Mittwoch, 8. Oktober 2014

Rätselauflösung: Am Grab von Simeon dem Gerechten

Blick auf die Kirche Sv. Simuna


Innenstadt von Zadar, Kroatien

Simeon, ein frommer Israelit. Von Simeon heißt es bei Lukas: „Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.“ (Lk 2,21). Als Jesus am 40. Tag nach der Geburt gemäß dem mosaischen Gesetz im Tempel dargestellt wird, führt der Heilige Geist den greisen Simeon in den Tempel. In prophetischem Gestus begrüßte Simeon das Kind als das Heil Gottes mit einem Lobpreis „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ (Lk 2,29-32)

Dieser Hymnus „Nunc dimittis“ ist seit dem 8. Jahrhundert Bestandteil der abendlichen Komplet. Simeon prophezeit, dass dieses Kind „dazu bestimmt sei, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden. Es wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.“ Und zu Maria sagt Simeon, dass ein Schwert durch ihre Seele dringen werde. Das Lukasevangelium sagt an keiner Stelle, dass Simeon ein Greis gewesen ist.

Früh nahm sich die apokryphe Legendenbildung des Simeon an. Das Protoevangelium des Jacobus (24,3f.) macht ihn zum Priester, nach den Acta Pilati (17,1) wäre er gar Hohepriester gewesen; Jesus hätte später zwei der Kinder Simeons von den Toten erweckt. Reliquien tauchten im 6. Jahrhundert in Konstantinopel auf. Sie wurden 1243 nach Zara (Anm: das heutige Zadar) in Dalmatien gebracht, wo sie bis heute verehrt werden.
(Martyrologium Sancrucense)



Kirche des hl. Simeon, Crkva Sv. Simuna, Zadar, bei Sonne und ...

nach dem Regen













Die Szene rechts zeigt die Ankunft König Ludwigs I. in Zadar, der den Schrein vom Hafen in die Stadt begleitet, im Hintergrund die Stadtmauer, rechts ein Schiff im Sturm. Erzbischof Nikola Matafar segnet den König, vor dem fünf Personen knien.




Im linken Relief sieht man, wie der Leichnam des hl. Simeon gefunden wird. Im Bild links die drei Stadtrektoren (viell. Stadträte), denen im Traum die Auffindung des Leichnams gezeigt wird. Einer der drei zeigt auf die Mönche rechts im Bild, die die Gebeine exhumieren.


Die Darstellung im Tempel ist das zentrale Relief auf der Vorderseite des Sarkophags. Simeon nimmt das Kind in seine Arme. Links stehen Maria und Josef, rechts Hanna mit einer Schriftrolle in der Hand.



Das Relief auf der rechten Querseite des Sarkophags, beim Kopf des Heiligen, zeigt den Diebstahl eines Fingers des Heiligen durch die kroatisch-ungarische Königin Elisabeth. Der abgebrochene Finger begann sofort zu verwesen, ein Prozess der wunderbarerweise rückgängig gemacht wurde, als die Königin den Finger wieder zur Hand legte.


Auf der linken Quertafel zu Füßen des Heiligen ist das Boot mit den Reliquien des hl. Simeon zu sehen. In Seenot geraten musste es in Zara anlegen.




Die zwei um das Jahr 1730 entstandenen Ölgemälde mit dem Thema "Darstellung
Christi im Tempel" .....

sind das Werk eines unbekannten venezianischen Malers.

Auferstehung Christi von Pietro Tantini aus der 1. Hälfte d. 18. Jhdts.
Der romanische Steinsarkophag des hl. Simeon, in welchem der Heilige in der
Kirche Aufnahme Marias in den Himmel aufbewahrt wurde, dient heute als Altar.
Auf der Vorderseite ist die Gestalt des Heiligen in liegender Pose eingemeißelt.


das wohlverdiente Frühstück nach der Frühmesse

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen