Freitag, 27. Juni 2014

Am Grab der hl. Hemma von Gurk

Dom zu Gurk


Hemma (Emma), Gräfin von Friesach-Zeltschach, geboren um 980, mit dem Grafen Wilhelm von der Sann verheiratet, schien zu Glück und Ehre berufen. Aber durch unglückliche Umstände verlor sie früh ihren Mann und ihre zwei Söhne. Sie nahm ihr hartes Geschick als Fügung Gottes an und benützte ihr Vermögen und den Rest ihres Lebens, um Gutes zu tun. Sie wurde dem Volk von Kärnten eine sorgende Mutter. Auf ihrem Besitz stiftete sie das Doppelkloster Gurk; auch das Kloster Admont verehrt sie als Stifterin. Sie starb 1045 in Gurk. Ihre Verehrung wurde 1938 kirchlich bestätigt. (Schott)




Lange vor der Seligsprechung (1287) der hl. Hemma widmete man ihr ein großes Mausoleum in Form einer 100-säuligen Krypta. 1174 wurden ihre Gebeine in die Krypta übertragen.

"Gebannt blickt der Besucher auf den an Moscheen erinnernden Säulenwald, in dem die Einzelsäule, mit wenigen Ausnahmen, durchaus schlicht gebildet ist, der jedoch gleichsam mit den vielen Kreuzgewölbeeinheiten und im Wechsel mit sechs massiven Rechteckpfeilern fantastische Lichtschattenspiele und sehr abwechslungsreiche Ausblicke bietet."



Das Hemmagrab ist durch ein kunstvoll geschmiedetes Gitter abgegrenzt und zudem an der Decke durch fein gezeichneten Stuck ausgezeichnet.


Im Zentrum steht die barocke Ummantelung des Hemmasarkophages (ab 1720) durch den barock geschwungenen Altartisch in rotem Marmor und vor allem durch die darüber gesetzte Figurenszene des Hemmatodes.



"Die Altarszene zeigt die über ein hohes Bett gelagerte Hemma mit gefalteten Händen, im Vordergrund begleitet von  einer Nonne mit aufgeschlagenem Gebetbuch und einer am Boden hockenden Klagefrau. Vor der Draperie des Hintergrundes gesellt sich dazu eine Nonne in der Pose verzweifelter Trauer, die von einer weiteren in entschiedener Gestik nach oben zur sakralen Sphäre der Hoffnung verwiesen wird, während eine weitere sich der Klage hingibt."






Wallfahrtsgebet zur hl. Hemma (Quelle)

Heilige Hemma, siehe, von weit her bin ich gekommen, um an deinem Grab zu beten.
Wie glücklich bin ich, hier zu verweilen, um dir meine Anliegen vorzutragen.
Ich weiß ja in dir eine große Fürsprecherin bei Gott.
In Seinen Heiligen ist Er verherrlicht, in ihnen offenbaren sich uns Seine Liebe, Güte und Weisheit.

Viele irdische Sorgen bedrücken mich.
Ich will sie vertrauend in deine Hände legen, damit du sie dem Heiland weitergeben mögest.
Auch du hast ja dein Leben lang alles dem Herrn überlassen,
und so will auch ich mit dir sagen: "In allen Dingen soll Gottes Wille an mir geschehen."

Doch das größte Anliegen sei mir mein ewiges Heil.
Aber nicht immer finde ich den Weg zu den heiligen Tugenden.
Demut und Liebe zu üben, fällt mir oft schwer.
Verhilf du mir dazu, heilige Hemma!
Siehe, viel Not und Unheil sind in dieser Welt,
und viele Menschen, die ich kenne, leben ohne Freude.

Lasse mich in dir ein Beispiel sehen, dem ich nacheifere,
damit auch ich dem Nächsten Licht bin, wie du ein Licht warst so vielen Bedrängten.
Eine Unmenge Haß ist auf dieser Erde.
Wir rufen zu dir, heilige Hemma, und wollen von dir lernen,
auch das Bittere, das uns angetan wird, zu vergeben und zu vergessen. Amen!



Votivbilder auf Blechtafeln gemalt schildern Gebetserhörungen

Zwei Puttengestalten und die Darstellungen der weiblichen Symbolgestalten von Glaube (mit dünn verschleiertem Haupt, rechts) und Hoffnung (mit empor gerichtetem Blick, links) vervollständigen das Altarensemble.
Erst 1925 war durch das Aufschneiden des Altartisches wiederum der romanische Sarkophag mit den Kopfstützen zum Vorschein gelangt.

(vgl. Dom zu Gurk, Peda-Kunstführer, 2012)

Hemmagrab in der Krypta, Dom zu Gurk



Barmherziger Gott, du lenkst unsere Wege.
In schwerer Zeit hat die heilige Hemma (als Landesmutter von Kärnten)
für die Bedrückten und Armen gesorgt.
Gib auch uns die Kraft, in der Not nicht zu verzweifeln,
sondern auf dich zu schauen und Gutes zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

(Tagesgebet)

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