Samstag, 11. Februar 2017

Danke Maria - du wendest Evas (und Adams) Los



Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du?

Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.

Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?

Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben, und so habe ich gegessen.

Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan?

Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt, und so habe ich gegessen.

Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse.

Zur Frau sprach er: Viel Mühsal bereite ich dir, sooft du schwanger wirst. Unter Schmerzen gebierst du Kinder. Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen.

Zu Adam sprach er: Weil du auf deine Frau gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem zu essen ich dir verboten hatte: So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. Dornen und Disteln lässt er dir wachsen, und die Pflanzen des Feldes musst du essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Ackerboden; von ihm bist du ja genommen. Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.

Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen. Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit.

Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir; er erkennt Gut und Böse. Dass er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon isst und ewig lebt!
Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war. Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten.
(Tageslesung, Gen 3)


Vertreibung aus dem Paradies, Kunsthistorisches Museum, Wien


Sei gegrüßt, du lichter Meeresstern,
Gottes hohe Mutter,
Jungfrau, die der Höchste sich erwählt,
sel´ges Tor des Himmels. 

„Sei gegrüßt“, so sprach des Engels Mund,
„du bist voll der Gnade.“
Dieses Ave wendet Evas Los,
schenkt uns Gottes Frieden. 

In das Dunkel unsrer Sündenschuld
bringe Licht den Blinden,
laß uns Sünder nicht verloren sein,
bitt für uns um Gnade. 

Steh uns immerdar als Mutter bei,
dass durch dich uns höre,
der in deinem Schoße Wohnung nahm,
Mensch für uns zu werden. 

Du bliebst rein vom Makel jeder Schuld,
Jungfrau ohnegleichen.
Halte fern des bösen Feindes Macht,
dass er uns nicht schade. 

Führe sicher unsern Weg ans Ziel,
lenke unsre Schritte,
dass wir einst mit dir in Freude schaun,
Christus, unsern König. 

Gott dem Vater Lob und Herrlichkeit,
ew´ger Ruhm dem Sohne,
Dank und Lobpreis Gott dem Heil´gen Geist:
Ehre dem Dreieinen. Amen.


Maria mit Jesus und Johannes dem Täufer, darunter die Paradieseserzählung
Kunsthistorisches Museum, Wien

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