Donnerstag, 15. März 2018

Klemens Maria Hofbauer bei den Wiener Ursulinen

St. Ursula, Wien, im Besitz des österreichischen Staates, Teil der Universität für Musik u. darstellende Kunst,
an Sonntagen wird die hl. Messe gefeiert, sonst nur per Anmeldung zu besichtigen

Die Ruhestätte des hl. Klemens Maria Hofbauer in Maria am Gestade
Das Grab des hl. Klemens im Weitwinkel
Das Klemens-Museum in Maria am Gestade
Maria am Gestade
Tasswitz - am Geburtsort des hl. Klemens Maria Hofbauer
Das Leben des hl. Klemens Maria Hofbauer dargestellt auf den Fenstern der Geburtskirche in Tasswitz


Seit Dezember 1812 vertrat der heilige Klemens den erkrankten Spiritual der Ursulinen. Als dieser im April 1813 starb, wurde er selbst zum Spiritual der Schwestern und zum Kirchenrektor von St. Ursula ernannt. Am 18. Juli 1813 bezog er eine Zweizimmerwohnung in einem Zinshaus der Schwestern gegenüber dem Ursulinenkloster. Von hier aus entfaltete er nun sein Apostolat. Die Kirche St. Ursula, die bisher wenig besucht war, wurde zu einem geistlichen Zentrum für die ganze Stadt.
Das lag zunächst an den Predigten, die der heilige Klemens hielt. Er predigte, was in damaligen Zeiten durch nicht üblich war, häufig und engagiert. Außerdem bürgte der Name Hofbauer mittlerweile für einen Beichtvater, zu dem man seine Sorgen tragen konnte und der einem mit Barmherzigkeit begegnete. Manchmal kam der heilige Klemens erst gegen Mittag dazu, die Messe zu feiern, weil sein Beichtstuhl von allzu vielen Umkehrwilligen belagert war. Schließlich waren die Gottesdienste in St. Ursula Ereignisse, welche auch die Sehnsucht der Menschen nach Schönheit ansprachen. Ein wenig blühte hier jenes Ideal wieder auf, welches Klemens Maria Hofbauer in seiner Warschauer Zeit unter dem Stichwort "immerwährende Mission" gepflogen hatte.

Die Ursulinen waren im Jahr 1660 von Lüttich nach Wien berufen worden, um hier eine Erziehungsanstalt für Mächen zu gründen. Den Schülerinnen sollte vor allem "Anstand und Höflichkeit, Rücksicht und Nachgebigkeit" beigebracht werden. Im Laufe der Zeit konnte sie die Schule mit dem angeschlossenen Pensionat einen ausgezeichneten Ruf erwerben. Im 18. Jahrhundert hatten die Ursulinen engen Kontakt zum Kaiserhof. Maria Theresia besuchte regelmäßig die Oberin des Klosters, um sich mit diesser "bei einem Hafen Milchkaffee" über verschiedene Fragen auszutauschen. Ihrem Sohm, dem kleinen Erzherzog Joseph (später Kaiser Josef II.) hatte es bei diesen Besuchen besonders das Drehkreuz beim Klausureingang angetan. Er benutzte es als Ringelspiel.

Klemensaltar, August Wörndl, St. Ursula, Wien

St. Ursula ist das einzige einigermaßen wichtige Sakralbauwerk Wiens aus dem Frühbarock. In der Kirche befindet sich links ein Seitenaltar mit einem Bild aus dem frühen 20. Jahrhundert, das den heiligen Klemens vor der Muttergottes zeigt. Im Hintergrund des Bildes ist eine Ansicht von Wien zu sehen, die ungefähr dem Stadtbild in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entspricht.





In der Nische links, wo heute eine Pieta steht, befand sich der Beichtstuhl des heiligen Klemens. Die Kanzel, von der herab er predigte, fällt ohnehin deutlich ins Auge. (...)
(M. Leitgöb, Klemens Maria Hofbauer, Auf den Spuren des Stadtpatrons von Wien)

Beichtstuhl von St. Ursula, steht jetzt im Klemensmuseum, Maria am Gestade

Klemensmuseum

Klemensaltar, Kanzel, Altar der Angela Merici, Pieta, wo der Beichtstuhl stand

Im ehemaligen Klostergebäude, heute ein Studentenheim, befindet sich die kleine Schwesternbeichtkapelle, die der hl. Klemens benützte.


hinter dieser Tür trifft man auf die Schwesternbeichtkapelle



Klemens hört die Beichte der Ursulinen



Einfühlungsvermögen zeichnete auch den Beichtvater und Seelenführer Hofbauer aus. Während seiner Wiener Zeit ging er auch im kältesten Winter schon um vier Uhr morgens hinaus in die Vorstadt zu den Mechitaristen-Patres, wo er drei Stunden im Beichtstuhl saß.
Von dort begab er sich in die Kirche der Ursulinen. Dort war sein Beichtstuhl bereits umlagert. Und als er nach Hause kam, warteten die Menschen vor seiner Wohnung, um bei ihm ihr Herz auszuschütten.
Seine Zusprüche, so wird berichtet, seien kurz gewesen, ernst und gütig, und hätten einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Vor allem ein Satz, den er häufig wiederholte, blieb den Beichtenden in Erinnerung: "Nur Mut! Gott lenkt alles!"
Originell war der Anschauungsunterricht, den er bisweilen mit einem Beichtzuspruch verband. Neben seinen Beichtstuhl stellte er einen Eimer voll Wasser. Wenn nun ein Beichtkind etwas Schweres auf dem Herzen hatte, nahm er einen Stein und ließ ihn ins Wasser fallen.
"So wie das Wasser diesen Stein ganz umhüllt", sagte er dem Beichtenden, "so umhüllt dich mit all deiner Schuld die Liebe des Erlösers!"



St. Ursula, Johannesgasse, Wien


Gütiger Gott,
in der Sorge für dein Volk hast du den heiligen Klemens Maria Hofbauer
mit besonderem Eifer für die Seelen erfüllt
und durch ihn den Reichtum deiner Gnade verkündet.
Hilf uns auf seine Fürsprache,
den Glauben zu bewahren, den er gelehrt,
und den Weg zu gehen,
den er uns durch sein Leben gewiesen hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.


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