Er hat den Tod bezwungen, halleluja.
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| Deckenfresko in St. Maria Magdalena, Völkermarkt |
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| Gang Jesu in die Unterwelt, Völkermarkt, St. Maria Magdalena |
Aus dem apokryphen Nikodemusevangelium über die Höllenfahrt des Herrn:
(......), streckte der König der Herrlichkeit seine rechte Hand aus, ergriff den Urvater Adam und richtete ihn auf. Dann wandte er sich auch zu den übrigen und sprach:
Her zu mir alle, die ihr durch das Holz, nach dem dieser griff, sterben mußtet! Denn seht, ich erwecke euch alle wieder durch das Holz des Kreuzes.
Darauf ließ er sie alle hinaus. Und der Urvater Adam, dem man ansah, daß er voller Freude war, sprach: Ich danke deiner Majestät, Herr, daß du mich aus der tiefsten Unterwelt hinaufgeführt hast. Ebenso sprachen auch alle Propheten und Heiligen. Wir danken dir, Christus, Heiland der Welt, daß du unser Leben aus dem Verderben hinaufgeführt hast.
Als sie so gesprochen hatten, segnete der Heiland den Adam, indem er das Kreuzeszeichen auf seine Stirn machte. Und so tat er es auch bei den Patriarchen, Propheten, Märtyrern und Vorvätern. Dann stieg er mit ihnen aus der Unterwelt empor.
Während er ging, folgten ihm die heiligen Väter und stimmten den Lobgesang an: gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn! Alleluja! (Ps 118,26) Ihm gebührt Ehre und Lob von allen Heiligen.
(Schneemelcher, Neutestamentliche Apokryphen, Evangelien, 417)
Gang Jesu in die Unterwelt
Der auferstandene Herr zeigt seiner Mutter die Erlösten, Adam und Eva; Diözesanmuseum Mallorca, Predigt von Eusebius Gallicanus
Glasfenster in der Kathedrale von Bourges, Jesu Gang in die Unterwelt, Predigt von Epiphanius
Mosaik, Christus holt Adam und Eva aus der Unterwelt, Johannes Paul II. Heiligtum Krakau
Gebet zur Grabwache aus der orthodoxen Liturgie
Relief, Christi Gang zu den Toten, Marienkirche, Krakau
Hymnus Osterzeit
Relief im All souls College, Oxford (Predigt Christi in der Unterwelt), Epiphanius
Malerei in der alten Kathedrale von Salamanca (Osterpredigt Meliton von Sardes)
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| Grabwache, Völkermarkt, St. Maria Magdalena |
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| Deckenfresko der Grablegung Jesu, St. Maria Magdalena, Völkermarkt |
Im Grab befandest du dich mit dem Leib,
im Totenreich mit der Seele als Gott,
im Paradies mit dem Räuber,
auf dem Thron, Christus, mit dem Vater und dem Geist,
alles füllend, Unermeßlicher.
Als Träger des Lebens, wahrhaft schöner als das Paradies
und herrlicher als jeder Königssaal, Christus,
erscheint uns dein Grab, der Quell unserer Auferstehung.
(Hymnus beim Niederlegen der Opfergaben auf dem Altar, Chrysostomos-Liturgie,
Euchologion, 50, in: Lothar Heiser, Jesus Christus, 612f)
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| Pieta, St. Maria Magdalena, Völkermarkt |
Ach für seiner Brüder Schulden
sah sie Ihn die Marter dulden,
Geißeln, Dornen, Spott und Hohn,
sah ihn trostlos und verlassen,
an dem blut‘gen Kreuz erblassen,
ihren lieben einz‘gen Sohn.
Drücke deines Sohnes Wunden,
wie du selber sie empfunden,
heil‘ge Mutter in mein Herz.
Dass ich weiß was ich verschuldet,
was dein Sohn für mich erduldet,
gib mir teil an deinem Schmerz
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| Kreuzigung, Völkermarkt |
1) Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein teures Blut
gemacht vor Gott gerecht und gut
2) und bitten dich, wahr Mensch und Gott:
Durch deine Wunden, Schmach und Spott
erlös uns von dem ewgen Tod
und tröst uns in der letzten Not.
3) Behüt uns auch vor Sünd und Schand
und reich uns dein allmächtig Hand,
dass wir im Kreuz geduldig sein,
uns trösten deiner schweren Pein
4) und schöpfen draus die Zuversicht,
dass du uns wirst verlassen nicht,
sondern ganz treulich bei uns stehn,
dass wir durchs Kreuz ins Leben gehn
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| Ölbergszene in Völkermarkt, Kärnten |
Jesus ringt mit dem Vater. Er ringt mit sich selbst. Und er ringt um uns. Er
erleidet die Angst vor der Macht des Todes. Dies ist zunächst einfach die dem
Menschen, ja jeder lebenden Kreatur eigene Erschütterung vor der Gegenwart des
Todes.
