Montag, 3. September 2012

Gregor der Große

In Rom war es im 6. Jahrhundert noch nicht üblich, Reliquien von Heiligen zu zerteilen und an andere Kirchen weiterzugeben. Stattdessen nahm man Stoffstückchen und brachte sie mit den Reliquien in Berührung. Auch an Königin Theodolinde sandte er (Gregor) diese sogenannten Berührungsreliquien von Märtyrern. Als Theodolinde sie durch Gesandte zurückschickte, nahm Gregor, wie die Überlieferung berichtet, eine der Berührungsreliquien und durchstach sie mit einer Nadel, wodurch Blut aus dem Stoffstück herausquoll.

Dies war ein wirkmächtiger Erweis, dass auch diese Art von Reliquie die Verbundenheit zu den Heiligen gewährleistet. Die Tradition von Berührungsreliquien hat ihre Grundlage in der Heiligen Schrift: So wurde die an Blutfluss leidende Frau einzig durch die Berührung mit dem Gewand Jesu geheilt (vgl. Mt 9,20-22), allein der Schatten von Petrus heilte Kranke (Apg. 5,15), ebenso Schweißtücher von Paulus (Apg. 19,12).

(Quelle: aus einem Radiovortrag über Gregor den Großen)


Gregor der Große mit Reliquie des Apostels Petrus, Petersdom, Rom


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