Samstag, 24. Juni 2017

Johannes der Täufer

Johannes der Täufer, St Cyprian´s Clarence Gate, London

Da sind zunächst die verwandten Geschichten der Verheißung eines Sohnes aus unfruchtbaren Eltern, der gerade so als von Gott selber geschenkt erscheint. Denken wir vor allem an die Ankündigung der Geburt Isaaks, des Erben der Verheißung, die Gott den Abraham geschenkt hat: "Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir. Dann wird deine Frau einen Sohn haben... Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen. Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt. Sara lachte daher still in sich hinein... Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara? ... Ist beim Herrn etwas unmöglich?" (Gen 18,10-14)

Eng verwandt ist auch die Geschichte von der Geburt Samuels. Hanna, seine Mutter, ist unfruchtbar. Auf ihr leidenschaftliches Gebet hin verhieß ihr der Priester Eli, Gott werde ihre Bitte erfüllen. Sie wurde schwanger und weihte ihren Sohn Samuel dem Herrn (vgl. 1 Sam 1).

Johannes steht so in der großen Reihe derer, die aus unfruchtbaren Eltern durch ein wunderbares Eingreifen des Gottes geboren wurden, dem nichts unmöglich ist. Weil er so in einer besonderen Weise von Gott kommt, gehört er ganz Gott, und wiederum deshalb ist er ganz für die Menschen da, um sie zu Gott zu führen.
Wenn von Johannes gesagt wird, dass er "Wein und Berauschendes nicht trinken" werde (vgl. Lk 1,15), wird er damit auch in die priesterliche Tradition eingewiesen. "Von den Priestern, die Gott geweiht sind, heißt es: ´Wein und Rauschtrank dürft ihr, du und deine Söhne, nicht trinken, wenn ihr in das Begegnungszelt geht, sonst müsst ihr sterben; dieses Gesetz gilt ewig, in allen euren Geschlechtern´(Lev 20,9)" (Stöger, Evangelium nach Lukas, S 31).
Johannes, der vom Mutterschoß an vom Heiligen Geist erfüllt sein wird (vgl. Lk 1,15) lebt gleichsam immer "im Begegnungszelt", ist Priester nicht nur in gewissen Augenblicken, sondern mit der Ganzheit seines Existenz, und kündigt so das neue Priestertum an, das mit Jesus erscheinen wird.
(J. Ratzinger, Benedikt XVI., Jesus von Nazaret, Prolog, 33f)


Johannes der Täufer mit seiner Mutter Elisabeth, All Saints, Cambridge

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