Aber bei Jesus geht es um mehr. Er sieht in die Nächte des Bösen hinein.
Er sieht die schmutzige Flut aller Lüge und alles Niedrigen, die auf ihn
zukommt in dem Kelch, den er trinken muß. Es ist die Erschütterung des ganz
Reinen und Heiligen vor der ganzen Flut des Bösen dieser Welt, die auf ihn
hereinbricht.
Er sieht auch mich und betet auch für mich. So ist dieser
Augenblick der Todesangst Jesu ein wesentliches Moment im Vorgang der Erlösung.
Der Brief an die Hebräer hat deshalb das Ringen Jesu auf dem Ölberg als
einen priesterlichen Vorgang gewertet.
In diesem von der Todesangst
durchdrungenen Beten Jesu vollzieht der Herr die Aufgabe des Priesters: Er
nimmt die Schuld der Menschheit, er nimmt uns alle auf sich und trägt uns zum
Vater hin.
(B16, Gründonnerstag 2012)
„Mit Sehnsucht habe ich danach verlangt, dieses Paschamahl mit euch zu
feiern, ehe ich leide“ (Lk 22, 15): Mit diesen Worten hat Jesus die
Feier seines letzten Mahls und der Einsetzung der heiligen Eucharistie
eröffnet. Jesus ist mit Sehnsucht dieser Stunde entgegengegangen. Er hat von
innen her gewartet auf diesen Augenblick, in dem er sich selbst den Seinigen
unter den Gestalten von Brot und Wein schenken würde. Er hat auf diesen
Augenblick gewartet, der so etwas wie die eigentliche messianische Hochzeit
sein sollte: die Verwandlung der Gaben dieser Erde und das Einswerden mit den
Seinigen, um sie zu verwandeln und so die Verwandlung der Welt zu eröffnen.
In
der Sehnsucht Jesu dürfen wir die Sehnsucht Gottes selbst erkennen – seine
wartende Liebe für die Menschen, für seine Schöpfung. Die Liebe, die auf den
Augenblick der Vereinigung wartet, die Menschen an sich ziehen will, um damit
auch die Sehnsucht der Schöpfung selbst zu erfüllen: Sie streckt sich ja aus
auf das Erscheinen der Kinder Gottes hin (Röm 8, 19). Jesus sehnt sich nach
uns, er wartet auf uns.
Haben wir eigentlich Sehnsucht nach ihm? Drängt es uns,
ihm zu begegnen? Verlangen wir nach seiner Nähe, nach dem Einswerden mit ihm,
das er uns in der heiligen Eucharistie schenkt? Oder sind wir gleichgültig,
zerstreut, mit anderem angefüllt?
Aus den Mahlgleichnissen Jesu wissen wir, daß
er die Wirklichkeit der leer bleibenden Plätze kennt, die Absage, das
Desinteresse an ihm und seine Nähe. Die leeren Plätze beim Hochzeitsmahl des
Herrn mit oder ohne Entschuldigung – das ist für uns längst kein Gleichnis
mehr, sondern gegenwärtige Wirklichkeit gerade in den Ländern, denen er seine
besondere Nähe gezeigt hatte. Jesus wußte auch um Gäste, die zwar kommen, aber
nicht hochzeitlich bekleidet sein würden – ohne Freude an seiner Nähe, nur
einer Gewohnheit folgend und mit ihrem Leben ganz anders ausgerichtet.
Der
heilige Gregor der Große hat in einer seiner Homilien gefragt: Was sind das für
Leute, die ohne hochzeitliches Gewand kommen? Worin besteht dieses Kleid und
wie erwirbt man es? Seine Antwort lautet: Die da herbeigerufen sind und kommen,
haben irgendwie Glauben. Der Glaube ist es, der ihnen die Tür auftut. Aber
ihnen fehlt das hochzeitliche Gewand der Liebe. Wer den Glauben nicht als Liebe
lebt, ist nicht für die Hochzeit bereitet und wird hinausgewiesen. Zur
eucharistischen Gemeinschaft gehört der Glaube, aber zum Glauben gehört die
Liebe, sonst ist er auch als Glaube tot. (B16, Gründonnerstag 2011)
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| Letztes Abendmahl, Lancaster Priory, Lancaster |