Sonntag, 2. Juli 2017

Wo immer Maria ist, da ist auch Jesus



Am heutigen Fest "Mariä Heimsuchung" ebenso wie in jedem Abschnitt des Evangeliums sehen wir Maria fügsam gegenüber dem göttlichen Plan und in einer Haltung fürsorglicher Liebe gegenüber den Brüdern. Noch voll Staunen über das, was der Erzengel Gabriel ihr verkündet hat – dass sie die Mutter des verheißenen Messias werden soll –, erfährt das demütige Mädchen aus Nazareth, dass auch ihre betagte Verwandte Elisabeth noch in ihrem Alter ein Kind erwartet. Sofort machte sie sich auf den Weg, wie der Evangelist berichtet (vgl. Lk 1,39), und "eilte" zum Haus der Kusine, um sich ihr in einem Augenblick, in dem es besonders notwendig war, zur Verfügung zu stellen.

Wie sollte man nicht bemerken, dass es bei der Begegnung zwischen der jungen Maria und der schon reifen Elisabeth vor allem Jesus ist, der im Verborgenen handelt? Maria trägt ihn in ihrem Leib wie in einem Tabernakel und bietet ihn Zacharias, seiner Frau Elisabeth und auch dem Kind, das in deren Schoß heranwächst, als das größte Geschenk an. "In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib", sagt die Mutter Johannes des Täufers (Lk 1,44).

Wo immer Maria ist, da ist auch Jesus. Wer sein Herz der Mutter öffnet, begegnet dem Sohn und nimmt ihn auf und wird erfüllt von seiner Freude. Nie trübt oder mindert die wahre Marienverehrung den Glauben an unseren Erlöser Jesus Christus und die Liebe zu ihm, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Im Gegenteil, die vertrauensvolle Hingabe an die Muttergottes ist der beste, von zahlreichen Heiligen erprobte Weg einer treueren Nachfolge des Herrn. Vertrauen wir uns ihr also in kindlicher Ergebenheit an.


(Benedikt  XVI. am 31. Mai 2006)

Heimsuchungsgruppe, um 1350/60, Dom St. Peter, Regensburg

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