Mittwoch, 24. Februar 2016

Die Matthias-Reliquien in Padua

Basilika Santa Guistina in Padua

Matthias, Apostel. Matthias wurde nach dem Bericht der Apostelgeschichte durch das Los als Ersatzmann für den Verräter Judas bestimmt, um den 12er-Kreis der Apostel zu schließen. Er soll später zuerst in Judäa, dann bei den Heiden, besonders in Äthiopien, das Evangelium verkündet haben. Doch haben wir weder über sein späteres Leben noch über seinen Tod sichere Nachrichten. Seine Reliquien sollen im Auftrag der Kaiserin Helena durch den Bischof Agritius nach Trier gebracht worden sein, wo sie 1050 und wiederum 1127 erhoben wurden. Sie befinden sich in der Eucharius-Basilika, die seit 1127 nach Matthias benannt wird. Die Matthias-Reliquien wurden das Ziel einer weitverbreiteten Wallfahrt, die bis heute von Matthias-Bruderschaften getragen wird. Der neue römische Kalender hat das Fest des Apostels Matthias auf den 14. Mai verlegt, in deutschen Landen wurde der 24. Februar beibehalten. Matthias wird dargestellt als Apostel mit Buch und Rolle, oft mit Schwert, Hellebarde oder Beil, auch mit Steinen oder mit einer Lanze.
(Martyrologium Sancrucense)

Weitere Reliquien des hl. Apostels Matthias finden sich in S. Maria Maggiore in Rom und in S. Giustina in Padua.


Blick in das rechte Querschiff, wo der Sarkophag mit den Matthiasreliquien steht




In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder - etwa hundertzwanzig waren zusammenge-kommen - und sagte:
Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen. Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst. Denn es steht im Buch der Psalmen: Sein Amt soll ein anderer erhalten! Einer von den Männern, die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und in den Himmel aufgenommen wurde, - einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.
Und sie stellten zwei Männer auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias. Dann beteten sie: Herr, du kennst die Herzen aller; zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast, diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen. Denn Judas hat es verlassen und ist an den Ort gegangen, der ihm bestimmt war.
Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.
(Apostelgeschichte 1,15-17.20-26)


Sarkophag des hl. Matthias mit Darstellungen der zwölf Apostel







linkes Bild: Die Aussendung der Apostel, rechts: Kosmas und Damian werden durch Engel gerettet


"Sors cecidit super Mathiam" Das Los fiel auf Mattias (Apg 1)


Zum Schluss wollen wir auch an den erinnern, der nach dem Osterereignis an die Stelle des Verräters gewählt wurde. In der Kirche Jerusalems wurden zwei von der Gemeinde vorgeschlagen und dann das Los gezogen: „Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias“ (Apg 1,23). Es war der Letztgenannte, der gewählt wurde, so dass er „den elf Aposteln zugerechnet wurde“ (Apg 1,26). Von ihm wissen wir nichts anderes, als dass auch er Zeuge des ganzen irdischen Geschehens um Jesus war (vgl. 1,21-22) und ihm bis zum Schluss treu blieb. Zur Größe dieser seiner Treue gesellte sich dann die göttliche Berufung, den Platz des Judas einzunehmen, gleichsam als ob er so dessen Verrat ausgleiche. Daraus gewinnen wir eine letzte Lehre: Auch wenn es in der Kirche nicht an unwürdigen und verräterischen Christen mangelt, kommt es einem jeden von uns zu, das Übel aufzuwiegen, das von ihnen vollbracht wird: mit unserem klaren Zeugnis für Jesus Christus, unseren Herrn und Heiland.
(Benedikt XVI., Generalaudienz vom 18. Oktober 2006)








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