Donnerstag, 16. Mai 2013

Hl. Johannes von Nepomuk

Als der König (den Erzbischof) sah, brauste er vor Zorn auf. Dann befahl er, den Erzbischof und  seine Berater gefangen zu nehmen und sie in den Kapitelsaal der Burg zu bringen. Dem Erzbischof gelang die Flucht. Seine Mannen brachten ihn ihn den nahen bischöflichen Hof und von dort aus Prag hinaus ins Erzgebirge. Seine Berater wurden jedoch am Hradschin einem strengen Verhör unterzogen. Den alten Kapiteldekan Bohuslav von Krnov schlug der König mit dem Säbelgriff blutig. Die übrigen vier, Generalvikar Johannes, Offizial Nikolaus Puchnik, Probst Wenzl und Ritter Nepr, wurden in die Folterkammer des Altstädter Rathauses gebracht. Dort spannte man sie auf die Folter, brannte und verhörte sie. Der König bedauerte, dass der Erzbischof nicht unter den Verhörten sei.

Johannes von Pomuk und Puchnik liess der König vor seinen eigenen Augen foltern. Er liess sich sogar so weit herab, dass er selbst die Rolle des Folterknechtes übernahm und beide in den Hüften brannte. Plötzlich besann er sich, dass er als Römischer König Schutzherr der Kirche sei und das Foltern von Geistlichen für ihn schwerwiegende Folgen am päpstlichen Hof haben könnte.
Drei der Gefolterten schenkte er die Freiheit, nachdem sie geschworen und sich vor einem Notar mit ihrer Unterschrift verpflichtet hatten, niemand etwas von ihrer Folterung zu verraten. Johannes, der während der Verhöre der schweren Folter unterlag, liess er auf die Karlsbrücke bringen und im nächtlichen Dunkel in die Moldau stürzen.


Das geschah am 20 März 1393. Der Leib des zu Tode Gefolterten wurde nach einem Monat nahe dem Franziskanerkloster aus dem Fluss gefischt und auf dem Friedhof des Heiligen Kreuzes (neben dem Kloster der Barmherzigen Brüder) begraben. Nach drei Jahren wurde der Leib exhumiert und im Gang der St. Veitskathedrale begraben. Dort war über Jahrhunderte ein einziges Grab, das echte Grab eines Mannes, der wegen der Erfüllung der priesterlichen Pflichten gefoltert und ermordet wurde.

Aus: Kaltenbrunner, Kratochvil, TACUI, Johannes von Nepomuk - Brückenheiliger und Märtyrer des Beichtgeheimnisses, 49f


Der Leichnam ist von fünf Lichtern (Sternen) - im Bild unterhalb des Heiligen - umgeben, in denen das gläubige Volk das lateinische Wort tacui gesehen hat: "Ich habe geschwiegen".

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