Samstag, 4. Februar 2017

Drücke Dein göttliches Bild in mein Herz ein - Veronika

6. Station, Veronika reicht Jesus das Schweißtuch, Kreuzweg in Lourdes


Veronika, Jüngerin Christi. Veronika war eine Jüngerin des Herrn, die der Legende nach Jesus auf seinem Kreuzweg ihr Schweißtuch reichte, auf dem das Leidensantlitz des Erlösers sichtbar blieb. Die Legende, seit dem 4. Jahrhundert schon bekannt, entwickelte sich besonders im Spätmittelalter, angeregt durch die Passionsspiele, zu reicher Blüte. Nach einem französischen Zweig der Legende ist Veronika im Jahr 70 zu Soulac gestorben; ihre Gebeine wurden in die Kirche Saint Seurin zu Bordeaux übertragen. Veronika wird dargestellt als Matrone, in den Händen das ausgebreitete Tuch, auf dem das Antlitz des Herrn abgebildet ist.
(Martyrologium Sancrucense)



Veronika erscheint in den Evangelien nicht. Ihr Name wird nicht erwähnt, obwohl die Namen verschiedener Frauen vorkommen, die Jesus begleiten. Es kann also sein, daß der Name vielmehr Ausdruck dessen ist, was die Frau getan hat. Der Überlieferung nach bahnte sich auf der Straße nach Golgota tatsächlich eine Frau den Weg durch die Eskorte der Soldaten und trocknete den Schweiß und das Blut auf dem Antlitz des Herrn mit einem Tuch. Jenes Antlitz ist auf dem Tuch abgedruckt geblieben; ein getreues Abbild eine "wahre Ikone". Damit ließe sich der Name Veronika (vera icona) in Verbindung bringen.
Wenn das zutrifft, dann enthält dieser Name, der die von dieser Frau vollbrachte Handlung denkwürdig macht, zugleich die tiefste Wahrheit über sie. Als Jesus einmal den Unmut der Anwesenden erregte, verteidigte er eine Sünderin, die wohlriechendes Öl auf seine Füße gegossen und sie mit ihrem Haar getrocknet hatte. Auf den Einwand, der dabei erhoben wurde, sagte er: "Warum laßt ihr die Frau nicht in Ruhe? Sie hat ein gutes Werk an mir getan [...]. Als sie das Öl über mich goß, hat sie meinen Leib für das Begräbnis gesalbt" (Mt 26, 10.12). Diese Worte könnte man auch auf Veronika anwenden.

(Papst Johannes Paul II. in seiner Kreuzwegbetrachtung, Karfreitag, 21. April 2000)

Kreuzigung im Hintergrund, vorne Christus der Weltenrichter, Kathedrale von Ely


 O Jesus, der Du in Deinem grausamen Leiden
„der Leute Spott“ und „der Mann der Schmerzen“ wurdest,
ich verehre Dein Göttliches Antlitz,
auf dem die Schönheit und die Milde der Gottheit erglänzen,
und das jetzt für mich das Antlitz eines Aussätzigen geworden ist.
Unter diesen Zügen jedoch erkenne ich Deine unendliche Liebe
und ich brenne vor Verlangen, Dich zu lieben
und dazu beizutragen, dass Du von allen Menschen geliebt wirst.

Die Tränen, die Deinen Augen so überreich entströmten,
erscheinen mir wie kostbare Perlen, die ich sammeln will,
um mit ihrem unendlichen Wert die Seelen der armen Sünder zu erkaufen.

O Jesus, dessen Antlitz die einzige Schönheit ist, die mein Herz entzückt,
ich will gerne hienieden auf die Süßigkeit Deines Blickes,
auf den unaussprechlichen Kuss Deines Mundes verzichten,
aber ich flehe zu Dir:
Drücke Dein göttliches Bild in mein Herz ein
und entflamme mich mit Deiner Liebe, damit ich mich schnell verzehre
und schon bald dahin gelange, Dein glorreiches Antlitz im Himmel zu schauen.
Amen.
(Theresia von Lisieux)

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