Mittwoch, 13. September 2017

Johannes Chrysostomus - dem Teufel zuvorkommen

Johannes Chrysostomus, Pusey House, Oxford

Johannes Chrysostomus, Patriarch und Kirchenlehrer. Johannes wurde 344 oder 354 zu Antiochien geboren, die Taufe empfing er als Erwachsener 372. Er war zuvor Anwalt gewesen und war in der Redekunst ausgebildet worden, 386 empfing er die Priesterweihe. Da er sich nun als lebensnaher Prediger an der Bischofskirche zu Antiochien einen glänzenden Ruf erwarb, wurde Johannes 397 auf den Patriarchenstuhl von Konstantinopel berufen. Hier wirkte er vorbildlich als Seelsorger, erbaute Hospize und Spitäler für Arme und Kranke und sorgte für die Verkündigung des Glaubens unter den Heiden.
Als er das luxuriöse Leben der Günstlinge und Höflinge am kaiserlichen Hof anprangerte, die die Armen in Elend und Hunger verkommen ließen, zog er sich die Ungnade der Kaiserin Eudoxia zu. 403 wurde Johannes abgesetzt und an die armenische Grenze verbannt. Doch auch von hier aus stärkte er durch Briefe die Gläubigen. Deshalb wurde er in eine noch abgelegenere Gegend an das Schwarze Meer verbannt. Inzwischen bereute die Kaiserin, die eine Fehlgeburt erlitten hatte, ihren Hass auf den Patriarchen und wollte ihn zurückholen, Johannes war jedoch auf dem Weg in sein Exil am 14. September 407 in Pytis, dem heutigen Suchumi in Georgien, gestorben. 438 ließ Theodosius II. seine Gebeine nach Konstantinopel holen, heute ruhen sie in der Chorkapelle des Petersdomes zu Rom. Johannes gilt als der größte Prediger der alten Kirche, sein Beiname Chrysostomus bedeutet „Goldmund“.

Beim Grab des hl. Johannes Chrysostomus im Petersdom, die Katechesen von Papst Benedikt XVI.


Über die tägliche Buße (Johannes Chrysostomus)


Warum kommen wir nicht täglich in die Kirche, um Buße zu tun? Bist du ein Sünder, so geh in die Kirche, um deine Sünden zu bekennen. Bist du gerecht, so geh hinein, um die Gerechtigkeit nicht zu verlieren; denn für beide ist die Kirche ein Zufluchtsort. Bist du ein Sünder? Verzweifle nicht, sondern geh hinein und zeige dich als einen Büßer.
Hast du gesündigt, so sage zu Gott: "Ich habe gesündigt. "Was ist das für eine Mühe, was für ein Umweg, was für eine Anstrengung, was für eine Not, zu sagen: "Ich habe gesündigt."?

Denn falls du dich nicht selbst als Sünder bekennst, wirst du den Teufel als Ankläger haben. Komm ihm zuvor und raube ihm die Ehre; denn seine Ehre besteht darin, daß er Ankläger ist. Warum kommst du ihm nun nicht zuvor und bekennst deine Sünde und reinigst dich davon, da du weißt, daß du einen solchen Ankläger hast, der nicht zu schweigen vermag?
Hast du gesündigt, so geh in die Kirche und sage zu Gott: "Ich habe gesündigt." Ich verlange nichts anderes von dir als das allein, denn die Schrift sagt: "Bekenne die Sünde, damit du gerechtfertigt werdest!" (Is 43,46)
Bekenne die Sünde, damit du die Sünde tilgst. Das macht keine Mühe, dazu gehören nicht viele Worte noch Geldaufwand noch sonst etwas ähnlicher Art. Sprich ein Wort und sei unbesorgt wegen der Sünde, sage nur: "Ich habe gesündigt."

(Texte der Kirchenväter, Bd. II., 342, J. Chrysostomus, Homilie von der Buße, 2,1)

Auferstehung, Pusey House, Oxford

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