Donnerstag, 23. Februar 2017

Willigis von Mainz

St. Stephan in Mainz, wo Willigis begraben ist



Willigis von Mainz, Erzbischof. Willigis entstammte einer niedersächsischen Bauernfamilie. Zuerst Hofkaplan Kaiser Ottos II. machte er im Rahmen der ottonischen Kirchenpolitik rasch Karriere: 971 wurde er Kanzler und 975 Erzbischof von Mainz. Der sächsischen Kaiserfamilie blieb Willigis fortan ein uneigennütziger Berater. 976 wurde er päpstlicher Vikar für Deutschland. 996 führte er Gregor V. als ersten deutschen Papst in Rom ein. 1007 war er wesentlich an der Gründung des neuen Bistums Bamberg beteiligt. In seinem Bistum förderte Willigis Kunst, Wissenschaft und das Schulwesen. Der von ihm errichtete Martinsdom in Mainz brannte 1009 am Tag der Weihe ab. Er ließ die Kirchen von Sankt Stephan und Sankt Viktor in Mainz erbauen, und stiftete das Stift Disibodenberg sowie das Benediktinerkloster Jechaburg in Thüringen. Auch die Errichtung mehrerer Brücken geht auf Willigis zurück. In Mainz ließ er täglich 30 Arme speisen.
Willigis starb am 23. Februar 1011 und wurde in Sankt Stephan zu Mainz bestattet, wo heute noch seine Reliquien in einem Büstenschrein ruhen. Willigis war Sohn eines Wagners und wählte daher das Wagenrad als Wappenzeichen; das Rad ist bis heute im Wappen von Rheinland-Pfalz erhalten.
(Martyrologium Sancrucense)

3 Videos über die Spuren seines Wirkens im Mainzer Dom und in St. Stephan



Willigis Statue von Oswald







Schließen möchte ich mit einem Zeugnis aus dem berühmten Katalog des Jakob Wimpfeling zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe (1515), wo es im Zusammenhang mit Willigis heißt:
„Selig die Bischöfe, die statt des Helms die Mitra, statt des Harnischs die Kasel, statt des Schwertes den Hirtenstab lieben, die statt auf die Jagd zu gehen, Kirchen visitieren, statt zu tanzen, Weihen spenden, die statt in Spielkarten in den Hl. Schriften und in den päpstlichen Erlassen lesen, die statt eines liederlichen, verrufenen und in Verruf bringenden Weibes unsere reinste Herrin und Mutter Gottes lieben, sie verehren und ihr huldigen, die statt gelockte Männer, Jäger oder Lanzenturnierer um sich zu versammeln hochheilige Synoden abhalten, Statuten erlassen, Laster ausmerzen, die über das Volk und den Klerus Burggrafen, Richter, Sittenrichter zu setzen pflegen, die streng, untadelig, ehrwürdig, unbestechlich und charakterfest sind, unzugänglich für Speichelleckerei, nicht habgierig ... ."



Versuchung von Adam und Eva im Paradies, die Chagall-Fenster in St. Stephan sind die letzten
Kirchenfenster, die der Künstler schuf

Gewölbeschlußstein des Kreuzgangs von St. Stephan, der hl. Stephanus im Tod knieend, das gelbe Manipel weist ihn als Diakon aus, die Hand Gottes verheißt ihm ewigen Lohn


St. Stephan, Mainz

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