Samstag, 15. November 2014

So viel Zeit muss sein

Rückenschild des Pluviales vom Markgrafenornat, Seide um 1700, Stickerei 1900, Schatzkammer Klosterneuburg

Leopold III. von Österreich, Markgraf und Stifter von Heiligenkreuz. Der hl. Leopold wurde um 1075 in Gars am Kamp geboren und vom hl. Bischof Altmann von Passau erzogen.
Er übernahm 1095 die Herrschaft. Die ersten 10 Jahre seiner Regierung liegen weitgehend im Dunkeln. Erst im Jahre 1105 tritt er in die Öffentlichkeit, als er in der Auseinandersetzung von Kaiser Heinrich IV. mit seinem Sohn, dem späteren Heinrich V., das kaiserliche Heer verlässt und somit Partei für den späteren Heinrich V. ergreift. Diese Entscheidung ist Leopold immer wieder als Treubruch vorgeworfen worden, sie war aber auf jedenfall eine Tat politischer Klugheit. Bereits ein Jahr später wurde er der Schwager des neuen Kaisers, indem er dessen Schwester Agnes heiratete. Mit diesem Ereignis beginnt der eigentliche Aufstieg Österreichs zur Großmacht. Durch die Verwandtschaft mit dem Kaiser begünstigt, konnte Leopold anfangen, die politische Trennung Österreichs aus dem Reichsverband langsam vorzubereiten. Daneben förderte er auch die kirchliche Selbständigkeit des Gebietes, indem er die Loslösung des Landes aus der Jurisdiktion des Bischofs von Passau vorantrieb. Seit 1113 entwickelte er die Gründung eines kirchlichen Zentrums in
Klosterneuburg, seiner neuen Residenz. Leopolds persönliche Frömmigkeit fand ihren Niederschlag
in seiner Sorge für Klöster und Stifte. Das Stift Melk unterstellte er 1110 dem Papst. In seiner Residenz Klosterneuburg erbaute er um 1108 eine Kirche. Die dortigen Stiftsherren ersetzte er 1133 durch Augustiner-Chorherren. 1133 gründete er die Abtei Heiligenkreuz, für die er Zisterzienser aus Morimond berief. Um 1136 ist er wesentlich an der Errichtung der Benediktinerabtei Klein-Mariazell beteiligt. Aus der Ehe mit der Kaisertochter Agnes stammten die späteren Bischöfe Otto I. von Freising und Konrad II. von Salzburg. Leopold starb am 15. November 1136 vermutlich bei einem Jagdunfall, er fand sein Grab in der Krypta von Klosterneuburg. Im Jahre 1485 wurde er von Papst Innozenz VIII. heilig gesprochen. Leopold wird in fürstlicher Kleidung mit Markgrafenhut, Fahne und Kirchenmodell dargestellt.
(Martyrologium Sancrucense)

Detail eines Kelchs mit Bildnis des hl. Leopold, Schatzkammer Klosterneuburg

Allherrschender Gott,
du hast dem heiligen Markgrafen Leopold
für die Ausübung seines Amtes
die Gaben deines Geistes geschenkt.
Hilf uns, unsere Pflichten treu zu erfüllen,
und nimm uns einst auf in dein himmlisches Reich.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
(Tagesgebet)

Statue des hl. Leopold in der Stiftskirche

Hl. Leopold, bitte für uns
(Schädelreliquie und Reliquienschrein, Klosterneuburg)

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