Montag, 6. Oktober 2014

Bruno der Kartäuser


Bruno von Köln, Einsiedler und Ordensgründer. Bruno wurde um 1030 in Köln geboren, er wurde in seiner Vaterstadt Stiftsherr an Sankt Kunibert. 1057 übernahm er die Leitung der Domschule zu Reims. 1081 zum Erzbischof von Reims gewählt, musste er vor dem königlichen Kandidaten Helinand von Laon zurücktreten. 1083 ging er mit zwei Gefährten zu Abt Robert von Molesme, der ihn als Mönch aufnahm und ihm erlaubte, in Sèche-Fontaine in der Diözese Langres eine Eremitensiedlung einzurichten. Wenig später schenkte Erzbischof Hugo von Grenoble Bruno das Felsengebiet namens Cartusia, das ca. 24 Kilometer von Grenoble entfernt liegt.
Hier entstand 1084 die erste Kartause, allerdings lebte Bruno hier nur 6 Jahre. Papst Urban II. berief Bruno 1098 nach Rom und schenkte ihm die Cyriakuskirche in den Thermen Diokletians, der Papst wollte ihn mit dem Bistum Reggio belehnen, Bruno weigerte sich aber energisch. Schließlich begleitete er den Papst auf seiner Flucht vor Kaiser Heinrich IV. in die Campania, wo er endlich wieder in das Einsiedlerdasein entlassen wurde. Nun siedelte sich Bruno im süditalienischen Kalabrien an.
Er gründete in Squillace die erste große Kartause La Torre, und von hier aus noch die Kartause San Stefano in Bosco im kalabrischen Bergland. Hier starb er am 6. Oktober 1101, das Kloster heißt seither Serra San Bruno. 1514 wurde sein Leib in die Kartause San Stefano übertragen.
Bruno wird dargestellt im Kartäuserhabit, den Finger an den Lippen, mit Mitren zu seinen Füßen, mit Erdkugel, Steinen, Totenschädel oder Kreuz.
(Martyrologium Sancrucense)

Hl. Bruno, Petersdom

Der Allmächtige hat alle Sterblichen erschaffen,
daß er erworb´nes Verdienst Freude des Himmels sie lohn´,
Selig der Mensch, der zum Himmel sein Herz unaufhörlich hin richtet
und mit wachsamen Geist alles ihm Schädliche flieht!

Doch nicht unselig ist auch, wer seine Sünden bereut
und oft bitter beweint, was er je Böses verübt.
Doch es leben die Menschen, als wenn sie sterben nicht müßten,
und die Strafe der Höll´eitel Erdichtung nur wär´,

da doch Erfahrung uns lehrt, daß sterben muß alles, was lebet
und die Heilige Schrift laut von der Hölle uns zeugt,
Wer die Hölle nicht fürchtet, ist wohl unselig und töricht,
Wenn er erbleicht, wird er fühlen die höllische Glut.

Mögen daher die Sterblichen sich so zu leben befleißen,
daß die Hölle ihr Geist nicht zu befürchten mehr hat.

(Bruno der Kartäuser in: Gefolge des Lammes, Bd. IV, 46)

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