Mittwoch, 16. Oktober 2013

Am Grab der hl. Margareta Maria Alacoque


Margareta Maria Alacoque, Ordensfrau und Mystikerin.
Margareta Maria wurde in Burgund am 22. Juli 1647 geboren und trat 1671 in den Orden der Heimsuchung ein. Begnadet durch mystisches Schauen des Herzens Jesu, Ruhen an seinem heiligsten Herzen und Miterleben seines Leidens, erhielt sie in Visionen zwischen 1673 und 1675 den Auftrag, die Herz-Jesu-Verehrung an jedem ersten Freitag im Monat zu verbreiten und die Einführung des Herz-Jesu-Festes zu fördern.
Margareta Maria Alacoque stand unter der klugen geistlichen Seelenführung des Jesuiten Claude de la Colombière. Die Herz-Jesu-Verehrung mit ihrer Betonung der göttlichen Barmherzigkeit wurde in der Folge sehr verbreitet, da sie gleichsam die Antwort des Himmels auf den Rigorismus der Jansenisten darstellte. Margareta Maria Alacoque starb am 16. Oktober 1690 zu Paray-le-Monial und fand auch dort ihr Grab. Dargestellt in der Tracht der Salesianerinnen, das Herz Jesu betrachtend.
(aus dem Martyrologium Sancrucense)


Heimsuchungskloster, Erscheinungskapelle, Paray le Monial


In dieser Kirche offenbarte unser Herr der hl. Margareta Maria sein Herz

 




Einmal also befand ich mich vor dem Allerheiligsten Sakrament, und es stand mir wenig Zeit zur Verfügung, denn meine Beschäftigungen ließen mir sonst nicht viel. Ich war ganz in seine göttliche Gegenwart eingehüllt, und zwar so vollständig, dass ich mich selbst und den Ort, an dem ich mich befand, vergaß, mich ganz dem göttlichen Geiste hingab und mein Herz der Kraft seiner Liebe überließ. Er ließ mich lange an seiner göttlichen Brust ruhen, wo er mir die Wunder seiner Liebe und die unerklärlichen Geheimnisse seines heiligsten Herzens enthüllte, die er immer vor mir verborgen gehalten, nun aber zum erstenmal mir eröffnete, und zwar in einer so zuverlässigen und deutlichen Art, daß er mir keine Möglichkeit ließ, daran zu zweifeln. Solche Wirkungen brachte diese Gnade in mir hervor. Und doch fürchtete ich mich immer, mich zu täuschen in bezug auf die inneren Vorgänge, von denen ich berichte. Die Sache hat sich, wie ich glaube, folgendermaßen zugetragen:

Er sagte mir: "Mein göttliches Herz ist so von heißer Liebe zu den Menschen und zu dir im besonderen erfüllt, daß es die Flammen dieser seiner glühenden Liebe nicht mehr in sich zurückhalten kann und sie durch deine Vermittlung ausbreiten muß. Es muß sich ihnen offenbaren, um sie mit seinen kostbaren Schätzen zu bereichern, die ich dir enthülle und die jene heiligenden und heilsamen Gnaden enthalten, welche notwendig sind, um sie vom Abgrund des Verderbens zurückzuziehen. Ich habe dich, den Abgrund der Unwürdigkeit und Unwissenheit, erwählt, um diesen großen Plan auszuführen, damit alles durch mich geschehe."

Dann verlangte er mein Herz. Ich flehte ihn an, es zu nehmen; er tat es und legte es in seine anbetungswürdige Brust, wo er es mir zeigte. Da lag es wie ein kleines Atom, das sich in dem glühenden Feuerofen verzehrte. Daraus zog er es als herzförmige Flamme wieder hervor, versetzte es an seinen Platz zurück und sprach: "Hier hast du, meine Vielgeliebte, ein kostbares Unterpfand meiner Liebe. Es schließt in deiner Seite einen kleinen Funken ihrer hellodernden Flamme ein und soll dir als Herz dienen und dich bis zum letzten Augenblick verzehren. Seine Glut wird nicht erlöschen und wird nur durch einen Aderlaß einige Linderung erfahren. Aber auch den will ich noch mit dem Blut meines Kreuzes bezeichnen, so daß es dir mehr Verdemütigung und Leiden als Erleichterung bringt. Ich will deshalb, daß du einfach darum bittest, damit du tuest, was dir aufgetragen ist, und den Trost erfahrest, dein Blut am Kreuz der Demütigungen zu vergießen. Zum Zeichen, daß die Gnade, die ich dir eben erwiesen und die nur die Grundlage aller anderen ist, die ich dir noch erweisen werde, nicht bloße Einbildung war, wird dir, obgleich ich die Wunde in deiner Seite wieder geschlossen, doch der Schmerz für immer bleiben; und wenn du dir bis heute nur den Namen Sklavin beigelegt, so gebe ich dir jetzt den der vielgeliebten Jüngerin meines heiligsten Herzens."

(aus: Maximilian Breig (Hrsg), Leben und Werke der heiligen Margareta Maria Alacoque, I. Selbstbiographie, 57f)
der unversehrte Leichnam von Margareta Maria Alacoque, Paray le Monial

1690 wollten die Schwestern Margareta Maria zur Ordensoberin wählen. Doch sie bat Jesus, dieses Opfer nicht von ihr zu verlangen, und Jesus erhörte ihre Bitte. Schwester Lévy Chateaumourant wurde Oberin. Im selben Jahre sagte Margareta Maria ihren baldigen Tod voraus, sowie die Früchte, welche ein Buch über die Herz Jesu-Andacht von P. Croiset S.J. hervorbringen werde. Sie bat darum , noch einmal 40tägige Exerzitien machen zu dürfen, die sie am 22. Juli 1690 begann. Am 8. Oktober mußte sie sich infolge schwerer Leiden zu Bett legen. Die Sterbesakramente wurden ihr gespendet. Ihre Vorbereitung auf den Tod war ergreifend und rührend. "Jesus" war ihr letztes Wort. Sie starb am 17. Oktober 1690 um 8 Uhr abends mit 43 Jahren, von denen sie 19 Jahre im Kloster der Heimsuchung verbracht hatte. Das Volk verbreitet die Todesnachricht von Margareta Maria mit den Worten: "Die Heilige ist tot!" Das heiligste Herz Jesu hatte die Seele seiner auserwählten Braut in den Himmel aufgenommen. Das Volk eilte nun in Scharen ins Kloster, um die Dienerin Gottes nochmals zu sehen. Mehrere Kranke wurden auf der Stelle gesund. An ihrem Grabe geschahen fortwährend Wunder. Papst Leo XII. gab ihr am 28. März 1824 den Titel "ehrwürdig". Pius IX. sprach sie selig. Papst Benedikt XV. hat am 17. März 1918 den Heiligsprechungsprozeß abgeschlossen, und sprach Margareta Maria Alacoque am 13. Mai 1920 heilig. (Quelle kathpedia)

Glassarg, Margareta Maria Alacoque, Heimsuchungskloster, Paray le Monial

Herz Jesu Statue, Heimsuchungskloster, Paray le Monial

Kommentare:

  1. Das Fresko über dem Altarbereich gefällt mir - gibts das einzeln nochmals größer ...?

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  2. Tolle Seite. darf ich Ihre Bilder benutzen für eine Unterrichtsstunde für die 5- und 6-Klässler unserer Hauptschule?

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    1. Ja, Sie können meine Bilder gerne für den Unterricht verwenden.

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