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Sonntag, 18. Oktober 2026

Das " Heute" des Evangelisten Lukas

Die vier Evangelisten, San Paolo dentro le Mura, Rom


BENEDIKT XVI., 
ANGELUS

Petersplatz,  Sonntag, 27. Januar 2013

Liebe Brüder und Schwestern!

Die heutige Liturgie legt uns zwei aneinandergefügte Abschnitte aus dem Lukasevangelium vor. Der erste (1,1–4) ist der Prolog, der sich an einen gewissen »Theophilus« richtet; da dieser Name auf griechisch »Freund Gottes« bedeutet, können wir in ihm jeden Gläubigen sehen, der sich Gott öffnet und das Evangelium kennenlernen will. Der zweite Abschnitt (4,14–21) dagegen zeigt uns Jesus, der sich »erfüllt von der Kraft des Geistes« am Sabbat in die Synagoge von Nazareth begibt. Als gesetzestreuer Jude entzieht sich der Herr dem wöchentlichen liturgischen Rhythmus nicht und schließt sich der Versammlung seiner Landsleute im Gebet und im Hören der Schrift an. Der Ritus sieht die Lesung eines Textes aus der Thora oder den Propheten vor, gefolgt von einem Kommentar. An jenem Tag stand Jesus auf, um vorzulesen, und traf auf eine Stelle aus dem Propheten Jesaja, die so beginnt: »Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; / denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe« (61,1–2).

Origenes sagt dazu: »Es ist kein Zufall, daß er die Schriftrolle geöffnet und dabei das Kapitel der Lesung gefunden hat, das eine Prophezeiung über ihn enthält, doch auch dies war Werk der Vorsehung Gottes« (Homilie zum Lukasevangelium, 32,3). Nachdem Jesus nämlich die Lesung beendet hatte, sagte er in einer von Aufmerksamkeit geladenen Stille: »Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt« (Lk 4,21).
Der hl. Cyrillus von Alexandrien erklärt, daß das »Heute«, das zwischen dem ersten und dem letzten Kommen Christi steht, mit der Fähigkeit des Gläubigen verbunden ist, zu hören und umzukehren (vgl. PG 69,1241).
Doch in einem noch radikaleren Sinne ist Jesus selbst »das Heute« des Heils in der Geschichte, da er die Fülle der Erlösung vollendet. Der Begriff »heute«, den der hl. Lukas gern verwendet (vgl. 19,9; 23,43), führt uns zu dem von diesem Evangelisten bevorzugten christologischen Titel, nämlich »Retter« (»sōtēr«). Bereits in den Kindheitsgeschichten wird dieser in den Worten des Engels an die Hirten vorgelegt: »Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr« (Lk 2,11).

Liebe Freunde, dieser Abschnitt richtet sich »heute« auch an uns. Vor allem veranlaßt er uns zum Nachdenken darüber, wie wir den Sonntag leben: einen Tag der Ruhe und der Familie, doch in erster Linie der Tag, der dem Herrn geweiht sein soll durch die Teilnahme an der Eucharistie, in der wir uns von Christi Leib und Blut sowie von seinem Wort des Lebens nähren. An zweiter Stelle lädt dieses Evangelium uns in unserer zerstreuten und unachtsamen Zeit ein, über unsere Fähigkeit zum Hören nachzudenken. Bevor man über Gott und mit Gott sprechen kann, muß man auf ihn hören, und die Liturgie der Kirche ist eine »Schule« dieses Hörens auf den Herrn, der zu uns spricht.

Schließlich sagt es uns, daß jeder Augenblick zu einem für unsere Umkehr günstigen »Heute« werden kann. Jeder Tag (»kathēmeran«) kann zum heilbringenden Heute werden, da das Heil Geschichte ist, die sich durch die Kirche und durch jeden Jünger Christi fortsetzt. Das ist der christliche Sinn des »carpe diem«: Erfasse das Heute, in dem Gott dich ruft, um dir das Heil zu schenken!

Die Jungfrau Maria sei stets unser Vorbild und leite uns, damit wir an jedem Tag unseres Lebens die Gegenwart Gottes, unseres Heilands und des Heilands der ganzen Menschheit, zu erkennen und anzunehmen wissen.

Glasfenster von Edward Burne Jones in St Michael´s, Linlithgow, Martyrologium Sancrucense

Statue in San Antonio, Lissabon 

Evangelisten im Stift Admont, Tagesgebet

Glasmalerei in Marylebone, London, erzabteibeuron

Kanzelbild in St. Nikolaus, Pamhagen, Burgenland

Mosaik hl. Lukas in S. Vitale, Ravenna (Evangelium für jeden, der Gott lieben möchte)

Lukas und das Gebet, Mosaik in der Helenakapelle in S. Croce in Gerusalemme in Rom, B16 über Lukas, 14.3.2012

Lukas mit dem Stiersymbol (Deckenfresko in S. Maria sopra Minerva, Rom), Walter Nigg, Christus als Opfer

Die Reliquien des Evangelisten Lukas in Padua (Vita und Botschaft von JPII. über Lukas, 15. Oktober 2000)

 

Heiliger Lukas, bitte für uns!

