Samstag, 30. Juli 2016

Leopold Mandic, Apostel der Barmherzigkeit

Leopold Mandic in jungen Jahren anlässlich seiner Priesterweihe 1890
 
und im Alter

Leopold Mandic, Kapuziner und Beichtvater. Leopold Mandic wurde 1866 in Bosnien-Herzegowina geboren und trat 18-jährig in Venedig in den Kapuzinerorden ein. Seit 1906 wirkte er als Beichtvater  im Kapuzinerkloster von Padua für 36 Jahre. Leopold Mandic war begnadet mit den Gaben der Prophetie und der Herzensschau und trug die Wundmale Christi. Das eigentliche Kennzeichen seines Heroismus war aber sein täglicher Dienst im Beichtstuhl, wo er oft bis zu 15 Stunden am Tag verbrachte. Er starb am 30. Juli 1942 in Padua im Rufe der Heiligkeit. Als man 24 Jahre später das Grab öffnete, fand man den Leichnam völlig unverwest. Am 2. Mai 1976 sprach ihn Papst Paul VI. selig, am 16. Oktober 1983 Papst Johannes Paul II. heilig. Paul VI. sagte von Leopold Mandic: „Er hat sich durch die Spendung des Bußsakramentes selbst geheiligt.“
(Martyrologium Sancrucense)


Heiligtum des hl. Leopold Mandic in Padua
 
 

P. Leopolds Mutter war von einer großen Liebe zur Mutter Gottes erfüllt. Bei der Geburt weihte sie ihn Maria und entzündete schon früh in seinem Herzen jenen Funken, der zu einem großen Feuer wurde. Einmal gestand er: "Schon als Kind wurde ich der Mutter Gottes geweiht. Sie hat den Beruf in mir bewahrt und behütet." (Bernardi, Leopold Mandic, 121)

Glauben, habt Glauben! Gott ist Arzt und Medizin. (Leopold Mandic)


Aus Liebe wollte P. Leopold Maria alle Ehre erweisen. In seiner Beichtzelle hielt er ein Marienbild und schmückte es jeden Tag mit frischen Blumen als Ausdruck seiner beharrlichen Liebe zur allerseligsten Jungfrau. Gerne feierte er die heilige Messe am Altar der Mutter Gottes und am Samstag die Votivmesse von der Unbefleckten Empfängnis, wenn die Rubriken es erlaubten. Täglich betete er das Kleine Offizium zu Ehren Mariens und mehrmals den Rosenkranz. (ebd. 124)


Die Beichtzelle des hl. Leopold Mandic blieb im Krieg unversehrt, das Kloster hingegen wurde großteils zerstört.

Seine Größe liegt anderswo: nämlich darin, dass er sich Tag für Tag, die ganze Zeit seines Priesterlebens hindurch, also 52 Jahre lang aufopferte, sich hingab, in Stille und Zurückgezogenheit, in einer kleinen, bescheidenen Beichzelle: "Der Gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe."
Bruder Leopold war immer da, bereit und lächelnd, besonnen und bescheiden, ein taktvoller Vertrauter und treuer Vater der Seelen, ein geachteter Lehrer und verständnisvoller und geduldiger geistlicher Ratgeber.
Wenn man ihn mit einem einzigen Wort kennzeichnen wollte, wie es während seines Lebens seine Beichtkinder und Mitbrüder getan haben, dann ist er `der Beichtvater` schlechthin;
er konnte nur Beichte hören. Doch gerade darin liegt seine Größe. Dass er sich nämlich im Hintergrund hält, um dem wahren Hirten der Seelen Platz zu machen. Er äußerte sich zu seiner Aufgabe so: "Verbergen wir alles, auch das, was den Anschein einer Gabe Gottes haben mag, um nicht damit Schacher zu treiben. Gott allein gebührt die Ehre und der Ruhm! Wenn es möglich wäre, sollen wir wie ein Schatten über die Erde gehen, der keine Spur von sich hinterlässt."
Und einen, der ihn fragte, wie er es fertigbringe so zu leben, antwortete er einfach: "Das ist mein Leben!"
(aus der Ansprache von Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung am 16. Oktober 1983)

Beichtzelle des hl. Leopold in Padua



Heiliger Leopold,
der Herr hat Dir zahllose Gnaden geschenkt für alle, die zu Dir Zuflucht nehmen. Wir bitten Dich:
Erlange uns lebendigen Glauben und starke Liebe, dann bleiben wir der Gnade stets mit Gott verbunden.
Ehre sei dem Vater…

Heiliger Leopold,
der göttliche Erlöser hat Dich im Sakrament der Buße zu einem vollkommenen Werkzeug seiner unendlichen Barmherzigkeit gemacht. Wir bitten Dich: Erwirke uns die Gnade, oft und gut zu beichten, damit wir die Seele immer freihalten von Schuld und nach der Vollendung streben, zu der wir berufen sind.
Ehre sei dem Vater…

Heiliger Leopold,
der Heilige Geist hat Dich zu seinem Gefäß erwählt, um seine Gaben vielen Seelen einzugießen. Deine Fürbitte befreie uns von den vielen Mühsalen und Sorgen, die uns bedrücken und verleihe uns die Kraft, alles geduldig zu tragen, um himmlischen Lohn zu erwerben.
Ehre sei dem Vater…

Heiliger Leopold,
während Deines Erdenlebens hegtest Du eine zarte Liebe zu Maria, unserer gütigen Mutter. Sie schenkte Dir dafür reiche Gnaden und lässt sich Dich nun in ihrer Nähe glücklich sein. Bitte für uns, sie möge auf unsere Leiden schauen und sich stets als Mutter der Barmherzigkeit zeigen.
Gegrüßet seist Du, Maria…

Heiliger Leopold,
Du hast immer tiefes Mitleid mit allem menschlichen Elend empfunden und viel Betrübte getröstet. Hilf auch uns! Verlass uns nicht in Deiner Güte, tröste auch uns, und erlange uns die Gnade, um die wir bitten. Amen.

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