterwirken; nicht mit einem Schlage wirkte er, sondern sanft, milde richtete er seine Blume wieder auf und kräftigte sie dergestalt, daß sie fünf Jahre später auf dem fruchtbaren Berg des Karmel sich entfalten konnte. (62f)

(Therese von Lisieux, Selbstbiographie, Johannes Verlag)

Haare von Thersia von Lisieux

Statue der Jeanne d´Arc, Les Buissonnets

Les Buissonnets, Lisieux

Die Jungfrau des Lächselns

Warum ich dich liebe, Maria

Sag Jesus, er möge niemals
auf mich Rücksicht nehmen!
Gerne kann er sich verbergen;
ich bin bereit, auf ihn zu warten
bis zum Tag ohne Untergang,
an dem mein Glaube erlöschen darf...

Bald werde ich hingehen,
um dich im schönen Himmel zu schauen.
Du, die du am Morgen meines Lebens
mir zulächeltest,
komm, Mutter,
und schenke mir nochmals dein Lächeln!

Sieh, der Abend ist da.
Ich fürchte den Glanz
deiner Herrlichkeit nicht mehr,
habe ich doch mit dir gelitten...
Nun will ich es dir auf deinen Knien singen, 
warum ich dich liebe...

Im letzten Marienmonat ihres Lebens schreibt Therese ihr letztes und größtes Gedicht:
"Mein kleines Gedicht drückt alles aus, was ich über Maria denke und predigen würde, wenn ich Priester wäre.") Zum ganzen Text