Samstag, 17. Oktober 2026

Vor den Irrlehrern muss man sich hüten wie vor bösen Hunden (Ignatius von Antiochien)

 


Bischof, Märtyrer, Apostolischer Vater
Namensdeutung: der Feurige (lat.)
Namenstage: Ignatius, Ignaz, Nazju, Ignatio, Ignace
Gedenktag: 17. Oktober

Lebensdaten: geboren um 35 in Syrien, gestorben 107 in Rom

Lebensgeschichte und Bedeutung: Einer Legende des 4. Jahrhunderts nach war Ignatius das Kind, das Jesus in die Mitte seiner Jünger stellte und als Vorbild empfahl, um in das Himmelreich zu gelangen (Mt 18,2). Beständiger kirchlicher Überlieferung nach war er ein Schüler des Apostels Johannes, der ihn im Jahr 69 mit dem Bischofsamt von Antiochien (heute Antakya, Türkei) betraute, der drittwichtigsten Metropole des Römischen Reichs, wo zum ersten Mal die Bezeichnung „Christen“ aufkam (Apg 11,26).

Ignatius wurde laut der Kirchengeschichte von Eusebius von Caesarea „nach Rom geschickt und wegen seines Zeugnisses für Christus den wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen“. Der Bischof erlitt im Flavischen Amphitheater (dem Kolosseum) das Martyrium.

Seine Bedeutung hat Ignatius aber seiner sieben Briefe wegen, die er auf seiner letzten Reise durch Kleinasien nach Rom schrieb. In ihnen kommt zum ersten Mal die Bezeichnung „katholische Kirche“ vor. Er verband mit der Mahnung, sich vor den aufkommenden Häresien zu hüten, die dringende Empfehlung, nicht von der Überlieferung der Apostel und der Einheit mit den Bischöfen, vor allem mit dem römischen, abzurücken.

Bei Ignatius findet sich das Bekenntnis zum einen Gott sowie zur Trinität von Vater, Sohn und Geist, er hielt gegen Irrlehrer die wahre Menschheit Jesu Christi fest, ohne Abstriche von dessen wahrer Göttlichkeit zu machen, und hinterließ eine sehr präzise Eucharistielehre, die unter anderem einschärft, dass sie nur unter Vorsitz des Bischofs oder eines seiner Delegierten gefeiert werden darf.

Verehrung: Ignatius, der im Ersten Eucharistischen Hochgebet gleich nach den Aposteln genannt wird, verehren die orientalischen Kirchen als „Vater der Orthodoxie“ (Rechtgläubigkeit), die koptische Kirche (mit einer antirömischen Spitze) als „Nachfolger Petri“, die lateinische Kirche als Apostolischen Vater. Die syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien tragen ihm zu Ehren alle den Namen Ignatius.

Als man der Legende nach seinen Leichnam barg und sein Herz gesondert entnahm, hatte sich darauf das griechische Christusmonogramm IHS eingebrannt. Eneko von Loyola nahm es sich zu eigen, als er sich in Ignatius umbenannte.

Darstellung: als betagter Bischof bei seinem Martyrium oder mit IHS-Monogramm
(bistumaugsburg)



San Paolo dentro le Mura, Rom

1. Es ist nämlich üblich geworden, dass einige in verwerflichem Truge zwar den (Christen-) Namen zur Schau tragen, aber andere Dinge tun, die Gottes unwürdig sind; diesen müsst ihr ausweichen wie wilden Tieren. Das sind nämlich wütende Hunde, die heimlich beißen; vor diesen müsst ihr euch hüten, da sie (ihre Bisse) schwer zu heilen sind.

2. Einer ist der Arzt, fleischlich sowohl als geistig, geboren und ungeboren, im Fleische wandelnd ein Gott, im Tode wahrhaftiges Leben, sowohl aus Maria als aus Gott, zuerst leidensfähig, dann leidensunfähig, Jesus Christus unser Herr.

(Ignatius an die Epheser, Kap. 7)


Glasfenster im Magdalen College, Oxford, Mahnung zu häufigem Gottesdienst

Ich bin das Attribut des Heiligen (Tansania)

Martyriumsbericht des hl. Ignatius, Glasfenster mit Löwen in der Ely Cathedral

Bezeugung des Jungfräulichkeit Mariens (Brief an die Epheser), Glasfenster St Giles Cambridge

Brief an die Römer 4-7, jetzt fange ich an Jünger zu sein, Glasfenster St Mary the Great, Cambridge

Ignatius mit den Löwen

Glasfenster in St. Paul in den Mauern
"Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr"
Ignatius, Agnes, Sebastian,Cäcilia, Laurentius, Petronilla, Clemens, Pudentia