Mittwoch, 22. Februar 2012

Warum soll man fasten?

Die Frage ist wirklich berechtigt: warum soll man fasten, wenn ja das Essen und Trinken keine Sünde darstellt, sondern im Gegenteil eine Lebensnotwendigkeit ist?! Es wäre verständlicher zu sagen, dass man Völlerei und Trunksucht vermeiden soll, dass auch Feinschmeckerei, Heikelkeit beim Essen usw. überwunden werden dürfen - aber Fasten an sich? Im Grunde müssen wir, um die Antwort gut zu fundamentieren, auf die biblische Gegenüberstellung von Geist und Fleisch (Röm 7 und 8, Gal5), von Jesus Christus und Welt (Joh, 1 Joh 2) zurückgehen: "das Fleisch ist gegen den Geist, und der Geist ist gegen das Fleisch"! Warum muss das so sein? Die Ursünde und die ganze Geschichte der Sünde in der Menschheit haben das Fleisch "angegriffen", aber nicht den Geist...

Um also dem Geist Christi in uns und dem eigenen menschlichen/christlichen Geist (der Seele also) mehr Raum zu geben, ist es nötig, eine gewisse Strenge gegenüber dem Körper auszuüben - d.h. Verzicht nicht nur im Essen, sondern auch im Schauen, Sprechen, Hören, Ruhen usw. Aber eben UM dem Geist mehr Raum zu geben, UM also mehr zu beten, die Hl. Schrift zu lesen, Zeit für die Hl. Eucharistie zu haben, Nächstenliebe auszuüben.

Es ist eine alte geistliche Weisheit: Wer auf Erlaubtes verzichten kann, dem wird es auch nicht schwerfallen, auf Unerlaubtes (schwere Sünden, in der Versuchung) zu verzichten! Vereinfachend können wir noch sagen: Mose hat vor dem Beginn des Alten Bundes 40 Tage auf dem Berg Sinai gefastet, JESUS vor dem Beginn des Neuen Bundes ebenso 40 Tage - und wir müssen auch, um den Neuen und Ewigen Bund in uns einzupflanzen, manchmal fasten.

Interview mit P. Walter Trautenberger aus den Amici-News März 2008 über das Fasten

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