Freitag, 9. Dezember 2016

Die Guadalupe-Kapelle in der Wiener Votivkirche



Am 9. Dezember ist im Jahr 1531 die Mutter Gottes dem hl. Juan Diego in Guadalupe erschienen. Paul Badde beschreibt die Begegnung in seinem Buch "Maria von Guadalupe":


Und während sich die letzte Stimme noch verlor, hörte er, wie nach ihm gerufen wurde. Von der Spitze des Gipfels rief man ihn: Kleiner Juan, Juanitzin! Diegotzin! Da machte er sich auf, dem Ruf zu folgen.
Nichts verwirrte sein Herz, nichts ängstigte ihn. Er fühlte sich nur sehr froh, sehr glücklich. Eilig stieg er den Weg hinauf, um zu sehen, wer ihn gerufen hatte. Als er die Höhe erreicht hatte, sah er eine edle Dame auf dem Gipfel des Hügels stehen. Sie bedeutete ihm, näher zu treten. Als er aber vor ihr stand, überwältigte ihn ihre Schönheit, die alles übertraf, was er je gesehen hatte. Sie war vollkommen. Ihr Gewand leuchtete wie die Sonne. Der Stein und die Felsen, auf denen sie stand, funkelten unter ihren Strahlen wie schimmerndes Geschmeide aus reinstem Smaragd. Die Erde leuchtete um sie herum wie ein Regenbogen im Nebel. Die Kakteen, die Nopales und die übrigen Kräuter, die am Boden wucherten, blitzten strahlend grün wie Smaragde. Das Blattwerk leuchtete blau wie Türkis. Die Strünke, Zweige, Dornen und Stacheln glitzerten golden im Morgenlicht.
Da warf er sich vor ihr nieder und lauschte den Worten ihrer Stimme. Friede und Liebe gingen von ihr aus. Unwiderstehlich zog ihre Zärtlichkeit ihn zu sich heran.

 "Höre, Juantzin, Juanito, mein Kleinster!" sagte sie: "Kleinster meiner Söhne! Wo willst du hin?"

Er antwortete: "Meine Herrin! Königin! Mi niña! Mein Kleines, mein Töchterlein, mein Mädchen! Dort drüben geh ich hin. Ich geh zu deinem Häuschen nach Mexico-Tlatelolco. Da will ich Gott dienen und ehren, wie seine Priester es uns lehren, die hier unseren Herrn vertreten."

Unmittelbar nach diesen Worten enthüllte sie ihm ihren kostbaren Willen und sprach:

"Präge dir Folgendes gut ein, Allerkleinster meiner Söhne! Ich bin die immerwährende Heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzig wahren heiligen Gottes, des Leben spendenden Schöpfers aller Menschen. Er ist der Herr des Nahen und des Fernen, des Himmels und der Erde. Ich wünsche mir sehr, dass mir hier ein Heiligtum errichtet wird, wo ich ihn zeigen, preisen und für immer bezeugen kann. Hier werde ich den Menschen meine ganze Liebe geben, meinen erbarmenden Blick, meine Hilfe, meinen Trost, meine Rettung. Denn ich bin wahrhaftig eure mitleidende Mutter: deine Mutter und die aller Menschen, die dieses Land bewohnen - wie auch die Mutter aller übrigen Stämme und Menschen, die mich lieben, rufen und anflehen.
Ich bin die Mutter all derer, die mich suchen und mir vertrauen. Hier werde ich ihr Weinen und ihr Klagen hören. Hier werde ich sie in ihrer Trauer trösten und all ihre Schmerzen lindern. Hier werde ich sie heilen in ihrer Pein, ihrem Elend und Leid. Um nun aber auszuführen, was meine mitleidigen und barmherzigen Augen vorhaben, geh zum Bischof von Mexiko. Sag ihm, dass ich dich geschickt habe, und eröffne ihm, mit welcher Sehnsucht es mich danach verlangt, hier eine Heimstatt zu haben. An dieser flachen Stelle soll er mir ein Heiligtum errichten. Sag ihm das alles und erzähle, was du hier gesehen, bewundert und gehört hast.
Sei dir sicher, dass ich dich reich belohnen und entlohnen werde: Ich werde es dir zu danken wissen. Ja, ich werde dich glücklich machen und dir viel Freude schenken. Denn das Verdienst, das du mit diesem Dienst erwirbst, ist groß. Entsprechend werde ich dir deine Mühe vergelten. Und nun geh, um den Auftrag auszuführen, den ich dir erteilt habe. Jetzt, mein Allerkleinster, hast du die Worte meines Atems gehört. Jetzt geh und tu deinen Teil."


