Donnerstag, 15. Oktober 2015

Am Grab der hl. Teresa von Avila in Alba de Tormes

Alba de Tormes am Abend



und bei Sonnenaufgang



Theresia von Jesus, Karmelitin, Ordensreformatorin und Kirchenlehrerin. Theresia wird nicht nur deshalb, „die Große“ genannt, um sie von der „kleinen Therèse“, also von „Theresia vom Kinde Jesu“ zu unterscheiden. Ihr Leben bezeugt das große Gnadenwirken Gottes.
Teresa de Cepeda y Ahumada wurde als jüngstes von 11 Geschwistern am 28. März 1515 zu Avila in Spanien geboren. Sie trat als 20-jährige am 2. November 1535 in das Karmelitinnenkloster der Menschwerdung in Avila ein. Die Observanz war oberflächlich, ja verkommen.
Nach einem Jahr brach Theresia zusammen, lag einige Tage im Koma, so dass man sie für tot hielt. Man hatte ihre Augen bereits mit Wachs verschlossen und hätte sie beinahe lebendig begraben. Danach hatte Theresia erste mystische Visionen. 1539 kam es nach einer Begegnung mit dem leidenden Christus zur – wie sie es nannte – „endgültigen Bekehrung“. In ihrem Kloster und von der Ordensleitung wurde sie deshalb oft nicht ernst genommen, ja bekämpft. 1560 erlebte sie Visionen der Hölle, die ihren Wunsch nach Vollkommenheit noch verstärkten. Unter größten Schwierigkeiten und Anfeindungen ihrer Ordensschwestern setzte sie die Reform des Karmeliterordens durch: 1562 erfolgte mit Genehmigung des Papstes und des Ortsbischofs die Gründung eines Reformklosters in Avila.
Die „Unbeschuhten Karmelitinnen“ mit strengster Klosterzucht waren geboren. Zusammen mit Johannes vom Kreuz gründete sie ab 1568 insgesamt 32 solche Reformklöster für Frauen und für Männer. Neuer Widerstand verhinderte die Weiterführung der Reform, bis der Papst 1580 die Unbeschuhten zu einem eigenen Orden erhob.
Theresia starb am 4. Oktober 1582 zu Alba de Tormes. Die spanischen Stände erklärten sie 1617 zur Patronin Spaniens.
In ihrem Buch „Die Seelenburg“ beschreibt Theresia die Vereinigung der Seele mit Gott. Durch die Lektüre dieses Buches hat sich Edith Stein, die spätere Märtyrin und Patronin Europas, bekehrt. Theresia von Avila wird dargestellt als Karmelitin, wie ein Engel ihr Herz durchbohrt.
(Martyrologium Sancrucense)

Verkündigungskirche mit dem Grab der hl. Teresa von Avila





 
Hier wurde der Leichnam der Heiligen von 1650 bis 1760 aufbewahrt

 
Tod der hl. Teresa von Avila, Alba de Tormes


Nachdem der Karmel in Burgos errichtet worden war und sie sich auf der Rückreise nach Ávila befand, starb sie in der Nacht des 15. Oktobers 1582 in Alba de Tormes, demütig den Ausspruch wiederholend: „Schließlich sterbe ich als eine Tochter der Kirche" und „Endlich wird es Zeit, mein Gatte, dass wir uns sehen". (Papst Benedikt, Generalaudienz am 2.11.2010)


oben: locus ... quo stas terra sancta est (Exodus 3,5):
Der Ort, wo du stehst ist heiliger Boden


Urne mit den sterblichen Überresten der hl. Teresa



Aus ew`gem Schweigen klingt das Wort
des Vaters in die Welt hinein.
Zur Mitternacht stieg es vom Thron
und ging in seine Schöpfung ein.

Getroffen von des Wortes Kraft
Teresas Herz verwundet ist.
Das Wort gibt Kraft, es spendet Licht,
vertreibt die tiefe Finsternis.

Lebend`ge Wasser laben sie,
erfüllt vom Worte ist ihr Herz.
Es quillt ihr neues Leben zu;
ihr ganzes Sein drängt himmelwärts.

Herr, gib auch uns von diesem Quell,
zu dieser Nacht, zu dieser Stund.
Laß lauschen mit Teresa uns
dem ew`gen Wort aus deinem Mund.

Die dunkle Nacht wird heller Tag,
dem Herzen Trost und Seligkeit,
spricht Gott zu uns das ew`ge Wort
im Schweigen aus der Ewigkeit.

Dir, Vater, der das Wort uns spricht,
sei Ehre mit dem Heil´gen Geist;
dem Wort des Vaters, Gott und Mensch,
Lobpreis in alle Ewigkeit.
Hymnus d. 1. Vesper, Proprium des Karmel


Grab der hl. Teresa von Avila

Grab und Kirche vom Museum aus gesehen



Verkündigungsrelief über dem Eingang

Die Kirche San Juan de la Cruz eingerüstet

Handfestes für den ausgehungerten Fotografen

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