Sonntag, 12. April 2015

Am Grab der hl. Faustyna Kowalska (Barmherzigkeitssonntag)

Statue von Schwester Faustyna vor dem Schwesternkloster in Krakau


Es war am Abend des 22. Februars 1931. Sr. Faustine befand sich in ihrer Zelle, als sie plötzlich den Herrn erblickte. Er trug ein weißes Gewand, seine Rechte war zum Segnen erhoben, die Linke lag auf Seinem Herzen. Dort war sein Gewand leicht geöffnet, und von seinem Herzen gingen zwei Strahlen aus, ein roter und ein weißer. Faustine war von Furcht und Freude gleichzeitig durchdrungen. Da sprach der Herr zu ihr: „Male ein Bild nach dem Muster, das du hier siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. Ich wünsche, daß dieses Bild verehrt wird, zuerst in eurer Kapelle, dann auf der ganzen Welt. Ich verspreche, daß jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche ihr ferner schon hier auf Erden den Sieg über die Feinde, besonders aber in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen wie meine eigene Ehre.“


Auf diesem Friedhof ruhten die sterblichen Überreste d. hl. Faustina Kowalska vom 7.10.1938 (Todestag)
bis zum 25.11.1966, wo siein die Schwesternkapelle übertragen wurden


Wenig später erklärte ihr Christus:

„Ich wünsche ein Fest der Barmherzigkeit. Der Sonntag nach Ostern soll das Fest der Barmherzigkeit sein. Ich wünsche, daß die Priester meine große Barmherzigkeit den sündigen Seelen verkünden. Der Sünder fürchte sich nicht, sich mir zu nahen. Es verzehren mich die Flammen der Barmherzigkeit, und ich will sie in den Seelen entzünden. Das Mißtrauen der Seele zerfleischt mein Inneres“





Jesus ich vertraue auf Dich

Friedhof der Ordensschwestern





Später erklärt der Herr die Bedeutung der beiden Strahlen:

„Die Strahlen versinnbilden das Blut und das Wasser, das aus den Tiefen meiner Barmherzigkeit hervorquoll, als mein Herz am Kreuze geöffnet wurde. Der bleiche Strahl bedeutet das Wasser, das die Seele rechtfertigt, während der rote Strahl das Blut versinnbildet, das das Leben der Seele ist. Diese Strahlen beschützen die Seele vor dem Zorn meines Vaters. Glücklich derjenige, der in ihrem Lichte lebt, weil die gerechte Hand Gottes ihn nicht erreichen wird.“

Statue des barmherzigen Jesus



Am Tag der Heiligsprechung Sr. Faustynas, am 30. April 2000, verkündete Papst Johannes Paul offiziell während der Predigt: „Von nun an wird der zweite Sonntag in der Osterzeit in der ganzen Kirche den Namen Barmherzigkeitssonntag tragen.“ Das Fest der Barmherzigkeit nimmt unter allen Andachtsformen, die Sr. Faustyna offenbart worden sind, den höchsten Rang ein. Folgende Worte lassen die Sehnsucht Sr. Faustynas erahnen: „O wie heiß ersehne ich das Fest der Barmherzigkeit Gottes, das Gott durch mich verlangt. Doch falls es Gottes Wille ist, dass es erst nach meinem Tode feierlich begangen wird, so freut es mich doch jetzt schon, und mit Erlaubnis des Beichtvaters begehe ich es jetzt schon innerlich.“ Sr. Faustyna war bereit, jedes Opfer zu bringen, damit der Kirche dieses Fest geschenkt wird.

Jesus zu Schwester Faustyna: Mir gefällt es, den Menschen durch den Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit alles zu schenken, worum sie Mich bitten. Welch große Gnaden werde Ich den Seelen verleihen, die diesen Rosenkranz beten werden. Das Innerste Meiner Barmherzigkeit bewegt sich für diejenigen, die dieses Gebet beten. Wer auch immer ihn beten wird, der erfährt in seiner Todesstunde Meine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letzten Rettungsanker reichen. Sollte es der verstockte Sünder sein – falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, wird ihm die Gnade Meiner unendlichen Barmherzigkeit zuteil. Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit kennt.


