Donnerstag, 17. August 2017

Überlasse mich nicht den Händen meiner Feinde!

Heute gedenkt die Kirche des hl. Hyazinth von Polen (an seinem Grab in Krakau)

Hyazinth von Polen, Dominikanerkirche, Krakau
Als die Tataren in das Land einbrachen, erstürmten sie auch die Stadt Kiew und verwandelten sie in einen Aschenhaufen. Während die Flammen loderten und das Blut der Erschlagenen floß, befand sich der hl. Hyazinth gerade in der Kapelle des von ihm gegründeten Klosters. Furchtlos nahmt er in dieser äußersten Gefahr den Speisekelch aus dem Tabernakel und hieß die Brüder ihm folgen.

Doch wie er die Kirche verlassen wollte, hielt er plötzlich inne, denn das schöne Muttergottesbild aus Alabaster, vor dem er so oft gebetet hatte, rief ihm zu:

"Mein Sohn, du fliehst, und mich läßt du allein zurück?
Nimm mich mit und überlasse mich nicht den Händen meiner Feinde."

Da ergriff der Heilige vertrauensvoll die schwere Figur, und siehe, sie schien ihm leicht wie ein Schilfrohr. In der einen Hand das heiligste Sakrament, mit der anderen die Marienstatue tragend, eilte er nun unbehelligt mitten durch den tobenden Haufen der wilden Mongolen. Am Dnjepr angelangt, breitete er kurz entschlossen seinen Mantel über das Wasser und glitt sicher ans andere Ufer. Er kam wohlbehalten nach Krakau, wo der das Marienbild in der Klosterkirche aufstellte.

(Melchers, Das Jahr der Heiligen, 519f)

links die Statue des hl. Hyazinth, Kapelle des hl. Dominikus in der Dreifaltigkeitskirche der Dominikaner in Krakau

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