Montag, 10. September 2012

Nikolaus von Tolentino

Nikolaus betet für die Verstorbenen (Museum des Heiligtums)

Nikolaus von Tolentino, Augustiner-Eremit. Nikolaus wurde 1245 in der Mark Ancona geboren. Er trat um 1256 in den Orden der Augustinereremiten ein.

Über 30 Jahre wirkte er in Tolentino als Prediger, Beichtvater und Krankenseelsorger. Er übte strengste Askese und war von aufopfernder Liebe zum Nächsten erfüllt. Sein Leben ist mit den erstaunlichsten Wundern und Charismen erfüllt. So wollte Nikolaus auch in schwerer Krankheit, wegen der gelobten Kasteiung, zwei gebratene Vögel nicht genießen; als er sich aber dem Befehl des
Priors fügte und doch einen Bissen nahm, flogen die Rebhühner lebendig geworden davon.

Basilika von Tolentino


Eine besondere Liebe hegte Nikolaus für die Armen Seelen. Nikolaus starb am 10. September 1305 zu Tolentino. Die amtlichen Aufzeichnungen über 1325 außergewöhnliche Heilungen, die sich in den ersten 20 Jahren nach seinem Tod an seinem Grab ereigneten, sind noch erhalten. 1446 wurde er heilig gesprochen. Seine Gebeine waren zeitweise verschollen, wurden aber 1926 bei Grabungen in der Basilika von Tolentino wieder aufgefunden.
 
Dargestellt im Habit der Augustinereremiten mit Lilien, Stern auf der Brust oder zwei gebratenen
Vögeln.

(aus dem Martyrologium Sancrucense)

Durch das Meßopfer befreit der hl. Nikolaus Arme Seelen aus dem Fegefeuer

Von Cingoli wurde P. Nikolaus in den Konvent von Valmanente an die Peripherie von Pesaro versetzt. In einer Samstagnacht erschien ihm die Seele des verstorbenen Mitbruders Fr. Pellegrino v. Osimo; er flehte ihn an mit den Worten: "Jetzt brenne ich in diesem Feuer, in welchem der gute Gott meine Buße annimmt und mich in seiner Barmherzigkeit reinigt. Ich beschwöre dich, die hl. Messe in Fürbitte für die Verstorbenen zu feiern, damit ich von diesen Qualen erlöst werden kann".

"Es möge dir, mein Bruder - antworte Nikolaus - mein Erlöser helfen, denn ich kann nicht die hl. Messe für die Verstorbenen feiern, da ich in dieser Woche die Konventsmesse zu singen habe, deren Verpflichtung, wie du weißt, nicht geändert werden kann".

"Mein Vater - antwortete die Seele des Fr. Pellegrino - komm mit mir und du wirst sehen, die dringend es ist, Fürbitte zu leisten für eine unzählbare Schar von Seelen, die mich geschickt haben, um dich anzuflehen...".

Und er zeigte ihm das Tal von Pesaro, das in einen brennenden Scheiterhaufen verwandelt worden war.

"Hab Erbarmen, P. Nikolaus, mit dieser unglücklichen Menge von Seelen! - flehte Fr. Pellegrino. "Wenn du die hl. Messe in Fürbitte für sie feierst, wird der größte Teil von ihnen aus dieser Qual befreit sein."

P. Nikolaus verbrachte die Nacht im Gebet und am frühen Morgen erbat er vom P. Prior die Erlaubnis, die ganze Woche die hl. Messe in Fürbitte für die Armen Seelen feiern zu dürfen. Der Prior war einverstanden und nach einer Woche, in der zusätzliche Gebete und Bußübungen verrichtete, erschien ihm wieder die Seele des Fr. Pellegrino, um ihm zu danken und zu versichern, daß er selbst und der größte Teil Seelen, die er in den Flammen gesehen hatte, aus dem Fegefeuer befreit worden waren.

(aus: P. Giuseppe Giuli O.S.A, Der hl. Nikolaus von Tolentino)


Statue des hl. Nikolaus in der großen Kapelle der Basilika

In der Krypta unterhalb der Kapelle das Grab des Heiligen

Heiliger Nikolaus, bitte für uns
und für die Armen Seelen im Fegefeuer

Kreuzgang des Heiligtums

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