in der Mitte die Guadalupe-Kaplle, Votivkirche

Am 18. Februar 1853 verübte der Ungar Libeny ein Attentat auf den jungen Kaiser Franz Josef I. (1848-1916). Der Kaiser blieb unverletzt. Aus Dank für die Errettung rief sein Bruder Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser von Mexiko, zu Spenden für die Erbauung einer Kirche auf. Der Name der Kirche, Votivkirche, weist auf den Anlaß des Baues hin.
Das Gnadenbild von Guadalupe wurde von Kardinal Innitzer 1954 gesegnet. Der Maler schuf später auch das dazugehörige Fenster, das die Ereignisse der Erscheinungen von Guadalupe darstellt.






Die Schrift am unteren Bildrand aus der Offenbarung des Johannes: " Es erschien ein großes Zeichen am Himmel. Ein Weib mit der Sonne bekleidet" (Offb. 12). In der Mitte des Fensters ist die Mutter Gottes in einem Medaillon abgebildet, so wie sie in der Apokalypse beschrieben wird. Links kniet Juan Diego, das Abbild Mariens hat sich bereits in sein Gewand (Tilma) geprägt. Zu Füßen Mariens wachsen Rosen, selbst die Steine erblühen zu Rosen. Im rechten Feld empfängt der Bischof Juan, der seinen Mantel öffnet und das Bild sichtbar macht.

Unterhalb der Mutter Gottes enthüllen zwei Engel das Herz Mariens, in das sich die Gnaden des Heiligen Geistes (in der Gestalt der Taube) ergießen.

Darüber ist das göttliche Jesuskind sichtbar, das auf der Weltkugel steht und der Schlange den Kopf zertritt. Das strahlende Kreuz macht deutlich, das sich durch das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus der Sieg über Sünde, Tod und Teufel verwirlicht.

Links von Jesus sieht Johannes, der Lieblingsjünger, liebevoll auf Maria. Rechts zeigt Johannes der Täufer auf Jesus: Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.




Es wundert nicht, dass der Bau dieser Kirche zwanzig Jahre gedauert hat:








Votivkirche bei Sonnenuntergang

Kommentare:

  1. "118. „Höre, nimm es in dein Herz, mein kleinster Sohn, nichts soll dich erschrecken, nichts dich bekümmern, nicht soll sich dein Antlitz, dein Herz betrüben. Fürchte nicht diese Krankheit noch irgendeine andere Krankheit oder einen Kummer, eine Betrübnis.

    119. Bin ich denn nicht hier, deine Mutter? Bist du denn nicht in meinem Schatten und in meinem Schutz? Bin ich nicht der Brunnen deiner Freude? Bist du nicht in den Falten meines Mantels, in der Beuge meiner Arme? Brauchst du noch mehr als das? "
    Ein Versprechen Marias an Juan Diego und auch an uns.
    Entnommen aus dem:
    - N I C A N M O P O H U A
    D E R U R T E X T Z U G U A D A L U P E (1540-1550) -
    http://nichtvondieserwelt.alien.de/nican.html

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  2. Wahscheinlich wieder eines dieser Schummelobjektive, die Räume höher wirken lassen, als sie tatsächlich sind ... *wegduck*

    ;-)

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    1. Seit Schulzeiten schon kann ich es nicht lassen ;-)

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