Zelle von Sr. Faustyna Kowalska (Schwestern der Muttergottes v. d. Barmherzigkeit)


Wer kann Meine Güte ermessen? Für dich bin Ich vom Himmel auf die Erde herabgekommen; für dich habe Ich Mich an das Kreuz nageln lassen; für dich ließ Ich mit der Lanze Mein Heiligstes Herz öffnen und somit öffnete Ich für dich die Quelle der Barmherzigkeit. Komme und schöpfe mit dem Gefäß des Vertrauens Gnaden aus dieser Quelle. Mein Herz ist überfüllt von großer Barmherzigkeit für die Seelen, besonders für die armen Sünder: Könnten sie doch nur verstehen, dass Ich für sie der beste Vater bin; für sie sind aus Meinem Herzen Blut und Wasser geflossen wie aus einer Quelle, die mit Barmherzigkeit überfüllt ist. Für sie wohne Ich im Tabernakel. Eine schwache, sündige Seele soll nicht fürchten sich Mir zu nahen, auch wenn sie mehr Sünden hätte, als Sand ist auf Erden. Die größten Sünder würden zu großer Heiligkeit gelangen, wollten sie nur Meiner Barmherzigkeit vertrauen. Je größer der Sünder, desto größer sein Anrecht auf Meine Barmherzigkeit.
(alle Texte aus dem Tagebuch von Schwester Faustyna)



Berührungsreliquie und Reliquienschrein in der Klosterkapelle, Krakau-Lagiewniki



LITANEI ZUR BARMHERZIGKEIT GOTTES

Barmherzigkeit Gottes, die dem Schoße des Vaters entspringt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die größte Eigenschaft Gottes - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, unbegreifliches Geheimnis - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Quelle, die aus dem Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit entspringt
- ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die weder vom Verstand der Menschen noch der Engel ergründet wurde - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, aus der alles Leben und Glück fließt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, über den Himmeln - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Quelle der Wunder und Geheimnisse - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die das ganze Weltall umfasst - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die zur Welt in der Person des verkörperten Wortes gekommen ist
- ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die der offenen Herzenswunde Jesu entströmte - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die im Herzen Jesu für uns und besonders aber für die Sünder enthalten ist - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, unergründlich in der Einsetzung der heiligen Hostie - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, im Sakrament der heiligen Taufe - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, in unserer Rechtfertigung durch Jesus Christus - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns durch unser ganzes Leben begleitet - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns besonders in der Stunde unseres Todes umfängt - - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns das unsterbliche Leben schenkt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns in jedem Augenblick unseres Lebens begleitet -  ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns vor dem Feuer der Hölle schützt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, in der Umkehr hartherziger Sünder - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Engelverwunderung, unbegreiflich für die Heiligen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, unergründlich in allen Geheimnissen Gottes - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die uns aus allem Elend aufrichtet - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Quelle unseres Glücks und unserer Freude - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, im Berufen aus dem Nichts zum Leben - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die alle Werke Seiner Hände umfängt - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die alles krönt, was ist und vorhanden sein wird - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, in die wir alle versenkt sind - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, süßer Trost gequälter Herzen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, einzige Hoffnung verzweifelter Seelen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Rast der Herzen, Friede inmitten des Schreckens - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, Wonne und Entzücken heiliger Seelen - ich vertraue auf Dich.
Barmherzigkeit Gottes, die Vertrauen trotz Hoffnungslosigkeit weckt - ich vertraue auf Dich.
 
O Ewiger Gott, dessen Barmherzigkeit unergründlich ist und dessen Schatz des Erbarmens unerschöpflich ist, schau gnädig auf uns und vermehre in uns Deine Barmherzigkeit, damit wir in schweren Zeiten nicht verzweifeln und den Mut nicht verlieren, sondern uns mit großem Vertrauen Deinem heiligen Willen hingeben, der die Liebe und das Erbarmen selber ist" (Tagebuch 949).

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