Donnerstag, 6. Dezember 2018

Nikolausfenster in Saint Gatien (2) - vom Jugendlichen zum Bischof

Geburt und Kindheit des hl. Nikolaus (1)

vom Jugendlichen zum Bischof:

Nikolaus mit 3 Mächen, aber er entscheidet sich für ein zölibatäres Leben

Nikolaus lehnt es ab zu heiraten

Nikolaus in der Kirche

Der Laie Nikolaus wird zum Bischof gewählt (ca. 295 n. Chr.)

Um das Jahr 300 war das Christentum noch nicht offiziell als  Religion anerkannt, es gab noch keine großen Kirchenbauten, aber die Gemeinden des neuen Evangeliums waren schon gut organisiert. Die Christen versammelten sich in den Häusern der Vornehmen, die den neuen Glauben angenommen hatten. Diese Häuser wurden domus ecclesiae genannt, Haus der Gemeinde. Mit dem Wort Kirche bezeichnete man eben die Gemeinde, die Versammlung. Diese Gemeinden wählten ihre bischöfe, also die "Ältesten" und die Aufseher über die Seelsorge und das Wachsen der Gemeinde im Glauben und in guten Werken. Sie waren die Vorsteher der Gemeinde und vertraten sie auf den Konzilien, jenen Versammlungen zur Erkenntnis und Lösung von Problemen, zum Erlass von Bestimmungen, die den Christen einer oder mehrerer Provinzen nützlich sein sollten.
Normalerweise wurde einer von den Presbytern (Priestern) zum Bischof gewählt, also einer von den Männern, die sich für das Wohl der Gemeinden einsetzten, da sie von einem Bischof geweiht worden waren, damit sie die Eucharistie feiern konnten. Das unterschied sie von den Laien. Es kam aber auch vor, dass nicht einer von den Priestern zum Bischof gewählt wurde, sondern ein Laie. Das bedeutet nicht, dass er sofort zum Bischof geweiht worden wäre, er erhielt innerhalb weniger Tage die verschiedenen Weihen bis zur Priesterweihe und dann die Bischofsweise. So war es auch bei Wahl von Nikolaus.
Das heilige Schriftsteller stellt sie in seinem Bericht in einen epischen Rahmen, der wunderbare Zeichen enthält: Der Bischof von Myra war gestorben. Die Bischöfe aus der Umgebung hatten sich in einer domus ecclesiae versammelt, um der Stadt einen neuen Bischof zu geben. Einer von ihnen hatte in der Nacht einen Traum: Sie sollten den jungen Mann wählen, der am Morgen als erster die Kirche beträte. Sein Name sei Nikolaus.
Als die Bischöfe von diesem Traum hörten, wussten sie, dass der Auserwählte zu großen Dingen berufen sei. Sie blieben den Rest der Nacht im Gebet versammelt. Im Morgengrauen öffnete sich die Tür und Nikolaus trat ein. Der Bischof, der die Vision gehabt hatte, fragte ihn nach seinem Namen, führte ihn in die Mitte und stellte ihn vor. Alle waren sich einig, wählten und konsekrierten ihn zum Bischof von Myra.
Ob es wirklich so war? Eher nicht, denn zu Nikolaus´ Zeiten war das Volk bei der Bischofswahl beteiltigt. Der Verfasser dieser Erzählung hingegen lebte in einer Zeit, in der die Bischöfe autonom ohne das Volk zu befragen entscheiden konnten. Ihm waren zwei Dinge wichtig: Nikolaus wurde als Laie zum Bischof gewählt, seine Wahl war nicht das Ergebnis von menschlichen Absprachen, sondern der Wille Gottes.
(G Cioffari OP, Sankt Nikolaus, Leben, Wunder, Legenden, 15f)

Die Basilika des hl. Nikolaus in Bari

Nikolaus wird zum Bischof geweiht

Gläubige bei der Bischofsweihe, um 1275, Saint Gatien - Tours, Tours

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