Freitag, 18. August 2017

Kaiserin Helena im Trierer Dom

Trierer Dom


Der Trierer Dom St. Peter ist nicht nur die älteste Kirche Deutschlands, sondern auch das älteste Bauwerk Deutschlands, das in seiner 1700-jährigen Geschichte ununterbrochen seinem ursprünglichen Zweck als Bischofskirche diente und bis heute dient. Von seinem ältesten Baukern, dem "Quadratbau" aus dem 4. Jahrhundert, bis hin zur Gegenwart des 21. Jahrhunderts können alle Phasen der Bau-, Kunst- und Glaubensgeschichte Europas zurückverfolgt werden.

Der Dom ist zudem eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Der Überlieferung nach brachte im 4. Jahrhundert die Mutter Kaiser Konstantins, die Heilige Helena, die Tunika Christi, den Heiligen Rock, von ihrer Pilgerreise mit nach Trier, wo er im Jahr 1512 erstmals öffentlich gezeigt wurde und Anlass zu großen Wallfahrten gab, zuletzt im Jahr 2012.




In Trier gibt es eine christliche Gemeinde seit ungefähr 270 nach Christus mit den ersten Bischöfen Eucharius, Valerius und Maternus. Der Versammlungsort der ersten Gemeinde war vermutlich eine Hauskirche innerhalb der Stadtmauern. Das Toleranzedikt des Jahres 311 und die Vereinbarungen des Kaisers Konstantin und Licinius in Mailand im Jahr 313 gewährte den bislang verfolgten Christen Religionsfreiheit. Unter Bischof Agritius, der 314 erstmals erwähnt wird, wurde über einem Wohnhaus in den Jahren 310 bis 320 eine erste große Basilika errichtet. Reste von ihr sind heute in den Ausgrabungen unter der Dom-Information zu besichtigen.
Unter Bischof Maximin (329 bis 346) wurde die erste Basilika nach Norden und nach Osten zu einer monumentalen Kirchenanlage mit vier Basiliken, einem Baptisterium und zahlreichen Nebengebäuden erweitert. Das Trierer Kirchenzentrum war damit eine der größten Kirchenanlagen des 4. Jahrhunderts.
Im Bereich des Doms wurde ab dem Jahr 340 ein weiterer Neubau, der "Quadratbau" errichtet, dessen Außenmauern noch heute den Kern des Doms bilden.
(Quelle: Dominformation)



Helena, die Mutter Konstantins
Zwei seitliche Treppenaufgänge führen zu einer Plattform vor der vergoldeteten Gittertür der Heilig-Rock-Kapelle. (..) An den Treppenaufgängen stehen die monumentalen weißen Marmorstatuen des Kaiser Konstantins (als des Gründers des Domes) und seiner Mutter Helena, die die Leidens-werkzeuge Jesu, vor allem aber den Heiligen Rock Jesu nach Trier brachte.
(Kirchenführer)





Als eine der bedeutendsten Frauengestalten nicht nur Triers, sondern der gesamten Spätantike gilt Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins des Großen. Obwohl sie als Förderin des frühen Christentums und mutmaßliche Entdeckerin des Kreuzes Christi im Heiligen Land bis heute populär ist, liegt ihre Herkunft im Dunkeln: Nach überwiegender Meinung war ihr Geburtsort um 248/50 Drepanon in der Provinz Bithynien am Bosporus. Wahrscheinlich stammte sie aus einer Schankwirtsfamilie und war anfangs selbst als Herbergswirtin tätig. Aufgrund ihrer niederen Herkunft schien für Helena zunächst kein gesellschaftlicher Aufstieg möglich.

Vom Sohn zur „Augusta“ ernannt.
Doch dann trat ein junger römischer Offizier namens Flavius Constantius Chlorus in ihr Leben, der spätere Mitregent des Christenverfolgers Diokletian. Aus ihrer Lebensgemeinschaft ging zwischen 272 und 280 ein Sohn hervor, der den Namen Konstantin erhielt. Als Constantius I. im Jahr 293 zunächst zum Caesaren und zwölf Jahre später sogar zum Augustus ausgerufen wurde, verstieß er Helena aus politischen Gründen. Ihr Schicksal nahm erst nach seinem Tod 306 eine entscheidende Wende: Ihr Sohn Konstantin, der vom Heer des Vaters im heutigen York zum Kaiser ausgerufen wurde, holte sie nach seinem Regierungsantritt zu sich an den Hof nach Trier und erwies ihr kaiserliche Ehren. Davon zeugen zahlreiche Münzen mit ihrem Bildnis und der Aufschrift „Augusta Flavia Iulia Helena“.

Christliche Förderin
Die Kaiserin förderte in jeder Weise das sich ausbreitende Christentum. Im Alter von vermutlich 79 Jahren reiste sie ins Heilige Land. Dort ließ sie Grabungen vornehmen und stieß dabei auf die Reliquien des Heiligen Kreuzes und des Heiligen Grabes. An der Fundstelle veranlasste sie den Bau einer Basilika, der Grabeskirche. Darüber hinaus wird sie mit zahlreichen weiteren Kirchenbauten in Verbindung gebracht, darunter dem Vorgängerbau des heutigen Trierer Doms. Auch die Überführung des Heiligen Rocks und der Gebeine des Apostels Matthias nach Trier werden ihr zugeschrieben. Im Stadtteil Euren begegnet man ihrem Namen auf Schritt und Tritt. Als Pfarrpatronin der Kirchengemeinde ist sie im Bewusstsein der Bürger sehr präsent. Die Pfarrkirche steht auf den Überresten einer römischen Villa, in der sie eine zeitlang gewohnt haben soll. Die Kaiserin starb vermutlich am 18. August 330 in Nikomedien (Izmir).
Quelle: Trierde



Kaiser Konstantin, Dom St. Peter, Trier

Aufgang zum Heiligen Rock


Am Grab der Kaiserin Helena in Rom
 
Die Helenenkapelle in der Grabeskirche

Die Auffindung des hl. Kreuzes durch Helena

Die Kreuzesreliquie in S Croce in Gerusalemme

St. Gereon in Köln, eine Gründung Helenas



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